Cover-Bild Wahnsinn
2,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Themenbereich: Belletristik - Horror: Zeitgenössisch
  • Genre: Krimis & Thriller / Horror
  • Ersterscheinung: 31.03.2014
  • ISBN: 9783641141349
Jack Ketchum

Wahnsinn

Roman
Ralf Schmitz (Übersetzer)

Schon bald nach ihrer Hochzeit entdeckt Liddy die sadistische Ader ihres Mannes Arthur. Nach der Geburt ihres Sohnes gerät er zunehmend außer Kontrolle. Er verletzt Liddy, schlägt und missbraucht sie. Um ihres Kindes willen erträgt sie zunächst schlimmste Demütigungen. Doch dann begreift Liddy, wie wahnsinnig Arthur tatsächlich ist, und nimmt den ungleichen Kampf auf.

Sie informiert die Polizei und reicht die Scheidung ein. Arthurs Anwälten gelingt es jedoch, Liddy als nicht zurechnungsfähig hinzustellen. Während Liddy um ihr Sorgerecht kämpft, werden weibliche Leichen gefunden, die Opfer eines äußerst brutalen Serienkillers.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2019

Eine bitterböse, packende, spannende und nervenaufreibende Story die realistischer kaum sein könnte

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Ziemlich lange stand "Wahnsinn" von Jack Ketchum auf meiner Wunschliste. Ich hatte einiges über dieses Buch gehört. Die Meinungen gehen weit auseinander und sind recht verschieden.

Ausschlaggebend für ...

Ziemlich lange stand "Wahnsinn" von Jack Ketchum auf meiner Wunschliste. Ich hatte einiges über dieses Buch gehört. Die Meinungen gehen weit auseinander und sind recht verschieden.

Ausschlaggebend für mich war allerdings der Klappentext und auch die Leseprobe, diese haben mir auf Anhieb richtig gut gefallen.

Ich freute mich auf dieses Buch, das klingt vielleicht makaber, aber so war es nun mal.

Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch.

Der Einstieg ins Buch fiel mir mehr als leicht. Man lernt Arthur kennen, der zu diesem Zeitpunkt noch sehr klein ist. Es gab immer wieder Zeitsprünge, dadurch lernte ich Arthur noch sehr viel besser kennen. Sympatisch würde ich ihn nicht nennen, doch er weiß haargenau wie er die Menschen um den Finger wickeln kann.

Das tut er auch bei Lydia und so werden die beiden ein Paar. Anfangs läuft es richtig gut zwischen den beiden, doch als ihr gemeinsamer Sohn Robert das Licht der Welt erblickt verändert sich Arthur zusehends.

Lydia ahnt das es etwas böses ist, denn schon bald kennen Arthurs Gewaltausbrüche keine Grenzen mehr.

Lydia sieht keinen anderen Ausweg mehr als sich von Arthur zu trennen, die Ereignisse überschlagen sich doch Lydia kämpft unerbittlich weiter. Sie kämpft für ihren Sohn, für sich selbst und für die Gerechtigkeit....

Der Schreibstil des Autoren ist sehr locker und flüssig zu lesen. Er schreibt fesselnd, einnehmend und offen, er nimmt kein Blatt vor dem Mund und schreibt detailliert.

Er greift hier einige Tabuthemen auf und schildert diese bewegend. Das ganze bescherte mir die unterschiedlichsten Emotionen. Ich wurde unglaublich wütend, es verschlug mir die Sprache und ich zitterte teilweise vor unterdrückter Wut.

Dieses Buch brachte mich ganz klar an meine Grenzen, denn gerade wenn man selbst Kinder hat sieht man das ganze mit anderen Augen.

Dieses Buch ist ein Weckruf. Man sollte genauer hinschauen und vor der alltäglichen Gewalt nicht die Augen verschließen. Wie viele Kinder erleiden das selbe Schicksal wie Robert? Warum bleiben die Täter unerkannt? Was kann man tun um Missbrauch zu verhindern. Das sind nur ein paar Gedanken die ich mir nach dem lesen machte.

"Wahnsinn" war mein erstes Buch von Jack Ketchum doch es wird mit Sicherheit nicht mein letztes gewesen sein.

Er schaffte es wie kein anderer mir den alltäglichen Wahnsinn vor Augen zu führen, er wagt ein Blick in die Abgründe der menschlichen Seele und schreckt nicht davor zurück.

Für mich ist dieses Buch der absolute Wahnsinn, ich hatte hoche Erwartungen doch diese wurden bei weitem übertroffen.

Natürlich kann ich euch dieses Buch empfehlen, doch zartbesaitete sollten die Finger davon lassen.
Klare Kauf und Leseempfehlung!

Fazit:

Mit "Wahnsinn" gelingt Jack Ketchum ein Buch welches ich so schnell nicht vergessen werde. Eine bitterböse, packende, spannende und nervenaufreibende Story die realistischer kaum sein könnte. Dieses Buch bekommt von mir die volle Punktzahl.

Veröffentlicht am 19.08.2024

Ketchum schildert in intensiver Manier den Weg eines Mannes in den Wahnsinn

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Wenn du denkst, du hättest schon alles gelesen, was ein Buch an Spannung und psychologischer Intensität bieten kann, dann solltest du „Wahnsinn“ von Jack Ketchum in die Hand nehmen. Stell dich darauf ein, ...

Wenn du denkst, du hättest schon alles gelesen, was ein Buch an Spannung und psychologischer Intensität bieten kann, dann solltest du „Wahnsinn“ von Jack Ketchum in die Hand nehmen. Stell dich darauf ein, dass du dich durch eine emotionale Achterbahn fährst, die dich schütteln und verstören wird. Aber keine Sorge, ich begleite dich auf dieser Reise.

Schon die Ausgangslage lässt erahnen, dass es hier nicht um einen gemütlichen Leseabend geht: Liddy, die nach außen hin in einer perfekten Ehe lebt, entdeckt bald nach der Hochzeit die sadistische Ader ihres Mannes Arthur. Der Mann ihrer Träume entpuppt sich als ihr schlimmster Albtraum. Doch der Wahnsinn beginnt erst richtig nach der Geburt ihres Sohnes Robert. Arthur wird nicht nur gewalttätiger, sondern auch kontrollsüchtiger und missbraucht Liddy auf grausame Weise.

Was Jack Ketchum hier abliefert, ist keine simple Horrorgeschichte, sondern ein sozialkritisches Drama, das tief unter die Haut geht. Er beschreibt die schrecklichen Erlebnisse aus verschiedenen Perspektiven, hauptsächlich aus der von Liddy. Du spürst ihre Angst, ihre Verzweiflung und ihre ohnmächtige Wut so intensiv, dass es dir den Atem raubt. Aber auch Arthurs kranke Psyche wird beleuchtet, was den Horror nur noch realer und erschreckender macht.

Ketchum schafft es, ohne unnötigen Splatter und Blutvergießen eine Atmosphäre des Schreckens aufzubauen. Die Gewalt ist größtenteils angedeutet, was sie nur noch schlimmer macht. Deine Fantasie übernimmt den Rest und das ist oft härter, als es jede detaillierte Beschreibung sein könnte.

Das Buch ist in verschiedene Handlungsebenen unterteilt: Kindheit und Jugend von Arthur und Liddy, ihre Ehe, die Scheidung und den erbitterten Kampf um das Sorgerecht für Robert. Während dieses Kampfes kommen immer mehr dunkle Geheimnisse ans Licht und du fragst dich unweigerlich, wie viel ein Mensch ertragen kann, bevor er endgültig zerbricht.

Eine besondere Stärke von „Wahnsinn“ ist die glaubwürdige Darstellung der Charaktere. Liddy ist keine Superheldin, sondern eine verletzliche Frau, die für ihr Kind kämpft und dabei oft an ihre Grenzen stößt. Arthur ist kein überzeichneter Bösewicht, sondern ein erschreckend realer Mensch mit tief verwurzelten psychischen Problemen. Diese Authentizität macht das Buch so erschütternd und gleichzeitig so packend.

Der Spannungsbogen ist perfekt gespannt und lässt dich das Buch kaum aus der Hand legen. Ketchum versteht es meisterhaft, die Dramatik kontinuierlich zu steigern und dich als Leser ständig in Atem zu halten. Du wirst mitfiebern, hoffen, verzweifeln und vielleicht auch mal das Buch zur Seite legen müssen, weil es einfach zu intensiv wird.

Und dann ist da noch das Ende. Ohne zu viel zu verraten: Es ist brutal und konsequent, passend zum Rest der Geschichte. Es hinterlässt dich mit einem Gefühl der Beklemmung, das noch lange nachwirkt.

Fazit: „Wahnsinn“ ist ein beeindruckender Roman, der nicht nur als Thriller, sondern auch als psychologisches Drama überzeugt. Ketchum nimmt kein Blatt vor den Mund und zwingt dich, dich mit Themen auseinanderzusetzen, die man sonst gerne verdrängt. Wenn du bereit bist, dich auf diese emotionale Achterbahnfahrt einzulassen, dann greif zu. Aber sei gewarnt: Dieses Buch wird dich nicht unberührt lassen.