Cover-Bild Mit einem Fuß im Paradies
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17,99
inkl. MwSt
  • Verlag: ars vivendi
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 29.04.2026
  • ISBN: 9783747207697
Ron Rash

Mit einem Fuß im Paradies

Gottfried Röckelein (Übersetzer)

»Einer der besten lebenden englischsprachigen Autoren.« Richard Russo

South Carolina , Anfang der 1950er-Jahre. Sheriff Will Alexander weiß, dass der
im ganzen Tal bekannte Schläger und Störenfried Holland Winchester ermordet
worden ist – sein Problem ist nur, dass er trotz intensiver Suche auf den von Dürre
geplagten Feldern weder eine Leiche noch hilfreiche Zeugen finden kann.
Mit präziser und zugleich geradezu urwüchsiger Sprache erzählt Ron Rash aus vier
verschiedenen Perspektiven das Drama eines Ortes und von den Konflikten einer
alteingesessenen Gemeinschaft …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2026

In der Hitze des Tals, ein Roman mit großer erzählerischer Sogwirkung

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Der Autor versteht es den Leser in einer klaren, unaufgeregten, aber bildgewaltigen Sprache mit nach South Carolina zu nehmen. Draußen, außerhalb einer Kleinstadt stehen Farmen, auf denen sich die Bewohner ...

Der Autor versteht es den Leser in einer klaren, unaufgeregten, aber bildgewaltigen Sprache mit nach South Carolina zu nehmen. Draußen, außerhalb einer Kleinstadt stehen Farmen, auf denen sich die Bewohner abmühen dem Land etwas abzugewinnen. Es gibt wenig Regen, wenn er kommt ist er gewaltig, die Menschen leben ihr einfaches Leben in der flirrenden Hitze. Es beginnt damit, dass der stadtbekannte Schläger Holland Winchester gerade aus dem Krieg heimgekommen, von seiner Mutter als vermisst gemeldet wird. Wobei sie sicher ist, dass er tot und von dem Nachbarn Billy Holcombe umgebracht worden ist. So macht sich der Sheriff auf, dem nachzugehen. Was anfangs wie ein Krimi klingt, entwickelt sich schnell zu einer Gesellschafts-Studie. Nicht nur die Suche nach der Leiche geht voran, sondern die Hintergründe werden erzählt und zudem auch in die Zukunft geblickt wird, denn das Tal der Kleinstadt und der Farmen soll überflutet und ein Staudamm gebaut werden. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven (also von unterschiedlichen Personen) weitererzählt. Den besonderen Reiz hat für mich ausgemacht, dass ich nicht wusste, wer denn erzählen wird. Es findet sich im Buch kein Seitenregister. Und was ich gelesen habe, war wirklich spannend, trotz der unaufgeregten Sprache. Der Autor versteht es einen Sog zu entwickeln und am Ende schließt sich auch der Kreis. Ein wirklich tolles Buch, was ich sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Wieder ein Highlight!

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Vor zwei Jahren war „Der Friedhofswärter“ von Ron Rash eines meiner Highlights, und so war ich sehr gespannt auf „Mit einem Fuß im Paradies“. Auch wenn es erst jetzt auf Deutsch erscheint, handelt es sich ...

Vor zwei Jahren war „Der Friedhofswärter“ von Ron Rash eines meiner Highlights, und so war ich sehr gespannt auf „Mit einem Fuß im Paradies“. Auch wenn es erst jetzt auf Deutsch erscheint, handelt es sich hierbei um das Debüt des Autors aus dem Jahr 2002. Es spielt ebenfalls Anfang der 50er Jahre vor dem Hintergrund des Korea-Krieges in den Südstaaten, diesmal in South Carolina.

Holland Winchester, ein junger Heißsporn, Korea-Veteran und ortsbekannter Raufbold, wird vermisst. Seine Mutter ist fest davon überzeugt, dass er ermordet wurde, und Sheriff Will Alexander glaubt ihr. Er ahnt auch, von wem und warum, doch kann es nicht beweisen. Trotz großangelegter Suchaktionen in der erbarmungslosen Sommerhitze bleibt Holland verschwunden.

Auch wenn es auf den ersten Blick wie ein Krimi klingt, „Mit einem Fuß im Paradies“ ist keiner. Ron Rash erzählt den Fortgang der Handlung aus insgesamt fünf Perspektiven und spielt hierbei seine große Stärke aus: Mit klarer, bildhafter Sprache erweckt er nicht nur die einzelnen Charaktere zum Leben, sondern zeichnet ein detailliertes, atmosphärisches Bild der Landschaft und der Bewohner im Tal, ihrem Glauben und Aberglauben und den gesellschaftlichen Mechanismen, denen keiner entfliehen kann. Beim Lesen hatte ich alles so klar vor Augen, als wäre ich vor Ort: Die sengende Sommerhitze, das harte und arbeitsreiche Leben auf der Farm, und die Menschen, die seit Generationen dort verwurzelt sind. Die Eltern werden noch mit Madam und Sir angesprochen, im Dorf wird getuschelt und getratscht, man erzählt sich Schauermärchen über Hexen und Teufel. Eine Generation gefühlt zwischen Mittelalter und Moderne, kurz vor dem Untergang der alten Zeit, eine Zäsur, die durch die bevorstehende Flutung des Tals für einen geplanten Stausee auch landschaftlich sichtbar wird.

Ron Rash entwirft komplexe Charaktere, die gefangen sind in Tradition, Rollenbild und Glauben, moralisch hin- und hergerissen, die das Richtige tun wollen und dennoch straucheln.

Ich konnte „Mit einem Fuß im Paradies“ nicht aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch gelesen. Es hat mich ebenso begeistert wie „Der Friedhofswärter“ und ich hoffe sehr, dass weitere Werke von Ron Rash bald ins Deutsche übersetzt werden. Von mir eine große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Hitze, Schweigen und ein offenes Geheimnis

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Eine trockene Gegend, viel Hitze und ein Ort, an dem jeder jeden kennt. Schon am Anfang liegt etwas in der Luft, das nicht richtig greifbar ist. Es passiert nicht viel auf den ersten Blick, aber genau ...

Eine trockene Gegend, viel Hitze und ein Ort, an dem jeder jeden kennt. Schon am Anfang liegt etwas in der Luft, das nicht richtig greifbar ist. Es passiert nicht viel auf den ersten Blick, aber genau das macht die Stimmung aus.
Im Mittelpunkt steht ein Mann, der verschwunden ist. Kein angenehmer Mensch, eher einer, der im Ort Angst und Ärger hinterlassen hat. Der Sheriff versucht herauszufinden, was passiert ist, aber es gibt keine klare Spur. Niemand sagt wirklich offen, was er weiß.
Die Geschichte wird aus mehreren Blickwinkeln erzählt. Dadurch entsteht Stück für Stück ein Bild, das sich langsam zusammensetzt. Vieles bleibt dabei unausgesprochen. Genau das passt zu diesem kleinen Ort, in dem jeder vorsichtig ist mit dem, was er sagt.
Die Stimmung bleibt ruhig, fast gedrückt. Die Hitze, die Felder und dieses ständige Misstrauen sind immer spürbar. Es ist keine laute Geschichte, eher eine, die sich langsam festsetzt.
Die Sprache ist einfach gehalten, ohne viel Drumherum. Gerade das wirkt hier sehr passend, weil es nichts beschönigt und trotzdem viel Raum für eigene Gedanken lässt.
Am Ende bleibt ein stiller, runder Eindruck. Vieles wird nicht vollständig erklärt, aber genau das passt zu dieser Geschichte und diesem Ort.
Es ist kein schneller Krimi, sondern ein ruhiges Buch, das mehr über Menschen erzählt als über den Fall selbst.
5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die ruhige Geschichten mögen, die sich langsam entfalten und lange nachwirken.

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