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Veröffentlicht am 03.05.2026

tierischer Sommerroman mit Tiefgang – die Suche nach dem persönlichen Glück

Sommer ist mein Lieblingsort
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Mit dem Titel „Sommer ist mein Lieblingsort“ stimmt der Roman von Franziska Blum wunderbar auf das Buch ein. Bekannt ist Autorin Franziska Blum auch unter dem Pseudonym Lotte Römer, unter dem sie bereits ...

Mit dem Titel „Sommer ist mein Lieblingsort“ stimmt der Roman von Franziska Blum wunderbar auf das Buch ein. Bekannt ist Autorin Franziska Blum auch unter dem Pseudonym Lotte Römer, unter dem sie bereits einige Küstenromane veröffentlich hat.

Die Pfoteninsel ist das Tierheim auf Sylt. Geführt wird es von der tierlieben Cäcilia, die viel Herzblut, Leidenschaft und Geld in den Zufluchtsort für Hunde, Katzen und weitere Tierarten, steckt. Sie arbeitet bis zur totalen Erschöpfung, damit es den heimatlosen Geschöpfen gut geht. Doch dann muss sie einsehen, dass sie Abstand von alledem benötigt, um nicht völlig zusammenzubrechen. So macht sie sich in einem alten Wohnmobil auf die Reise und trifft gleich zu Beginn überraschend auf einen Camper namens Roman. Noch überraschender ist allerdings die Anziehung, die Cäcilia spürt. Dabei bemerkt sie, dass Roman in manchen Bereichen sehr rätselhaft ist. Was verbirgt sich hinter dem großen, attraktiven Mann?

Das farbenfrohe Cover strahlt eine wunderbar sommerliche Küstenatmosphäre aus. Die hübsche Pfoteninsel ist dabei ebenso ein Blickfang, wie die beiden fröhlichen Hunde, die auf den Betrachter zugelaufen kommen.

Einfach wunderbar sind die Zitate zu Beginn eines jeden Kapitels. Nicht nur durch sie spürt man von der ersten Zeile an die Liebe der Autorin zu Tieren, die sie mit ihrer Hauptprotagonistin Julia teilt. Deren Gefühle sind gut nachvollziehbar dargestellt, so dass man sich gut in ihre Figur einfühlen kann. Einige Entscheidungen haben mich trotzdem überrascht. Nicht wirklich warm geworden bin ich mit dem männlichen Hauptpart Roman, der an einigen Stellen zu lebensfremd bzw. wenig gefestigt und, auf fast schon nervige Weise, kommunikationsunfähig wirkt.

Die weiteren Charaktere sind in ihrer Zahl überschaubar und prägnant vorgestellt. Verbindend ist die Tierliebe, die man direkt spürt.

Franziska Blum gelingt eine gleichzeitig tiefsinnige wie lockere Auseinandersetzung mit den Themen wie Trauer, Tierheim, Tierrettung und Tierwohl. Differenziert und ausgewogen präsentiert sie die Kernpunkte und schreckt dabei weder davor zurück die Schwierigkeiten und Herausforderungen zu benennen, als auch die wunderbaren, glücklichen Momente zu beschreiben. Diese feinfühligen, tiefgreifenden und berührenden Darstellungen haben mich absolut gepackt. Sie sind für mich das Highlight dieses Romans.

Insgesamt liest sich das Buch trotz der teils schweren Themen leicht und zügig. Dabei sind die Beschreibungen so bildhaft, dass man die verschiedenen Schauplätze wunderbar vor Augen hat und die Verbundenheit der Autorin zu diesen spürt.

Nicht nur am Ende läuft für mich einiges zu glatt und leicht ab. Aufgefangen wird dies aber deutlich von der bereits genannten Kombination aus Leichtigkeit und Tiefe, die in diesem Roman gekonnt verwoben sind.

Ein tierischer Sommerroman mit Tiefgang über die Suche nach dem persönlichen Glück für gemütliche Lesestunden.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

skurrile und unterhaltsame Krimikomödie mit ganz viel Lokalkolorit

Blind Date im Heu
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Autor Herbert Hirschler lässt in der Krimikomödie „Blind Date im Heu“ die Revierinspektorin Marie Unterholzer in ihrem zweiten Fall ermitteln.

Sendezeit im beschaulichen österreichischen Marienschlag: ...

Autor Herbert Hirschler lässt in der Krimikomödie „Blind Date im Heu“ die Revierinspektorin Marie Unterholzer in ihrem zweiten Fall ermitteln.

Sendezeit im beschaulichen österreichischen Marienschlag: „Blind Date im Heu“, eine Kuppelshow, soll hier gedreht werden – und zwar live. Dabei sollen die „Prinzen“ die große Liebe finden. Doch bereits bei der Eröffnungssendung kommt es zum Super-Gau: einer der Prinzen ist tot. War es Mord? Marie Unterholzer glaubt nicht an einen natürlichen Tod und beginnt, unterstützt von der eigenwilligen Janine und dem technikverrückten Tobi, mit den Ermittlungen. Plötzlich gibt es ein weiteres Todesopfer und die Fragen werden dadurch nicht weniger. Dass das ganze Land zusieht, macht die Sache auch nicht einfacher.

Das Cover gefällt mir sehr gut und die Farben sind toll gewählt. Die Herzchengirlande wirkt zwar etwas verspielt, passt aber ausgezeichnet zum Inhalt des Buches.

Als Krimikomödie aus Österreich wird das Buch bezeichnet und es wird dieser Kategorisierung absolut gerecht. Mit viel Humor gewürzt, erzählt Herbert Hirschler einen Krimi mit überraschenden Wendungen. Dabei bietet die skurrile Mischung aus Dorfidylle, Reality-TV und Mordfall eine faszinierende Kombination.

Marie als ermittelnde Hauptfigur mag ich mit ihrer geerdeten Lebensweise sehr. Eine taffe und dennoch sehr nahbare Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht und absolut „ihr“ Marienschlag repräsentiert. Ein Ort, den man ebenso wie seine eigenwilligen Bewohner einfach gern haben muss. Unerschütterlich bleiben sich die Marienschlager treu und lassen sich nicht ins Bockshorn jagen.

Gekonnt finde ich die unterschwellig eingewobene Kritik an Reality-TV sowie übergriffigen Männern. Zudem haben mich die im Dialekt eingeflochtenen Worte und Sätze herrlich unterhalten. Wer sich mit den im Dialekt gehaltenen Äußerungen schwer tut, findet im hinteren Teil des Buches ein erklärendes Glossar.

Schade fand ich, dass man sich das Motiv hinter den Morden als Leser nicht erschließen konnte. Am Ende ist es völlig klar, doch ein echtes Miträtseln, mit der Möglichkeit auf die korrekte Lösung zu kommen, ist dadurch leider nicht gegeben. Außerdem müsste man an einigen Stellen den ersten Band kennen, damit das Geschehen vollends Sinn macht und man entsprechendes Verständnis aufbringen könnte. So schmälern kleinere Ungereimtheiten etwas den Lesegenuss.
Ein Personenregister wäre toll gewesen, damit man die verschiedenen, in ihrer Gesamtzahl nicht wenigen, Charaktere besser auseinanderhalten und einordnen hätte können.

Eine insgesamt originelle, wenn auch eigenwillige, Idee und unterhaltsame Krimikomödie mit ganz viel Lokalkolorit.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

humorvoller Borkum-Krimi mit viel Inselflair und überraschenden Wendungen

Mordseeparty
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„Mordseeparty“ heißt der inzwischen siebte Band der Borkum-Krimireihe der unter dem Pseudonym Emmi Johannsen schreibenden Autorin Christine Drews. Im Mittelpunkt der humorvollen Krimireihe stehen die Hobbyermittler ...

„Mordseeparty“ heißt der inzwischen siebte Band der Borkum-Krimireihe der unter dem Pseudonym Emmi Johannsen schreibenden Autorin Christine Drews. Im Mittelpunkt der humorvollen Krimireihe stehen die Hobbyermittler Caro Falk und Jan Akkermann und natürlich die Insel Borkum.

Das Cover ist mit der Möwe sehr gut als zur Reihe gehörig erkennbar. Die wichtigsten Details aus dem Klappentext sind im sommerlich ansprechenden Titelbild hervorragend verarbeitet: die Luftschlangen im Möwenschnabel, der Leuchtturm und der Strand, der von rot-weißem Absperrband umschlossen ist.

Was ich sehr mag ist, dass die Möwe auch bei den Kapitelüberschriften wiederzufinden ist. Toll finde ich zudem die farblich illustrierte Karte der Insel Borkum, auf der die für den Fall wichtigsten Schauplätze gekennzeichnet sind. Details, die das ansprechende Gesamtbild des Buches sehr schön abrunden.

Auch in „Mordseeparty“ jagen Caro und Jan gemeinsam auf der Insel Borkum Verbrecher. Denn auf der Seehundbank liegt ein Toter – nackt und eindeutig ermordet. Dass es sich bei dem Ermordeten um Uwe Petersen handelt, der auf der Insel weithin bekannt und auch berüchtigt ist, ist schnell geklärt. Doch warum musste er sterben? Und wer ist der Mörder? Caro und Jan stürzen sich trotz der Partyvorbereitungen zu Caros vierzigstem Geburtstag in die Ermittlungen. Dabei sorgt auch die zur Feier angereiste Verwandtschaft für einige Unterhaltung.

Für mich war es der erste Band der Autorin und auch der erste rund um die Hobbydetektive Caro und Jan. Die Beiden wirken sehr sympathisch und definitiv erfahren im Ermitteln. Vor allem Jan wirkte auf mich ausgeglichen und in sich ruhend. Der Einstieg fiel mir leicht und ich hatte nicht das Gefühl irgendwie abgehängt oder ahnungslos zu sein, weil ich die Vorgängerbände nicht kenne. Die Autorin streut gekonnt relevante Informationen ein, so dass es für Kenner nicht langweilig wird und Neulinge sich trotzdem gut zurecht finden. Natürlich bleiben ein paar Dinge offen oder mit Fragezeichen versehen, aber das ist für mich genau die richtige Mischung, schließlich werde ich so dazu angeregt mir auch die Vorgängerbände zu kaufen. Das Knistern zwischen Caro und Jan verleiht dem Ganzen eine besondere Note.

Der Schreibstil ist auf jeden Fall angenehm sowie flüssig zu lesen und durch die bildhaften Beschreibungen des Settings fühlt man sich sofort, als würde man ebenfalls auf Borkum sein und die jeweiligen Schauplätze besuchen. Dass immer wieder Humor aufblitzt, lockert nicht nur den Schreibstil auf, sondern auch die Geschehnisse. Die zusätzliche Spannung, die durch eingeschobene Briefe aufgebaut wird, gibt den Ermittlungen eine weitere Dimension.

Etwas schade war für mich, dass ich bereits in der Mitte des Buches den Täter bzw. die Täterin (das Geschlecht möchte ich an dieser Stelle nicht verraten) identifiziert hatte. Auch die Zusammenhänge waren mir zum größten Teil klar. Schön war es, dass der Fall trotzdem noch ein paar überraschende Details bereit gehalten hat. Allerdings war der Schluss für mich nicht rundum überzeugend, obschon alle Handlungsstränge zum Ende geführt wurden.

Die angesprochenen Themen verliehen dem Krimi eine gewisse Tiefe, wobei durch das sommerlich leichte Inselflair trotzdem keine Schwere entstand.

Diesen humorvollen Borkum-Krimi kann ich nicht nur als Urlaubslektüre empfehlen. Die Mischung aus viel Inselflair und überraschenden Wendungen birgt sommerliche Lesefreude.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 22.04.2026

sommerliche Lektüre für entspannte romantische Lesestunden

Summer Tides
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„Summer Tides“ ist der Auftaktroman zur neuen Reihe „Seasons by the Sea – Die St. Ives-Reihe“ von Autorin Sarah Fulmar.

Scarlett flieht aus London und möchte in Cornwall einen Neuanfang wagen. Grundlage ...

„Summer Tides“ ist der Auftaktroman zur neuen Reihe „Seasons by the Sea – Die St. Ives-Reihe“ von Autorin Sarah Fulmar.

Scarlett flieht aus London und möchte in Cornwall einen Neuanfang wagen. Grundlage zum Leben soll ihr ein alter Strandkiosk bieten. Doch was sie sich ganz einfach vorstellte, entwickelt sich zu einem immer größeren Problem. Und dann trifft sie völlig unverhofft Jonah wieder. Er ist inzwischen Rettungsschwimmer und hat kein Interesse an Verpflichtungen. Doch die Anziehung ist da – trotz aller Reibereien und Unterschiede.

Der Farbschnitt des Buches ist wunderschön. Insgesamt gefällt mir das Cover ganz wunderbar und spiegelt den Gegensatz Scarlett zu Jonah ebenso wider, wie die Gegensätze, die beide jeweils in sich tragen. Auf den ersten Blick ist die Küste Cornwalls zu erkennen sowie die wichtigsten Punkte aus dem Klappentext.

Der Roman ist eine wunderbare Sommerlektüre, was durch das sommerliche Setting in Cornwall unterstrichen wird. Man kommt direkt in Urlaubsstimmung und kann sich vom leichten und flüssig zu lesenden Schreibstil der Autorin tragen lassen. Die lebendige Atmosphäre lässt einen dabei mit der Hauptfigur Scarlett mitfiebern. Stellenweise wirkt diese sehr naiv, was sich bei genauerer Betrachtung und mit fortschreitendem Lesen des Buches jedoch erklärt. So macht es Freude, Scarlett bei ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten.

Auch Jonah, die männliche Hauptfigur ist gut charakterisiert, wodurch seine Entscheidungen verständlich werden und sein Handeln transparent. Auch seine Entwicklung, Ängste und Sorgen, lassen sich gut nachvollziehen.

Sehr gut finde ich, dass das Gemeinschaftsgefühl und der Wert echter Freundschaft eine große Rolle im Roman spielen. Dieser positive Aspekt wird nicht zuletzt durch die sehr sympathischen Nebenfiguren transportiert, die dem Geschehen Abwechslung, aber auch Tiefe verleihen.

Ein sommerlicher Wohlfühlroman mit romantischem Cornwall-Setting, der sich nicht nur als Urlaubslektüre für entspannte Lesestunden am Strand oder Meer zu lesen lohnt. Ich freue mich auf die weiteren Bände der „Seasons by the Sea – Die St. Ives-Reihe“.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

bewegend, einfühlsam und tiefgreifend – über das Älterwerden, Familie, Freundschaft und Versöhnung

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Die Hauptfigur des Romans „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ von Lisa Ridzén ist Bo. Bo ist 89 Jahre alt, lebt mit seinem Hund Sixten in einem Haus und wird vom Pflegedienst versorgt. Seine Frau musste ...

Die Hauptfigur des Romans „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ von Lisa Ridzén ist Bo. Bo ist 89 Jahre alt, lebt mit seinem Hund Sixten in einem Haus und wird vom Pflegedienst versorgt. Seine Frau musste krankheitsbedingt vor einiger Zeit in ein Heim für Demenzkranke ziehen und sein Sohn Hans besucht ihn hin und wieder. Doch nun will Hans Bo Sixten wegnehmen, weil er der Meinung ist, dass sein Vater Sixten nicht mehr richtig versorgen kann und diese Versorgung durch die nötigen Spaziergänge zu gefährlich für Bo ist. Doch Sixten ist für Bo ein geliebter Freund und Anker. Er wird den Hund nicht kampflos aufgeben.

Die Figur Bo hat mich tief berührt. Seine Verzweiflung ob des drohenden Verlustes seines Hundes Sixten ebenso, wie der schwindende Geist, aber auch die nachlassenden körperlichen Fähigkeiten. Autorin Lisa Ridzén schreibt einfühlsam und schonungslos, aber mit ehrlichem Respekt und klarem Blick über das Älterwerden. Bewegend fasst sie darüber hinaus auch die Themen Familie und Freundschaft sowie Versöhnung auf. Dabei spielt die Selbstbestimmung Bos eine wichtige Rolle.

Wer in diesem Roman überraschende Wendungen erwartet, wird enttäuscht werden. Für mich würde es aber auch nicht zum ruhigen Erzählfluss des Buches passen. Der Schreibstil ist ruhig und einfühlsam, durch seine realitätsnahe Darstellungen und die überaus feinfühlige Zeichnung der Figuren nachhaltig beeindruckend und bewegend.

Durch wechselnde Perspektiven und Rückblicke kann man als Leser tief in die Geschichte eintauchen und die verschiedenen Blickwinkel einnehmen. Dabei hat mich die daraus resultierende Emotionalität bewegt. Die authentischen Beschreibungen und Gedanken ließen mich mehrfach zwischen Lachen und Weinen schwanken. Ein Buch, das nicht einfach „weggelesen“ werden kann und soll, sondern auch zum Nachdenken über das eigene Älterwerden, Selbstbestimmtheit und Abschied anregt.

Lisa Ridzén ist ein nachdenklich stimmender Roman gelungen, der hervorragend geschrieben und absolut empfehlenswert ist. Jede Auszeichnung, die dieses Buch erhält, empfinde ich als völlig gerechtfertigt.

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