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Shilo_

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.06.2026

Menschlich und berührend

Was das Schicksal uns schenkt
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Manche Geschichten leben nicht von großen Ereignissen, sondern von Menschen, die sich unerwartet begegnen. Genau das macht diesen Roman aus. Die Handlung entwickelt sich in ruhigem Tempo und zeigt, wie ...

Manche Geschichten leben nicht von großen Ereignissen, sondern von Menschen, die sich unerwartet begegnen. Genau das macht diesen Roman aus. Die Handlung entwickelt sich in ruhigem Tempo und zeigt, wie aus einer spontanen Entscheidung nach und nach etwas entsteht, das zwei Leben verändert.
Addie arbeitet nach vielen Jahren bei Armee und Polizei als Sicherheitskraft in einem Mietlager. Dort trifft sie auf den obdachlosen Jugendlichen Jonathan und bietet ihm einen Platz in ihrem Gartenschuppen an. Aus dieser ungewöhnlichen Situation entwickelt sich eine Verbindung, die beiden neuen Halt gibt. Dabei geht es um Vertrauen, um alte Belastungen und darum, wieder offen für das Leben zu werden.
Die Figuren wirken über weite Strecken glaubwürdig. Addie trägt vieles mit sich herum und hält andere Menschen lieber auf Abstand. Jonathan bringt nach und nach Veränderungen in ihr Leben, ohne dass dies übertrieben oder konstruiert wirkt. Gerade diese ruhige Entwicklung macht einen großen Teil des Reizes der Geschichte aus.
Vieles spielt sich in den kleinen Szenen des Alltags ab. Während Jonathan sich um den verwilderten Garten kümmert, verändert sich auch das Miteinander der beiden. Die Autorin beschreibt solche Momente einfach und unaufgeregt. Dadurch entstehen viele Situationen, die nachvollziehbar wirken und der Geschichte eine angenehme Nähe verleihen.
Das Buch spricht Themen an, die viele Menschen kennen. Einsamkeit, Verlust, Hoffnung und die Frage, ob ein Neuanfang noch möglich ist, ziehen sich durch die Handlung. Dabei wird nichts unnötig dramatisiert. Gerade diese zurückhaltende Art hat das Lesen angenehm gemacht.
Nicht alles konnte mich gleichermaßen fesseln. Einige Entwicklungen sind recht früh absehbar, und manche Abschnitte hätten etwas kürzer ausfallen dürfen. Dadurch verliert die Geschichte stellenweise etwas an Schwung. Für Leserinnen und Leser, die ruhige Romane mit Schwerpunkt auf zwischenmenschlichen Beziehungen mögen, dürfte das jedoch kaum ins Gewicht fallen.
Am Ende bleibt vor allem der Eindruck einer warmen und menschlichen Geschichte. Sie zeigt, dass manchmal schon eine einzige Begegnung genügt, um eine neue Richtung einzuschlagen. Auch wenn nicht jede Szene gleich stark ist, bietet der Roman viele schöne Momente und eine Botschaft, die lange nachwirkt.
Ein lesenswertes Buch über Vertrauen, Mitgefühl und die Chance, noch einmal neu anzufangen. Sehr gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Eine Geschichte mit Herz

Kein Sommer ohne August
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Manche Geschichten leben nicht von großen Überraschungen, sondern von den Menschen, die sie erzählen. Genauso ist dieser Roman. Die Seiten begleiten Charlie zurück an einen Ort, den sie längst hinter sich ...

Manche Geschichten leben nicht von großen Überraschungen, sondern von den Menschen, die sie erzählen. Genauso ist dieser Roman. Die Seiten begleiten Charlie zurück an einen Ort, den sie längst hinter sich lassen wollte, der sie aber nie ganz losgelassen hat. Zwischen einer kleinen Buchhandlung, alten Erinnerungen und ungeklärten Gefühlen entsteht eine ruhige, warme Geschichte, die von Freundschaft, Verlust und der Frage erzählt, ob man der eigenen Vergangenheit wirklich entkommen kann.
Bücher spielen von Anfang bis Ende eine wichtige Rolle. Die Buchhandlung ist dabei weit mehr als nur ein Ort der Handlung. Hier treffen Erinnerungen auf neue Möglichkeiten, und viele der schönsten Momente des Romans sind mit diesem besonderen Platz verbunden. Dadurch entsteht eine Stimmung, die zum Verweilen einlädt.
Charlie und August kennen sich seit ihrer Kindheit. Nach und nach wird deutlich, was zwischen ihnen geschehen ist und weshalb die Vergangenheit noch immer nachwirkt. Die Rückblicke auf die gemeinsamen Sommer fügen sich unauffällig in die Handlung ein und geben den Figuren zusätzliche Tiefe.
Charlie macht nicht immer alles richtig. Gerade das macht sie glaubwürdig. Manche Entscheidungen sorgen für Kopfschütteln, andere lassen verstehen, warum sie so lange auf Abstand gegangen ist. Auch August bleibt angenehm vielschichtig. Er wird nicht als perfekter Held dargestellt, sondern als Mensch mit eigenen Erfahrungen und Verletzungen. Das macht die Beziehung der beiden greifbar.
Liberty Beach entwickelt schnell seinen eigenen Reiz. Die Nähe zum Meer, vertraute Orte aus Kindertagen und die kleine Buchhandlung sorgen dafür, dass die Kulisse lebendig wirkt. Immer wieder entstehen Szenen, die ruhig erzählt sind und gerade deshalb lange im Gedächtnis bleiben.
Neben der Liebesgeschichte geht es auch um Verlust, Schuldgefühle und die Folgen früherer Entscheidungen. Trotzdem wirkt das Buch nie bedrückend. Zwischen den ernsteren Momenten bleibt genug Raum für Hoffnung und die Möglichkeit, einen neuen Anfang zu wagen. Dass sich manche Entwicklungen früh erahnen lassen, hat dabei kaum gestört. Wichtiger waren die Entwicklung der Figuren und die Frage, welchen Weg sie am Ende einschlagen würden.
Besonders in der zweiten Hälfte entfaltet die Geschichte ihre stärkste Wirkung. Die Figuren setzen sich mit Dingen auseinander, die lange unausgesprochen geblieben sind. Dadurch entstehen einige emotionale Momente, die nicht übertrieben wirken, sondern einfach zur Geschichte passen.
„Kein Sommer ohne August“ verbindet Freundschaft, Liebe und das Wiederfinden eines lange verlorenen Zuhauses zu einer stimmigen Geschichte. Die Figuren begleiten einen noch eine Weile über das Ende hinaus, und die besondere Atmosphäre rund um die Buchhandlung macht den Roman zusätzlich lesenswert. Eine Geschichte, die ruhig erzählt wird und gerade damit überzeugt. Dafür vergebe ich sehr gerne 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Atmosphärischer Auftakt einer historischen Dilogie

Tanz der Ahornblätter
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England im Jahr 1861. Vivian stammt aus einer adligen Familie und verliebt sich ausgerechnet in Ross, den Stallmeister ihres Vaters. Gemeinsam fliehen sie nach Kanada, voller Hoffnung auf ein freies und ...

England im Jahr 1861. Vivian stammt aus einer adligen Familie und verliebt sich ausgerechnet in Ross, den Stallmeister ihres Vaters. Gemeinsam fliehen sie nach Kanada, voller Hoffnung auf ein freies und besseres Leben. Auf der langen Überfahrt begegnen sie Colleen, die ebenfalls vor ihrem alten Leben davonläuft und ihre Zukunft viel vorsichtiger plant als die beiden. Schon diese ersten Kapitel zeigen, wie unterschiedlich die drei Figuren sind. Gerade das machte neugierig auf ihren weiteren Weg und sorgte schnell dafür, dass die Geschichte lebendig wirkte.
Sarah Lark erzählt die Reise nach Kanada ruhig und sehr anschaulich. Die Hoffnung auf Gold und ein besseres Leben zieht sich durch das ganze Buch, doch schnell wird klar, dass die Wirklichkeit oft härter ist als die eigenen Träume. Besonders die Zeit rund um den Weg zu den Goldfeldern in British Columbia wirkt glaubwürdig beschrieben und macht deutlich, wie gefährlich und unsicher dieses Leben damals war.
Gut gefallen hat mir vor allem, dass die Figuren nicht perfekt wirken. Vivian handelt manchmal unüberlegt, während Colleen vieles vorsichtiger angeht. Gerade dadurch fühlen sich ihre Sorgen, Hoffnungen und Enttäuschungen echt an. Manche Szenen wirken still und nachdenklich, andere wieder spannend oder bedrückend. Dadurch bleibt die Geschichte abwechslungsreich, ohne überladen zu sein.
Auch die Landschaften und das raue Leben in Kanada werden mit einfachen, klaren Bildern beschrieben. Beim Lesen entsteht oft das Gefühl, selbst mit den Figuren unterwegs zu sein. Gleichzeitig verliert sich die Geschichte nicht in langen Beschreibungen, sondern bleibt angenehm flüssig.
Besonders gelungen ist die Verbindung aus historischen Ereignissen, Abenteuer und persönlichen Schicksalen. Dabei steht nicht nur die Liebe im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie viel Kraft ein Neuanfang verlangt. Dass der Roman auf realen historischen Geschehnissen basiert, macht vieles noch greifbarer.
Dieser erste Band der Dilogie bietet eine spannende Mischung aus historischem Roman, Reisegeschichte und Familiendrama. Nicht jede Entwicklung ist überraschend, doch die Figuren und die Atmosphäre sorgen dafür, dass das Buch bis zum Ende interessant bleibt. Ein gefühlvoller Roman über Hoffnung, Mut und den Wunsch nach einem besseren Leben, der neugierig auf die Fortsetzung macht. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Ein Dorf im Wandel der Zeit

Die kleinste größte Welt
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Zwischen Wind, weitem Himmel und einem kleinen ostfriesischen Dorf entfaltet sich eine Geschichte, die still beginnt und lange nachwirkt. Das Leben von Greta wächst Seite für Seite mit den Veränderungen ...

Zwischen Wind, weitem Himmel und einem kleinen ostfriesischen Dorf entfaltet sich eine Geschichte, die still beginnt und lange nachwirkt. Das Leben von Greta wächst Seite für Seite mit den Veränderungen einer ganzen Zeit mit. Alte Gewohnheiten verschwinden langsam, Neues kommt dazu. Darin liegt viel von der Stärke dieses Romans. Beim Lesen entsteht nach und nach das Bild eines Dorflebens, das heute weit entfernt wirkt und trotzdem vertraut erscheint.
Die Geschichte lebt von vielen kleinen Momenten, die im Gedächtnis bleiben. Die Arbeit der Hebammen, das enge Miteinander im Dorf und die Veränderungen im Leben der Frauen wirken greifbar, ohne überladen beschrieben zu werden. Vieles erscheint selbstverständlich und zeigt gerade dadurch, wie anders der Alltag damals war. Während Straßen geteert werden und neue Dinge Einzug halten, verändert sich nach und nach auch der Blick auf Familie, Geburt und Zusammenhalt.
Mit jeder Seite wurde deutlicher, wie schnell Vertrautes verschwinden kann, obwohl Veränderungen oft ganz unscheinbar beginnen. Gerade die stillen Beobachtungen über den Alltag machen diesen Roman lesenswert.
Beeindruckend ist, wie die Kindheit dargestellt wird. Vieles besteht aus kleinen Erlebnissen, aus Menschen im nahen Umfeld und aus Dingen, die damals einfach dazugehört haben. Dadurch wirkt Greta glaubwürdig und ihre Welt wird immer greifbarer. Manche Szenen lesen sich fast wie Erinnerungen aus einer anderen Zeit.
Der Roman lässt sich Zeit. Das allerdings muss man mögen. Gerade dadurch entsteht ein gutes Bild vom Dorfleben und davon, wie sich der Alltag langsam verändert. Am Ende bleibt nicht nur die Geschichte eines Mädchens im Kopf, sondern auch der Eindruck davon, wie viel sich innerhalb weniger Jahre verschieben kann.
Was zusätzlich hängen bleibt, sind die vielen kleinen Veränderungen, die zuerst kaum auffallen und später doch ein ganzes Leben beeinflussen. Das betrifft Familien, das Leben der Frauen und auch den Zusammenhalt im Dorf. Vieles wirkt so, als könnte es genau so gewesen sein.
Am Ende blieb vor allem die Erinnerung an eine Zeit, in der vieles einfacher wirkte und zugleich schwerer war. Der Roman erzählt leise von Wandel, ohne dabei den Menschen aus dem Blick zu verlieren. Dafür gebe ich sehr gern 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Mehr als nur eine Familiengeschichte

This Is Going To Hurt
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Mitten in der Nacht, auf einer einsamen Straße und genau dann, wenn nichts mehr nach Plan läuft, beginnt diese Geschichte. Allein dieser Einstieg sorgt dafür, dass sofort etwas da ist, das neugierig macht.
Relativ ...

Mitten in der Nacht, auf einer einsamen Straße und genau dann, wenn nichts mehr nach Plan läuft, beginnt diese Geschichte. Allein dieser Einstieg sorgt dafür, dass sofort etwas da ist, das neugierig macht.
Relativ schnell zeigt sich, dass hier vieles von alten Verletzungen bestimmt wird. Menschen tragen Dinge mit sich herum, die nie richtig verschwunden sind. Das merkt man in Gesprächen, Entscheidungen und daran, wie miteinander umgegangen wird.
Miles bleibt für lange Zeit schwer einzuschätzen. Genau das macht ihn interessant. Er hilft, übernimmt Verantwortung und wirkt trotzdem nicht wie jemand ohne eigene Schatten.
Was hängen bleibt, ist weniger die Liebesgeschichte als dieses ständige Gefühl von Druck. Erwartungen der Familie. Alte Konflikte. Der Versuch, jemanden zu beschützen. Und die Frage, wie weit Menschen gehen, wenn Angst oder Schuld mitentscheiden.
Manche Szenen wirken bedrückend. Dann gibt es wieder Momente, in denen etwas Ruhe entsteht. Diese Mischung passt gut, weil nicht alles nur schwer bleibt.
Nicht jede Figur löst Sympathie aus. Teilweise eher das Gegenteil. Aber genau dadurch fühlen sich viele Reaktionen echt an. Niemand scheint nur eine Rolle zu erfüllen.
Beim Lesen entsteht öfter der Eindruck, dass Vergangenes stärker ist als das, was Menschen eigentlich wollen. Das zieht sich durch viele Situationen.
Am Ende bleibt vor allem eine Geschichte über Familie, Loyalität und Entscheidungen, die Folgen haben. Teilweise schmerzhaft, teilweise hoffnungsvoll und nicht immer so, wie zunächst erwartet.
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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