Page Turner
KalaKALA
Colin Walsh
ET: 26.02.26
Kinlough, Irland, 2003:
Für Kala, Helen, Aoife, Mush, Joe und Aidan ist es der Sommer ihres Lebens. Wild, frei und ausgelassen verbringen sie ihre Tage. Kala steht im Mittelpunkt ...
KALA
Colin Walsh
ET: 26.02.26
Kinlough, Irland, 2003:
Für Kala, Helen, Aoife, Mush, Joe und Aidan ist es der Sommer ihres Lebens. Wild, frei und ausgelassen verbringen sie ihre Tage. Kala steht im Mittelpunkt der Clique: Sie ist anders als die anderen. Ohne Eltern, bei der Großmutter lebend, scheint sie alle Freiheiten zu besitzen, von denen man als Jugendliche*r träumt. Doch dieser Sommer endet abrupt, als Kala eines Tages spurlos verschwindet. Jede Suche nach ihr bleibt erfolglos.
Fünfzehn Jahre später kehrt Helen, inzwischen freie Journalistin in Quebec, in ihre Heimatstadt zurück. Der Kontakt zu ihrem Vater und ihrer Schwester Theresa ist über die Jahre fast völlig abgebrochen, nur zu Mush bestand gelegentlich noch Verbindung. Er ist geblieben, hat Kinlough nie verlassen. Auch Joe, mittlerweile ein gefeierter Musiker, kehrt für kurze Zeit zurück.
Als bei Bauarbeiten ein Skelett gefunden wird, das deutliche Spuren von Misshandlung aufweist, verdichten sich die Hinweise, dass es sich um Kala handelt. Der Fund setzt eine Lawine in Gang. Schnell wird klar, dass damals nicht sorgfältig ermittelt wurde – und dass vieles, was als abgeschlossen galt, nie wirklich aufgearbeitet war.
Kala ist ein literarischer, vielschichtiger Kriminalroman, der abwechselnd aus den Perspektiven von Helen, Joe und Mush erzählt wird. Mit jeder Stimme verändert sich der Ton, verdichten sich Atmosphäre und Spannung. Besonders eindringlich sind die Rückblicke, die nach und nach offenlegen, dass jede und jeder aus der Clique auf unterschiedliche Weise Anteil am Verschwinden Kalas hatte – durch Schweigen, Wegsehen oder falsche Entscheidungen. Behutsam legt der Autor die einzelnen Puzzleteile frei und fügt sie erst am Ende zu einem stimmigen Ganzen zusammen.
Fazit:
Ein literarischer Krimi vom Feinsten: dicht, atmosphärisch und hochspannend – ein echter Page-Turner, den man kaum aus der Hand legen kann.
4,5/5