Wenn der Sturm mehr verschweigt als das Meer
Romy Fölck hat mit Fünf Fremde einen Thriller geschrieben, der sich nicht über billige Schockmomente definiert, sondern über Atmosphäre. Dieses permanente Gefühl, dass unter der Oberfläche etwas fault. ...
Romy Fölck hat mit Fünf Fremde einen Thriller geschrieben, der sich nicht über billige Schockmomente definiert, sondern über Atmosphäre. Dieses permanente Gefühl, dass unter der Oberfläche etwas fault. Das Meer, die raue Stimmung und diese fünf Menschen, die sich eigentlich kaum kennen und doch auf seltsame Weise miteinander verbunden sind – genau das zieht einen immer tiefer hinein.
Besonders stark fand ich, wie beklemmend die Geschichte wirkt, ohne ständig laut werden zu müssen. Viele Szenen leben eher von Blicken, Andeutungen und diesem unterschwelligen Misstrauen. Man merkt schnell: Hier trägt jeder etwas mit sich herum. Und genau das macht die Dynamik so spannend.
Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig, dabei aber eindringlich und bildhaft. Gerade die Naturbeschreibungen haben bei mir richtig funktioniert. Teilweise hatte ich das Gefühl, selbst mitten in diesem kalten Wind und dem grauen Wetter zu stehen.
Nicht jede Wendung hat mich komplett überrascht, aber die Spannung blieb trotzdem konstant hoch, weil ich einfach wissen musste, was wirklich hinter allem steckt. Vor allem das Zusammenspiel der Figuren hat für mich funktioniert.
Ein atmosphärischer Thriller, ruhig erzählt, aber mit einem starken Sog. Kein hektisches Dauerfeuer, sondern eher ein langsames Zuziehen der Schlinge. Genau mein Ding.