Wenn alte Steine plötzlich Trost spenden
Manchmal kommt ein Buch daher, das gar nicht laut sein muss, um ordentlich im Herzen herumzuwühlen. Stone Lands ist genau so ein Fall. Fiona Robertson nimmt einen mit auf eine Reise durch Großbritannien, ...
Manchmal kommt ein Buch daher, das gar nicht laut sein muss, um ordentlich im Herzen herumzuwühlen. Stone Lands ist genau so ein Fall. Fiona Robertson nimmt einen mit auf eine Reise durch Großbritannien, zu alten Steinen, windigen Landschaften und Orten, die mehr gesehen haben als wir alle zusammen beim Familienkaffee erzählen könnten.
Der Einstieg über ihre Trauer hat mich direkt gepackt. Nicht auf diese künstlich dramatische Art, sondern ehrlich, ruhig und ziemlich nah. Da sitzt man da, liest über Menhire, Verlust und Erinnerung und denkt plötzlich: Mensch, so ein Stein kann mehr Trost ausstrahlen als mancher gut gemeinte Spruch aus dem Bekanntenkreis.
Besonders schön fand ich, wie Robertson Geschichte, Natur, Legenden und persönliche Gefühle miteinander verbindet. Das klingt erstmal nach einer Mischung, bei der man sich fragt, ob das nicht trocken wird wie ein alter Keks. Wird es aber nicht. Es hat etwas Erdiges, Warmes und Staunendes. Man spürt diese Liebe zu den Landschaften und zu den alten Steinen auf jeder Seite.
Natürlich ist Stone Lands kein Buch für schnelles Weglesen zwischen Tür und Angel. Es möchte Ruhe. Vielleicht sogar Tee. Oder Kaffee. Und ein bisschen Bereitschaft, sich auf Stille, Trauer und Schönheit einzulassen. Wer das zulässt, bekommt ein sehr besonderes Buch über Abschied, Beständigkeit und das kleine Wunder, dass die Welt trotz allem schön bleibt.
Für mich ein leises, kluges und berührendes Werk, das nicht schreit, aber lange nachhallt.