Cover-Bild Die Erben der Asche
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21,99
inkl. MwSt
  • Verlag: BoD – Books on Demand
  • Themenbereich: Belletristik - Fantasy: Episch
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Fantasy
  • Seitenzahl: 594
  • Ersterscheinung: 15.05.2025
  • ISBN: 9783837056754
Gabriella Queen

Die Erben der Asche

Jenseits der Mauer beginnt das Ende der Welt. Dort lauern die Düsteren. Kreaturen, die alles verschlingen. Und dort werden Verbrecher wie Azran hingeschickt - mit nur einer Chance auf Erlösung.
Einhundert getötete Monster, dann ist die Schuld gesühnt. Wer es schafft, darf heimkehren. Doch die Mauer ist kein Gefängnis, sondern ein Massengrab. Die Kreaturen sind übermächtig und sein größter Rivale, Morrow, ist viel kampferfahrener und kommt ihm immer wieder zuvor.
Während Azran verzweifelt um sein Leben und die Rückkehr nach Hause kämpft, verändert sich die Welt. Ein unheilvoller roter Schimmer legt sich über den Himmel. Die Seher der Kirche verkünden das Unvermeidliche: Der letzte Morgen naht. Die Zeit läuft ab.
Azran bleibt keine Wahl. Er muss allein ins Land hinter der Mauer reisen, von wo noch niemand zurückgekehrt ist. Er ahnt nicht, welche grausamen Wahrheiten dort lauern. Und auch nicht, dass ausgerechnet Morrow sich auf seine Seite schlagen wird.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.06.2025

Gelesen als eBook

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Ah … schwierig – von der Idee über den Stil bis hin zu der detailreichen Ausarbeitung der einzelnen Protagonisten fand ich „𝐃𝐢𝐞 𝐄𝐫𝐛𝐞𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐀𝐬𝐜𝐡𝐞“ echt klasse. Doch fehlte es mir persönlich an Mehr – vor ...

Ah … schwierig – von der Idee über den Stil bis hin zu der detailreichen Ausarbeitung der einzelnen Protagonisten fand ich „𝐃𝐢𝐞 𝐄𝐫𝐛𝐞𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐀𝐬𝐜𝐡𝐞“ echt klasse. Doch fehlte es mir persönlich an Mehr – vor allem in den ersten 60 % hätte ich mir mehr Spannung, Tempo und stellenweise auch mehr signifikante Ereignisse erhofft. Dementsprechend kam es mir öfter so vor, als dehnten sich die 583 eBook-Seiten immer weiter aus, statt weniger zu werden. Ein weiterer Kritikpunkt ist das flotte Ende, das konträr zu der slowen Reise steht, und das Fehlen von Kapitelüberschriften bzw. jenen Namen, von dessen Gedanken wir gerade Teil sind.

Denn erzählt wird aus vier Perspektiven: Azran und Morrow, die sich hinter der Mauer, an einem Ort, der die Stadt gegen mysteriöse Monster verteidigt, kennenlernen – aus Rivalen werden Verbündete und Liebende. Außerdem begleiten wir den vor seiner Bürde flüchtenden Dian und den tierfreundlichen Assassinen Kemlen. Auch das erste Aufeinandertreffen dieser beiden stand unter einem – mehr oder weniger – schicksalhaften Stern und machte aus einem Mörder und dessen Auftrag nicht nur Weggefährten und Freunde …
Während wir einiges über diese unterschiedlichen Figuren, ihre individuellen Geschichten, inneren Blessuren und gegenwärtigen Situationen erfahren, ihren Weg verfolgen, gerät etwas in Schieflage: Laut einer Prophezeiung des – niemals fälschlich sprechenden – Orakels bleiben der Menschheit und der Welt, wie sie im Jetzt besteht, nur noch 592 Schimmer – kein ganzes Jahr mehr, bevor sie untergeht. …
Wie würdest du die letzten Monate deines Lebens verbringen?
Wahrscheinlich nicht hinter Gittern, auf der riskanten Jagd nach Killcounts, nicht in den Fängen von Fanatikern, mit Angst in jeder Faser, nicht als Werkzeug, mit blutgetränkten Händen.
Auf der Suche nach Antworten, die das Volk weder von dem Ersten Morgen noch von anderen Obrigkeiten oder irgendwelchen Historikern erhielt, nach Lösungen, Freiheit (…) kommen die – nicht ganz freiwillig gebildeten – Zweierteams Geheimnissen nahe, finden Gefahren, stolpern von Hoffnungslosigkeit in Schwärze – auch in die eigene …

~ 𝗔𝗹𝗹𝗲 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝘀𝗶𝗻𝗱 𝗴𝗲𝗳𝗮𝗲𝗵𝗿𝗹𝗶𝗰𝗵. 𝗘𝘀 𝗶𝘀𝘁 𝗻𝘂𝗿 𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗙𝗿𝗮𝗴𝗲 𝗱𝗲𝗿 𝗨𝗺𝘀𝘁𝗮𝗲𝗻𝗱𝗲. ~

Dieser High-Fantasy-Roman war mein erstes Buch von Gabriella Queen – stilistisch fand ich Ton und Formulierungen sehr passend, das Setting kam vorstellbar zur Geltung und auch die bedrückende, ausweglose Stimmung lastet, entsprechend der Umstände, schwer auf dem Geschehen. Hierarchien und Gegebenheiten kristallisieren sich im Verlauf greifbar heraus, genau wie die Facetten und Intentionen der Charaktere. Queens Figurenausarbeitung, die (inneren) Konflikte und Motivationen, ihre Hintergründe sorgen dafür, dass Leser:innen sie trotz moralischer Fragwürdigkeit verstehen und mitfühlen können.
Wenn Morrow auch schwerer zu greifen war als die anderen, generiert die Autorin mit diesem – körperlich überlegenen – Mann durchweg Interesse und Neugier, genau wie mit Kemlen, der erst später seine eigenen Wahrheiten findet. Azran und Dian sind die treibenden Kräfte, die uns hauptsächlich mit Informationen versorgen und durch die Story tragen.
Wie erwähnt fehlte es mir großflächig an Spannung und Catch-Moments, dabei bietet die Handlung interessante Entwicklungen, Mysterien und reichlich Gefühl. Auch die eine oder andere Nebenfigur ist dem Gesamtpaket und dem Vorankommen zuträglich, genau wie Verluste und der hier und da mitschwingende Humor. Zwar verzichtet die Autorin nicht auf romantische Empfindungen und Intimitäten, jedoch sind diese passend dosiert und übertünchen zu keiner Zeit den über allem schwelenden Untergang … Apropos Zeit: Erklärungen zu Queens Zeitrechnung finden sich zu Beginn.
Sowohl die Zusammenführung der Paare als auch das Ende selbst hätte ich mir aufregender, spektakulärer gewünscht, doch letztlich ist „Die Erben der Asche“ eine gelungene, logisch ausgearbeitete High-Fantasy-Geschichte, die trotz kleiner Kritikpunkte überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

3,5 Sterne - Konnte mich nicht catchen

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Dieses Buch habe ich unerwartet auf einer Social-Media-Seite entdeckt und aufgrund des vielversprechenden Inhaltes spontan erworben. Bisher kannte ich die Autorin gar nicht, dachte mir aber, dass ich mal ...

Dieses Buch habe ich unerwartet auf einer Social-Media-Seite entdeckt und aufgrund des vielversprechenden Inhaltes spontan erworben. Bisher kannte ich die Autorin gar nicht, dachte mir aber, dass ich mal wieder einem Selfpublisher eine Chance gebe.

Ich bin davon ausgegangen, dass es sich der Inhaltsangabe entsprechend um zwei Protagonisten handelt. Zu meiner mäßigen Freude, waren es letztlich allerdings vier Protagonisten, wo ich mir die Frage gestellt habe, warum dies nicht vorher – durch den Klapptext o. ä. – nicht hervorgehoben wurde. Prinzipiell ist mir die Anzahl der wichtigen Personen egal. Allerdings stellte sich mir bei den ersten Kapiteln aus Dains und Kemlens Sicht die Frage, was beide mit der Geschichte zu tun haben. Und davon bin ich einfach kein Fan.

Eigentlich hatte Morrow das Potenzial mein Lieblingscharakter zu werden: düster, geheimnisvoll und verschwiegen, neben seinem Talent für das Monstertöten und der Ausstrahlung eines Anführers. Geworden ist es allerdings Azran, denn seine Gedankenwelt und gerade, wie sich sein Charakter entwickelt hat, hat mir insgesamt am besten gefallen. Die Kombination aus beiden gemeinsam war solide. Um ehrlich zu sein, habe ich die beiden nicht unbedingt in einer Beziehung als mehr als Freunde gesehen. Mir fehlte es massiv an körperlicher Anziehung, an präsenten Gedanken zum jeweils anderen und ich habe die Verbindung der beiden letztlich nicht vollumfänglich gefühlt. Morrows Vergangenheit hatte wahnsinnig viel Potenzial, aber so wirklich catchen konnte die Autorin mich damit nicht. Wobei sich offenbar Mühe gegeben wurde seine Vergangenheit und auch sein Verhalten dahingehend zu verschleiern.

Leider gilt ähnliches für Dain und Kemlen. Ich mochte beide alleine und auch zusammen, doch auch hier schaffte die Autorin für mich einfach nicht den Sprung von Freundschaft zu Liebe. Von dieser Konstellation mochte ich Kemlen ein wenig lieber, der aber auch durch seinen Gedächtnisverlust eine gewisse Naivität und Gedankenlosigkeit mitbringt, die dem Buch zwar eine Menge Leichtigkeit verschafft, ich zeitweilen aber nicht glaubhaft fand. Wer würde denn blind einem anderen Mann durch einen ganzen Landstrich folgen, statt auch nur einen einzigen Versuch zu unternehmen, selbst etwas über sich herauszufinden. Auch habe ich mich das ganze Buch lang gefragt, ob sich jemand aus seiner Vergangenheit vielleicht mal die Mühe macht herauszufinden, warum er mit seinem Auftrag gescheitert ist – bzw. um ihn für sein Versagen zu bestrafen.

Inhaltlich ist „Die Erben der Asche“ bereits gut aufgestellt. Das Worldbuilding ist komplex und überzeugt in vielen Punkten. Ich hatte den Eindruck, dass einige Elemente als solche nicht genügend Aufmerksamkeit bekommen haben. Gerade die hiesige Kirche, die ja doch eine zentrale Rolle spielen könnte oder auch Dains Vergangenheit, gerade seinen Vater und seine Schwester betreffend hätten in meinen Augen bedeutend mehr Raum einnehmen müssen.

Tatsache ist nun mal, dass sich diese Geschichte leider sehr zäh liest. Ich fand den Inhalt weder besonders spannend noch mitreißend und habe gerade auf den letzten 100 Seiten verzweifelt auf irgendetwas gewartet, dass Drama und Action einbringt. Inhaltlich dümpeln wir vor uns hin, die Momente, die Spannung erzeugen könnten verstreichen zu schnell um mich wirklich gefangen nehmen zu können. Auch hatte ich einfach den Eindruck, dass die Spannung immer auf dem gleichen Level stattfand. Als würde der Spannungsbogen einfach nicht über eine gewisse Linie hinaus kommen. Dennoch mochte ich das Ende, weil es zur Abwechselung mal was anderes war.

Ich glaube mein größtes Problem mit dieser Geschichte ist die einfache Tatsache, dass ich inhaltlich wohl mit etwas anderem gerechnet habe. Gerade die Emotionen unserer Protagonisten, aber auch so Kleinigkeiten wie andere Freundschaften, der Geschlechtsverkehr oder die doch recht wichtige Vergangenheit der Charaktere bekommen nicht so viel Raum wie ich es gerne gesehen hätte.


Fazit

Trotz des wahnsinnig vielversprechenden Inhaltes konnte diese Geschichte mich leider nicht für sich gewinnen. Meine Vorstellung vom Buch und was inhaltlich passiert deckt sich offensichtlich nicht, wenngleich es wirklich schöne Aspekte, wie das Worldbuilding und die Charakterentwicklung gegeben hat.

Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.

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