Cover-Bild Zugwind
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Rowohlt
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 20.02.2026
  • ISBN: 9783498008000
Iryna Fingerova

Zugwind

Roman | Ein Buch, das Mut macht: vom Leben einer jungen ukrainischen Ärztin und dem Versuch, Trost in alltäglichen Dingen zu finden
Jakob Walosczyk (Übersetzer)

Iryna Fingerova erzählt so bewegend wie authentisch vom Leben einer jungen ukrainischen Hausärztin in Deutschland, während in ihrem Heimatland Krieg herrscht. Von ihrer Trauer, ihren Schuldgefühlen, ihrer Wut und Resignation, bis hin zu dem Versuch, das eigene Leben weiterzuleben, die Ereignisse zu akzeptieren und vielleicht persönlichen Frieden zu finden.

Mira Zehmann ist Hausärztin, Mutter, Ehefrau. Sie stammt aus einer jüdischen Familie in Odesa, vor Jahren hat sie zusammen mit ihrem Mann die Ukraine verlassen, um in Deutschland ihr eigenes Leben zu leben – für sich und ihre kleine Tochter. Doch als in ihrer alten Heimat Bomben explodieren, gerät ihre Welt aus den Fugen, und ein erbarmungsloser Zugwind weht durch ihr Leben.

Die Hausarztpraxis wird zur Anlaufstelle, lang ist die Schlange der ukrainischen Patienten, die alle zu Mira wollen auf der Suche nach Trost, nach Heilung und Mitgefühl. Ob eine Affäre hilft, Miras Unmut über den unendlich langen Besuch der Schwiegermutter zu überwinden? Als Mira verfolgt, wie ihre Patienten zwischen den Welten reisen, steht für sie fest: Sie muss nach Odesa, muss ihre über neunzigjährige Oma besuchen, das Meer sehen, mit ihren Freunden tanzen gehen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2026

Tagebuch der Zerissenheit

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Jeder kennt die Nachrichtenbilder des Ukrainekriegs, doch wenige werden die Menschen dahinter wirklich kennen, die Geflüchteten, aber auch die zuvor schon Ausgewanderten.
Was fühlen sie, welche Gedanken ...

Jeder kennt die Nachrichtenbilder des Ukrainekriegs, doch wenige werden die Menschen dahinter wirklich kennen, die Geflüchteten, aber auch die zuvor schon Ausgewanderten.
Was fühlen sie, welche Gedanken schwirren ihnen im Kopf rum, was lässt ihnen keine Ruhe, wie kommen sie in diesem neuen Leben klar?
Die Autorin erkundet diese Fragen in einer Geschichte, die sich sehr persönlich anfühlt und liest.
Die Gedanken der Protagonistin Mira, einer jungen Ärztin, die schon einige Jahre vor dem Krieg nach Deutschland gezogen ist, wirken so wie die Gefühle der Autorin selbst und sind dadurch besonders authentisch und bewegend.

Der Schreibstil ist dabei sehr poetisch, auf fast jeder Seite kann man schöne Zitate finden, die einen tief treffen und die man auch öfters lesen möchte.
Es wirkt teilweise ein wenig wie ein Tagebuch, als ob man all den Gefühlen im Kopf einen weiteren Raum geben möchte indem man sie auf Papier bannt.
Dabei lernt man natürlich Miras Sicht sehr eindrücklich kennen und kann gut nachvollziehen, wie es ihr mit der Situation und all den schlimmen Dingen geht.
Darf man noch glücklich sein, wenn in der Heimat Menschen sterben? Oder muss man es sogar? Wie soll man so seine Rolle als Mutter, Ehefrau oder Ärztin erfüllen?
Dazu erzählt sie zusätzlich noch von all den Menschen, die geflüchtet sind, von ihren kleinen und großen Problemen im neuen Alltag und der Kriegssituation.
Man fühlt sich den Ukrainer*innen mit jeder Seite näher, das was bisher in der Distanz war wird einem hier berührend nähergebracht.
Dies ist kein Buch, das man schnell nebenbei zur Unterhaltung liest, stattdessen ein wunderschön geschriebenes Werk voller Emotionen und Wortschätzen.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Ein authentischer Blick in die Lebenswelt ukrainischer Menschen in Deutschland

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Zugwind erzählt die Geschichte der ukrainisch stämmigen Ärztin Mira, die sich lange vor dem russischen Angriffskrieg mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter ein Leben und eine berufliche Karriere in Deutschland ...

Zugwind erzählt die Geschichte der ukrainisch stämmigen Ärztin Mira, die sich lange vor dem russischen Angriffskrieg mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter ein Leben und eine berufliche Karriere in Deutschland aufgebaut hat. Mira stammt aus einer jüdischen Familie in Odessa und ist von dort einst selbst mit ihrem Mann nach Deutschland aufgebrochen. Mit dem Krieg in ihrem Heimatland gerät auch das hart erarbeitete, mittlerweile jedoch recht eingespielte und glückliche Leben in Deutschland zunehmend aus den Fugen. Wieviel Glück ist im Alltag erlaubt, während Familie und Freunde um ihr Land und Leben kämpfen?

Man erlebt die Protagonistin zerrissen zwischen scheinbarer Normalität in ihrem Leben und Alltag in Deutschland als Ärztin und der Sorge um Familie und Freunde in der Ukraine. Verstärkt wird diese Zerrissenheit von der täglichen Arbeit in ihrer Hausarztpraxis, die sich schnell als Anlaufstelle für geflüchtete Ukrainerinnen herumspricht. Und so erlebt Mira auch hautnah die Nachrichten aus der Ukraine, die Sorgen ihrer Landsleute und auch deren Schwierigkeiten im gewählten Exil anzukommen, während ein Teil der Familie noch im Krieg lebt und um ihre Heimat kämpft. Mira wird hier oft von der Ärztin zur Sozialpädagogin und Therapeutin angesichts der Komplexität der Ansprüche. Dies alles erzählt Iryna Fingerova lebensnah und einfühlsam. Besonders berührt hat mich, wie die Protagonistin in ihrem Alltag als Ärztin ihren (ukrainischen) Patientinnen begegnet, mit so viel Verständnis und Empathie für deren Lebenswelt, weit über die medizinische Rollenbeschreibung hinaus.

Neben dem Leben in Deutschland und dem inneren und äußeren Ringen um einen Umgang mit dem Krieg in der Ukraine stehen Passagen in denen die Protagonistin selbst zurück in ihr Heimatland reist und so einerseits ein authentisches Bild einer Gesellschaft im Krieg vermittelt. Über Erinnerungen an die Vergangenheit und ihr Leben und Aufwachsen in Odessa strahlt jedoch gleichzeitig eine Leichtigkeit und Schönheit in die Erzählung, die vermittelt, was der Krieg alles zerstört hat.

Ich bin mittlerweile sehr vorsichtig mit autofiktionalen Romanen, die mich zuletzt oft enttäuscht haben. Zugwind war daher eine sehr positive Überraschung für mich, denn die Autorin hat ohne Zweifel schriftstellerisches Talent und nutzt dieses mit Zugwind gekonnt, um ein authentisches Bild der Lebenswelt ukrainischer Menschen in Deutschland zu vermitteln!

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Zugwind

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"Die Menschen unterschätzten die Anstrengung, die es kostet, in einer vollkommen neuen Realität zu überleben. Flucht ist keine Urlaubsreise. Flucht ist der Versuch, sein ganzes Leben in zwei Koffer zu ...

"Die Menschen unterschätzten die Anstrengung, die es kostet, in einer vollkommen neuen Realität zu überleben. Flucht ist keine Urlaubsreise. Flucht ist der Versuch, sein ganzes Leben in zwei Koffer zu zwängen und dabei um der Kinder Willen so zu tun, als wäre alles okay. Flucht ist die vollkommene Abhängigkeit von anderen Menschen und Bürokratie."

Mira Zehmann verließ vor einigen Jahren zusammen mit ihrem Mann die Ukraine und kam - in der Hoffnung auf ein neues, besseres Leben für sich und ihre kleine Tochter - nach Deutschland. Hier arbeitet sie als Hausärztin, ist Mutter, Partnerin, Freundin. Als in ihrer Heimat die ersten Bomben fallen, verliert sie sich zwischen ihren Wurzeln und ihrem aktuellen Leben, zwischen Schuldgefühlen gegenüber ihrer Familie und ihren Freunden in der Ukraine und der Sicherheit in Deutschland. Ein starker Zugwind rüttelt an ihr, er zieht sie zurück und wirbelt ihre Gefühle komplett durcheinander. Als sich herumspricht, dass sie ein offenes Ohr für ukrainische Patient*innen hat, wird sie zur Anlaufstelle Nummer 1. Mira wird zur Lebensberaterin, zur Therapeutin, zum Coach, zur Sozialarbeiterin. Denn hinter den Krankheiten und Diagnosen der Menschen steckt oft soviel mehr, als man auf den ersten Blick sieht. Was bedeutet Krieg und Flucht für Menschen? Warum ist nicht "alles gut", obwohl man doch in einem sicheren Land untergekommen ist? Wie findet man Sicherheiten, wenn um einen herum alles zerfällt? Mira ist da, hört zu, begleitet und ist innerlich doch zerrissen. Schließlich reist sie zurück in die Ukraine, trotz Krieg und aller Warnungen...

Wow, einfach nur wow.
"Zugwind" von Iryna Fingerova löste etwas in mir aus, das sich nur schwer in Worte fassen lässt. Es wirbelte meine Gefühle ordentlich durcheinander und schloss eine Lücke, von der ich nicht wusste, dass sie überhaupt existiert. Wie ein sanfter Lufthauch, der sich zu einer stürmischen Böe ausweitet, zog dieser Roman mitten durch mein Herz. Und hinterlässt dort für immer Spuren.

"Wenn die Zukunft Dunkelheit bringt, muss man leben solange es noch hell ist. Und wenn die dunkel Stunde kommt, ist es an der Zeit Kerzen anzuzünden, denn Licht braucht jeder und jeder hat seine eigenen Kerzen. Es spielt keine Rolle, was einem Licht gibt."

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Eine Geschichte, die. im Kopf bleibt

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Inhalt

Mira Zehmann ist Hausärztin, Mutter, Ehefrau. Sie stammt aus einer jüdischen Familie in Odesa, vor Jahren hat sie zusammen mit ihrem Mann die Ukraine verlassen, um in Deutschland ihr eigenes Leben ...

Inhalt

Mira Zehmann ist Hausärztin, Mutter, Ehefrau. Sie stammt aus einer jüdischen Familie in Odesa, vor Jahren hat sie zusammen mit ihrem Mann die Ukraine verlassen, um in Deutschland ihr eigenes Leben zu leben – für sich und ihre kleine Tochter. Doch als in ihrer alten Heimat Bomben explodieren, gerät ihre Welt aus den Fugen, und ein erbarmungsloser Zugwind weht durch ihr Leben.

Die Hausarztpraxis wird zur Anlaufstelle, lang ist die Schlange der ukrainischen Patienten, die alle zu Mira wollen auf der Suche nach Trost, nach Heilung und Mitgefühl. Ob eine Affäre hilft, Miras Unmut über den unendlich langen Besuch der Schwiegermutter zu überwinden? Als Mira verfolgt, wie ihre Patienten zwischen den Welten reisen, steht für sie fest: Sie muss nach Odesa, muss ihre über neunzigjährige Oma besuchen, das Meer sehen, mit ihren Freunden tanzen gehen.



Rezension

Als das Buch "Zugwind" bei mir einzog, war ich sehr gespannt darauf, wie es sein wird. Die Leseprobe hatte mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil, die Erzählung, die Worte an sich waren total inspirierend und zugleich erschütternd vor Intensität, die nicht nur zwischen den Zeilen mitschwang, sondern die die Geschichte an sich trug.

Die Protagonistin erzählt von ihrem Leben als Ärztin. In Deutschland und in Odesa. Zu ihr kommen Patienten, die vom Krieg gezeichnet sind und sich nach ihrem alten Leben sehnen. Durch diese Sehnsucht entstehen die Beschwerden. Manche, nicht alle. Im Grunde wollen sie reden, sich verstanden fühlen und nicht allein sein. Mit ihren Gefühlen, ihren Gedanken – ihrer Angst, die seit dem Krieg in der Ukraine ihr ständiger Begleiter ist.

Das hat die Autorin schön bildlich zusammengefasst. Die Geschichte ist mit so viel Gefühl geschrieben, dass man von Seite zu Seite schwingt. Zwischen dem Beschwingtsein und dem Schwerwerden, aber immer mit einem Lichtblick auf die Hoffnung, dass sich alles wieder ändern, zum Guten wenden, könnte. Sie zeigt uns, was wir verloren haben, was wir nicht sehen und was es uns manchmal kostet, wenn wir uns verlieren. Vor allem, wenn wir den Mut verloren haben, wir selbst zu sein, um für uns einzustehen. Uns schlecht zu fühlen für Dinge, die sich manchmal einfach so ergeben. Aus Umständen, aus Wünschen oder Träumen.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Wie man trotz zugiger Weltlage hoffnungsvoll bleibt

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Die namensgebende Metapher hat mich sehr berührt und abgeholt.

Die Protagonistin führt eigentlich ein zufriedenstellendes Leben, bis es plötzlich anfängt »zu ziehen«. Wie sehr sie sich auch müht, sie ...

Die namensgebende Metapher hat mich sehr berührt und abgeholt.

Die Protagonistin führt eigentlich ein zufriedenstellendes Leben, bis es plötzlich anfängt »zu ziehen«. Wie sehr sie sich auch müht, sie kann die undichte Stelle nicht beseitigen, um es endlich wieder behaglich zu haben. Zwischen Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg, Mutterschaft und Arztpraxis sucht und findet sie ihren Weg.

Wie kann man weitermachen und nicht aufgeben, wie anderen helfen ohne selbst kaputt zu gehen? Und all das, wo es doch scheinbar immer noch zugiger wird auf dieser verrückten Welt.

Themen die jeden angehen und berühren, Gedankengänge, in denen man sich wiederfindet, Ansätze, die einen einmal zum Schmunzeln und ein andermal zum Weinen bringen. Dieses Buch hat wirklich viel zu bieten und hilft trotz einem realistischen Blick auf die Weltlage, tagtäglich »seine Frau zu stehen«.

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