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Veröffentlicht am 08.06.2026

Ein super Buich!

Zähe Hunde
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ZÄHE HUNDE
Falun Ellie Koos
ET: 15.04.26

Ada lebt bei einem fremden Mann in Galizien. Unterhalten können sie sich aufgrund der Sprachbarriere kaum. Schweigend und in stillem Einverständnis arbeiten sie ...

ZÄHE HUNDE
Falun Ellie Koos
ET: 15.04.26

Ada lebt bei einem fremden Mann in Galizien. Unterhalten können sie sich aufgrund der Sprachbarriere kaum. Schweigend und in stillem Einverständnis arbeiten sie Hand in Hand nebeneinander her. Für Ada ist dies ein Rückzugsort – von ihrem Studium, von ihrer Freundschaft zu Frédérique, die ihr zu eng geworden ist. Hier findet sie die Muße und die Zeit, sich an die Vergangenheit zu erinnern und darüber nachzudenken, was in ihrer Kindheit alles falsch lief. Vor allem bei den Erziehungsmethoden ihres Vaters.

In Rückblicken nimmt Ada uns mit:

Nach dem frühen Tod ihrer Mutter ziehen Ada und ihr Bruder Boos zu ihrem Vater, der auf einem Caravan-Park in einem winzigen Wohnmobil lebt, das diesen Namen aufgrund seiner Größe kaum verdient. Der Vater arbeitet von morgens bis abends, an Wochenenden und in jeder freien Minute. Menschen, die nicht so hart arbeiten wie er, begegnet er mit Verachtung. Stolz bezeichnet er sich selbst als einen „zähen Hund“ – und genau diese Werte möchte er auch seinen Kindern vermitteln oder aufzwingen, je nachdem, wen man fragt.

Seine Ex-Frau, Adas und Boos' Mutter, die ihre Tage meist im Bett verbrachte und oft nur im Schlafanzug herumlief, ist für ihn das abschreckende Beispiel. Die vermeintlich verweichlichten Werte, die er mit ihrer Erziehung einherging, will er seinen Kindern austreiben. Ada und Boos haben weder Freunde noch Familie und sind vollkommen auf ihren Vater fixiert. Sie buhlen um seine Aufmerksamkeit und Anerkennung, während er seine Erziehungsmethoden mit voller Härte und patriarchalen Strukturen durchsetzt. Zwischen den Geschwistern entsteht ein Konkurrenzkampf, der beide weit über ihre Kindheit hinaus prägen wird. Wie sich diese Erziehung auf ihr weiteres Leben auswirkt, müsst ihr natürlich selbst lesen.

Ufff, keine leichte Kost. Ein Roman, der unter die Haut geht und mich mitten ins Herz getroffen hat. Sprachlich ist das Buch unglaublich stark – fast zu schön für den derben und oft schonungslosen Inhalt. Düster und bedrückend erzählt, habe ich es trotzdem regelrecht verschlungen.

Fazit:
Ein tiefgründiges Buch über die Prägungen unserer Kindheit und darüber, wie sehr sie unser weiteres Leben bestimmen können. Eine Geschichte, die noch lange nachwirken wird.
5/5

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Veröffentlicht am 06.06.2026

Leseperle

Wer bist du?
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WER BIST DU?
Monika Helfer
Illustriert von Kat Menschik - Band 21 der Lieblingsbuchreihe

Ein neunjähriges Mädchen klingelt an der Tür einer Frau und behauptet, einen 1000-Schilling-Schein direkt vor ...

WER BIST DU?
Monika Helfer
Illustriert von Kat Menschik - Band 21 der Lieblingsbuchreihe

Ein neunjähriges Mädchen klingelt an der Tür einer Frau und behauptet, einen 1000-Schilling-Schein direkt vor deren Haustür gefunden zu haben. Ob der Schein ihr gehöre? Die Frau verneint, lädt das Mädchen jedoch auf eine heiße Schokolade ein. Gemeinsam beschließen sie, den großen Schein zu wechseln und das Geld in einem Versteck auf dem Grundstück der Frau zu deponieren. Sollte das Mädchen einmal Geld benötigen, dürfe es sich jederzeit daraus bedienen.

Doch es kommt anders als geplant: Kurz darauf wird das Mädchen als vermisst gemeldet, und auch das Geld ist aus dem Versteck verschwunden. Wochen vergehen, ohne dass das Kind gefunden wird. Die Frau kann nicht aufhören, an das Mädchen zu denken. Immer neue Szenarien gehen ihr durch den Kopf, was geschehen sein könnte, bis sie schließlich selbst Nachforschungen anstellt.

Was für ein kleines, feines Buch mit gerade einmal 90 Seiten! Monika Helfer gelingt es meisterhaft, Zweifel zu säen. Mit jeder Seite stellt man sich mehr die Frage, wem man in dieser Geschichte eigentlich glauben kann. Für mich war dieses Buch eine echte Lesepraline – klein, fein und voller Nachhall.

Abgerundet wird die Erzählung durch die wunderschönen Illustrationen von Kat Menschik. Wie die anderen Bände der Lieblingsbuchreihe aus dem Galiani Verlag ist auch dieses Buch ein kleines Schmuckstück.
4/5

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Sommerhitze

Fünf Tage im Licht
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FÜNF TAGE IM LICHT
Rhiannon Lucy Cosslett
RT: 15.05.26

Die Malerin Sophie reist mit ihren drei Freundinnen in das Haus von Alessias Familie auf die griechische Insel Sifnos, um den Junggesellinnenabschied ...

FÜNF TAGE IM LICHT
Rhiannon Lucy Cosslett
RT: 15.05.26

Die Malerin Sophie reist mit ihren drei Freundinnen in das Haus von Alessias Familie auf die griechische Insel Sifnos, um den Junggesellinnenabschied von Helena zu feiern. Der Plan: fünf Tage Sonne, Meer und gutes Essen genießen, bevor die Männer nachkommen und alle gemeinsam eine weitere Woche auf der Insel verbringen.
Doch alles kommt anders als erwartet. Beim morgendlichen Schwimmen begegnet Sophie Ky, der einstigen Ferienliebe von Alessia. Zwischen den beiden entsteht sofort eine starke Anziehungskraft, aus der schon bald eine leidenschaftliche Affäre wird. Mit jedem Tag verblasst Sophies schlechtes Gewissen ein wenig mehr. Durch Ky wird ihr bewusst, dass sie ihren langjährigen Partner Greg kaum vermisst und dass ihrer Beziehung schon seit Längerem etwas fehlt.

Dabei ist Greg ein liebevoller und verlässlicher Partner, der sie und ihre Kunst stets unterstützt hat. Doch während er sich nichts sehnlicher wünscht als eine Familie zu gründen, fühlt Sophie sich dazu noch nicht bereit. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen, hat Kunst studiert und arbeitet noch immer in einem Museumsshop, weil sie von ihrer Malerei nicht leben kann. Ihr Ziel ist es, erst dann eine Familie zu gründen, wenn sie als Künstlerin ihren Durchbruch geschafft hat.

Als die Männer schließlich auf der Insel eintreffen, ist die Spannung zwischen allen Beteiligten förmlich greifbar. Nach einem Abend mit reichlich Alkohol eskaliert die Situation schließlich.

Besonders begeistert haben mich die kleinen eingeschobenen Kapitel, in denen Werke weiblicher Künstlerinnen betrachtet werden. Rhiannon Lucy Cosslett verwebt diese kunsthistorischen Exkurse auf geschickte Weise mit Sophies Zukunft und ihrer persönlichen Entwicklung. Dadurch erhalten die Bildbetrachtungen eine zusätzliche Bedeutungsebene und bereichern die Geschichte auf besondere Weise.

Ebenso gelungen ist die Atmosphäre der griechischen Insel. Die flirrende Hitze, das glitzernde Meer und die langen Sommertage werden so lebendig beschrieben, dass ich sie förmlich spüren konnte.

Etwas zu viel waren mir allerdings die zahlreichen und teilweise recht vulgären S3xszenen. Auch der Umgang mit Dr0gen wirkte auf mich stellenweise etwas zu selbstverständlich.

Zusätzlich durfte ich das Buch nicht nur lesen, sondern auch als Hörbuch erleben. Henriette Schreurs hat die Geschichte wunderbar eingelesen.

Fazit:
Wer Geschichten voller Leidenschaft, Sommerhitze, Kunst und komplizierter Beziehungen mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Mich haben besonders die kunsthistorischen Elemente, das griechische Inselsetting und die wunderschöne, atmosphärische Sprache begeistert. Einige Handlungen waren mir zu viel und haben meinen Lesegenuss zwar etwas geschmälert, insgesamt habe ich das Buch aber sehr gerne gelesen und schwanke zwischen einer guten und einer sehr guten Bewertung.
3,5/5

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Lesen und abtauchen ...

Tata
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TATA – ODER DAS GEHEIMNIS MEINER TANTE COLETTE
Valérie Perrin
ET: 30.04.26

Als die Polizei Agnès kontaktiert um ihr den Tod ihrer Tante Colette mitzuteilen, ist sie überzeugt, dass es sich um einen Irrtum ...

TATA – ODER DAS GEHEIMNIS MEINER TANTE COLETTE
Valérie Perrin
ET: 30.04.26

Als die Polizei Agnès kontaktiert um ihr den Tod ihrer Tante Colette mitzuteilen, ist sie überzeugt, dass es sich um einen Irrtum handeln muss. Schließlich wurde Colette bereits vor drei Jahren beerdigt und liegt seitdem auf dem Friedhof eines kleinen Ortes im Burgund. Doch schnell wird klar: Die Tote ist tatsächlich ihre Tante. Aber wer wurde dann damals beerdigt? Und warum hat Colette drei Jahre lang ihren Tod vorgetäuscht, obwohl die beiden immer ein inniges Verhältnis hatten?

Agnès reist in das kleine Städtchen zurück, in dem Colette ihr Leben lang als Schuhmacherin gearbeitet hat und in dem Agnès als Kind jede Ferien verbracht hat. Dort entdeckt sie in ihrem alten Zimmer einen Koffer voller Kassetten. Auf den Tonbändern erzählt Colette Stück für Stück die Wahrheit — über die unbekannte Tote, die vor drei Jahren an ihrer Stelle beerdigt wurde, über Schuld, Schweigen und über ein Leben voller Geheimnisse. Dabei öffnet sich nach und nach ein Geflecht aus Familiengeschichten, schmerzhaften Erfahrungen und verdrängten Wahrheiten, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.

Valérie Perrin hat mit diesem Roman ein beeindruckendes, vielschichtiges Werk geschaffen, das man nicht einfach nur „wegliest“. Nach und nach entfaltet sich ein dichtes Netz aus Schicksalen und Geschichten, die kunstvoll miteinander verwoben sind. Die Themen sind dabei alles andere als leicht: häusliche Gewalt, Mord, pädophile Übergriffe, Verlust, Angst — aber auch Liebe, Hoffnung und Neuanfänge spielen eine große Rolle.

Besonders gefallen hat mir die multiperspektivische Erzählweise. Obwohl die Handlung nicht chronologisch aufgebaut ist, fiel es mir nie schwer, der Geschichte zu folgen. Dennoch glaube ich, dass man dieses Buch möglichst ohne allzu lange Pausen lesen sollte, da man sonst leicht einzelne Zusammenhänge verlieren könnte.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dennoch: Das Ende war mir persönlich etwas zu überladen — hier wäre für mich weniger mehr gewesen. Aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau.
5/5

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Veröffentlicht am 29.05.2026

Ein gutes Buch

Unser Sommer endet nie
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UNSER SOMMER ENDET NIE
Virginie Grimaldi
ET: 30.4.25

Nachdem die Schwestern Emma und Agathe fünf Jahre keinen Kontakt mehr hatten, treffen sie sich im französischen Baskenland im Haus ihrer verstorbenen ...

UNSER SOMMER ENDET NIE
Virginie Grimaldi
ET: 30.4.25

Nachdem die Schwestern Emma und Agathe fünf Jahre keinen Kontakt mehr hatten, treffen sie sich im französischen Baskenland im Haus ihrer verstorbenen Großmutter wieder. Emma, die ältere der beiden, hat vorgeschlagen, die letzte Woche vor dem Verkauf des Hauses gemeinsam dort zu verbringen, um sich endlich auszusöhnen. Doch obwohl der Wille auf beiden Seiten da ist, gelingt ihnen das nur mühsam.

Die Großmutter fehlt überall. Sie war früher Mutterersatz, Vermittlerin und das Herz der Familie. Gleichzeitig hat die lange Funkstille zwischen den Schwestern ihre Spuren hinterlassen. Emma und Agathe, die ohnehin immer sehr unterschiedlich waren, haben sich mit den Jahren immer weiter voneinander entfernt. Nähe wieder zuzulassen fällt beiden schwer. Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto mehr bröckelt die Distanz zwischen ihnen.

In Rückblicken erfahren wir mehr über die Kindheit der Schwestern. Der Vater hatte die Familie für eine andere Frau verlassen und war früh verstorben. Die Mutter war mit der Situation vollkommen überfordert und ließ ihre Frustration oft an den Mädchen aus. Vor allem Emma lernte schon früh Verantwortung zu übernehmen und sich um ihre kleine Schwester zu kümmern — ohne zu merken, wie sehr sie selbst darunter litt.

Wie es weitergeht, müsst ihr natürlich selbst herausfinden.

Besonders gelungen fand ich den Vergangenheitsstrang, der nachvollziehbar aufzeigt, wie die Traumata der Mädchen durch die Gewalt der Mutter entstanden sind. Die Gegenwart hingegen hätte für meinen Geschmack etwas mehr Tiefe oder Dynamik vertragen können, dennoch ließ sich das Buch sehr angenehm und zügig lesen. Das Ende ist sehr stimmig und gut.

Insgesamt ein eindringliches Buch über Verlust, Schuld, alte Traumata und die zerstörerischen Auswirkungen von Gewalt innerhalb der Familie.

Gerne empfehle ich das Buch allen, die Familiengeschichten mögen.
4/5

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