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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2026

Das Paradies, das keiner fand

Poyais. Ein Land, das es nie gab
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Die Geschichte beginnt ruhig. Menschen machen sich auf den Weg in ein fernes Land, weil sie sich ein besseres Leben erhoffen. Zwei Schiffe brechen auf, voller Hoffnung und Erwartungen.
Julie gehört zu ...

Die Geschichte beginnt ruhig. Menschen machen sich auf den Weg in ein fernes Land, weil sie sich ein besseres Leben erhoffen. Zwei Schiffe brechen auf, voller Hoffnung und Erwartungen.
Julie gehört zu ihnen. Sie will zusammen mit ihrem Geliebten neu anfangen. Am Anfang wirkt alles noch stimmig. Doch nach und nach wird klar, dass etwas nicht stimmt. Das versprochene Land ist nicht das, was man ihnen erzählt hat.
Im Mittelpunkt steht Julie. Sie wirkt ruhig und überlegt. Ihre Entscheidungen sind gut nachvollziehbar. Als sich die Lage zuspitzt, zeigt sich ihre Stärke.
Vor Ort wird die Situation immer schwieriger. Es fehlt an vielem. Die Hitze, Krankheiten und die Unsicherheit bestimmen den Alltag. Die Hoffnung schwindet. Einige halten trotzdem daran fest, andere verlieren sie.
Dass die Geschichte auf wahren Ereignissen beruht, macht vieles noch bedrückender. Man merkt, wie schnell Menschen auf Versprechen hereinfallen können, wenn sie sich ein anderes Leben wünschen.
Der Roman bleibt nah an den Figuren. Es geht vor allem darum, wie sie mit allem umgehen und was sie aushalten müssen.
Am Ende wirkt die Geschichte noch lange nach.
5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die ruhige historische Romane mögen, die nah an den Menschen bleiben.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Eine Reise in die Vergangenheit, die berührt

Die Liste der Lebenden
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Mitten auf dem Meer beginnt diese Geschichte. Eine Frau treibt allein im Wasser und hält sich an einem Stück Holz fest. Während sie ums Überleben kämpft, kehren ihre Gedanken immer wieder nach Dänemark ...

Mitten auf dem Meer beginnt diese Geschichte. Eine Frau treibt allein im Wasser und hält sich an einem Stück Holz fest. Während sie ums Überleben kämpft, kehren ihre Gedanken immer wieder nach Dänemark zurück.
Schon nach wenigen Seiten entsteht ein klares Bild von Henriette Wulff. Ihr Leben in Kopenhagen, ihre vielen Kontakte und vor allem die enge Verbindung zu Hans Christian Andersen werden ruhig und verständlich gezeigt. Es braucht keine großen Worte, um zu spüren, was sie bewegt.
Im weiteren Verlauf wechseln sich die Gedanken auf dem Meer mit Erinnerungen an ihr früheres Leben ab. So entsteht nach und nach ein stilles Bild von Henriette und dem, was sie erlebt hat. Besonders die Briefe zeigen, was sie denkt und fühlt, auch wenn vieles unausgesprochen bleibt.
Die Verbindung zu Hans Christian Andersen ist wichtig für die Geschichte. Sie entwickelt sich nach und nach und bleibt ruhig.
Der Schreibstil ist klar und einfach. Die Geschichte braucht etwas Zeit, entfaltet aber eine eigene Wirkung. Vor allem die leisen Töne bleiben im Gedächtnis.
Historische und erfundene Ereignisse greifen dabei gut ineinander, sodass ein glaubwürdiges Gesamtbild entsteht. Die Übergänge wirken ruhig und passend.
Manche Stellen sind länger erzählt oder wiederholen sich leicht, wodurch der Lesefluss zwischendurch langsamer wird. Trotzdem fügt sich am Ende alles gut zusammen.
Es ist eine Geschichte, die lange nachklingt. Wer historische Geschichten mag und sehen möchte, wie Gedanken, Erinnerungen und Gefühle Menschen über Zeit und Entfernung verbinden, sollte dieses Buch lesen. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Eine sehr berührende Geschichte

Im Jahr der Waldblüte
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Auf einem Bergbauernhof über Berchtesgaden wächst Babette Koller auf. Ihr Leben ist eng mit der Natur verbunden, und der Rhythmus des Waldes prägt viele Momente. Alle sieben Jahre blüht der Wald und dieses ...

Auf einem Bergbauernhof über Berchtesgaden wächst Babette Koller auf. Ihr Leben ist eng mit der Natur verbunden, und der Rhythmus des Waldes prägt viele Momente. Alle sieben Jahre blüht der Wald und dieses seltene Ereignis zieht sich durch ihr Leben und gibt der Geschichte einen besonderen Rhythmus.
Die Familie stellt klare Erwartungen, und Babette heiratet mit einundzwanzig in eine angesehene Familie, obwohl sie eigentlich einen anderen liebt. Vierzehn Jahre lebt sie in dieser Ehe, vor allem für ihre Tochter Anna. Ganz anders macht es ihre Freundin Burgi. Sie verlässt früh das Elternhaus und geht ihren eigenen Weg. Das macht sichtbar, wie sehr Lebenswege auseinandergehen können.
Die Geschichte spielt in der Bergwelt. Der Alltag auf dem Hof, die Arbeit und ein altes Handwerk werden so beschrieben, dass alles glaubwürdig wirkt. Man spürt, wie eng Arbeit, Natur und Tradition verbunden sind.
Besonders auffällig wird das Motiv der Waldblüte im Verlauf der Geschichte. Immer wenn der Wald blüht, entstehen Wendepunkte in Babettes Leben. Dieses Bild verbindet die einzelnen Lebensabschnitte miteinander und prägt den Verlauf der Geschichte.
Der Roman erzählt alles ruhig und ohne große Dramatik. Viele Szenen wirken nah am Leben, weil sie zeigen, wie schwer es manchmal ist, eigene Wünsche und die Erwartungen anderer unter einen Hut zu bringen. Die Figuren entwickeln sich glaubwürdig, und die Bergwelt verleiht der Geschichte eine besondere Stimmung. So entsteht eine berührende Geschichte über Mut, Entscheidungen und den Wert von Freiheit. Für diese einfühlsam erzählte Geschichte gebe ich sehr gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für Leserinnen, die Interesse an historischen Frauenleben haben.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Ein Sommer, der alles verändert

Und dann kam unser Sommer (Liebesroman)
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Der alte Hof Sommerfeld ist mehr als nur ein Stück Land mit bröckelnden Mauern. Zwischen leeren Gebäuden, offenen Rechnungen und vielen unbeantworteten Fragen versucht Jule, ihren eigenen Weg zu finden. ...

Der alte Hof Sommerfeld ist mehr als nur ein Stück Land mit bröckelnden Mauern. Zwischen leeren Gebäuden, offenen Rechnungen und vielen unbeantworteten Fragen versucht Jule, ihren eigenen Weg zu finden. Sie trägt Verantwortung, obwohl sie selbst oft unsicher ist. In diese angespannte Stille tritt Lukas, ein Fremder mit ruhiger Art, der nicht nur Arbeit sucht, sondern etwas Tieferes.
Schon früh wird klar, dass es in dieser Geschichte nicht nur um einen Sommer geht. Es geht um ein Geschehen in der Vergangenheit und um das Hoffen auf ein Verstehen.
Jule wirkt nach außen stark, doch innerlich trägt sie viele Sorgen. Der Hof bringt Schulden, Verantwortung und Fragen mit sich, auf die sie keine Antworten hat. Sie versucht, alles zusammenzuhalten, auch wenn ihr manchmal selbst die Sicherheit fehlt.
Lukas bleibt zunächst zurückhaltend. Er hilft auf dem Hof und packt mit an. Seine ruhige Art tut gut, doch man merkt, dass er etwas verschweigt. Zwischen ihm und Jule entsteht langsam Vertrauen. Es sind die kleinen Momente im Alltag, die sie einander näherbringen.
Doch die Vergangenheit spielt eine wichtige Rolle. Nach und nach kommen Dinge ans Licht, die lange verborgen waren. Das sorgt für Spannung. Der Sommer wird zu einer Zeit, in der sich entscheidet, ob man den Mut findet, die Wahrheit anzunehmen.
Die Geschichte nimmt sich Zeit für die Figuren. Es geht nicht um schnelle Wendungen, sondern darum, wie Menschen mit Sorgen, Erinnerungen und Hoffnungen umgehen. Manche Gespräche bleiben kurz, manches wird erst später klar. Das passt zur ruhigen Stimmung des Romans.
Besonders gelungen sind die Szenen auf dem Hof. Arbeit, Sorgen und kleine Hoffnungen im Alltag wirken echt. Die Entwicklung zwischen Jule und Lukas verläuft langsam, was die Handlung glaubwürdig macht.
Im letzten Drittel zieht die Spannung an, als die Wahrheit ans Licht kommt. Die Entscheidung, vor der Jule steht, wirkt ernst und nachvollziehbar. Am Ende wird nicht alles glatt gelöst. Manche Dinge bleiben schwierig, und genau das passt zur Geschichte.
Insgesamt ist es ein ruhiger Roman über Vertrauen, alte Schuld und die Frage, ob man trotz einer Lüge an einer Liebe festhalten kann. 4 Sterne, weil die Geschichte stimmig erzählt ist, glaubwürdig bleibt und noch lange nachwirkt, auch wenn einige Passagen etwas ausführlicher hätten sein können.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Wenn die Vergangenheit nach Jahrzehnten zurückkehrt

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Viele Geschichten aus der Vergangenheit bleiben lange verborgen. Auch auf Sylt gibt es eine solche Geschichte. Als Journalistin Anna März im Spätsommer auf die Insel zurückkehrt, hilft sie der alten Fenja ...

Viele Geschichten aus der Vergangenheit bleiben lange verborgen. Auch auf Sylt gibt es eine solche Geschichte. Als Journalistin Anna März im Spätsommer auf die Insel zurückkehrt, hilft sie der alten Fenja Lorenzen bei der Suche nach ihrer verschwundenen Schwester. Martje verschwand im Jahr 1958 nach einer stürmischen Nacht. Schon bald wird deutlich, dass hinter ihrem Verschwinden mehr steckt, als man lange glaubte.
Der Roman führt zurück in eine Zeit, die viele Fragen offen gelassen hat. Zwei Schwestern, die sich als Kinder sehr nahestanden, wurden durch ein Ereignis auseinandergerissen. Nach und nach kommen Erinnerungen und lange verschwiegene Wahrheiten ans Licht.
Im Mittelpunkt steht eine Suche, die weit in die Vergangenheit zurückreicht. Während Anna versucht, herauszufinden, was damals mit Martje geschehen ist, fügen sich nach und nach einzelne Erinnerungen und Hinweise zusammen. Dabei zeigt sich, wie eng das Leben der beiden Schwestern miteinander verbunden war und wie sehr die Ereignisse von damals noch bis in die Gegenwart hineinwirken.
Die Handlung spielt auf Sylt, Amrum und Föhr. Die Inseln sind ein wichtiger Teil der Geschichte und geben ihr einen stimmigen Rahmen. Viele Szenen lassen sich dadurch gut vorstellen.
Auch die Figuren sind glaubwürdig dargestellt. Fenja hat viele Jahre mit der Ungewissheit über das Schicksal ihrer Schwester gelebt. Anna versucht geduldig, die alten Spuren zu ordnen und die einzelnen Hinweise zusammenzufügen. So entfaltet sich die Geschichte Schritt für Schritt.
Mit der Zeit wird immer deutlicher, wie viele Missverständnisse, Hoffnungen und auch Verletzungen hinter der Geschichte der beiden Schwestern stehen. Die Vergangenheit wird nach und nach verständlicher, ohne dass die Handlung an Spannung verliert. Dabei bleibt der Blick immer auf den Menschen und ihren Entscheidungen.
Der Roman verbindet Familiengeschichte, Geheimnisse und die besondere Atmosphäre der Nordseeinseln. Die Handlung entwickelt sich in einem angenehmen Tempo und lässt genug Raum für die Figuren und ihre Erinnerungen. Gerade das macht die Geschichte glaubwürdig und nahbar.
So entsteht eine stimmige Geschichte über Familie, über lange verschwiegene Wahrheiten und über die Frage, wie sehr die Vergangenheit ein Leben prägen kann. Nach und nach fügt sich zusammen, was so viele Jahre unklar geblieben ist. Wer Romane über Familiengeheimnisse und die besondere Stimmung der Nordseeinseln mag, wird diese Geschichte gern lesen.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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