Gelungene Fortsetzung
„...An der nächsten Wegbiegung geschah dann das Unglück. Sie erwischte eine der in den Weg eingearbeiteten Steinstufen nicht richtig, trat auf einen größeren Schotterstein und knickte mit dem rechten Fuß ...
„...An der nächsten Wegbiegung geschah dann das Unglück. Sie erwischte eine der in den Weg eingearbeiteten Steinstufen nicht richtig, trat auf einen größeren Schotterstein und knickte mit dem rechten Fuß um….“
Maria, die Berghebamme, war auf den Weg zur Alm, als der Unfall geschah. Und nun zieht auch noch ein Unwetter auf.
Die Autorin hat eine spannende Fortsetzung ihrer Saga geschrieben. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Er bringt die Probleme gekonnt auf den Punkt und gibt die historischen Gegebenheiten gut wieder.
Maria hat Glück im Unglück. Der neue Landarzt kommt des Weges und hilft ihr. Glücklicherweise ist der Fuß nicht gebrochen.
„...Ab heute gibt es keine Geburten auf der Alm mehr...“
Das sagt sich im ersten Moment leicht, lässt sich aber in der Praxis nicht durchsetzen. Wir schreiben das Jahr 1896. Sehr ausführlich wird die Arbeit der Hebamme beschrieben. Ich darf sie in Stunden des Glücks erleben, aber auch, wenn es für Mutter und Kind keine Chance gibt. Die Regeln auf dem Dorf sind klar.
„...Frieda gebar der alten Bäuerin und ihrem Hansi nun pflichtgemäß jedes Jahr ein Kind, Ein Bub und ein Mädel hatte sie bereits ohne Komplikationen zur Welt gebracht…“
Gibt es zu dem Kind aber keinen Vater, wird es haarig. Das muss Evi, Marias beste Freundin erfahren. Sie ist verlobt und wenige Tage vor der Hochzeit. Dann interessiert niemand mehr, wann sie schwanger wurde. Doch ihr Verlobter verunglückt in den Bergen tödlich, als er einen Wanderer hilft. Jetzt steht Evi allein da. Mit ihrer Schwiegermutter traut sie sich nicht zu reden. Maria lehnt eine Abtreibung ab. Evi sucht sich anderweitig Hilfe und stirbt. Sie sollte nicht die Letzte bleiben. Der Kommissar aus Rosenheim hält Maria für schuldig. Wird sie die wirkliche Engelmacherin finden?
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt, wie hartnäckig sich Vorurteile in den Dörfern halten. Andererseits werden aber auch Beispiele angeführt, wo die Frauen Hilfe finden. Leider sind die eher selten.