Cover-Bild Ibicaba
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Nagel & Kimche
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 29.07.2025
  • ISBN: 9783312013883
Eveline Hasler

Ibicaba

Die Neuauflage zum 40. Jubiläum | Eine Auswanderungsgeschichte nach Brasilien

Im Hungerjahr 1855, als die Kartoffeln im Boden verfaulen und die einheimische Textilindustrie unter dem Druck der englischen Konkurrenz leidet, wandert eine Gruppe von 265 Menschen gemeinsam nach Brasilien aus. Aus Zürich, dem Aargau, Graubünden und dem Glarnerland brechen sie auf, um im vermeintlichen Paradies eine neue Heimat zu finden. Aufrüttelnd und spannend erzählt der Roman ein Stück unbekannter Auswanderungsgeschichte. fand. Auf Ibicaba befanden sich auch deutsche Auswanderer, die meist aus Thüringen stammten. Solidarisch mit Thomas Davatz, brachten sie seine Klagebriefe an die schweizerischen Behörden auf weit entfernte Poststellen, die von den Herren aus Ibicaba nicht überwacht wurden. So erfuhr man in Europa über die Zustände in Brasilien. Bildhaft bis ins Detail berichtet Hasler von Hunger und Elend, die nur wenige Generationen zurückliegen, aber auch von Utopien, die diesen Menschen Kraft gaben.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.07.2025

Zwischen Hoffnung und Ausbeutung

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Eveline Haslers Roman "Ibicaba" ist eine eindrucksvolle literarische Aufarbeitung eines weitgehend unbekannten Kapitels der Schweizer Auswanderungsgeschichte. Im Zentrum steht die tragische Reise von 265 ...

Eveline Haslers Roman "Ibicaba" ist eine eindrucksvolle literarische Aufarbeitung eines weitgehend unbekannten Kapitels der Schweizer Auswanderungsgeschichte. Im Zentrum steht die tragische Reise von 265 Auswanderern aus verschiedenen Schweizer Kantonen, die 1855 in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Brasilien aufbrechen – und dort statt eines Paradieses Ausbeutung, Hunger und Elend vorfinden.
Hasler schildert die Ereignisse mit großer Detailtreue und spürbarer Empathie für die Figuren. Besonders beeindruckend ist, wie sie historische Fakten und Zeitdokumente geschickt in die Handlung einwebt. Dadurch erhält der Roman eine Authentizität, die den Leser mitten in die Zeit und das Lebensgefühl der damaligen Menschen versetzt. Die Zustände auf der Plantage Ibicaba, wo die Auswanderer unter sklavereiähnlichen Bedingungen arbeiten müssen, werden schonungslos, aber nicht reißerisch dargestellt.
Der Schreibstil ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, da Frau Hasler auf wörtliche Rede verzichtet. Diese ungewöhnliche Erzählweise verlangt zunächst eine gewisse Umstellung, doch schon nach kurzer Zeit entfaltet der Text eine eigene Dynamik und Tiefe, die den Leser mitnimmt.
Besonders berührend ist die Figur des Thomas Davatz, der sich nicht mit der Ungerechtigkeit abfindet und durch seinen Mut zur Wahrheit eine wichtige Rolle für die Aufklärung in Europa spielt. Die Solidarität der anderen Auswanderer – auch der deutschen – zeigt, dass Menschlichkeit selbst unter härtesten Bedingungen möglich ist.
Insgesamt ist "Ibicaba" ein wichtiges, aufrüttelndes und sehr lesenswertes Buch. Es macht deutlich, wie nah vergangenes Leid oft noch ist und wie stark die Hoffnung auf ein besseres Leben Menschen antreiben kann – selbst wenn sie dafür alles riskieren müssen. Ein Stück Geschichte, das nachhallt. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Auf der Reise in eine neue Welt

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Ibicaba ist eine Plantage / Landgut in Brasilien. 1855 war ein Jahr voller Hunger und Entbehrungen. Und so hofften über 250 Personen aus Europa dort eine neue Bleibe und Zukunft zu finden. Getrieben von ...

Ibicaba ist eine Plantage / Landgut in Brasilien. 1855 war ein Jahr voller Hunger und Entbehrungen. Und so hofften über 250 Personen aus Europa dort eine neue Bleibe und Zukunft zu finden. Getrieben von positiven Auswanderergeschichten machten sie sich auf den beschwerlichen Weg nach Brasilien, um dort ein Stück Land zu bewirtschaften. Doch es kam anders.

Diese Geschichte erzählt von wahren Begebenheiten, basierend auf Aufzeichnungen einer der Mitreisenden. Die beklemmende Atmosphäre an Deck bei der Überfahrt wird bereits eindrucksvoll geschildert. Ich konnte mich beim Lesen gut in diese schwere Zeit zurück denken. Und auch das Ankommen, die Hoffnung, die Enttäuschung kommen sehr gut raus. Auch wenn es auf einzelne Schicksale eingeht, blieb das Buch für mich insgesamt näher an einer Schilderung, was aber aus dem Klappentext auch in etwa zu erwarten war. Auch sprachlich ist es passend zu Zeit und Thema. Auf jeden Fall war es interessant etwas über diesen Teil der Vergangenheit zu erfahren. Ein Unterhaltungsroman darf hier nicht erwartet werden. Aber wer gern in die Geschichte eintaucht, wird hier sicher auch auf seinen Geschmack kommen.
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