Cover-Bild Nach einem Traum
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: GOYA
  • Themenbereich: Belletristik
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 16.03.2023
  • ISBN: 9783833746086
Gina Schad

Nach einem Traum

Marie hat sich in Simon verliebt, und Simon sich in Marie. Aber Simon ist verheiratet und versucht, der körperlichen Anziehung zu widerstehen – dennoch finden sie eine Möglichkeit, sich einander nahe zu fühlen: im digitalen Raum. Die beiden schreiben sich intensive Nachrichten. Mit der Zeit steigert sich Maries Sehnsucht nach Simon, nach Intimität, nach Kontrolle zu einem fieberhaften Bedürfnis. Immer tiefer taucht sie in den sozialen Medien in sein Leben ein und verliert dabei ihr eigenes aus dem Blick. Ihre Karriere als Cellistin und ihre Freundschaften treten hinter dem Bedürfnis zurück, nach versteckten Botschaften von Simon in seinen Stories und Posts zu suchen. Auch der Versuch, eine Beziehung mit dem musikbegeisterten Philipp einzugehen, scheitert.
Als Simon den Kontakt abbricht, fällt es Marie noch schwerer, loszulassen. Bald ist sie nicht mehr nur regelmäßig auf Simons Profil unterwegs, sondern auch auf denen seiner Frau und seiner Kinder. Marie bemerkt die Grenzüberschreitung und versucht, sich abzulenken, doch es ist wie verhext: Jedes Mal, wenn sie gerade etwas Distanz zu Simon bekommt, läuft sie ihm zufällig über den Weg. Oder sind ihre Begegnungen gar nicht so zufällig?

"Nach einem Traum" geht der Frage nach, wie wir damit umgehen, wenn Sehnsüchte sich in Süchte verwandeln. In Zeiten von Digitalisierung, sozialen Medien und sich wandelnden Beziehungen kann ein Roman über Liebe nicht aktueller sein.

»Wie schmerzhaft wird die Unverfügbarkeit einer geliebten Person, die zum Liken nahe, aber doch ein Leben entfernt ist? Gina Schad ergründet zärtlich und intim die geheimen Winkel unserer Online-Sehnsüchte und porträtiert dabei delikat die besondere Empfindsamkeit und den abstrakten Kummer im digitalen Verlieben.« Samira El Ouassil, Autorin

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2023

Liebe im 21. Jahrhundert

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Inhalt:
„Marie hat sich in Simon verliebt, und Simon sich in Marie. Aber Simon ist verheiratet und versucht, der körperlichen Anziehung zu widerstehen – dennoch finden sie eine Möglichkeit, sich einander ...

Inhalt:
„Marie hat sich in Simon verliebt, und Simon sich in Marie. Aber Simon ist verheiratet und versucht, der körperlichen Anziehung zu widerstehen – dennoch finden sie eine Möglichkeit, sich einander nahe zu fühlen: im digitalen Raum. Die beiden schreiben sich intensive Nachrichten. Mit der Zeit steigert sich Maries Sehnsucht nach Simon, nach Intimität, nach Kontrolle zu einem fieberhaften Bedürfnis. Immer tiefer taucht sie in den sozialen Medien in sein Leben ein und verliert dabei ihr eigenes aus dem Blick. Ihre Karriere als Cellistin und ihre Freundschaften treten hinter dem Bedürfnis zurück, nach versteckten Botschaften von Simon in seinen Stories und Posts zu suchen. Auch der Versuch, eine Beziehung mit dem musikbegeisterten Philipp einzugehen, scheitert. Als Simon den Kontakt abbricht, fällt es Marie noch schwerer, loszulassen. Bald ist sie nicht mehr nur regelmäßig auf Simons Profil unterwegs, sondern auch auf denen seiner Frau und seiner Kinder. Marie bemerkt die Grenzüberschreitung und versucht, sich abzulenken, doch es ist wie verhext: Jedes Mal, wenn sie gerade etwas Distanz zu Simon bekommt, läuft sie ihm zufällig über den Weg. Oder sind ihre Begegnungen gar nicht so zufällig?“


Schreibstil/Art:
In diesem Roman erfährt der Leser nicht mehr oder weniger als der Klappentext hergibt, nur die letzten paar Sätze sind eine kleine Überraschung. Die Autorin fokussiert sich komplett auf Marie und dessen Leidensweg bzw. die Phasen, die sie durchlebt. Der Schreibstil ist dabei ziemlich ehrlich, unaufgeregt, gezielt und modern zugleich. Bis auf die Textnachrichten ist alles als Fließtext geschrieben, selbst die Dialoge sind nicht in Anführungszeichen gesetzt. Mir fehlte deshalb etwas mehr „Normalität“ im Geschriebenen.

Die Thematik selbst könnte nicht aktueller sein. Die Grundidee hat mir deshalb zugesagt. Auch die Kombination zwischen den Gefühlen, der Grenzüberschreitung und dieser innerlichen Zerrissenheit hat mir gut gefallen.


Fazit:
„Simon ist wie ein Zustand, in den sie abgedriftet ist und den sie nur schwer wieder verlassen kann. Es ist ihr Zustand.“

Dieser Roman macht deutlich wie schwer es ist, die Kontrolle über einen anderen Menschen abzugeben. In Zeiten wie diesen macht es die Digitalisierung dem Leidtragenden gar nicht einfach, Abstand zu nehmen. Die Autorin beschäftigt sich unter anderem mit der Tatsache, was ein Like anrichten kann und was es mit einem macht. Liebe/Abhängigkeit/Kontrolle im 21. Jahrhundert.

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Veröffentlicht am 28.06.2026

Verliebtheit entwickelt sich zur Obsession

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Aus der Sicht der jungen Hauptfigur Marie, Musikstudentin, entwickelt sich in Berlin eine seltsame Affäre zwischen dem älteren, verheirateten Arzt Simon und ihr, deren Wunsch nach Nähe körperlicher oder ...

Aus der Sicht der jungen Hauptfigur Marie, Musikstudentin, entwickelt sich in Berlin eine seltsame Affäre zwischen dem älteren, verheirateten Arzt Simon und ihr, deren Wunsch nach Nähe körperlicher oder auch digitaler Natur nicht erfüllt wird. Die Beschreibung ihrer einseitigen toxischen Verliebtheit in den von ihr idealisierten Simon ist wenig nachvollziehbar aufgrund zu geringer Entwicklungsstufen bei der gegenseitigen Anziehung, ob nun in den Chatnachrichten oder im Text. Besonders diese Kurz-Botschaften wirken wenig authentisch, lassen diese Figuren oberflächlich, ohne Tiefgang handeln. Die sozialen Medien, Messenger und Chatrooms sowie digitale Apps sorgen hier für Obsession, die an Stalking grenzt und weniger an eine vertrauenswürdige Liebesbeziehung denken lässt. Mit dem Ausschlagen einen verlockenden Jobangebots verhält Marie sich ebenso äußerst unvernünftig wie Simon, der doch nach eigener Angabe glücklich - verheiratet ist und zweifacher Vater. In seinem Spiel mit dem Feuer bleibt er blass als Charakter. Auch Marie mit ihrer oberflächlichen Fixierung auf Simon nach so wenigen Kontakten, bei zu geringem Selbstwertgefühl und gesellschaftlichem Umgang, wirkt eher naiv, wenig überzeugend. Die Szenen mit der Nebenfigur Philipp aus Hamburg wirken deplatziert. Das abrupte Ende lässt so manche Frage offen nicht nur hinsichtlich des Sinns und Zwecks solcher digitalen Apps.
Insgesamt mehr Charaktertiefe erwünscht. 2,5 / 5*

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