Highlight
The Ballad of Falling DragonsIch habe so unfassbar lange darauf gewartet, endlich diesen zweiten Teil in Händen halten zu dürfen, dass ich es doch erstmal einige Tage lang ungelesen liegen gelassen habe. Doch dann ist mir wieder eingefallen, ...
Ich habe so unfassbar lange darauf gewartet, endlich diesen zweiten Teil in Händen halten zu dürfen, dass ich es doch erstmal einige Tage lang ungelesen liegen gelassen habe. Doch dann ist mir wieder eingefallen, wie sehr ich den ersten Teil gemocht habe und dann konnten mich die über 1000 Seiten auch nicht mehr davon abhalten, endlich damit anzufangen.
Und was soll ich sagen? Die ersten 150 Seiten war ich mehr verwirrt als alles andere. Hier haben wir mal wieder ein Buch, bei dem ich um eine kurze Wiedergabe der Geschehnisse gelechzt habe, denn ich konnte mit ganz vielen Namen, Orten und Wesen nicht mehr ganz so viel anfangen, wie ich es mir selbst gewünscht hätte. Geholfen haben allerdings das Namensregister und die Auflistung der Lebewesen am Ende des Buches.
„The Ballad of Falling Dragons“ war eine Explosion aus Emotionen, Charakterentwicklung, an Kämpfen und Spannung, aber ebenso an Dynamik und tiefer Verbundenheit zu Charakteren, die leider nur auf dem Papier existieren. In meinen Augen stand gerade die Charakterentwicklung, insbesondere bei Raeve, im Vordergrund, was wir während des Lesen auch immer wieder deutlich merken. Durchbrochen von eher kleinen Plot Fortschritten sind es gerade die Emotionen und das fortschreitende Wordbuilding, was mich überzeugen können.
Dennoch gab es genug Momente, wo ich Raeve einfach nur packen und schütteln wollte, während ich sie anbrülle, dass sie doch endlich die ganze Wahrheit Preis geben und sich ihren eigenen Ängsten stellen soll. Wofür sie mich wiederrum ganz schnell zum Schweigen bringen würde. Sehe ich aber das große Ganze, kann ich ihre Zweifel und ihre Angst vor ihren eigenen Erinnerungen total verstehen. In ihrem Leben ist sie schon so viel Leid begegnet, hat so viel verloren und ihr Herzschmerz bzw. der Schmerz ihrer Anderen hat mich immer wieder eiskalt erwischt. Doch sie ist genauso bereit für ihre Lieben, ganz besonders Kaan, alles zu geben, bis zum letzten zu kämpfen, jeden Teil von sich selbst zu opfern und sich ganz ihrer Rache hinzugeben, dass die Autorin hier einen schmalen Grat zwischen Liebe und Hass perfekt einfängt.
Kaan ist der ruhige Fels in Raeves Universum. Er liebt so tief und innig, beschützt, ohne einzuengen, verteidigt, wenn er muss und versucht auf seinem Weg das Richtige zu tun, obwohl er ebenso viel verloren hat wie Raeve. Ich mag ihn sehr und denke auch, dass er das perfekte Gegenstück zu unserer leicht durchgeknallten Protagonistin ist. Über die Rückblicke in seine Vergangenheit habe ich mich gefreut, weil wir von ihm und seinem innersten Wesen so noch mehr zu sehen bekommen haben. Vermisst habe ich ein wenig seine Rolle als König, weil wir im Laufe dieses Buch zwar viel rumkommen, uns aber wenig in Burn aufhalten, wo er herrscht.
Das Worldbuilding der absolute Wahnsinn. Selbst jetzt nach diesem dicken Wälzer gibt es immer noch Dinge, die wir nicht wissen, wie Dinge, deren Geheimnisse sich endlich gelüftet haben. Ganz besonders die Liebe zwischen Drachen und Reiter habe ich ins Herz geschlossen, die unterschiedlichen Länder und deren Differenzen, diese Welt voller spannender Lebewesen, aber genauso das viele Leid, sodass die schönen Momente umso wertvoller erscheinen.
Fazit
Weiß ich jetzt wieder mal nicht, was ich mit meinem Leben anfange, bis der nächste Teil erscheint? Jap. Muss ich dann beide Bände nochmal lesen? Wahrscheinlich. Aber das ist es mir wert, denn ich hatte so unfassbar viel Freude, aber genauso Kummer der besten Art beim Lesen, dass ich es kaum erwarten kann.
Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.