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Veröffentlicht am 04.06.2026

Sommerhitze

Fünf Tage im Licht
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FÜNF TAGE IM LICHT
Rhiannon Lucy Cosslett
RT: 15.05.26

Die Malerin Sophie reist mit ihren drei Freundinnen in das Haus von Alessias Familie auf die griechische Insel Sifnos, um den Junggesellinnenabschied ...

FÜNF TAGE IM LICHT
Rhiannon Lucy Cosslett
RT: 15.05.26

Die Malerin Sophie reist mit ihren drei Freundinnen in das Haus von Alessias Familie auf die griechische Insel Sifnos, um den Junggesellinnenabschied von Helena zu feiern. Der Plan: fünf Tage Sonne, Meer und gutes Essen genießen, bevor die Männer nachkommen und alle gemeinsam eine weitere Woche auf der Insel verbringen.
Doch alles kommt anders als erwartet. Beim morgendlichen Schwimmen begegnet Sophie Ky, der einstigen Ferienliebe von Alessia. Zwischen den beiden entsteht sofort eine starke Anziehungskraft, aus der schon bald eine leidenschaftliche Affäre wird. Mit jedem Tag verblasst Sophies schlechtes Gewissen ein wenig mehr. Durch Ky wird ihr bewusst, dass sie ihren langjährigen Partner Greg kaum vermisst und dass ihrer Beziehung schon seit Längerem etwas fehlt.

Dabei ist Greg ein liebevoller und verlässlicher Partner, der sie und ihre Kunst stets unterstützt hat. Doch während er sich nichts sehnlicher wünscht als eine Familie zu gründen, fühlt Sophie sich dazu noch nicht bereit. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen, hat Kunst studiert und arbeitet noch immer in einem Museumsshop, weil sie von ihrer Malerei nicht leben kann. Ihr Ziel ist es, erst dann eine Familie zu gründen, wenn sie als Künstlerin ihren Durchbruch geschafft hat.

Als die Männer schließlich auf der Insel eintreffen, ist die Spannung zwischen allen Beteiligten förmlich greifbar. Nach einem Abend mit reichlich Alkohol eskaliert die Situation schließlich.

Besonders begeistert haben mich die kleinen eingeschobenen Kapitel, in denen Werke weiblicher Künstlerinnen betrachtet werden. Rhiannon Lucy Cosslett verwebt diese kunsthistorischen Exkurse auf geschickte Weise mit Sophies Zukunft und ihrer persönlichen Entwicklung. Dadurch erhalten die Bildbetrachtungen eine zusätzliche Bedeutungsebene und bereichern die Geschichte auf besondere Weise.

Ebenso gelungen ist die Atmosphäre der griechischen Insel. Die flirrende Hitze, das glitzernde Meer und die langen Sommertage werden so lebendig beschrieben, dass ich sie förmlich spüren konnte.

Etwas zu viel waren mir allerdings die zahlreichen und teilweise recht vulgären S3xszenen. Auch der Umgang mit Dr0gen wirkte auf mich stellenweise etwas zu selbstverständlich.

Zusätzlich durfte ich das Buch nicht nur lesen, sondern auch als Hörbuch erleben. Henriette Schreurs hat die Geschichte wunderbar eingelesen.

Fazit:
Wer Geschichten voller Leidenschaft, Sommerhitze, Kunst und komplizierter Beziehungen mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Mich haben besonders die kunsthistorischen Elemente, das griechische Inselsetting und die wunderschöne, atmosphärische Sprache begeistert. Einige Handlungen waren mir zu viel und haben meinen Lesegenuss zwar etwas geschmälert, insgesamt habe ich das Buch aber sehr gerne gelesen und schwanke zwischen einer guten und einer sehr guten Bewertung.
3,5/5

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.06.2026

Lesen und abtauchen ...

Tata
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TATA – ODER DAS GEHEIMNIS MEINER TANTE COLETTE
Valérie Perrin
ET: 30.04.26

Als die Polizei Agnès kontaktiert um ihr den Tod ihrer Tante Colette mitzuteilen, ist sie überzeugt, dass es sich um einen Irrtum ...

TATA – ODER DAS GEHEIMNIS MEINER TANTE COLETTE
Valérie Perrin
ET: 30.04.26

Als die Polizei Agnès kontaktiert um ihr den Tod ihrer Tante Colette mitzuteilen, ist sie überzeugt, dass es sich um einen Irrtum handeln muss. Schließlich wurde Colette bereits vor drei Jahren beerdigt und liegt seitdem auf dem Friedhof eines kleinen Ortes im Burgund. Doch schnell wird klar: Die Tote ist tatsächlich ihre Tante. Aber wer wurde dann damals beerdigt? Und warum hat Colette drei Jahre lang ihren Tod vorgetäuscht, obwohl die beiden immer ein inniges Verhältnis hatten?

Agnès reist in das kleine Städtchen zurück, in dem Colette ihr Leben lang als Schuhmacherin gearbeitet hat und in dem Agnès als Kind jede Ferien verbracht hat. Dort entdeckt sie in ihrem alten Zimmer einen Koffer voller Kassetten. Auf den Tonbändern erzählt Colette Stück für Stück die Wahrheit — über die unbekannte Tote, die vor drei Jahren an ihrer Stelle beerdigt wurde, über Schuld, Schweigen und über ein Leben voller Geheimnisse. Dabei öffnet sich nach und nach ein Geflecht aus Familiengeschichten, schmerzhaften Erfahrungen und verdrängten Wahrheiten, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.

Valérie Perrin hat mit diesem Roman ein beeindruckendes, vielschichtiges Werk geschaffen, das man nicht einfach nur „wegliest“. Nach und nach entfaltet sich ein dichtes Netz aus Schicksalen und Geschichten, die kunstvoll miteinander verwoben sind. Die Themen sind dabei alles andere als leicht: häusliche Gewalt, Mord, pädophile Übergriffe, Verlust, Angst — aber auch Liebe, Hoffnung und Neuanfänge spielen eine große Rolle.

Besonders gefallen hat mir die multiperspektivische Erzählweise. Obwohl die Handlung nicht chronologisch aufgebaut ist, fiel es mir nie schwer, der Geschichte zu folgen. Dennoch glaube ich, dass man dieses Buch möglichst ohne allzu lange Pausen lesen sollte, da man sonst leicht einzelne Zusammenhänge verlieren könnte.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dennoch: Das Ende war mir persönlich etwas zu überladen — hier wäre für mich weniger mehr gewesen. Aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau.
5/5

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 29.05.2026

Ein gutes Buch

Unser Sommer endet nie
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UNSER SOMMER ENDET NIE
Virginie Grimaldi
ET: 30.4.25

Nachdem die Schwestern Emma und Agathe fünf Jahre keinen Kontakt mehr hatten, treffen sie sich im französischen Baskenland im Haus ihrer verstorbenen ...

UNSER SOMMER ENDET NIE
Virginie Grimaldi
ET: 30.4.25

Nachdem die Schwestern Emma und Agathe fünf Jahre keinen Kontakt mehr hatten, treffen sie sich im französischen Baskenland im Haus ihrer verstorbenen Großmutter wieder. Emma, die ältere der beiden, hat vorgeschlagen, die letzte Woche vor dem Verkauf des Hauses gemeinsam dort zu verbringen, um sich endlich auszusöhnen. Doch obwohl der Wille auf beiden Seiten da ist, gelingt ihnen das nur mühsam.

Die Großmutter fehlt überall. Sie war früher Mutterersatz, Vermittlerin und das Herz der Familie. Gleichzeitig hat die lange Funkstille zwischen den Schwestern ihre Spuren hinterlassen. Emma und Agathe, die ohnehin immer sehr unterschiedlich waren, haben sich mit den Jahren immer weiter voneinander entfernt. Nähe wieder zuzulassen fällt beiden schwer. Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto mehr bröckelt die Distanz zwischen ihnen.

In Rückblicken erfahren wir mehr über die Kindheit der Schwestern. Der Vater hatte die Familie für eine andere Frau verlassen und war früh verstorben. Die Mutter war mit der Situation vollkommen überfordert und ließ ihre Frustration oft an den Mädchen aus. Vor allem Emma lernte schon früh Verantwortung zu übernehmen und sich um ihre kleine Schwester zu kümmern — ohne zu merken, wie sehr sie selbst darunter litt.

Wie es weitergeht, müsst ihr natürlich selbst herausfinden.

Besonders gelungen fand ich den Vergangenheitsstrang, der nachvollziehbar aufzeigt, wie die Traumata der Mädchen durch die Gewalt der Mutter entstanden sind. Die Gegenwart hingegen hätte für meinen Geschmack etwas mehr Tiefe oder Dynamik vertragen können, dennoch ließ sich das Buch sehr angenehm und zügig lesen. Das Ende ist sehr stimmig und gut.

Insgesamt ein eindringliches Buch über Verlust, Schuld, alte Traumata und die zerstörerischen Auswirkungen von Gewalt innerhalb der Familie.

Gerne empfehle ich das Buch allen, die Familiengeschichten mögen.
4/5

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Sehr lesenswert

Alle lieben Dandelion, aber sie ist tot
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ALLE LIEBEN DANDELION, ABER SIE IST TOT
Rosie Storey
ET: 30.04.26

Vor einigen Monaten hat die 37-jährige Poppy ihre ältere Schwester verloren. Die beiden waren unzertrennlich, sahen sich zum Verwechseln ...

ALLE LIEBEN DANDELION, ABER SIE IST TOT
Rosie Storey
ET: 30.04.26

Vor einigen Monaten hat die 37-jährige Poppy ihre ältere Schwester verloren. Die beiden waren unzertrennlich, sahen sich zum Verwechseln ähnlich und hätten doch unterschiedlicher kaum sein können. Dandelion — Löwenzahn — war laut, stark, voller Energie und liebte es, im Mittelpunkt zu stehen. Poppy hingegen, der Mohn, ist eher leise, zurückhaltend und vorsichtig.

Seit Dandelions Tod steckt Poppy fest. Nichts fühlt sich mehr richtig an. Ihren Job als Fotografin, den sie eigentlich liebt, möchte sie am liebsten aufgeben. Ihr langjähriger Freund Sam spricht von Hochzeit und Kindern, doch plötzlich zweifelt sie an allem. Vielleicht hatte Dandelion mit ihrer Abneigung gegen ihn doch recht. Auch die Wohnung ihrer Schwester loszulassen, schafft Poppy nicht. Zu groß ist die Sehnsucht nach Nähe, nach Erinnerungen, nach einem Ort, an dem Dandelion noch greifbar scheint.

Als ihr Handy kaputtgeht und sie deshalb das Telefon ihrer Schwester benutzt, entdeckt sie auf einer Dating-App alte Nachrichten zwischen Dandelion und einem Mann namens Jake. Obwohl der Chat bereits Monate alt ist, schreibt Poppy ihm — und gibt sich dabei als ihre Schwester aus.

Was folgt, ist keine klassische Liebesgeschichte, sondern eine Geschichte über Trauer, Schuld, Sehnsucht und die Frage, wie man weitermachen soll, wenn der wichtigste Mensch im eigenen Leben plötzlich fehlt.

Mit Poppy hatte ich anfangs durchaus meine Probleme. Immer wieder wollte ich, dass sie endlich die Wahrheit sagt und Jake nicht weiter belügt. Doch genau dieses Unbehagen machte das Buch für mich irgendwann so besonders. Je weiter die Geschichte voranschritt, desto stärker hat sie mich emotional gepackt. Irgendwann konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.Besonders gefallen hat mir der bildreiche, moderne Erzählstil. Rosie Storey erzählt von Trauer, Liebe und Identität auf eine sehr emotionale und gleichzeitig leichte Art. Außerdem hatte ich große Freude daran, für ein paar Tage mit den Figuren durch London zu ziehen.

Fazit:
Eine besondere Liebesgeschichte über Trauer, Verlust, Freundschaft und die Geheimnisse, die Menschen selbst vor ihren Liebsten haben. Unbequem, emotional und absolut lesenswert.
4/5

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Feinste atmosphärische Unterhaltung

John of John
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Ui ihr Lieben Bookies. Wartet mal bitte kurz. Ich muss mir erst einmal die Regenjacke und die Gummistiefel ausziehen. Ich war gerade für ein paar Tage im nördlichsten Zipfel von Schottland, in Falabay, ...

Ui ihr Lieben Bookies. Wartet mal bitte kurz. Ich muss mir erst einmal die Regenjacke und die Gummistiefel ausziehen. Ich war gerade für ein paar Tage im nördlichsten Zipfel von Schottland, in Falabay, und ich kann euch sagen: Es hat tagelang gestürmt, ich bin nass bis auf die Knochen geworden und erlebt habe ich dort auch so einiges …

JOHN OF JOHN
Douglas Stuart
ET: 21.04.26

Cal wächst bei seinem Vater und seiner mütterlichen Großmutter auf den nördlichen Hebriden auf. Sie leben in einem kleinen, alten Haus, das niemals richtig warm wird und in das es an allen möglichen Stellen hineinregnet. Sein Vater arbeitet als Tweed-Weber — an einem Webstuhl, der noch mit den Füßen betrieben wird. Eine alte Tradition, auf die die Inselbewohner stolz sind, die aber kaum noch Geld einbringt, weil maschinell hergestellte Stoffe aus China deutlich günstiger sind.

Für kurze Zeit glaubte Cal, der Strenge seines presbyterianischen Vaters und der Enge der kleinen Inselgemeinschaft entkommen zu sein. Doch nach seinem Studium in Edinburgh wird er von seinem Vater zurück auf die Insel zitiert. Die Rückkehr fällt ihm schwer. Die Beziehung zwischen den beiden war schon vor seiner Abreise belastet und offen zu seiner Homosexualität zu stehen, käme in den Augen seines Vaters wohl einer Todsünde gleich.

Wenn ich euch jetzt allerdings erzähle, wie es weitergeht, müsste ich zu viel verraten. Deshalb mein Vorschlag: Holt euren Ostfriesennerz aus dem Schrank, zieht die Gummistiefel an und verbringt selbst ein paar stürmische Tage auf den Äußeren Hebriden …

Was für ein atmosphärisches Buch. Douglas Stuart erzählt hier eine ganz andere Liebesgeschichte. Vielleicht nicht ganz so berührend wie seine beiden vorherigen Bücher, aber deshalb keineswegs weniger feinfühlig.

Dieses Buch lebt von seinen detailreichen Beschreibungen der Insel, ihrer Bewohner, der herrlich unkonventionellen Großmutter, unserem liebenswerten Cal — und natürlich von den gefühlt hundert Variationen von nasskaltem Wetter. Als Hamburgerin würde ich vermutlich einfach Schietwedder dazu sagen.

Fazit:
Feinste atmosphärische Unterhaltung.
4½/5


Lieblingszitat: "Ein ganzer Kontinent war zu bequem geworden, um sich ordentlich anzuziehen. Alles musste billig sein, schnell gehen, und während ihre Körper verfetteten, entwickelten sie die Obsession, ihre Schwabbeligkeit in Labberigkeit einzuhüllen."

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