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Veröffentlicht am 19.03.2026

bewegender Wohlfühlroman – mit feinfühligem Tiefgang, tollen Figuren und eindrücklich zauberhaften Beschreibungen

Und das Glück duftet nach Wolken und Meer
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Kayla lebt in Berlin, doch sie muss wegen eines Trauerfalls nach vielen Jahren in ihre Heimat Irland zurückkehren. Dadurch begibt sie sich auf eine Reise, die sie nicht nur mit der schmerzvollen Vergangenheit ...

Kayla lebt in Berlin, doch sie muss wegen eines Trauerfalls nach vielen Jahren in ihre Heimat Irland zurückkehren. Dadurch begibt sie sich auf eine Reise, die sie nicht nur mit der schmerzvollen Vergangenheit konfrontiert.

Das traumhafte Cover des Romans „Und das Glück duftet nach Wolken und Meer“ von Autorin Susa Bartel besticht mit seinen wundervollen Farben und spiegelt den Titel des Buches wunderbar wider. Besonders schön finde ich, dass zu Beginn jedes Kapitels bildlich Teile des Covers aufgegriffen sind. Das sieht toll aus und rundet das Layout gekonnt ab.

Wenn die Bezeichnung „Wohlfühlroman“ noch nicht erfunden wäre, müsste man sie für dieses Buch erfinden. Selten trifft eine Beschreibung vom Klappentext so gut: „Meeresrauschen, der Duft der Wildblumen und ein fesselndes Familiengeheimnis: ein wunderschöner Roman zum Eintauchen und Mitfühlen“. Es ist einfach genial, wie ich durch die wunderbaren Beschreibungen bereits nach wenigen Seiten voll im Buch angekommen bin: mitleiden, mitsehen, mitfühlen, mitriechen, mitschmecken – einfach alles!

Bei allem Wohlfühlen waren trotzdem viele schwere Themen verpackt. Nicht nur Tod und Trauer, Verlorensein, auch Panikattacken, selbst die schwarze Vergangenheit, die einige irische Mutter-und-Baby-Heime aufweisen. Dabei rutscht das Geschehen nie ins Kitschige ab oder wird bagatellisiert. Faszinierend ist die Ausgewogenheit zwischen Schwerem und Leichtem, die Susa Bartel schafft, und die den Roman so realistisch macht. So fühlt sich die Geschichte nach wahrem Leben an und nicht nur nach einer schönen Liebesgeschichte.

Die kreierte Atmosphäre ist einfach unschlagbar. Man merkt, wenn eine Autorin in der Welt der Worte zuhause ist und es versteht, diese zu nutzen. Als Leser taucht man gedanklich und emotional ein in eine bewegende Mischung aus Spannung und Wohlfühlen. Der Tiefgang ist wunderbar, die Figuren toll. Es wird niemand verurteilt und die guten sowie schlechten Seiten werden eindrücklich herausgearbeitet. Auch hier sei die Ausgewogenheit erwähnt, die Susa Bartel mit der zu Kayla kontrastierenden Figur Pina vortrefflich schafft. Dabei verleiht der eingestreute Humor der Lektüre trotz der tragischen Ereignisse eine herrliche Leichtigkeit.

Die Entwicklung die Kayla in allen Bereich im Verlauf des Buches durchgemacht hat finde ich authentisch und nachvollziehbar. Wirkte sie zu Beginn noch sehr naiv, so wurde durch die Geschehnisse und Rückblicke, ihre Freunde und Familie, eine starke junge Frau aus ihr, die Ordnung in ihr Leben bringt und die Dinge anpackt, anstatt zu verschwinden oder den vermeintlich einfacheren Weg zu gehen. Man lernte so viele Facetten kennen, dass ich mich voll in die Hauptfigur hineinversetzen, mich mit ihr identifizieren und ihre Gefühle praktisch körperlich spüren konnte. Auch zu allen anderen Charakteren schaffte die Autorin spielend leicht einfühlsame Nähe.

Mit ihrem Debütroman hat Susa Bartel mich inhaltlich wie sprachlich rundum begeistert und ich möchte sagen: Das ist wahre Kunst! Mit Freude werde ich auch kommende Bücher lesen und bin schon gespannt darauf, wohin die nächste Geschichte entführen wird. Gerne auch in einen Fortsetzungsroman. Ich bin verzaubert von Irland und diesem wundervollen Roman!

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Veröffentlicht am 17.03.2026

wunderbar einfühlsame und eindrückliche Liebeserklärung an die Toskana und ihre Bewohner

Sommerwind in der Toskana
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Der Roman „Sommerwind in der Toskana“ von Karin Seemayer ist das erste Buch der Autorin in diesem Genre. Bekannt ist sie bisher durch ihre historischen Romane.

Laura lebt in Frankfurt und genießt das ...

Der Roman „Sommerwind in der Toskana“ von Karin Seemayer ist das erste Buch der Autorin in diesem Genre. Bekannt ist sie bisher durch ihre historischen Romane.

Laura lebt in Frankfurt und genießt das Großstadtleben ebenso sehr wie ihre Reisen, die sie als Reiseverkehrskauffrau mit ihrem Partner Marcel unternimmt. Allerdings trennt er sich überraschend von ihr und Laura erhält zudem die Nachricht vom Unfalltod ihres Onkels. Voller Erstaunen erfährt sie, dass sie dessen Haus in der Toskana erbt. Als Kind und Jugendliche musste sie dort immer ihre Ferien verbringen. Für sie ist klar: sie wird das Anwesen schnellstmöglich verkaufen. Doch dann trifft sie die Nachbarn ihre Onkels, die Familie Morelli, wieder. Besonders Luca, ihr Freund aus Jugendtagen, lässt ihr Herz höher schlagen. Und die Toskana erscheint ihr ebenfalls in einem neuen Licht.

Das Cover ist vor allem bezüglich der Farben sehr gelungen. Die Gebäude, auf die ein Weg zuführt, passen gut zur Toskana. Ein besonderer Blickfang bieten die Blumen, die sich als goldene Veredelungen von oben ins Cover ranken.

Mit dem Roman „Sommerwind in der Toskana“ gelingt Karin Seemayer eine eindrückliche Liebeserklärung an die Toskana und hier vor allem an die Gegend um Castagneto Carducci. Der flüssig zu lesende, ruhige und dabei einfühlsame Schreibstil lässt einen durch die Seiten fliegen. Besonders sind hierbei die wundervollen Beschreibungen der Landschaft, des Essens, der Düfte und der Personen zu erwähnen. Durch die bildhaften Eindrücke, die die Autorin meisterhaft zu vermitteln versteht, sieht, fühlt, riecht und schmeckt man nicht nur die Toskana. Dies lässt einen von der ersten Seite an im Buch versinken und mit den Figuren miterleben, als wäre man selbst vor Ort.

Die Protagonisten sind absolut authentisch gezeichnet, was einem eine ganz besondere Nähe zu ihnen ermöglicht. Sehr gelungen finde ich die langsame Entwicklung der Hauptfiguren selbst, die zueinander, sowie den Schluss. Bei einem Roman, von dem man die Handlungsstränge bereits zu Beginn zu erahnen meint, eine sehr positive, weil realitätsnahe, Überraschung.

Was ich zudem sehr mochte ist, dass auch viele Hintergründe zur Sprache kamen. Nicht nur die rechtliche Seite des Erbens in Italien, sondern auch die Veränderungen, und wodurch sie bedingt wurden, in der Region. Auch über den dortigen Weinanbau sowie die Landwirtschaft erfährt man Wissenswertes. Dadurch ist man als Leser im Geschehen und kann vieles besser nachvollziehen.

So entführt Karin Seemayer den Leser in einen wunderbaren Traum von der Toskana bzw. der Gegend um Castagneto Carducci. Ein echter Wohlfühlroman, den ich gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und der eine ganz klare Leseempfehlung erhält.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

exzentrisch, humorvoll, kurzweilig, unterhaltsam und very british

Betreutes Morden
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Mit dem Krimi „Betreutes Morden – Ein Fall für Serienkillerin Carol Quinn“ nimmt Autor Fergus Craig ebenfalls das Morden in einer Seniorenresidenz unter die Lupe.

Nach fast 35 Jahren frisch aus dem Gefängnis ...

Mit dem Krimi „Betreutes Morden – Ein Fall für Serienkillerin Carol Quinn“ nimmt Autor Fergus Craig ebenfalls das Morden in einer Seniorenresidenz unter die Lupe.

Nach fast 35 Jahren frisch aus dem Gefängnis entlassen, zieht Serienmörderin Carol Quinn in die Seniorenresidenz „Sheldon Oaks“. Dort möchte sie in aller Ruhe ihre letzten Jahre verbringen. Sie knüpft erste freundschaftliche Kontakte, doch schon geschieht ein Mord und Carol steht wegen ihrer Vergangenheit im Mittelpunkt. Wird sie ihre neu gewonnen Freunde ebenso verlieren wie ihre Freiheit?

Eine etwas andere Herangehensweise, doch der gleiche Schauplatz: eine Seniorenresidenz. Und dort wird gemordet. Fergus Craig folgt damit dem aktuellen Trend und man spürt deutlich die Anlehnungen an den Donnerstagsmordclub. Sympathisch ist, dass versucht wird, gerade diese offensichtliche Thematik auf humorvolle Weise im Buch zu behandeln. Anders als ihn ähnlichen Büchern ist, dass die Serienkillerin die Hauptprotagonistin ist. Und diese wirkt erschreckend sympathisch und nahbar.

Auf humorvolle Weise begleitet man nicht nur Carol, sondern auch die neu gebildete Senioren-Ermittlungsgruppe bestehend aus Innenministerin Margaret, Kriminalkommissar Geoffrey und Pathologin Catherine durch turbulente Entwicklungen. Jede der Figuren ist auf ihre Art exzentrisch, dabei jedoch nicht gleich sympathisch.

Gut gefallen hat mir der flüssig und kurzweilig zu lesende Schreibstil. Die Geschehnisse nahmen einige mehr oder weniger überraschende Wendungen. Gestört hat mich die Darstellung der Polizeiarbeit. Trotz aller Verwicklungen wirkte diese auf mich dermaßen schlecht, dass es einen übertriebenen Eindruck machte. Mehr möchte ich hierzu nicht schreiben um nicht zu viel zu verraten, jedoch nahm mir dies tatsächlich an manchen Stellen etwas die Lesefreude.

Die Gestaltung des Covers lässt mit seinen feinen Motiven sofort auf einen britischen Hintergrund schließen. Auch das Giftzeichen sowie der Titel geben einen eindeutigen Hinweis auf das Genre. Sehr gut gefallen haben mir die partiellen Lackdrucke, die eine besondere Haptik ermöglichen, sowie die Innenseite, auf der die vier Hauptfiguren mit Bild und einem kurzen Steckbrief vorgestellt werden.

Alles in allem ein kurzweiliger Krimi, der mit seinem Humor ebenso punkten konnte wie mit der very british Attitüde. Die exzentrischen Hauptfiguren bildeten einen angenehm positiven Kontrast zur leider blass wirkenden Exekutive. Ich freue mich sehr, wenn dieser unterhaltsame Krimi der Auftakt zu einer neuen Serie wird.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

manchmal ist keine Fortsetzung der größere Gewinn

The Woman in Suite 11
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Mit „The Woman in Suite 11“ setzt Ruth Ware ihren Erfolgsthriller „The Woman in Cabin 10“ fort.

Lo Blacklock möchte nach einer Familienauszeit in ihren Beruf als Reisejournalistin zurückkehren. Eine tolle ...

Mit „The Woman in Suite 11“ setzt Ruth Ware ihren Erfolgsthriller „The Woman in Cabin 10“ fort.

Lo Blacklock möchte nach einer Familienauszeit in ihren Beruf als Reisejournalistin zurückkehren. Eine tolle Chance hierzu bietet sich ihr, als sie die Einladung zur Neueröffnung eines Hotels in der Schweiz erhält. Sie hofft, mit dem Besitzer Marcus Leidmann ein Interview führen zu können, um ihren Wiedereinstieg zu sichern. Doch noch bevor sie den Millionär trifft, kommt es zu einer überraschenden Begegnung mit einer Frau in Suite 11. Befindet sich diese wirklich in tödlicher Gefahr? Und ist Lo bereits viel tiefer in die Sache verstrickt, als vermutet?

Das Cover zeigt den Blick aus einem Raum auf einen Balkon, an dessen äußeren Rand man die Figur einer Frau erkennen kann. Im Hintergrund ist Wasser zu erahnen, während sich im Vordergrund ein langer Vorhang bauscht. Farblich vorwiegend in grüntönen gehalten, überzeugt mich der erste Blick aufs Buch nicht.

„The Woman in Cabin 10“ habe ich vorab nicht gelesen, weil mir nicht bekannt war, dass dies der Vorgänger zum vorliegenden Buch ist. Eigentlich sollte „The Woman in Suite 11“ auch ohne Vorkenntnisse zu lesen sein, jedoch empfinde ich dies als sehr schwer. Denn manche Handlungsweisen und Gedankengänge der Protagonisten waren ohne deren Voraberfahrungen für mich nicht wirklich nachvollziehbar.

Der Kriminalfall ereignet sich erst etwa in der Mitte des Buches. Bis dahin entstand für mich keine wirkliche Spannung. Auch danach war diese nicht wesentlich höher. Insgesamt wirkte das ganze Geschehen für mich sehr konstruiert und an manchen Stellen in die Länge gezogen. In die Protagonisten konnte ich mich nicht wirklich einfühlen. Besonders Laura Blacklock empfand ich als sehr naiv. Als Mutter zweier Kinder, für die sie Verantwortung trägt, war ihr Verhalten unglaubwürdig.

Das Buch konnte mich nicht überzeugen. Manchmal ist es besser, einem Welterfolg keine Fortsetzung zu geben, denn diese hat es ungleich schwerer. Dem hohen Anspruch wird der Thriller definitiv nicht gerecht. Deshalb von mir die Empfehlung, lieber den ersten Band zu lesen und es dann dabei zu belassen.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

familiäre Verstrickungen und Überraschungen im österlichen Neapel

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
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„Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl“ ist der zweite Band rund um den neapolitanischen Kommissar eines unter dem Pseudonym Fabio Nola schreibenden deutschen Historikers.

Es ist Ostern in Neapel. ...

„Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl“ ist der zweite Band rund um den neapolitanischen Kommissar eines unter dem Pseudonym Fabio Nola schreibenden deutschen Historikers.

Es ist Ostern in Neapel. Commissario Salvatore Gaetano möchte die Feiertage bei seiner Familie außerhalb der Stadt verbringen. Währenddessen soll die junge Kollegin Beppa Bellucci die Stellung halten. Doch prompt wird an Karfreitag eine männliche Leiche im Hafenbecken angeschwemmt. Dem Commissario bleibt nichts anderes übrig als nach Neapel zurückzukehren. Doch dort warten einige Überraschungen auf ihn und seine Kollegen.

Das Cover präsentiert sich Italien-idyllisch mit Boot vor strahlend blauem Himmel. Schön finde ich, dass die Reihenzugehörigkeit durch den Schriftzug direkt ersichtlich ist.

Ein Neapel-Krimi, der mich nicht nur durch das Setting überzeugt hat. Besonders authentisch, wenn auch teilweise verschroben, präsentiert sich Commissario Salvatore Gaetano. Seine menschliche Art, trotz allen Schreckens, den er bereits beruflich wie privat gesehen hat, ist sehr sympathisch und hat mich schnell für ihn eingenommen. Ebenso die junge, manchmal recht impulsive, Beppa Bellucci. Deren Zielstrebigkeit und Hartnäckigkeit fand ich bewundernswert.

Die atmosphärischen Beschreibungen Neapels und dessen Umland waren teils sehr idyllisch, aber von einer klaren Sicht geprägt. Besonders die verschiedenen Bereiche Neapels und seiner Bewohner kamen gut zur Geltung. Hier merkte man den persönlichen Bezug des Autors deutlich, was ein wahrer Gewinn für den Krimi ist. So sind die detaillierten Beschreibungen der österlichen italienischen Gebräuche ebenso überzeugend wie die eingestreuten einheimischen Floskeln, die am Ende des Buches im Glossar übersetzt werden, jedoch auch im Zusammenhang verständlich sind.

Trotz komplexer Zusammenhänge empfand ich die Handlung als gut nachvollziehbar. Der Fall entwickelte sich für mich unvorhergesehen, was den Spannungsbogen sehr hoch hielt. Die Wendungen, die das Geschehen nahm, waren gut durchdacht und faszinierten bis zum Schluss. Dass Commissario Gaetano persönliche Parallelen zog, lies nicht nur den Fall in einem authentischeren Licht erscheinen.

Für mich also ein rundum gelungener italienischer Krimi mit sympathischen Ermittlern. Auf den dritten Band der Reihe „Commissario Gaetano und die Tränen des Vesuv“ freue ich mich schon jetzt.

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