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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2026

Mehr als nur eine Reise in die Toskana

Sommerwind in der Toskana
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Laura reist in die Toskana, um das Haus ihres Onkels zu verkaufen. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft wird klar, dass dieser Ort mehr in ihr auslöst, als sie erwartet hat.
Das Haus in Castagneto Carducci ...

Laura reist in die Toskana, um das Haus ihres Onkels zu verkaufen. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft wird klar, dass dieser Ort mehr in ihr auslöst, als sie erwartet hat.
Das Haus in Castagneto Carducci ist eng mit ihrer Kindheit verbunden. Viele Sommer hat sie dort verbracht, und genau diese Erinnerungen sind sofort wieder da. Ein wohlhabender Winzer möchte das Anwesen kaufen, und zunächst scheint die Entscheidung einfach. Doch mit jedem Tag wird es schwerer, alles hinter sich zu lassen. Die vertraute Umgebung, die Ruhe und die alten Bilder im Kopf bringen sie ins Nachdenken. Als sie Luca wiederbegegnet, mit dem sie früher viel Zeit geteilt hat, geraten ihre Pläne immer mehr ins Wanken.
Die Geschichte wird in einem ruhigen Tempo erzählt und lässt sich angenehm lesen. Die Toskana bildet dabei eine stimmige Kulisse, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Es sind vor allem die kleinen Momente, die die Handlung tragen und ihr etwas Echtes geben. Lauras Entwicklung wirkt nachvollziehbar und bleibt glaubwürdig. Auch die Begegnungen mit Luca fügen sich natürlich ein und geben der Geschichte eine leise Wärme.
Am Ende lebt das Buch von seiner stillen Art und den Veränderungen, die sich langsam entwickeln. Große Wendungen stehen nicht im Mittelpunkt, sondern Entscheidungen, die Zeit brauchen. Gerade das macht die Geschichte so stimmig. Der Eindruck bleibt noch eine Weile bestehen. Eine klare Leseempfehlung für alle, die ruhige und gefühlvolle Geschichten mögen. 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Wer ist Martha wirklich?

Stunden wie Tage
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Im Zentrum stehen zwei Frauen, deren Leben sich in einem Berliner Mietshaus berühren und über Jahre hinweg miteinander verbunden bleiben. Der Roman spielt während der Kriegsjahre und später in einer Zeit, ...

Im Zentrum stehen zwei Frauen, deren Leben sich in einem Berliner Mietshaus berühren und über Jahre hinweg miteinander verbunden bleiben. Der Roman spielt während der Kriegsjahre und später in einer Zeit, in der alte Erinnerungen nachhallen.
Martha arbeitet während des Krieges als Hausbesorgerin in Schöneberg. Sie ist ordentlich, sparsam und hält sich meist im Hintergrund. Einer ihrer Arbeitgeber ist Harry Berkowitz. Dessen Tochter Liane kommt oft zu Besuch. Sie ist neugierig und offen. Mit der Zeit wächst eine enge Verbindung zwischen ihr und Martha.
Während der Alltag in Berlin immer enger wird, erlebt Liane ihre erste Liebe und beginnt, ihre Umgebung bewusster wahrzunehmen. Ihr Weg führt sie in den Widerstand. Diese Entscheidung wirkt nachvollziehbar und ergibt sich aus der Zeit, in der Angst und Mut oft nah beieinanderliegen.
Viele Jahre später taucht Martha wieder auf. Sie zieht durch die Straßen Schönebergs, äußerlich verwahrlost, von den meisten kaum beachtet. Kaum jemand ahnt, wer sie wirklich ist und was sie erlebt hat.
Historische Fakten sind sorgfältig eingebettet und drängen sich nicht in den Vordergrund. Dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, ist spürbar, vor allem in der Zeichnung der Figuren. Sie wirken nah und glaubwürdig, mit stillen Entscheidungen und Brüchen, die man noch lange spürt.
Die kurzen Kapitel unterstützen einen ruhigen Lesefluss. Sie geben dem Text Raum, ohne ihn auszubremsen.
Der Roman wirkt nicht durch Dramatik, sondern durch seine Nähe zu den Figuren und zur Zeit, in der sie leben.
Mein Fazit:
Dieses Buch verdient meiner Meinung nach volle 5 Sterne. Es erzählt eine ruhige, eindringliche Geschichte über zwei Frauen in Berlin während des Krieges, deren Leben miteinander verbunden ist. Die Protagonisten sind glaubwürdig und die historischen Details gut eingebunden. Die Geschichte wird mir mir noch lange im Gedächtnis bleiben.
Wer historische Romane mit authentischen Figuren, leiser Spannung und einer warmen, unaufgeregten Erzählweise schätzt, wird dieses Buch lieben. Eine klare Leseempfehlung für alle, die gerne in die Zeit des Zweiten Weltkriegs eintauchen, ohne dass die Handlung übertrieben dramatisiert wird.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Insel, Sturm und zwei Generationen

Ruf der Wellen
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Der Roman führt an einen Ort, an dem das Leben seit jeher stark vom Meer bestimmt wird. Wind, Sturm und Gezeiten gehören zum Alltag der Menschen. Sehr früh zeigt sich, wie eng das Leben der Inselbewohner ...

Der Roman führt an einen Ort, an dem das Leben seit jeher stark vom Meer bestimmt wird. Wind, Sturm und Gezeiten gehören zum Alltag der Menschen. Sehr früh zeigt sich, wie eng das Leben der Inselbewohner mit den Kräften der Natur verbunden ist. Besonders die Szenen aus dem Jahr 1855 schaffen eine dichte Stimmung. Während ein schwerer Sturm über die Insel zieht, suchen Frauen und Kinder Schutz im Kirchturm, während die Männer draußen versuchen, das Wenige zu retten, das ihnen gehört.
Viele Jahre später führt die Geschichte erneut nach Borkum. Diesmal begleitet sie die Geologin Helen, die für ihre Doktorarbeit über die Wanderbewegungen der ostfriesischen Inseln forscht. Zunächst sieht sie die Insel vor allem mit dem Blick einer Wissenschaftlerin. Die Natur fasziniert sie, doch sie bleibt vorerst Beobachterin. Erst durch Carl, dessen Familie seit Generationen auf Borkum lebt, beginnt sie langsam zu verstehen, was es bedeutet, hier wirklich zu Hause zu sein.
Im weiteren Verlauf steht vor allem die Atmosphäre der Insel im Mittelpunkt. Das Meer ist immer präsent und zeigt sowohl seine ruhige als auch seine harte Seite. Gerade die historischen Passagen machen deutlich, wie viel Mut und Zusammenhalt nötig waren, um auf einer solchen Insel zu leben.
Auch die Figuren tragen viel zur Wirkung des Romans bei. Grete steht für eine Zeit, in der das Leben stark von Sturm, Armut und gegenseitiger Hilfe geprägt war. Helen bringt als Außenstehende einen anderen Blick auf die Insel mit. Durch ihre Begegnungen verändert sich nach und nach ihr Verständnis für diesen Ort und seine Menschen.
Beim Lesen entsteht schnell das Gefühl, auf der Insel zu sein. Wind, Meer und die Veränderungen der Natur begleiten die Geschichte durchgehend. Immer wieder zeigt sich, wie stark das Leben der Menschen von Sturm, Wasser und dem Zusammenhalt der Bewohner abhängt. Besonders die historischen Szenen bleiben dabei im Gedächtnis.
Die Handlung entwickelt sich ruhig und lässt den Figuren und der Insel genug Raum. Dadurch entsteht ein glaubwürdiges Bild vom Leben auf Borkum. Man spürt sowohl die Schönheit der Landschaft als auch die Schwierigkeiten, mit denen die Menschen dort früher leben mussten. An einigen Stellen hätte die Geschichte etwas mehr Tempo vertragen können, insgesamt passt das ruhige Erzählen aber gut zur Atmosphäre des Romans.
Der Roman verbindet Inselhistorie, Natur und persönliche Schicksale zu einer ruhigen und stimmigen Geschichte. Besonders die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart macht den Reiz des Buches aus. Wer Romane über das Leben an der Nordsee mag und sich für die Geschichte der Inseln interessiert, findet hier den gelungenen Auftakt einer neuen Reihe.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Das Paradies, das keiner fand

Poyais. Ein Land, das es nie gab
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Die Geschichte beginnt ruhig. Menschen machen sich auf den Weg in ein fernes Land, weil sie sich ein besseres Leben erhoffen. Zwei Schiffe brechen auf, voller Hoffnung und Erwartungen.
Julie gehört zu ...

Die Geschichte beginnt ruhig. Menschen machen sich auf den Weg in ein fernes Land, weil sie sich ein besseres Leben erhoffen. Zwei Schiffe brechen auf, voller Hoffnung und Erwartungen.
Julie gehört zu ihnen. Sie will zusammen mit ihrem Geliebten neu anfangen. Am Anfang wirkt alles noch stimmig. Doch nach und nach wird klar, dass etwas nicht stimmt. Das versprochene Land ist nicht das, was man ihnen erzählt hat.
Im Mittelpunkt steht Julie. Sie wirkt ruhig und überlegt. Ihre Entscheidungen sind gut nachvollziehbar. Als sich die Lage zuspitzt, zeigt sich ihre Stärke.
Vor Ort wird die Situation immer schwieriger. Es fehlt an vielem. Die Hitze, Krankheiten und die Unsicherheit bestimmen den Alltag. Die Hoffnung schwindet. Einige halten trotzdem daran fest, andere verlieren sie.
Dass die Geschichte auf wahren Ereignissen beruht, macht vieles noch bedrückender. Man merkt, wie schnell Menschen auf Versprechen hereinfallen können, wenn sie sich ein anderes Leben wünschen.
Der Roman bleibt nah an den Figuren. Es geht vor allem darum, wie sie mit allem umgehen und was sie aushalten müssen.
Am Ende wirkt die Geschichte noch lange nach.
5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die ruhige historische Romane mögen, die nah an den Menschen bleiben.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Eine Reise in die Vergangenheit, die berührt

Die Liste der Lebenden
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Mitten auf dem Meer beginnt diese Geschichte. Eine Frau treibt allein im Wasser und hält sich an einem Stück Holz fest. Während sie ums Überleben kämpft, kehren ihre Gedanken immer wieder nach Dänemark ...

Mitten auf dem Meer beginnt diese Geschichte. Eine Frau treibt allein im Wasser und hält sich an einem Stück Holz fest. Während sie ums Überleben kämpft, kehren ihre Gedanken immer wieder nach Dänemark zurück.
Schon nach wenigen Seiten entsteht ein klares Bild von Henriette Wulff. Ihr Leben in Kopenhagen, ihre vielen Kontakte und vor allem die enge Verbindung zu Hans Christian Andersen werden ruhig und verständlich gezeigt. Es braucht keine großen Worte, um zu spüren, was sie bewegt.
Im weiteren Verlauf wechseln sich die Gedanken auf dem Meer mit Erinnerungen an ihr früheres Leben ab. So entsteht nach und nach ein stilles Bild von Henriette und dem, was sie erlebt hat. Besonders die Briefe zeigen, was sie denkt und fühlt, auch wenn vieles unausgesprochen bleibt.
Die Verbindung zu Hans Christian Andersen ist wichtig für die Geschichte. Sie entwickelt sich nach und nach und bleibt ruhig.
Der Schreibstil ist klar und einfach. Die Geschichte braucht etwas Zeit, entfaltet aber eine eigene Wirkung. Vor allem die leisen Töne bleiben im Gedächtnis.
Historische und erfundene Ereignisse greifen dabei gut ineinander, sodass ein glaubwürdiges Gesamtbild entsteht. Die Übergänge wirken ruhig und passend.
Manche Stellen sind länger erzählt oder wiederholen sich leicht, wodurch der Lesefluss zwischendurch langsamer wird. Trotzdem fügt sich am Ende alles gut zusammen.
Es ist eine Geschichte, die lange nachklingt. Wer historische Geschichten mag und sehen möchte, wie Gedanken, Erinnerungen und Gefühle Menschen über Zeit und Entfernung verbinden, sollte dieses Buch lesen. 4 Sterne.

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