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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2020

Sanft flüstere ich dem Meer zu: Ich bin eine Insel. Und du hast mich Hause getragen

Vor mir nichts als Meer - Meine langsame Rückkehr vom Rande des Abgrunds
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Ein autobiografischer Lebensbericht einer Frau, die zusammen mit ihrem Mann London verlässt und auf die schottischen Hebriden zieht.

Sie hat viel Pech im Leben, z.B. ein schlimmer Unfall, sie kann keine ...

Ein autobiografischer Lebensbericht einer Frau, die zusammen mit ihrem Mann London verlässt und auf die schottischen Hebriden zieht.

Sie hat viel Pech im Leben, z.B. ein schlimmer Unfall, sie kann keine Kinder bekommen, die Ehe zerbricht, sie bleibt allein zurück auf der Farm.
Alleine ist die Arbeit auf der Farm hart. Während sie die Tiere und die Natur liebt, bleiben ihr die Menschen der Insel fremd.
Sie wird von den Einheimischen nicht akzeptiert und so bleibt sie ganz für sich.

Ihr Entschluß trotz aller Widerstände zu bleiben ist stark.
Wie der Untertitel des Buches „Meine langsame Rückkehr vom Rande des Abgrundes“ andeutet, beginnt sie sich mit ihrem Leben zu arrangieren und ihren Platz in der Welt zu finden. Therapeutisch wird für sie das Schwimmen im Meer.

Die Beschreibungen sind sehr authentisch. Und oft nicht einfach zu verdauen, zum Beispiel die offene Feindseligkeit, die die Inselbewohner ihr entgegenbringen. Das ist manchmal beklemmend zu lesen.

Es gibt auch intensive Natur- und Tierbeschreibungen. Es ist kein Wunder, das Amy Liptrot, Autorin von Nachtlichter, im Zusammenhang genannt wird. Auch „Vor mir nichts als Meer“ ist ein gelungenes Stück Nature Writing!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.12.2020

Die Liste

Kissing Chloe Brown
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Kissing Chloe Brown ist ein kleiner, sympathischer Roman, der die anfangs zögernde, später intensive Beziehung der Protagonisten Chloe und Red wirklich in den Mittelpunkt steht. Der Roman ist eigentlich ...

Kissing Chloe Brown ist ein kleiner, sympathischer Roman, der die anfangs zögernde, später intensive Beziehung der Protagonisten Chloe und Red wirklich in den Mittelpunkt steht. Der Roman ist eigentlich nicht so kurz, aber wegen seiner konzentrierten Dichte wirkt er kammerspielartig. Kontinuierlich sind fast immer nur Chloe und Red im Bild, ergänzt um wenige Szenen, in denen Chloes zwei lustige Schwestern Dani und Eve dazukommen.
Für Chloe ist ein normales Leben nicht einfach, da sie durch ihre Krankheit mit chronischen Schmerzen belastet wird.
Neben diesem ernsten Hintergrund gibt es aber auch Humor im Buch durch komische Situationen und besonders durch ironische Dialoge. Diese sind der Autorin Talia Hibbert gut gelungen.
Interessanterweise ist Kissing Chloe Brown der erste Band der Brown-Schwestern-Trilogie. Der nächste Band wird voraussichtlich nächstes Jahr kommen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.12.2020

Das Damengambit

Der Mädchenwald
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Der Mädchenwald ist ein Thriller, den man mit Schaudern liest, weil hier ein Mädchen permanent im höchster Gefahr ist. Die 13jährige Elissa wurde entführt.
Elissas Situation ist schlimm. sie ist in einem ...

Der Mädchenwald ist ein Thriller, den man mit Schaudern liest, weil hier ein Mädchen permanent im höchster Gefahr ist. Die 13jährige Elissa wurde entführt.
Elissas Situation ist schlimm. sie ist in einem Keller angekettet. Dennoch bleibt sie zunächst mutig und stark und sinnt auf Befreiung.
Die bedrohliche Atmosphäre verstärkt sich immer mehr.

Erzählt wird nicht linear. Die wechselnden Abschnitte sind mit Tagen, seit Elissas Entführung, gekennzeichnet.
Elijah ist ein 12jähriger Junge. Aus seiner Ichperspektive sind seine Abschnitte geschildert.

Dann gibt es noch Passagen mit der ermittelnden Polizistin Mairead.

Sam Lloyd streut psychologische Momente hinein, zum Beispiel das Verhältnis zwischen Elissa und Elijah, der sie immer wieder im Keller besucht.

Der wirklich spannende Roman ist Hardcore, aber kein Splatter. Die psychologische Komponente bleibt am wichtigsten.

Veröffentlicht am 03.12.2020

entwickelt sich langsam, aber stetig

Bären füttern verboten
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Es dauert eine Weile, sich in den Roman einzufinden und den Figuren näher zu kommen. Das gilt besonders für die anfängliche Hauptfigur Sidney, die ein Schuldgefühl aus der Vergangenheit mit sich rumschleppt. ...



Es dauert eine Weile, sich in den Roman einzufinden und den Figuren näher zu kommen. Das gilt besonders für die anfängliche Hauptfigur Sidney, die ein Schuldgefühl aus der Vergangenheit mit sich rumschleppt. Mit den anderen Figuren geht es teilweise leichter, besonders Maria und ihre Tochter Belle mochte ich auf Anhieb.
Mit Sydneys Vater Howard war es auch nicht ganz einfach, denn er ist sehr verschlossen.

Überraschender tritt Sydney zur Hälfte des Romans deutlich zurück, davon profitieren die anderen Figuren und deren Geschichten.

Nach einer Weile entfaltet sich der Roman und es entwickelt sich aus dem ruhigen Stil ein Erzählton, der funktioniert.
Vielleicht gelang es mir auch daher schließlich, mich noch mehr für die Figuren zu interessieren. Sie sind psychologisch fein gearbeitet. So fand ich den Roman, den ich am Anfang langweilig fand doch noch ganz interessant. Ich glaube, es ist ein Buch zum noch einmal lesen, denn wegen dem unaufdringlichen Schreibstil kann einem auch einiges entgehen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.12.2020

Skurriler Roman mit vielen Ideen

Das Federchen
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Das Federchen von John Dark alias Johan Nijhof ist ein skurriles Werk, überwiegend ironisch und mit sehr vielen Ansätzen und Ideen. Leider werden die meisten nicht ausgearbeitet oder verklingen schnell.

Obwohl ...

Das Federchen von John Dark alias Johan Nijhof ist ein skurriles Werk, überwiegend ironisch und mit sehr vielen Ansätzen und Ideen. Leider werden die meisten nicht ausgearbeitet oder verklingen schnell.

Obwohl es zu Anfang eine First Contact zwischen den menschlichen Protagonisten und einem Alien gibt, ist es nicht wirklich Science Fiction. Auch das ist Teil der parodistischen Ansatzes des Romans. Doch diese Szenen kann man durchaus genießen.
Starke Szenen gibt es später auch bei den Passagen in Brasilien. Das ist sprachlich nicht schlecht gemacht.
Viele amüsante Szenen ergeben aber noch keinen stringenten Roman und letztlich bleiben zu viele Fragezeichen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere