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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2026

Großes Gefühlsspektrum

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
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Eigentlich will Joachim Zivildienst machen, hat sich trotzdem bei der Schauspielschule beworben und wird zu seiner großen Verwunderung angenommen. Deshalb zieht er nach München und wohnt bei seinen exzentrischen ...

Eigentlich will Joachim Zivildienst machen, hat sich trotzdem bei der Schauspielschule beworben und wird zu seiner großen Verwunderung angenommen. Deshalb zieht er nach München und wohnt bei seinen exzentrischen Großeltern. Ein Auf und Ab an Gefühlen beginnt, von schreiend komisch zu tieftraurig ist alles dabei.

Die Hintergrundfarbe des Covers von "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" ist in auffälligem Rot gehalten. In der Mitte sieht man eine lächelnde Frau, die sich an einem Seil über Wasser hält. Dieses Über-Wasser-Halten trifft auch auf den Protagonisten Joachim zu, weshalb es gut zum Roman passt.

Joachim Meyerhoff ist Schauspieler und der Roman zeigt uns den langen, schwierigen Weg bis dahin. Voller Ironie und viel Gefühl, weshalb ich gut in die Geschichte kam. Alles ist so bildhaft beschrieben, dass ich die einzelnen Szenen direkt vor Augen hatte. Sehr berührend auch die Sterbeszenen, es ist Meyerhoff gelungen, mich mitzunehmen und in seine Gefühlswelt eintauchen zu lassen. Jetzt bin ich auf den Kinofilm gespannt, inwiefern sich die Vorstellungen, die ich beim Lesen hatten, auf den Film übertragen lassen.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Cecilia, Nick und Johannes

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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Ist es ein Traum oder ein Alptraum, alleine in fremden Häusern zu sein, die Häuser reicher Menschen zu "bewachen"? Cecilia macht diesen Job, weil sie so vieles verloren hat. Und weil sie mittlerweile nichts ...

Ist es ein Traum oder ein Alptraum, alleine in fremden Häusern zu sein, die Häuser reicher Menschen zu "bewachen"? Cecilia macht diesen Job, weil sie so vieles verloren hat. Und weil sie mittlerweile nichts mehr zu verlieren hat...

"Die House Sitterin" von Emily Rudolf hat einen krassen, sehr effektvollen rötlichen Farbschnitt, der nicht zu übersehen ist und zum Zugreifen einlädt. Ein starker Kontrast zu dem düsteren Coverbild, auf dem man hinter einem Fenster auf dunkle Wolken, Dünen, Strand und dunkles Meer sehen kann. Diese Kombi macht neugierig und ist sehr gut gelungen.

Emily Rudolf hat mich mit ihrem Schreibstil direkt in die Geschichte gezogen. Und je mehr Personen ins Spiel kamen, umso ungewisser wurde der Prolog. Durch die klare Trennung in verschiedene Teile und mit den Hinweisen, aus wessen Sicht das aktuelle Kapitel spielt und um welchen Zeitpunkt es sich handelt, entsteht eine Klarheit, die mir bei anderen Büchern, in denen Perspektive und Zeit wechseln, oftmals fehlt. Die Spannung steigert sich und es deuten sich zwischendurch Showdowns an, die jedoch auch falsche Fährten liefern. Und es wurde mir erst kurz vor Schluss klar, für wen dieser Thriller tödlich ausgehen wird, dadurch wurde die Spannung vertieft. Ein gelungener Thriller, den ich in kürzester Zeit und mit großem Vergnügen gelesen habe. Ich werde mir auch die anderen Thriller der Autorin anschauen.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Was wäre, wenn....

Wir sehen uns gestern
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Alice hat ihrem 40. Geburtstag gegenüber gemischte Gefühle, es gäbe da ein paar Dinge, mit denen sie so gar nicht glücklich ist. Als sie am Tag nach ihrem Geburtstag aufwacht, ist sie zurück im Jahr 1996 ...

Alice hat ihrem 40. Geburtstag gegenüber gemischte Gefühle, es gäbe da ein paar Dinge, mit denen sie so gar nicht glücklich ist. Als sie am Tag nach ihrem Geburtstag aufwacht, ist sie zurück im Jahr 1996 und erlebt ihren 16. Geburtstag nochmal - ist das die Chance, auf die sie gewartet hat?!

Das Cover von "Wir sehen uns gestern" ist in beige und orange gehalten, weshalb die bunten Buchstaben des Titels auffallen. Das Cover ist ingesamt sehr dezent, auch die New Yorker Skyline ist sehr unauffällig und könnte ruhig mehr in den Vordergrund gerückt werden, um das Buch mehr zu "promoten". Der Titel passt jedoch sehr gut zum Inhalt des Romans.

Emma Straubs Schreibstil gefällt mir gut, vor allem am Anfang des Buches war ich direkt in der Story drin. Die Grundidee fand ich faszinierend, aber zwischendurch gab es einige Längen und gegen Ende gab es einige sehr kurze "Geburtstags-Stopps", weshalb mir Ende und Schluss nicht so zugesagt haben. Ich habe mir insgesamt vom Thema mehr versprochen.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Juliana und Oliver

Die Brücke von London
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Julianas Mann stirbt und hinterlässt ihr nicht nur das Tuchgeschäft und den Kummer, sondern auch immense Schulden. Im Jahr 1749 ist es nicht einfach für eine Frau, sich diesem zu stellen. Aber Juliana ...

Julianas Mann stirbt und hinterlässt ihr nicht nur das Tuchgeschäft und den Kummer, sondern auch immense Schulden. Im Jahr 1749 ist es nicht einfach für eine Frau, sich diesem zu stellen. Aber Juliana findet zum Glück Verbündete. Auch wenn sich zum Ende hin alles noch mehr zuspitzt als anfangs erwartet...

Das Cover zeigt eine junge Frau und einen Jungen vor der gezeichneten London Bridge, der eigentlichen Hauptdarstellerin. Der Titel "Die Brücke von London" ist fast ein bisschen schlicht und könnte aussagekräfter sein.

Julius Arth verknüft zwei Handlungsstränge, aus dem Jahr 1749, der "aktuellen" Zeit und 1202 beim Bau der London Bridge. Das hat mich zeitweilig etwas verwirrt und wäre für mein Verständnis gar nicht nötig gewesen, zumal sich die Auflösung erst am Ende des Buches und nur mit wenigen Sätzen zeigt. Die Charaktere, allen voran die der Kinder, gefallen mir gut und sind sehr gut vorstellbar. Ich habe das Buch auf einer Lesung entdeckt, wo er das Modell der Brücke dabei hatte, was toll zum Buch gepasst hat. Der Roman macht einem klar, wie schade es ist, dass dieses Bauwerk abgerissen wurde, man kann sich das lebhafte Treiben auf der London Bridge sehr gut vorstellen und war direkt im London des Jahres 1749 angekommen.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Die Entwicklung der quadratischen Schokolade

Ritter Sport - Ein Traum von Schokolade
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Clara ist ein Fan der noch schwer zu bekommenden Schokolade. Sie möchte gerne beruflich etwas mit Schokolade machen und mit Unterstützung von Familie und Freunden schafft sie das auch. Dass sie dann noch ...

Clara ist ein Fan der noch schwer zu bekommenden Schokolade. Sie möchte gerne beruflich etwas mit Schokolade machen und mit Unterstützung von Familie und Freunden schafft sie das auch. Dass sie dann noch Alfred Ritter kennen- und lieben lernt, ist noch das Sahnehäubchen on top und durch Fleiß und den Willen, niemals aufzugeben, schafft Clara so viel mehr als jemals gedacht.

Das Cover von "Ritter Sport Ein Traum von Schokolade" ist im typischen Hellblau der Ritter Sport Alpenmilch gehalten und enthält ein Quadrat, wenn auch nicht gerade, vermutlich aus Lizenzgründen. Außerdem sieht man stilisierte Kakaobohnen sowie die Fotografie eines Paares vor der Kutsche mit der Werbung für Alrika Krem-Schokolade. Das ist unverwechselbar und lässt alle Schoko-Fans direkt zugreifen.

Romy Herold ist ein Pseudonym von Eva-Maria Bast und Joern Precht. Die Beiden haben eine Mischung aus Hommage an Ritter Sport und Roman über die Entstehung des Imperiums verfasst. Das ist unterhaltsam und informativ zugleich. Auch wenn es, wie im Roman üblich, künstlerische Freiheiten gibt, entstand das Buch in Abstimmung mit den Erben der Protagonisten und ist somit glaubwürdig recherchiert. Für mich hätte es noch etwas mehr zum Thema Schokolade an sich sein können, der Fokus lag mehr auf den Personen als auf der Schoki, aber man sollte nicht gerade auf Diät sein, wenn man ein Buch über den "Traum von Schokolade" liest...

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