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Brombeere

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2026

Thriller mit Fantasy

Böser, böser Wolf
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Worum geht es?
Eine Autorin wird entführt und muss schaurige Märchenadaptionen verfassen - die dann zur Realität werden. Eine Polizistin findet Gemeinsamkeiten, wo sonst niemand diese sieht. Ermittlerin, ...

Worum geht es?
Eine Autorin wird entführt und muss schaurige Märchenadaptionen verfassen - die dann zur Realität werden. Eine Polizistin findet Gemeinsamkeiten, wo sonst niemand diese sieht. Ermittlerin, Autorin oder Täter - Wer ist schneller?

Worum geht es wirklich?
Verlust, Literatur und Fantasie.

Lesenswert?
Eher nein, weil man hier eine Genremischung erhält - kann spannend sein oder auch enttäuschend. Während zu Beginn die ganze Handlung nach einem normalen Thriller wird, entpuppt sich die Geschichte nach und nach als ein fantastisches Stück.
Prinzipiell bin ich diesen Mischungen nicht abgeneigt und schätze gerade ein klein wenig unerklärbares sehr in Spannungsromanen.
Ich fand die Umsetzung an dieser Stelle nur nicht gut. Es ist keine fein ausgedachte Geschichte, sondern wirkt eher wie ein Film mit mehreren Wendungen und Einblendungen. Es wirkt eher danach, dass auf diese Weise Ungereimtheiten und Unlogik erklärt werden können/wollen weil man gerne die Handlung umsetzen wollte.
Die Figuren sind okay - mehr aber auch nicht. Ich habe keine Bindung aufbauen können und ihnen gegenüber eher Gleichgültigkeit empfunden. Sie haben keine Tiefe und handeln auch nicht sehr nachvollziehbar.
Die Sprache (Übersetzung Henning Ahrens) sorgt zwar für eine rasche Lektüre, jedoch kamen mir die ganzen popkulturellen Andeutungen nicht stimmig vor und die teilweise Umgangssprache passt auch nicht.
Das Cover ist ein Hingucker und hat mich direkt nach dem Buch greifen lassen und auch andere Bücher der Autorin hatten mich in der Vergangenheit durchaus überzeugt - dieses hier war für mich aber eher nichts.
Wenn man eine kurzweilige Unterhaltung sucht und (wichtig!) sowohl Fantasy als auch Thriller mag, dann könnte dieses Buch aber eine gute Wahl sein.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

aufwühlend

Das gute Benehmen
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Worum geht es?
In den 1920ern versucht Aroon, eine Tochter aus gutem Hause, ihren Platz in der Welt zu finden. Doch sie ist zu laut, zu dick, zu viel und wird oft im Unklaren gelassen. Trotzdem sucht sie ...

Worum geht es?
In den 1920ern versucht Aroon, eine Tochter aus gutem Hause, ihren Platz in der Welt zu finden. Doch sie ist zu laut, zu dick, zu viel und wird oft im Unklaren gelassen. Trotzdem sucht sie sich ihren Weg.

Worum geht es wirklich?
Familiengeschichte, Unaussprechliches und den eigenen Platz.

Lesenswert?
Ja. Die ersten Seiten und Kapitel sind mir eher schwer gefallen, aber als ich einmal in der Geschichte drin war, konnte ich mich kaum davon losreißen und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht.
Molly Keane wurde 1904 geboren und starb in den 1990er Jahren. Sie begann früh unter Pseudonym zu schreiben, verfasste dann Jahrzehnte nichts mehr und kam 1981 mit dem vorliegenden Buch zurück.
Sprachlich (Übersetzung Bettina Abarbanell) ist die Lektüre nicht immer einfach, aber dran bleiben lohnt sich.
Aroon konnte ich als Protagonistin manchmal nur schwer ertragen, weil ich sie schütteln und rütteln wollte. Einerseits glaubt sie, dass sie stets zu viel von allem ist und zeitgleich möchte man sie anschubsen und sagen „GUCK HIN! SIEHST DU DAS NICHT?“. Da ist zum Beispiel der Vater, der ständig von Affäre zu Affäre treibt und Aroon zwar wohlwollend behandelt, sie aber auch nicht schützt. Da ist die stets abwesende und abweisende Mutter, die Aroon niedermacht und klein hält. Und da sind der Bruder und sein Freund, die Aroon ausnutzen während sie eigentlich aneinander interessiert sind.
Dinge werden nicht angesprochen, da das gute Benehmen über allem schwebt. Diese Heimlichkeit besteht auch gegenüber der lesenden Person, denn die Affären etc. sind nur durch den Subtext erkennbar und werden als solches eher nicht benannt.
Die unglaubliche Naivität, in der Aroon aufwächst, macht so wütend. Nicht auf Aroon, sondern auf die Zeit und die Situation und dass man dieser Protagonistin nicht einfach Platz und Ehrlichkeit entgegenbringen kann.
Ich würde dieses Buch definitiv empfehlen und hoffe, dass viele Leser*innen trotz Startschwierigkeiten dran bleiben!

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Veröffentlicht am 27.02.2026

wild aber unterhaltsam

Rabid
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Worum geht es?
Seneca gehört einem Rudel Gestaltwandler an, doch hat ihre eigene Wölfin noch nicht erhalten. Bei dem Ritual läuft einiges schief und der brutale Alpha denkt nur noch daran sie loszuwerden ...

Worum geht es?
Seneca gehört einem Rudel Gestaltwandler an, doch hat ihre eigene Wölfin noch nicht erhalten. Bei dem Ritual läuft einiges schief und der brutale Alpha denkt nur noch daran sie loszuwerden und setzt sie somit im Revier eines fremden Rudels aus.

Worum geht es wirklich?
Zusammengehörigkeit, Schicksal und Führung.

Lesenswert?
Kein. Man verpasst nichts bei dieser Lektüre, aber sie hat mich dennoch gut unterhalten. Senecas Geschichte beginnt in ihrem Rudel, das von Machtgier und toxischem Miteinander geprägt ist. Weil sie sich den Regeln des Alphas nicht beugen will und ihre Verbindung zur Wölfen schiefläuft, wird sie quasi verstoßen in ein fremdes Revier. Natürlich will erst der eine Anführer sie und dann der andere. Natürlich mausert sie sich von der Ausgestoßenen zu einem relevanten Rudelmitglied.
Sprachlich (Übersetzung Barbara Ostrop) fand ich das Buch oft anstrengend, da Seneca und ihre Wölfen teilweise im Plural sprechen und Zwiegespräche im Kopf führen. Zudem ist das Buch ziemlich spicy, alles ausgelegt auf das Wolfs- und Dominanzthema. Ich fand die Szenen okay, aber die Häufigkeit schon recht viel.
Seneca ist eine interessante Person, doch widerspricht sich das Verhalten teilweise mit den Aussagen. Einerseits verhält man sich gegenüber anderen Frauen herablassend, spricht dann aber von einer Gemeinschaft.
Das Anspruchsdenken und die Eifersucht werden durch das Wolfleben legitimiert und sich dadurch ganz normal und erwünscht. Manchmal echt unangenehm zu lesen.
Spannend war, dass Seneca einfach sehr wild ist und mit Tyran auf eine ebenbürtige Person trifft. Zusammen sind die beiden ein bisschen Bonnie und Clyde auf Rachefeldzug. Es gefiel mir, wie ungestüm sie dargestellt wird und dass sie keine zurückhaltende junge Frau ist.
Viele Ideen zum Miteinander im Rudel waren schön und auch irgendwie wohlwollend und ruhig. Zwar mit Dominanz, aber als eine Art Führung und Schutz und Miteinander.
Netter Einzelband, spicy Wolfszenen inklusive. Anstrengende Sprache an einigen Stellen, aber gut unterhaltsam. Ob ich noch weitere Bücher von den beiden Autor*innen lesen würde, käme sehr auf das Thema an.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

gut für einen Einstieg

Gemüsepower
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Worum geht es?
Lucia Schauerhammer hat während der Corona-Pandemie mit einem Garden Market begonnen (also einer Fläche mit Direktvermarktung an den Endkunden) um sich und andere zu versorgen. Doch während ...

Worum geht es?
Lucia Schauerhammer hat während der Corona-Pandemie mit einem Garden Market begonnen (also einer Fläche mit Direktvermarktung an den Endkunden) um sich und andere zu versorgen. Doch während sie auf mittlerweile 4500qm gärtnert, lässt sich das Prinzip mit ihrer Anleitung auch super auf kleine Gemüsegärten anwenden.

Worum geht es wirklich?
Einklang, Vielfalt und leckere Dinge.

Lesenswert?
Ja, ein gutes Buch für den Einstieg oder wenn man seinen Garten ergiebiger gestalten möchte. Das Format des Buches ist angenehm, da es offen auf den Tisch gelegt werden kann während man die einzelnen Punkte durchliest.
Ebenso überzeugt mich die Mischung aus Informationen, Zeichnungen, Bildern und graphischen Elementen, die das ganze strukturieren. Für das Buch als Gesamtkonzept hätte ich mir jedoch mehr Ordnung gewünscht. So gibt es zum Beispiel für Februar/März und April/Mai jeweils zehn Aufgaben in einer Liste. Im Sommer und Herbst existiert diese Art der Auflistung dann nicht. Trotzdem sind alle Themen, die mir spontan für ein Buch für den Einstieg in den Sinn kommen, vorhanden.
Erntekalender und Mischkulturtabelle bilden eine schöne Option um die Innenseiten der Broschur zu füllen.
Die Rezepte, die die Autorin beisteuert, lockern das ganze schön auf.
Sprachlich und von der Menge der Informationen (pro Seite und pro Thema) ein angenehmes Buch.
Sehr schön ist zudem, dass Lucia zwar den Vorteil von machen Dingen hervorhebt (wie zum Beispiel Anzuchtlampen), es jedoch nicht als notwenig bezeichnet und somit keinen Kaufdruck auslöst.
Mir gefällt die Einstellung, die die Autorin in ihrem Buch vermittelt. Sie wirkt umsichtig und durchdacht, Fläche optimal aber nicht ausbeutend zu gestalten und legt Wert auf Nachhaltigkeit.
Ich würde das Buch empfehlen, wenn man sich an einen eigenen Gemüsegarten heranwagen möchte und mit socialmedia-tauglichen Bildern keine Berührungsängste hat.
Das Buch macht definitiv Lust auf Garten und Anbau und darauf viele Dinge auszuprobieren und davon zu lernen!

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Was für ein Fest!

Das Kew Gardens Kochbuch
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Was erwartet einen?
Informationen zu den Küchengärten in Kew, der Arbeit dort und ganz viele thematisch sortierte vegetarische (oder vegane) Rezepte von bekannten Spitzenköchinnen.

Was habe ich bisher ...

Was erwartet einen?
Informationen zu den Küchengärten in Kew, der Arbeit dort und ganz viele thematisch sortierte vegetarische (oder vegane) Rezepte von bekannten Spitzenköchinnen.

Was habe ich bisher getestet?
Mehrere Hauptgerichte, die aber eher einfacher und deren Zutatenlisten kurz und überschaubar waren.

Was gefällt mir gut / hat mich positiv überrascht?
Das Buch ist thematisch nach zB Kräutern&Gewürzen und Getreide&Hülsenfrüchte gegliedert. Jedes dieser Themen ist farblich unterschiedlich dargestellt und beinhaltet ca. 10 Rezepte aus verschiedenen Bereichen: Es können Salate oder Hauptgerichte oder Backwerk oder auch Grundlagenherstellung wie Kimchi sein. Die Aufmachung ist sehr durchdacht und mit Sorgfalt gewählt. Auch die Informationsseiten zu den Themen und den Gärten an sich sind sehr spannend und informativ. Ergänzt wird das ganze durch eindrucksvolle Bilder. Die Rezepte selbst sind je eine Seite lang, beinhalten oft auch noch eine Information von dem Koch oder der Köchin. Man bekommt einen schönen Eindruck, welche Rezepte einen dann auch bei Einzelkochbüchern der entsprechenden Person erwarten würden. Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet, die Zutatenliste erklärt manche Dinge auch näher, zB wo man sie erwerben könnte oder um was es sich handelt. Die Angabe zur Personenanzahl war bei den getesteten Rezepten korrekt und gut gewählt.
Wenn ein Rezept vegan ist, dann steht dies auch direkt gut ersichtlich über den Zutaten.

Was hat mir gefehlt?
Es gibt zwar Bilder zu den Rezepten, jedoch nicht bei jedem und manchmal kommt erst das Bild und dann das Rezept, manchmal anders herum. Irgendwie hätte ich mir hier zu jedem Rezept auch ein Bild gewünscht um eine Idee zu haben, wie das Ergebnis aussehen soll/wird.
Manche Rezepte sind hinsichtlich Zutaten sehr einfach und leicht einzukaufen, andere sind so speziell, dass ich sie glaube ich niemals machen werde.

Fazit:
Ein schönes Kochbuch mit interessantem Thema und vielen verschiedenen Köch
innen. Kann ich mir sehr gut als Geschenk vorstellen, wenn man mehr als nur Rezepte haben möchte und sich auch an schönen Bildern erfreut.
Ich denke, dass ich aus diesem Buch immer mal wieder etwas kochen werde.