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Veröffentlicht am 26.05.2026

Wie das Leben so spielt

Salto
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Marko und Claire sind seit einigen Jahren schon zusammen, haben gerade Abi gemacht und träumen von einem gemeinsamen Umzug samt Studium nach München.
Doch für Marko gibt es nur Absagen, seine Alternative ...

Marko und Claire sind seit einigen Jahren schon zusammen, haben gerade Abi gemacht und träumen von einem gemeinsamen Umzug samt Studium nach München.
Doch für Marko gibt es nur Absagen, seine Alternative führt ihn nach Budapest, die Beziehung zu Claire wird beendet um eine Fernbeziehung zu vermeiden.
Und dann kommt auch dort alles ganz anders als geplant...

Salto ist ein Buch, das ich absolut verschlungen habe: Die Kapitel sind kurz, der Schreibstil angenehm und die Sprache leicht verständlich. Dazu gab es zwar keine klassische Spannung, trotzdem wollte ich permanent wissen, wie es weitergeht.
Die Sprache war hierbei passend zum Alter des Protagonisten und Ich-Erzählers Marko, seine Formulierungen und Gedanken wirkten sehr authentisch und nicht künstlich. Anspielungen auf die heutige Jugendkultur wurden so eingebaut, dass es natürlich wirkt und dabei auch für andere Altersgruppen vermutlich gut nachvollziehbar bleibt.
Dabei werden immer wieder Sätze und Textstellen mit großer Wortgewalt eingebaut, wunderbare Abschnitte, die ich doppelt gelesen habe. Teilweise haben mich einzelne Zitate an eine Art Poetry Slam erinnert.

Es gibt nicht viele Charaktere, dafür lernen wir diese umso besser kennen bzw. Markos Beziehungen zu ihnen. Hier kann nicht nur die zarte und unaufdringliche Liebesgeschichte glänzen, sondern auch die Schilderung einer Vater-Sohn-Beziehung. Statt großer Dramatik wird alles in leisen Tönen erzählt, eine Geschichte, wie sie das Leben halt so spielt.
Die Handlung spielt über mehrere Monate hinweg, immer wieder gibt es kleine Zeitsprünge und man ist hautnah dabei, wenn sich die Charaktere mit gescheiterten Plänen, Krankheiten und der Ungewissheit nach der Schule auseinandersetzen müssen. Viele dieser Gefühle hallen dabei im Leser wider, man erinnert sich an seine eigenen Erfahrungen und kann gut mitfühlen, selbst wenn der eigene Weg anders aussah.
Eine authentische Coming-of-Age-Geschichte, über die unergründlichen Wege des Lebens, in beeindruckenden Worten erzählt!

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Veröffentlicht am 26.05.2026

In einem anderen Leben

Fast ein Leben
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Dieses Buch war wirklich eine Überraschung für mich!
1978 befinden wir uns zusammen mit Erica und Laure in Paris, der Stadt der Liebe. Während Erica eigentlich nur Urlaub vor dem anstehenden Studium machen ...

Dieses Buch war wirklich eine Überraschung für mich!
1978 befinden wir uns zusammen mit Erica und Laure in Paris, der Stadt der Liebe. Während Erica eigentlich nur Urlaub vor dem anstehenden Studium machen wollte (und vielleicht eine Sommerromanze mit einem Franzosen anfangen), begegnet sie durch Zufall der Doktorandin Laure, die zahlreiche Affären mit anderen Frauen hat.
Die Gefühle, die sich daraus entwickeln werden, sind für beide Frauen neu, stark, und doch finden sie einfach nicht wirklich zueinander. Über Jahrzehnte hinweg begleiten wir sie, immer begleitet von der Frage, ob es in einem anderen Leben ganz anders hätte verlaufen können.

Die Sprache sowie der Schreibstil haben mich sehr schnell begeistert: Die Atmosphäre der jeweiligen Zeit und des Handlungsortes wird gekonnt eingefangen in schönen Formulierungen, gleichzeitig lässt sich die Geschichte echt flüssig lesen und man fliegt quasi durch die Seiten, wie in einem Rausch, passend zu den Gefühlen der Protagonistinnen.
Die Beschreibungen fand ich gut gelungen, ohne viele Worte kann man sich jede Szene lebhaft vorstellen und reale Orte auch wiedererkennen.
Das Highlight war jedoch die Beziehung zwischen Erica und Laure, die wahnsinnig authentisch und bewegend erzählt wird.
Die Perspektiven wechseln, die Jahre vergehen, und immer ist man als Leser dabei.
In ganz verschiedenen Lebenssituationen wird die Liebe zwischen den beiden Frauen erkundet und nicht immer konnte ich die Entscheidungen nachvollziehen, nicht immer waren die Frauen mir sympathisch, aber immer konnte ich doch irgendwie mitfühlen.
Es war nie kitschig, dafür geprägt von Verletzlichkeit und anderen Problemen, die ihre Handlungen und Lebenswege beeinflussen.
Besonders gefallen haben mir auch die ruhigen Töne, statt dramatischer Situationen und übertriebenen Momenten lebt das Buch vielmehr von eher "normalen" Geschehnissen, nichts wird irgendwie beschönigt, alles wird recht authentisch dargestellt.
Eine ganz besondere Liebesgeschichte über Homosexualität und das ewige "Was wäre wenn"!

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Krimi in ungewöhnlichem Stil

Amalfi Mortale. Kein Urlaub ohne Mord
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Ein Krimi in einem Krimi: Eleanor ist Autorin und schreibt über ihren ehemaligen Urlaubsflirt Connor - aus einer kleinen Geschichte wird nur unerwarteterweise eine sehr erfolgreiche Buchreihe. Dazu erpresst ...

Ein Krimi in einem Krimi: Eleanor ist Autorin und schreibt über ihren ehemaligen Urlaubsflirt Connor - aus einer kleinen Geschichte wird nur unerwarteterweise eine sehr erfolgreiche Buchreihe. Dazu erpresst Connor sie auch noch seit Jahren, kein Wunder also, dass sie seine Buchfigur endlich um die Ecke bringen will. Dumm nur, dass jemand genau dies während einer Lesereise nach Italien auch anscheinend mit dem echten Connor plant...
Der Stil des Buches ist sehr ungewöhnlich: Zunächst gibt es laufend Fußnoten wie in einer wissenschaftlichen Arbeit. Dort schreibt Eleanor zusätzliche Informationen, Anmerkungen, Hinweise oder einfach nur weitere Gedanken hinein. Während ich dies zu Beginn noch interessant und ganz lustig fand, hat es mich später zunehmend genervt, da der Lesefluss immer wieder unterbrochen wurde, besonders bei teilweise drei Fußnoten auf einer Seite.
Dazu versucht Eleanor auf dieser Reise ihr nächstes Buch zu schreiben, dementsprechend gibt es immer wieder auch Auszüge aus ihren Überlegungen in Form eines Exposé. Diese fand ich doch eher überflüssig, vielleicht hat es meinen Humor auch nicht so getroffen.

Generell mochte ich die Idee einer Autorin, die ihr neues Buch plant und dabei in echte Ermittlungen verwickelt wird, das hatte so ein schönes Meta-Gefühl. Wirklich warm bin ich mit den Charakteren jedoch nicht geworden, viele von ihnen sind nur recht oberflächlich charakterisiert worden, sodass ich weder groß mitfühlen konnte, noch richtig miträtseln. Es gibt einige Hinweise, mit denen ich persönlich jedoch nicht so viel anfangen konnte und die meine Neugier dadurch eher nicht so geweckt haben. Statt viel Handlung gibt es streckenweise auch oft nur Dialoge - diese waren teilweise ganz witzig und unterhaltsam zu lesen, teilweise aber auch leicht verwirrend, gerade wenn fünf oder mehr Personen beteiligt waren.
Die Handlungsorte in Italien waren schön gewählt, hätten aber gerne noch mehr beschrieben werden können, damit man sich richtig urlaubsmäßig hineinfühlen kann, das war leider etwas knapp.
Insgesamt eine ganz witzige Geschichte mit ein wenig Spannung, die stilistisch jedoch nicht komplett meinen Geschmack getroffen hat.

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Tagebuch der Zerissenheit

Zugwind
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Jeder kennt die Nachrichtenbilder des Ukrainekriegs, doch wenige werden die Menschen dahinter wirklich kennen, die Geflüchteten, aber auch die zuvor schon Ausgewanderten.
Was fühlen sie, welche Gedanken ...

Jeder kennt die Nachrichtenbilder des Ukrainekriegs, doch wenige werden die Menschen dahinter wirklich kennen, die Geflüchteten, aber auch die zuvor schon Ausgewanderten.
Was fühlen sie, welche Gedanken schwirren ihnen im Kopf rum, was lässt ihnen keine Ruhe, wie kommen sie in diesem neuen Leben klar?
Die Autorin erkundet diese Fragen in einer Geschichte, die sich sehr persönlich anfühlt und liest.
Die Gedanken der Protagonistin Mira, einer jungen Ärztin, die schon einige Jahre vor dem Krieg nach Deutschland gezogen ist, wirken so wie die Gefühle der Autorin selbst und sind dadurch besonders authentisch und bewegend.

Der Schreibstil ist dabei sehr poetisch, auf fast jeder Seite kann man schöne Zitate finden, die einen tief treffen und die man auch öfters lesen möchte.
Es wirkt teilweise ein wenig wie ein Tagebuch, als ob man all den Gefühlen im Kopf einen weiteren Raum geben möchte indem man sie auf Papier bannt.
Dabei lernt man natürlich Miras Sicht sehr eindrücklich kennen und kann gut nachvollziehen, wie es ihr mit der Situation und all den schlimmen Dingen geht.
Darf man noch glücklich sein, wenn in der Heimat Menschen sterben? Oder muss man es sogar? Wie soll man so seine Rolle als Mutter, Ehefrau oder Ärztin erfüllen?
Dazu erzählt sie zusätzlich noch von all den Menschen, die geflüchtet sind, von ihren kleinen und großen Problemen im neuen Alltag und der Kriegssituation.
Man fühlt sich den Ukrainer*innen mit jeder Seite näher, das was bisher in der Distanz war wird einem hier berührend nähergebracht.
Dies ist kein Buch, das man schnell nebenbei zur Unterhaltung liest, stattdessen ein wunderschön geschriebenes Werk voller Emotionen und Wortschätzen.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Fragile Familienbande

Summer Storms
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Eine unglaubliche reiche Familie, ein verstorbener Vater und diverse Aufgaben um das Erbe zu bekommen - was soll schon schiefgehen?
Alice trifft auf der Familieninsel nach Jahren ihre Mutter und Geschwister ...

Eine unglaubliche reiche Familie, ein verstorbener Vater und diverse Aufgaben um das Erbe zu bekommen - was soll schon schiefgehen?
Alice trifft auf der Familieninsel nach Jahren ihre Mutter und Geschwister wieder, dazu lernt sie Jack kennen, mit dem sie eine Nacht verbracht hat, ohne zu wissen, dass er die Aufgaben fürs Erbe überwachen wird.
Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive von Alice erzählt, zwischendurch gibt es jedoch auch einzelne Kapitel aus der Sicht der Geschwister. Diese haben mir immer sehr gut gefallen und ich hätte gerne noch mehr davon gehabt, da man so die Nebencharaktere noch besser kennenlernen und verstehen konnte.

Das Erzähltempo habe ich zu Beginn als sehr angenehm empfunden, jeder Charakter wird nach und nach einzeln eingeführt, sodass man sich alle gut merken kann und gleichzeitig in die Handlung eintaucht. Es werden einige Fragen aufgeworfen, die neugierig machen und ein wenig Spannung aufbauen. Im Mittelteil flacht diese jedoch dann etwas ab und ich fand es teilweise sogar leicht zäh. Es passiert nicht wirklich viel, dafür gibt es immer wieder sehr lange Dialoge. Einerseits lerne ich die Personen gerne so besser kennen, andererseits hätte man sie auch durch mehr Handlungen zusätzlich charakterisieren können.
Im Fokus standen hier regelmäßig auch die Familienbeziehungen und ich fand es schön, diese zu erkunden und ihre Entwicklung zu verfolgen, besonders bei den Geschwistern gab es hier viele kleine schöne Momente.
Gar nicht packen konnte mich hingegen die Liebesgeschichte - ich habs einfach nicht gefühlt. Zu Beginn hatte es Potential, aber im weiteren Verlauf war für mich die Chemie nicht wirklich vorhanden, daher würde ich es als "Sommerromanze" eher nicht weiterempfehlen.
Wer jedoch einen Einblick in die Welt der Superreichen werfen und dabei Geschwisterbande erkunden möchte, der wird hier gut unterhalten.

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