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Brombeere

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2026

Geheimnisse und Wendungen

This Story Might Save Your Life
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Worum geht es?
Joy und Benny sind beste Freunde und führen einen erfolgreichen Podcast. Doch dann verschwindet Joy und die Polizei und Benny versuchen sie zu finden - doch manche Geheimnisse bleiben lange ...

Worum geht es?
Joy und Benny sind beste Freunde und führen einen erfolgreichen Podcast. Doch dann verschwindet Joy und die Polizei und Benny versuchen sie zu finden - doch manche Geheimnisse bleiben lange verborgen.

Worum geht es wirklich?
Beziehungen, Macht und Geheimnisse.

Lesenswert?
Ja, auch wenn ich den Klappentext eher irreführend finde. Joy und Benny haben einen bekannten Podcast, in dem sie kuriose Situationen aufspüren und das Gegenüber rätseln lassen, wie man in dieser Situation überleben könnte. Nicht nur die beiden sind sehr erfolgreich, der Podcast ist mittlerweile ein ganzes Familienunternehmen.
Umso schockierender, als Joy plötzlich verschwunden ist und keiner Bescheid weiß - zumindest wird dieser Anschein erweckt.
Während die Polizei die Situation analysiert, beschäftigt sich Benny mit den Ereignissen der jüngsten Vergangenheit und hat dabei einiges zu verbergen. Dies gilt auch für seine Lebensgeschichte, die erst nach und nach enthüllt wird.
Ich fand die Figuren interessant und ihr Miteinander sehr spannend. Zwischenmenschliche Beziehungen spielen in diesem Buch eine große Rolle und sind im Fokus der Erzählung.
Die Bezeichnung Thriller mag vermutlich je nach Erwartung nicht stimmen. Stattdessen könnte man es auch der Kategorie Spannungsroman zuordnen.
Der Erzählaufbau ist jedoch spannend (ohne nervenaufreibend zu sein) und verlockt immer weiter zu lesen, so dass ich dieses Buch in kürzester Zeit beendet habe.
Sprachlich (Übersetzung Susann Rehlein) und inhaltlich würde ich dieses Buch eher für Podcast-affine Leser
innen einordnen, die auch mit teilweise englischen Begrifflichkeit klarkommen.
Beim Lesen musste ich mir immer wieder die Frage stellen, ob ich die gelesenen Situationen richtig einordne oder mich eventuell doch irren könnte.
Grundsätzlich kann ich das Buch empfehlen und würde weitere Bücher der Autorin lesen.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2026

unterhaltsam und dann fast ein Krimi

Verlorene Schäfchen
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Worum geht es?
Familie Flynn steht plötzlich vor Problemen: Tochter 1 ist unterfordert und rebellisch, Tochter 2 zurückgezogen und führt alarmierende Freundschaften, Tochter 3 ist primär schön und datet ...

Worum geht es?
Familie Flynn steht plötzlich vor Problemen: Tochter 1 ist unterfordert und rebellisch, Tochter 2 zurückgezogen und führt alarmierende Freundschaften, Tochter 3 ist primär schön und datet nun auch noch einen ehemaligen Soldaten. Und dann sind da die Eltern, bei denen plötzlich eine offene Beziehung im Raume steht - die jedoch sehr einseitig gewünscht wird.

Worum geht es wirklich?
Familie, Beharrlichkeit und Unterschiede.

Lesenswert?
Ja, hat mich sehr unterhalten und habe das Buch in kürzester Zeit in einem Rutsch gelesen. Es beginnt recht humorvoll mit den fünf Familienmitgliedern. Skurril, unterhaltsam, manchmal aber auch ein wenig traurig - etwa wenn die Kinder vor dem leeren Kühlschrank stehen und sowieso viel zu viel Erwachsenenlast auf den Schultern tragen. Die Eltern hingegen wirken teilweise wie Teenager und unreif, befinden sich auf dem Selbstfindungstrip und sind daheim nicht wirklich eine Stütze.
In dieser Lebenssituation ist die Kirche ein Anlaufpunkt, wobei der Pfarrer nun auch nicht wirklich hilfreich ist.
Die Selbsthilfegruppe „Verlorene Schäfchen“, die dem Buch auch den Titel gibt, ist es jedoch zu Teilen.
Was recht humorvoll beginnt - und hier empfehle ich wirklich eine Leseprobe vor der Lektüre - wird schnell zu einem Detektivspiel. Denn sowohl eine Tochter hat etwas in der Stadt entdeckt als auch der Vater auf seiner Arbeit. Und beide können nicht locker lassen, mehr darüber hinaus zu finden. So tritt das humorvolle irgendwann in den Hintergrund und das ganze entwickelt sich zu einer Art Kriminalfall, dessen Auflösung dann teilweise wieder skurril geschildert wirkt.
Trotzdem scheint dies für alle Beteiligten lehrreich zu sein, denn aus den teilweise eindimensionalen Figuren entwickeln sich vielfältigere Persönlichkeiten.
Sprachlich (Übersetzung Sophie Zeitz) eine angenehme Lektüre, zwischendrin mal ein wenig rau und derb.
Die Lektüre ist wunderbar absurd, jedoch an manchen Stellen auch nachdenklich und lenkt einfach sehr gut für ein paar Stunden ab. Kann ich auf jeden Fall empfehlen!

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Veröffentlicht am 19.04.2026

lehrreich und interessant

Das Jahr der Schmetterlinge
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Worum geht es?
Autorin Korsgaard fasst mit einem Mal den Entschluss, innerhalb eines Jahres alle dänischen Schmetterlinge in freier Natur sehen zu wollen. Dafür benötigt sie eine gute Planung und auch ...

Worum geht es?
Autorin Korsgaard fasst mit einem Mal den Entschluss, innerhalb eines Jahres alle dänischen Schmetterlinge in freier Natur sehen zu wollen. Dafür benötigt sie eine gute Planung und auch viel Glück.

Worum geht es wirklich?
Natur, Vergänglichkeit und Augenblicke.

Lesenswert?
Ja, schon das Cover und der Titel haben mich direkt angesprochen. Man begleitet die Autorin in einer romanhaften Erzählung auf dem Weg bei ihrer Schmetterlingssuche. Schon der Einstieg gestaltet sich schwierig, denn wie genau kann man dänische Schmetterlinge spezifizieren? Welche der verschiedenen Listen gelten? Und wer fliegt überhaupt wann und in welcher Region?
Zu Beginn wirkt das Unterfangen nahezu unmöglich, aber nach und nach wird Korsgaard besser in Planung und Hilfesuche und kann in den Sommermonaten große Erfolge verbuchen.
Das Buch gliedert sich nach Monaten, wobei die Sommermonate einen viel größeren Umfang einnehmen. Zudem gibt es in jedem Monat Zeichnungen aller gesehenen Schmetterlinge - sehr faszinierend und auch hilfreich. Wollte zu Beginn schon nebenbei im Smartphone die Tiere nachschauen.
Die Nähe der typisch dänischen Schmetterlinge zu unseren in Deutschland ist recht groß, sodass man viele Namen und Arten erkennt. Definitiv ein Pluspunkt und dadurch nahbarer und neugierig machend.
Der Schreibstil (Übersetzung Kerstin Schöps) ist eher einfach und gut lesbar. Zwischendrin gibt es immer wieder Gedankengänge oder historische Informationen zur Schmetterlingsforschung und -symbolik oder zur Natur und dem Menschen im Allgemeinen. Auch hier wieder lehrreich und interessant zugleich, ich musste oft nachdenken oder war von den Informationen teilweise bewegt.
Zwischenzeitlich habe ich die Autorin bei ihrer Suche als eher unangenehm, weil sehr fokussiert auf dieses Thema, empfunden. Dann war auch ihr Umgang mit ihren Mitmenschen rau und egoistisch. An den Stellen habe ich mich gefragt, ob dieses Verhalten weiterhin das Buch bestimmen wird. Zum Glück war es dann danach zeitweise wieder anders.
Wer gerne ein Sachbuch in Verbindung mit einer romanhaften Erzählung verbinden will und sich auch nur grob für Natur interessiert, findet hier auf jeden Fall eine schöne Lektüre!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2026

interessanter Aufbau

Fünf Fremde
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Worum geht es?
Mehrere Personen besuchen die ruhige Insel Neuwerk, vor Hamburg liegend. Jede*r ist aus einem anderen Grund hier und doch hängen ihre Geschichten näher miteinander zusammen als sie ahnen.

Worum ...

Worum geht es?
Mehrere Personen besuchen die ruhige Insel Neuwerk, vor Hamburg liegend. Jede*r ist aus einem anderen Grund hier und doch hängen ihre Geschichten näher miteinander zusammen als sie ahnen.

Worum geht es wirklich?
Geheimnisse, Freundschaften und Schicksal.

Lesenswert?
Ja. Trotzdem konnte es mich nicht so überzeugen, wie ich gehofft habe. Die Idee ist spannend und gut umgesetzt, denn man begegnet recht unterschiedlichen Personen, die der Insel einen Besuch abstatten. Alles passiert wahnsinnig schnell, die erzählte Zeit ist recht kurz und Handlungen greifen ineinander. Manche Szenen werden aus mehreren Blickwinkeln erzählt und eingeordnet.
Die Personen sind interessant und voller Persönlichkeit. Psychologische Aspekte und Gründe spielen eine große Rolle. Dies wird verstärkt durch die kleine Insel auf der es nicht viele Personen gibt und der beklemmenden Atmosphäre eines nahenden Sturms.
Sprachlich (wie auch sonst bei der Autorin) hat mir das Buch gefallen. Die Insel wirkt richtig lebendig und man kann sich das ganze wunderbar vorstellen.
Auch die wechselnden Kapitel aus Sicht der verschiedenen Personen sind gelungen und trotz der unterschiedlichen Perspektiven findet man gut in die Geschichte hinein und kann die Figuren auch schnell auseinander halten. Das hat mich in Anbetracht der Menge positiv überrascht.
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, aber die ganze Handlung war weniger spannend als erwartet. Generell hätte ich mir mehr Nervenkitzel gewünscht. Die Auflösung und das Ende sind dann eher unterdurchschnittlich und wirken nicht überzeugend.
Daher kann ich das Buch zwar empfehlen, würde es jedoch nicht als atmosphärischen Thriller bezeichnen und hier eher Abstriche machen.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

eine Frau zwischen den Welten

Zugwind
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Worum geht es?
Mira, ursprünglich aus der Ukraine, ist vieles: Frau, Ärztin, Poetin, Mutter, Jüdin. Ihre Poesie verliert sie, dadurch auch ein bisschen sich selbst. Sie schwebt zwischen den Welten und ...

Worum geht es?
Mira, ursprünglich aus der Ukraine, ist vieles: Frau, Ärztin, Poetin, Mutter, Jüdin. Ihre Poesie verliert sie, dadurch auch ein bisschen sich selbst. Sie schwebt zwischen den Welten und verliert ihren Halt.

Worum geht es wirklich?
Trauer, Identität und Sehnsucht.

Lesenswert?
Ja, auch wenn ich zu Beginn Schwierigkeiten hatte, in die Lektüre reinzufinden. Zu Beginn erschien es mir eher belanglos und uninteressant, da der Fokus viel auf Miras Leben als Ärztin in Deutschland liegt. Sie arbeitet in einer Hausarztpraxis und viele Ukrainerinnen kommen in ihre Sprechstunde. Einerseits für Gesundheitsthemen, andererseits um über den Krieg und die Angst zu sprechen.
Diesen Aspekt fand ich sehr bewegend, da er ganz nebenbei einfließt und immer mehr Raum einnimmt, so wie er auch in der Protagonistin immer mehr Raum benötigt.
Trotzdem sind die medizinischen Kurzerklärungen auf Dauer etwas ausufernd und teilweise inhaltlich auch nicht korrekt (aufgefallen ist mir dies am Beispiel der Blasenentzündung und ihrer Behandlung).
Im Verlaufe des Buchs verlagert sich Miras Schwerpunkt und sie träumt von ihrer Zeit in Odessa, spürt einen ständigen Sog, den titelgebenden Zugwind.
Mira ist eine vielschichtige und daher sehr lebensnahe Figur, die vieles in sich vereint. Nicht jede ihrer Entscheidungen kann man nachvollziehen, aber das macht sie noch realistischer.
Sprachlich (Übersetzung Jakob Walosczyk) ist das Buch angenehm und gut lesbar, je mehr sich Mira mit ihrer Poesie beschäftigt desto poetischer werden auch einzelne Passagen.
Die Geschichte und all die Geschichten der Ukrainier
innen sind bewegend und hinterlassen ein dumpfes schmerzhaftes Gefühl bei der Lektüre.
Ich kann das Buch empfehlen, wenn man vielleicht auch eine Person zwischen verschiedenen Welten ist und nicht vor schwereren Themen zurückschreckt.