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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Claassen
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Heranwachsen
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 30.04.2026
  • ISBN: 9783546101073
Hal Ebbott

Unter Freunden

Roman | Ein psychologisches Meisterwerk - Sommer-Leseempfehlung der New York Times
Jan Schönherr (Übersetzer)

»Außergewöhnlich kunstvoll.« John Irving

Amos und Emerson kennen sich seit mehr als dreißig Jahren. Trotz ihrer völlig unterschiedlichen Herkunft haben sie es beide zu einigem Wohlstand gebracht und führen ein Leben, wie sie es sich einst gewünscht haben: Ihre Ehefrauen sind eng befreundet, ihre jugendlichen Töchter zusammen aufgewachsen, ihre Tage strahlen die behagliche Lässigkeit eines New Yorker Großstadtlebens aus. Ihre Freundschaft kann nichts erschüttern – das glauben sie zumindest.

An diesem Wochenende in Emersons Landhaus jedoch spürt jeder: etwas ist anders. Emerson wird 52, und das soll gefeiert werden. Am Abend werden jahrzehntealte Rivalitäten und Ressentiments spürbar, die in einem schockierenden Akt der Gewalt gipfeln – einer Tat, die die sorgfältig aufgebaute Welt der befreundeten Familien zu zerstören droht.

Und nun steht jeder von ihnen vor einer Entscheidung: zwischen dem, was und wen er am meisten schützen will. 

»So wie eine kraftvolle Intelligenz, eine mitreißende Stimme oder eine frische Perspektive unsere Wahrnehmung und Reaktion auf die Welt verändern kann, hat mich Unter Freunden in seine kühle Umgebung hineingezogen und dazu gebracht, meine eignen Tage anders zu betrachten. Keine geringe Leistung für einen Debütroman – oder für irgendeinen Roman.« Richard Ford

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei MarieOn in einem Regal.
  • MarieOn hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.07.2026

Psychologisch großartig

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Amos und Claire haben sich kennengelernt, weil Emerson, ein langjähriger Freund von beiden, sie bekannt gemacht hatte, das liegt nun schon mehr als zwanzig Jahre zurück. Natürlich hätte Amos, der aus armen ...

Amos und Claire haben sich kennengelernt, weil Emerson, ein langjähriger Freund von beiden, sie bekannt gemacht hatte, das liegt nun schon mehr als zwanzig Jahre zurück. Natürlich hätte Amos, der aus armen und ebenso tragischen Familienverhältnissen stammt, ohne Claires finanziellen Hintergrund nie seine eigene Praxis eröffnen können, aber er würde sagen, dass sie immer noch glücklich sind. Er liebt sie, bewundert ihren kühl kalkulierten Verstand. Sicher, manchmal gibt sie ihm das Gefühl, er gehöre nicht dazu. Nicht dorthin, wo sie, ihre Familie und auch Emerson stehen, doch damit lässt sich leben. Und ihre Tochter Anna ist sein ganzer Stolz, er liebt sie mehr, als Claire sie je lieben könnte, sieht sie so, wie sie ist.

Emerson hatte einen Unfall, eine Frau war ihm vor das Auto gesprungen. Er hat sich nichts vorzuwerfen, war voll in die Bremsen gegangen, aber es sieht nicht gut für sie aus. Als er es am Abend Retsy erzählt, überrascht sie ihn nicht.

Retsy hatte die richtigen, die erwartbaren Worte gesagt, doch es gab eine Grenze, über die sie nicht hinauskam. In Sachen Denken glich sie einer Person, die zwar aufräumte, aber nicht richtig putzte. Seite 19

Amos, Claire und Anna fahren zu Emersons Geburtstagsfeier. Er wird zweiundfünfzig. Das wird ein Fest. Sie kennen sich seit den Anfängen aus ihrer Highschool. Amos hat ihn schon immer bewundert. Beim Abendessen erfahren die drei von dem Unfall. Während des Gesprächs entgeht Amos Emersons Selbstgefälligkeit nicht, wie er sich stets in Szene setzt. Die Frau hatte sein Auto tragischerweise mit dem Wagen ihres Geliebten verwechselt, der die Liaison gerade beendet hatte. Auch Emersons moralische Erhabenheit, der selbst kein anzügliches Angebot ausschlägt, nervt Amos. Emerson hingegen findet Amos Intellekt, die gezielten Fragen, die er stellt, immer schon ermüdend.

Fazit: Hal Ebbott hat in seinem Debüt ein psychologisches Meisterwerk geschaffen. Er zeichnete eine Freundschaft zwischen zwei unterschiedlichen Männern. Amos, der in einfachen Verhältnissen aufwuchs, sein Vater war Automechaniker und verstarb früh an Wundbrand, verbrachte die meiste Zeit seiner Kindheit bei seiner hysterischen Mutter, die unter Verarmungswahn litt. Er hat einen scharfen Verstand, ist einfühlsam und hegt tief verwurzelte Selbstzweifel. Emerson ist mit dem goldenen Löffel im Mund geboren und geht mit einem Selbstverständnis durch die Welt, dass an Überheblichkeit kaum zu übertreffen ist. Der ehrgeizige, erfolgsbesoffene Mann wird alt und das macht ihn verbissen und wütend. Claire, die erfolgreiche Medizinerin, hat ein ebenso großes Selbstverständnis wie Emerson den richtigen Platz in der Welt gefunden zu haben. Retsy pariert die Boshaftigkeiten Emersons mit einer gewissen Spitzfindigkeit, hat sich aber in ihrem behaglichen Leben eingerichtet. An Emersons Geburtstag passiert etwas, mit dem ich nie gerechnet hätte. Die Folgen offenbaren alle Abhängigkeiten, Ressentiments und Abgründe. Die Konsequenzen haben mich nachdenklich gestimmt. Obwohl dieser Roman nicht perfekt ist, hat er Spuren bei mir hinterlassen. Ich erfahre nicht nur in Rückblicken, was die beiden verbindet, nein, der übergeordnete Erzähler lässt mich ständig in die Köpfe aller Beteiligter blicken. Die Sprache ist sperrig, teils schwer zugänglich, einige Metaphern sind unterirdisch. Meine Schwäche für böse Buben hat mich bei Laune gehalten. Wenn es dir genauso geht, ist dies das richtige Buch für dich. Für alle, die gerne Sally Rooney lesen.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Männerfreundschaft

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Das Romandebüt eines vielversprechenden US-Amerikanischen Autors.
Es beginnt ziemlich ruhig und langsam.
Der Roman zeigt zwei lange befreundete Männer und ihre Familien.
Das etwas passieren wird, ist schon ...

Das Romandebüt eines vielversprechenden US-Amerikanischen Autors.
Es beginnt ziemlich ruhig und langsam.
Der Roman zeigt zwei lange befreundete Männer und ihre Familien.
Das etwas passieren wird, ist schon von Anfang an klar und daraus zieht sich die Spannung.

Wirken die Familien anfangs perfekt, spürt man schließlich die dysfunktionalität. Die Gefühlslage wird dargestellt.
Es gibt aber auch Grenzen und man die zwei Hauptfiguren nicht richtig verstehen. Das psychologische Moment verfängt sich nicht ganz.
Trotzdem ist es ein interesanter Roman.