tierischer Sommerroman mit Tiefgang – die Suche nach dem persönlichen Glück
Sommer ist mein LieblingsortMit dem Titel „Sommer ist mein Lieblingsort“ stimmt der Roman von Franziska Blum wunderbar auf das Buch ein. Bekannt ist Autorin Franziska Blum auch unter dem Pseudonym Lotte Römer, unter dem sie bereits ...
Mit dem Titel „Sommer ist mein Lieblingsort“ stimmt der Roman von Franziska Blum wunderbar auf das Buch ein. Bekannt ist Autorin Franziska Blum auch unter dem Pseudonym Lotte Römer, unter dem sie bereits einige Küstenromane veröffentlich hat.
Die Pfoteninsel ist das Tierheim auf Sylt. Geführt wird es von der tierlieben Cäcilia, die viel Herzblut, Leidenschaft und Geld in den Zufluchtsort für Hunde, Katzen und weitere Tierarten, steckt. Sie arbeitet bis zur totalen Erschöpfung, damit es den heimatlosen Geschöpfen gut geht. Doch dann muss sie einsehen, dass sie Abstand von alledem benötigt, um nicht völlig zusammenzubrechen. So macht sie sich in einem alten Wohnmobil auf die Reise und trifft gleich zu Beginn überraschend auf einen Camper namens Roman. Noch überraschender ist allerdings die Anziehung, die Cäcilia spürt. Dabei bemerkt sie, dass Roman in manchen Bereichen sehr rätselhaft ist. Was verbirgt sich hinter dem großen, attraktiven Mann?
Das farbenfrohe Cover strahlt eine wunderbar sommerliche Küstenatmosphäre aus. Die hübsche Pfoteninsel ist dabei ebenso ein Blickfang, wie die beiden fröhlichen Hunde, die auf den Betrachter zugelaufen kommen.
Einfach wunderbar sind die Zitate zu Beginn eines jeden Kapitels. Nicht nur durch sie spürt man von der ersten Zeile an die Liebe der Autorin zu Tieren, die sie mit ihrer Hauptprotagonistin Julia teilt. Deren Gefühle sind gut nachvollziehbar dargestellt, so dass man sich gut in ihre Figur einfühlen kann. Einige Entscheidungen haben mich trotzdem überrascht. Nicht wirklich warm geworden bin ich mit dem männlichen Hauptpart Roman, der an einigen Stellen zu lebensfremd bzw. wenig gefestigt und, auf fast schon nervige Weise, kommunikationsunfähig wirkt.
Die weiteren Charaktere sind in ihrer Zahl überschaubar und prägnant vorgestellt. Verbindend ist die Tierliebe, die man direkt spürt.
Franziska Blum gelingt eine gleichzeitig tiefsinnige wie lockere Auseinandersetzung mit den Themen wie Trauer, Tierheim, Tierrettung und Tierwohl. Differenziert und ausgewogen präsentiert sie die Kernpunkte und schreckt dabei weder davor zurück die Schwierigkeiten und Herausforderungen zu benennen, als auch die wunderbaren, glücklichen Momente zu beschreiben. Diese feinfühligen, tiefgreifenden und berührenden Darstellungen haben mich absolut gepackt. Sie sind für mich das Highlight dieses Romans.
Insgesamt liest sich das Buch trotz der teils schweren Themen leicht und zügig. Dabei sind die Beschreibungen so bildhaft, dass man die verschiedenen Schauplätze wunderbar vor Augen hat und die Verbundenheit der Autorin zu diesen spürt.
Nicht nur am Ende läuft für mich einiges zu glatt und leicht ab. Aufgefangen wird dies aber deutlich von der bereits genannten Kombination aus Leichtigkeit und Tiefe, die in diesem Roman gekonnt verwoben sind.
Ein tierischer Sommerroman mit Tiefgang über die Suche nach dem persönlichen Glück für gemütliche Lesestunden.