Cover-Bild Ein Stück Fremde
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19,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 307
  • Ersterscheinung: 01.01.1982
  • ISBN: 9783446137745
Janina David

Ein Stück Fremde

Erinnerungen an eine Jugend
Gertrud Baruch (Übersetzer)

Nachdem sie im Krieg ihre Eltern verloren hat, ist die sechzehnjährige Janina mit falschen Papieren auf der Flucht nach Frankreich und wandert schließlich nach Australien aus. Doch auch dort findet sie nicht die Geborgenheit, die sie erhofft hat. Ihre Erfahrungen zwingen sie, nun nicht mehr auf fremde Hilfe zu vertrauen. Ihre Jugend ist zu Ende. Ihr bleibt nur die Hoffnung auf ein sinnvolles Leben. Diese Erinnerungen an eine Jugend sind nicht nur ein erschütterndes Zeugnis vom Leben der unzähligen heimatlosen Kinder in der wirren Nachkriegszeit in Europa, sondern auch ein einzigartiges Dokument der seelischen Entwicklung eines heranwachsenden Mädchens, das ohne Eltern und vertraute Menschen aufwachsen muss.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2018

Janina David - Warum man ihre Autobiografie gelesen haben sollte

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Es gibt Bücher, die liest man, weil man das Wissen in sich aufsaugen möchte, andere wiederum zur Unterhaltung.

Selten hat es dabei ein Buch geschafft, mich so sehr zu erschüttern, wie es die 3-teilige ...

Es gibt Bücher, die liest man, weil man das Wissen in sich aufsaugen möchte, andere wiederum zur Unterhaltung.

Selten hat es dabei ein Buch geschafft, mich so sehr zu erschüttern, wie es die 3-teilige Autobiografie Janina Davids getan hat. Eine Autobiografie, die, wie ich schmerzlich feststellen musste, viel zu selten gelesen wird.

Die 3-teilige Autobiografie besteht aus den Büchern "Ein Stück Himmel", "Ein Stück Erde" und "Ein Stück Fremde", allesamt von der Protagonistin des Buches selbst verfasst. Wichtig zu wissen ist vor allem, dass Janina eine polnische Jüdin ist. Der erste Band beginnt 1943 (also während des 2. Weltkrieges) in Polen, der dritte endet Ende 1948 in Australien. Janina ist zu diesem Zeitpunkt bereits 18 Jahre alt.


Was ist Janina David zugestoßen? - Ihr Leben

Im ersten Band beschreibt Janina ihre Kindheit im Ghetto und ihre Flucht von dort, in dem Gedanken, ihre Eltern würden nachkommen. Im zweiten Band beschreibt sie ihr Leben weiter, erzählt von dem Verstecken im Kloster unter einer falschen Identität, wo sie zum Christentum konvertiert, immer noch in der Hoffnung, ihre Eltern seien "irgendwo da draußen" und sie würden sich wiederfinden. Im dritten Band erläutert sie ihre Jugend nach dem Krieg weiter. Nun muss sie den Tatsachen ins Auge sehen: Ihre Eltern waren umgekommen. Janina wird dabei immer wieder von dem Gedanken geplagt, dass sie auch nicht mehr wert als ihre Eltern sei. Sie fragt sich immer wieder, wieso sie dann ein Recht darauf hatte, zu leben, und ihre Eltern nicht (mehr). Auch kann Janina nicht verstehen, wieso die anderen Mädchen so sehr ans Heiraten denken, denn sie selbst kann sich für das "Kinderkriegen" nicht begeistern.

Warum jemand Kinder in die Welt setzen möchte, kann ich einfach nicht verstehen. (...) Es gibt auf der Welt schon so vieles, worum man sich kümmern muß, daß man, bloß um des eigenen Vergnügens willen, keine neuen Probleme schaffen sollte.

[Quelle: David, Janina: Ein Stück Fremde. München, Karl Hanser Verlag, 1983.]

Janina geht zunächst zu Verwandten nach Paris, wo sie ohne die leiseste Ahnung von der französischen Sprache zurechtzukommen versucht. Am Ende sucht sie ihr Glück in Australien.


Janina Davids Werke - Ein Zeugnis ihrer Vergangenheit...

Das gesamte Buch ist dabei wie ein Tagebuch aufgebaut. Statt Kapitel gibt es immer wieder eine kursiv gedruckte Zeile, in der man über Ort und Datum informiert wird.

Janina beschreibt ihr Leben aus der Ich-Perspektive, sodass man das Gefühl hat, direkt in ihrer Haut zu stecken. So ist das Buch relativ realitätsgetreu aufgebaut.

Sie versteht es durch ihren Schreibstil gut, einen in ihre Welt mitzureißen, deshalb sind ihre Gefühle nachvollziehbar und es kommt nicht selten vor, dass man weinen muss, so sehr nimmt einen die Autobiografie ein.

Das Werk Janinas ist nicht nur sehr gut und anschaulich geschrieben, es gewährt einem auch Einblick in die damaligen Verhältnisse. Es ist ein Zeugnis einer polnischen Jüdin zur Zeit des 2. Weltkrieges.


Mein persönliches Fazit zu Janina Davids Autobiografie:

Ich kann es leider kaum in Worte fassen, wie bedeutend mir ihre Bücher geworden sind. Ich finde es schade, dass man im Internet so wenig über sie und die Autorin selbst findet. Im Vergleich zu Anne Frank ist sie leider nicht sonderlich bekannt, obwohl sie uns solch bedeutende Werke hinterlassen hat.

Janina Davids Werke sind für mich persönlich literarisch sehr anspruchsvoll. Klar, man wird darin jetzt nicht 1000 rhetorische Stilmittel finden, wie es vielleicht in einem Gedicht von Georg Heym der Fall wäre. Dennoch hat ihre Autobiografie meiner Meinung nach eine ganz eigene Art, literarisch anspruchsvoll zu sein.

Denn diese Reihe verzeichnet Janinas Gedanken und Erlebnisse, bietet uns so die Möglichkeit, ansatzweise nachvollziehen zu können, was damals vor sich gegangen ist.

Ihr Werk ist also insofern anspruchsvoll, dass wir hier besonders viel Vorstellungsvermögen benötigen. Ihre Worte sind ihre Gedanken, ihre Erlebnisse, das ist alles wirklich einmal erlebt, wirklich gedacht worden! Es ist unsere Aufgabe, diese Worte in einen größeren Zusammenhang zu stellen, ihr ganzes Werk!

Und - vor allem, es zu würdigen.

Veröffentlicht am 22.01.2026

"Als die Welt zerbrach" Teil III der Triologie

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Janina David, im März 1930 in Polen, als einizge Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren. Wuchs sie, wie sie in ihrem Buch "Ein Stück Himmel", Erinnerungen an eine Kindheit (9. bis 13. Lebensjahr) ...

Janina David, im März 1930 in Polen, als einizge Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren. Wuchs sie, wie sie in ihrem Buch "Ein Stück Himmel", Erinnerungen an eine Kindheit (9. bis 13. Lebensjahr) beschreibt, überbehütet auf.
Janina David schrieb ihre Geschichte in einer Triologie - Ein Stück Himmel - Erinnerungen an eine Kindheit, Ein Stück Erde - Das Ende einer Kindheit,
Ein Stück Fremde - Erinnungen an eine Jugend

Teil III der Triologie - Ein Stück Fremde-Erinnerung an eine Jugend
>>Man muss Janina Davids Erinnerungen eines jüdischen Kindes neben den Tagebuchaufzeichnungen der Anne Frank lesen und nennen.<<
(Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt)

Der Dritte und somit letzte Teil der Triologie erzählt und beschreibt, wie aus dem Kind Janina eine junge Frau wird. Über all ihre Selbstzweifel. Wie sie zu sich selber findet. Ihren eigenen Weg geht. Welchen Schaden ihr der Krieg und der Verlust von geliebten Menschen, angetan hat.
Sie lebt in Paris, fühlt sich dort aber überhaupt nicht wohl. Sie hasst Paris. Sie versteht und kann die Sprache nicht. Sie vermisst Polen, ihre Freunde, Rituale, bekanntes und vertrautes. Sie wird wieder in verschiedenen "Anstalten" (Einrichtungen) untergebracht, wo sie wirklich unter widrigen Umständen leben muss.
Sie fühlt sich von keinem geliebt und mehr als Belastung als ein Familienmitglied.
Ihr Onkel, der ihr finanziell hilft, ist aber sonst leider kein großer Unterstützer.
Keiner nimt sie und ihre Träume, die Schule, eine Uni zu besuchen und später Ärtzin zu werden ernst. Sie hört immer nur, daß sie Arbeiten muss und zu dumm, ungeschickt und viel zu "Alt" für die Schule ist.
Irgendwann setzt sie sich durch und entscheidet dem von ihr gehasstem Paris und allen Bevormundungen ihrer Familienmitglieder, den Rücken zu kehren und nach Australien auszuwandern. Sie besorgt sich Ein- und Ausreisepapiere und betritt irgendwann ein Schiff und macht sich auf den Weg nach Melbourne.
Auf dem Schiff lernt sie einen jungen Mann kennen, der ihr einen Heiratsantrag macht. Doch den kann Janina nicht annehmen. Sie hat Angst und kann schon die Vorstellung, wieder einen Verlust eines Menschen den sie mag und der ihr wichtig ist, kaum ertragen.
Kaum in Melbourne angekommen, gehen dort Bevormundungen und Lebensplanungen durch andere weiter. Plötzlich merkt sie wie sehr sie Paris vermisst, daß sie gerne nochmal in diese schöne Stadt zurück möchte und das Paris, sowas wie ihre Heimat war.
Irgendwann hat sie genug und sie sucht sich eine eigene Bleibe, zieht in ihr eigenes Zimmer und wird endlich auch von ihrem Onkel, was ihre Pläne, Träume und Wünsche betrifft, bestärkt daran festzuhalten. Er ermuntert sie, wenn sie bereit ist, alles zu geben, daß sie ihre Ziele erreichen kann.

Ich habe diese Triologie gerne gelesen und ich fand den Einblick in Janinas leben sehr bewegent. All diese Umstände, Widrigkeiten, Ängste, Leid,.... . Sich jeden Tag aufs neues diesen Herausforderungen zu stellen und das in ihrem Alter.
Oft hat es mich sehr traurig gemacht, wie wenig Verständnis, Liebe, Aufmerksamkeit, Unterstützung ihre nächsten Verwanden für sie hatten. Das man sie überhaupt nicht Altersgerecht behandelt hat und viel zu oft, einfach zu viel von ihr verlangt und erwartet hat. Was aber mit Sicherheit in der Zeit so war. Denn für "Gefühlsduselei" war einfach kein Platz, bzw alle hatten zu viel Schmerz und Leid ertragen müssen. Jeder Einzelne wollte nur Überleben und musste einen Weg für ein Weiterleben für sich finden.🥺

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