Schwieriger Schreibstil
Der Sommer, der uns bliebIch muss gestehen, die Gestaltung des Buches hat mich so begeistert, dass ich lediglich den Klappentext vor dem Kauf gelesen habe, was sich im Nachhinein wohl als Fehler herausstellte.
Zunächst muss ich ...
Ich muss gestehen, die Gestaltung des Buches hat mich so begeistert, dass ich lediglich den Klappentext vor dem Kauf gelesen habe, was sich im Nachhinein wohl als Fehler herausstellte.
Zunächst muss ich die Aufmachung jedoch nochmal loben, von Farbschnitt bis zum Hardcover und Page-Overlay passt hier alles schön zusammen.
Auch die Idee der Geschichte hat mir gefallen: Damals quasi unzertrennliche Kindheitsfreunde treffen sich nach 20 Jahren in ihrer Heimatstadt wieder, wo zurückgeblickt wird auf ihre Jugendzeit und damalige Geheimnisse und erste romantische Gefühle. Dazu kommt dann noch ein bunter Themenmix aus Corona, Familienbeziehungen, Erkrankungen, Affären, alternden Eltern...
Teilweise wurde mir das Drumherum schon fast zu viel, dafür tritt die Haupthandlung ewig auf der Stelle - es passiert nicht wirklich was, auch Spannung baut sich keine auf.
Die Atmosphäre ist dafür wiederum besser gelungen, auch wenn sich hier das für mich größte Problem teilweise doch einmischt: Der Schreibstil.
Dieser konnte mich so gar nicht begeistern und wirkte eher ein wenig altmodisch auf mich, obwohl ich altersmäßig jetzt nicht so weit von den Protagonisten weg bin. Zunächst werden oft Wörter benutzt, die unnatürlich wirken. Auch die Dialoge leiden unter diesem Mangel, es wirkt vermehrt nicht wie ein normales Gespräch, sondern eher wie Schauspieler, die eine Szene im Theater vortragen.
Die Beschreibungen sind teils schön, teils aber auch zu übertrieben, sowohl von der Menge her, als auch von der Flut von Vergleichen und Metaphern.
Trotz angenehmer kurzer Kapitel sorgte dies dafür, dass mein Lesefluss immer wieder gestört wurde.
Ich kann mir aber auch vorstellen, dass eine etwas ältere Zielgruppe diesen Stil sehr lieben wird, so waren diese Kalendersprüche vor den Kapiteln schon so gar nicht mein Geschmack.
Drei Perspektiven zu verwenden war wiederum eine schöne Idee, allerdings waren diese doch auch recht ähnlich geschrieben. Die Charakterisierung der Figuren hätte durchaus noch mehr in die Tiefe gehen können.
Insgesamt konnte mich der Inhalt leider nicht so begeistern wie das Äußere, trotzdem kann ich mir auch gut vorstellen, dass andere Leser*innen große Freude an diesem Buch finden werden.