Cover-Bild Ein volles Leben
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23,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Arche Literatur Verlag AG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Tod, Trauer, Verlust
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 192
  • Ersterscheinung: 11.02.2026
  • ISBN: 9783716000403
Joost Oomen

Ein volles Leben

Lisa Mensing (Übersetzer)

Wie viel Schönheit passt in ein Leben, und wann ist es Zeit loszulassen?

Theo Engel ist in den Niederlanden als Sterbehilfearzt tätig. Fast jede Woche verabreicht er Menschen, die unzumutbar und ausweglos leiden, die erlösende Spritze. Doch der Beruf zehrt an ihm, Theo kämpft mit Depressionen. Eines Tages erhält er einen bemerkenswerten Brief: Darin bittet ihn ein zwar nicht mehr junger, aber vollkommen gesunder Mann um Sterbehilfe. Gerrit Blauw möchte sterben, weil er sein Leben für vollendet hält. Um den Arzt zu überzeugen, ihm zu helfen, erzählt Gerrit Theo von der Schönheit, die sein Leben erfüllt hat. Von seiner Arbeit für das Theater, vor allem aber von seiner großen Liebe Saartje, für die er einmal sogar eine Giraffe auf eine Nordseeinsel verschifft hat. Und zum ersten Mal beginnt Theo sich zu fragen, ob der Mensch nicht nur ein schönes Leben, sondern auch einen schönen Tod verdient hat.

»Eine Ode an das Leben, eine Feier der Lebendigkeit.«
Dagblatt van het Noorden

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2026

Wenn ein Leben einfach genug gewesen ist

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Sterbehilfe, Lebenssattheit und dann plötzlich eine Giraffe auf einer Nordseeinsel. Klingt wie der Beginn eines schrägen Films, ist aber ein leiser Roman, der sich direkt unter die Haut schiebt.

Theo ...

Sterbehilfe, Lebenssattheit und dann plötzlich eine Giraffe auf einer Nordseeinsel. Klingt wie der Beginn eines schrägen Films, ist aber ein leiser Roman, der sich direkt unter die Haut schiebt.

Theo verbringt seine Tage damit, Menschen beim Sterben zu helfen. Kein dramatisches Hollywood, sondern nüchterner Alltag. Und genau das trifft. Diese Routine, diese Müdigkeit, dieses innere Abstumpfen. Dann taucht Gerrit auf. Gesund. Lebenssatt. Und überzeugt davon, dass sein Leben einfach vollständig ist. Kein Drama, kein Leiden. Nur der Wunsch nach einem schönen Ende.

Während Gerrit erzählt, entfaltet sich Stück für Stück ein Leben voller verrückter, zarter und liebevoller Momente. Theater, große Gefühle, absurde Ideen und diese eine Liebe, die alles trägt. Plötzlich wird aus der Frage nach dem Tod eine Liebeserklärung ans Leben. Und irgendwo zwischen den Seiten sitzt man da und denkt, verdammt, wann wäre ein Leben eigentlich voll genug.

Der Roman ist ruhig, fast vorsichtig. Kein Pathos, kein erhobener Zeigefinger. Stattdessen kleine Szenen, die hängen bleiben. Ein Satz, der kurz still macht. Ein Gedanke, der nachhallt. Und immer wieder dieses Gefühl, dass Schönheit manchmal ganz leise daherkommt.

Nicht jeder wird die ruhige Erzählweise lieben. Tempo gibt es kaum. Aber genau das macht den Charme aus. Ein Buch, das nicht schreit, sondern flüstert. Und genau deshalb trifft es mitten ins Herz.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Ein Buch das nachhallt ...

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EIN VOLLES LEBEN
Joost Oomen
ET: 11.02.26

Dr. Theo Engel ist Allgemeinmediziner und arbeitet seit einigen Jahren in den Niederlanden als Sterbehilfearzt. Täglich erreichen ihn Anfragen von Menschen, die ...

EIN VOLLES LEBEN
Joost Oomen
ET: 11.02.26

Dr. Theo Engel ist Allgemeinmediziner und arbeitet seit einigen Jahren in den Niederlanden als Sterbehilfearzt. Täglich erreichen ihn Anfragen von Menschen, die unheilbar krank sind und sich wünschen, ohne Schmerzen aus dem Leben zu gehen. Doch die Hürden sind hoch: Sterbehilfe darf nur geleistet werden, wenn ein aussichtsloses und unerträgliches Leiden vorliegt – der bloße Wunsch zu sterben reicht nicht aus. Die vielen Vorgespräche, in denen Theo prüfen muss, ob die gesetzlichen Kriterien erfüllt sind, sind belastend. Schon lange fühlt er sich ausgebrannt, und jede neue Anfrage kostet ihn Kraft.

Eines Tages erhält er einen Brief von Gerrit Blauw. Gerrit möchte seinem Leben ein Ende setzen, weil er es als erfüllt betrachtet. Dem Schreiben legt er seine Lebensgeschichte bei. Wie diese genau aussieht, müsst ihr selbst herausfinden – nur so viel sei verraten: Es geht um eine große Liebe und um eine Giraffe.

Was für ein interessanter Ritt! Auf gerade einmal 190 Seiten passiert unglaublich viel, und manches ist herrlich skurril. Ich möchte gleich vorwegnehmen, dass mir das Buch gefallen hat und ich es gern gelesen habe – wenn auch mit gemischten Gefühlen. Besonders die Geschichte von Gerrit hat mir sehr gefallen. Es war schön, ihn von der Jugend bis ins Erwachsenenalter zu begleiten und Stück für Stück mehr über sein Leben zu erfahren.

Der Erzählstrang um Dr. Theo Engel hat mich dagegen eher belastet. Die vielen kranken Menschen, die unzähligen Anfragen – das hat mich beim Lesen immer wieder heruntergezogen. Versteht mich nicht falsch: Ich befürworte Sterbehilfe. Vielleicht hat mich dieser Teil aber gerade deshalb so beschäftigt, weil man mit zunehmendem Alter merkt, dass Themen wie Krankheit und Tod näher rücken. Mit diesem Teil der Geschichte hatte ich daher persönlich etwas mehr Schwierigkeiten.

Dennoch lässt sich der Roman leicht und flüssig lesen, und ich habe es sehr genossen, einmal eine ganz andere, ungewöhnliche Geschichte zu entdecken.

Fazit:
Ein Roman über Sterbehilfe und die Frage, was ein erfülltes Leben – und vielleicht auch ein guter Tod – sein kann. Ein besonderes Buch, das zum Nachdenken anregt und das ich gern weiterempfehle.
3½/5

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