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Veröffentlicht am 23.03.2026

Eine Liebe für immer

Das White Octopus Hotel
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Eve leidet schon ihr ganzes Leben unter gewaltigen Schuldgefühlen. Als sie von der Magie des White Octopus Hotels hört, die eine zweite Chance verspricht, zögert sie daher nicht lange und bricht in die ...

Eve leidet schon ihr ganzes Leben unter gewaltigen Schuldgefühlen. Als sie von der Magie des White Octopus Hotels hört, die eine zweite Chance verspricht, zögert sie daher nicht lange und bricht in die Schweiz auf - und landet in der Vergangenheit in dem wohl faszinierendsten Hotel aller Zeiten.
Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich emotional so mitgenommen hat. Hier liegt die Magie nicht nur in den wundersamen Gegenständen im Hotel, sondern auf jeder Buchseite und die Worte dieser Rezension können ihm nicht gerecht werden.

Zunächst zum Aufbau: Die Geschichte folgt überwiegend Eves Perspektive, springt zwischendurch aber auch mal zu Max, sodass wir von beiden Hauptcharakteren einen gelungenen Einblick erhalten. Dazu spielt das Geschehen in den unterschiedlichsten Zeiten, aber ich fand es nicht allzu schwer, den Überblick zu behalten.
Es hat großen Spaß gemacht, die einzelnen Puzzleteile und Hinweise zusammenzusetzen, um die Zeitreise und Zusammenhänge zu verstehen - und in dem Moment, in dem man es versteht, trifft die Geschichte wirklich mit Wucht alle Emotionen.
Die Zeitreise von Eve beginnt dabei erst nach einem längeren Einleitungsteil, was ich aber gut so fand, da man sie und ihr Leben so erst richtig kennenlernen kann, bevor man sich in die Hotelwelt stürzt.

Das Hotel war dabei wunderbar fantasievoll, mit vielen skurrilen Details und allerlei Merkwürdigkeiten. Jeder Raum wurde toll beschrieben, man fühlt sich selbst wie mitten drin im Hotelleben.
Auch Eve und Max haben mir richtig gut gefallen, sowohl ihre Interaktionen und langsame Liebesgeschichte, als auch ihre Charakterentwicklung und Hintergründe.
Themen wie Schuld, Trauma, Krieg, Vergebung und komplizierte (Familien-)Beziehungen wurden glaubhaft dargestellt und man konnte gut mitfühlen und teilweise auch mitleiden.
Ich liebe Zeitreisegeschichten, daher konnte mich dieses Buch echt mitreißen - Highlight des bisherigen Jahres!

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Spannender Themenmix

We Who Will Die
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Den Beginn der Geschichte hat man in ähnlicher Form vermutlich schon oft gelesen: Bruder oder Schwester der Protagonistin sind in tödlicher Gefahr, daher opfert sie sich selbst oder geht einen gefährlichen ...

Den Beginn der Geschichte hat man in ähnlicher Form vermutlich schon oft gelesen: Bruder oder Schwester der Protagonistin sind in tödlicher Gefahr, daher opfert sie sich selbst oder geht einen gefährlichen Handel ein, um ihn/sie zu retten.
Protagonistin Arvelle landet hier in einem Wettbewerb voller brutaler Arenakämpfe, die sie gewinnen muss, um anschließend den grausamen Imperator töten zu können. Irgendwie an ihrer Seite: Zwei Vampire, mit ihren ganz eigenen Motiven und Geheimnissen.

Hier wird das Rad nicht neu erfunden, viele der Tropes und Handlungselemente sind wohlbekannt, allerdings fand ich den Mix dann doch ganz interessant: Ein Setting wie in Gladiator mit Kolosseumskämpfen, aber dazu noch Vampire - und Magie!
Das Magiesystem hat mir hierbei überraschend gut gefallen, es wird immer wieder kurz erklärt bzw. weiter ausgebaut, ohne dabei zu kompliziert zu werden.
Passend dazu gibt es auch noch Götter, Religion und Fantasiekreaturen wie Zentauren und Greife.
Die Kämpfe und Prüfungen waren auch ganz spannend, kamen aber etwas unerwartet und teilweise plötzlich.

Den Schreibstil allgemein fand ich sehr angenehm, was auch seinen Teil dazu beigetragen hat, dass ich das Buch teilweise kaum aus der Hand legen konnte. Man fliegt durch die Seiten und kann dabei herrlich in diese Welt abtauchen und mitfiebern.
Arvelle als Protagonistin war mir ebenfalls sympathisch, sie kämpft nicht nur stark gegen die Herausforderungen der Gegenwart, sondern auch gegen die Dämonen ihrer Vergangenheit.
Dagegen hätte ich mir jedoch ein wenig mehr Tiefe bei einigen Nebencharakteren gewünscht, die interessant wirkten. Generell gab es zeitweise sehr viele Namen und einige davon konnte ich mir absolut nicht merken, hier wäre eine Übersicht nicht schlecht gewesen.
Wer gerne Romantasy liest, wird hier auf jeden Fall auch auf seine Kosten kommen, auch wenn manches etwas bekannt wirkt.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Ein lustiges Theaterstück auf den Bühnen der Welt

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Dieser Roman hat mich tatsächlich sehr positiv überrascht. Während ich den Stil zu Beginn noch eher ungewöhnlich fand, hat sich meine Lesefreude mit jeder Seite mehr und mehr gesteigert.
Erzählt wird die ...

Dieser Roman hat mich tatsächlich sehr positiv überrascht. Während ich den Stil zu Beginn noch eher ungewöhnlich fand, hat sich meine Lesefreude mit jeder Seite mehr und mehr gesteigert.
Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Doppelagent Dieter, Dichter Jakob sowie ihrer Bekannten Francesca. Ihre gemeinsame Reise beginnt in Rom und führt sie bis nach Kasachstan, sodass man so einige tolle Schauplätze kennenlernt.
Diese werden toll beschrieben, nicht zu ausführlich, aber so, dass man sich alles wunderbar vorstellen kann und sich mitten drin im Geschehen fühlt. Ich hatte öfters auch das Gefühl, der Autor war bereits persönlich an den Orten und konnte sie daher so passend beschreiben.
Auch der damalige Zeitgeist wird gekonnt eingefangen, während man auch noch einiges über diese Zeit lernen kann - eine Geschichtsstunde, die super unterhält statt zu langweilen!

Dies wird vor allem durch den Humor des Buches gewährleistet. Während dieser natürlich wie immer Geschmackssache ist, fand ich ihn überraschend großartig. Extrem skurrile Szenen und Charaktere, dazu immer wieder gelungene Wortwitze, fast wie in einem Comedy-Theaterstück. Immer wieder dachte ich beim Lesen "wir kommt man auf so eine Idee" und musste wirklich schmunzeln.
Auch die Charaktere sind wirklich einmalig und mir schon auch irgendwie ans Herz gewachsen, so verrückt sie auch sind.
Dazu kann man auch ganz gut mitspekulieren und eigene Theorien über sie aufstellen.
Nur hier liegt auch mein großer Kritikpunkt: Am Ende bleiben leider sehr viele Fragen offen. Anscheinend ist eine Fortsetzung geplant, jedoch hätte ich mir ein etwas runderes Ende für dieses Buch gewünscht, zumindest die Beantwortung einiger Kernfragen. Von daher muss ich leider einen Stern abziehen, auch wenn der Rest der Geschichte echt wirklich Spaß gemacht hat und sehr zu empfehlen ist!

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Das Spiel des Todes

Ruf der Leere
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Sieben Menschen Anfang 20, ein Partywochenende in einer einsamen Waldhütte, was soll schon schiefgehen? Blöd nur, dass alle ihre ganz eigenen Geheimnisse mitbringen, die nicht immer nur harmlos sind - ...

Sieben Menschen Anfang 20, ein Partywochenende in einer einsamen Waldhütte, was soll schon schiefgehen? Blöd nur, dass alle ihre ganz eigenen Geheimnisse mitbringen, die nicht immer nur harmlos sind - und dann taucht auch noch ein seltsamer alter Mann auf...
Dieses Buch ist mal wieder ein typisches Opfer seines Klappentextes. Das was man anhand dessen erwartet, spielt in Wirklichkeit nur eine geringe Rolle und kommt auch erst in der zweiten Hälfte überhaupt vor. Für Psychothriller-Fans kann dies daher durchaus verwirrend sein.
Wenn man sich daran jedoch nicht stört, erwartet einen eine spannende Geschichte über menschliche Abgründe, Moral und Ethik, Manipulation sowie die Beziehungen und Gefühle der jungen Charaktere.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven der Partygäste, jedoch gehen wir auch immer wieder mal in die Vergangenheit zurück und erkunden das letzte halbe Jahr, um so zu verstehen, was die Hintergründe für alles sind.
Dies mag verwirrend klingen, ist allerdings doch recht einfach zu folgen, da Zeitangaben am Kapitelanfang vorhanden sind.
Manche Charaktere sind allerdings doch etwas sehr kurz dabei gekommen, sie waren mehr Beiwerk und hatten kaum Tiefe bzw. hat sich diese auf einen einzigen Aspekt beschränkt, der relevant für die Handlung war. Felix hingegen war ein aus meiner Sicht sehr interessanter Charakter und stand auch ziemlich im Fokus. Ich mochte ihn nicht wirklich, aber das war im Grunde auch nicht das Ziel das Geschichte.
Wenn man sich nicht zu sehr auf den Klappentext versteift und stattdessen anhand immer neuer Puzzlestücke die Geschichte und Gefühle einiger Charaktere zusammensetzen möchte, dann kann ich dieses Buch durchaus empfehlen.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

So geht Charakterentwicklung!

Prinzessin der tausend Diebe – Chosen
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Ohne große Umschweife knüpft das Buch an den ersten Band an und wirft uns in eine ziemlich düstere Situation:
Sora wurde getötet, unheimliche Monster überrennen die Städte, die Welt steht am Abgrund.
Jia ...

Ohne große Umschweife knüpft das Buch an den ersten Band an und wirft uns in eine ziemlich düstere Situation:
Sora wurde getötet, unheimliche Monster überrennen die Städte, die Welt steht am Abgrund.
Jia wird zur Protagonistin der Geschichte und sieht nur noch eine Lösung: Eine Zeitreise in die Vergangenheit, um die Ursache der Monster zu finden und auszulöschen. Doch wird sie ihren Plan dort auch umsetzen können?

Inhaltlich ist dies zwar eine Fortsetzung, jedoch könnte man es denk ich auch gut einzeln lesen, da diesmal ja Jia im Zentrum der Handlung steht. Für das volle Erlebnis empfehle ich aber trotzdem mit Band 1 zu beginnen, einfach um Jias Charakterentwicklung noch besser verfolgen zu können. Diese ist nämlich außerordentlich gut gelungen - von der ehemaligen Gegenspielerin wandelt sie sich zur Antiheldin und schließlich irgendwie sogar zu einer richtigen Heldin. Dies findet in einem angemessenen Tempo und schleichend statt, als Leser*in kann man wunderbar verfolgen, wie sich durch besondere Begegnungen und Erlebnisse ihre Ansichten und Denkweisen ändern, wie sie mehr Gefühle zulässt und langsam zu sich selbst findet.
Ihre Gefühlswelt konnte auch mich emotional echt packen, ich habe mitgefiebert und auch ein paar Tränchen vergossen.
Dazu ist sie auch einfach ein echt cooler Charakter, sie ist quasi der Inbegriff von "Badass" - was es umso schöner macht zu beobachten, wie ihr Herz erweicht wird.

Doch nicht nur Jia konnte mich als Charakter überzeugen, auch die Nebencharaktere und der Mann an ihrer Seite waren toll geschrieben und haben mein Herz erobert. Man hat hier immer wieder Found Family Vibes gespürt, sie alle hatten ihre Eigenarten, aber waren authentisch geschrieben und hatten einen wunderbaren Zusammenhalt.
Ich war richtig traurig, als die Geschichte vorbei war und hätte noch viele Kapitel mehr über diese Gruppe und die Liebesbeziehung lesen können.
Auch das Tempo war sehr angenehm, im ersten Band konnte ich manchmal nicht so gut folgen, das Problem hatte ich hier diesmal gar nicht - also falls euch Band 1 nicht so komplett zugesagt habt, gebt diesem Buch auf jeden Fall eine Chance!
Mein einziger Kritikpunkt bezieht sich auf die Logik hinter der Zeitreise bzw. einige Fragen, die nicht so ganz beantwortet wurden.
Ich mag konkrete Antworten generell lieber als offene Fragen, daher fand ich es etwas schade, jedoch auch passend zum koreanischen Stil.
Aus emotionaler Sicht bin ich echt begeistert, daher kann ich es verschmerzen, jedoch könnte es etwas unbefriedigend sein, wenn man für alles logische Erklärungen möchte.
Insgesamt ein toller Abschluss der Dilogie, der mir sogar noch besser gefallen hat als der Vorgänger!

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