Cover-Bild Ravenna
31,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Theiss in Herder
  • Themenbereich: Geschichte und Archäologie - Geschichte
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Ersterscheinung: 12.09.2022
  • ISBN: 9783806245264
Judith Herrin

Ravenna

Hauptstadt des Imperiums, Schmelztiegel der Kulturen
Cornelius Hartz (Übersetzer)

Ravenna - Byzanz des Westens und Stadt der Mosaike

Einst war Ravenna der Treffpunkt der griechischen, lateinischen, christlichen und barbarischen Kulturen und der Dreh- und Angelpunkt zwischen Ost und West. Während Rom sich provinzialisierte, erlebt die neue Hauptstadt des Weströmischen Reichs eine Blütezeit. Ungewöhnlich lebhaft erzählt Judith Herrin nicht nur von der bewegten Geschichte Ravennas, sondern auch von den Menschen dieser Zeit: von Kaiserinnen und Königen, Gelehrten und Ärzten, aber auch von Handwerkern und dem Alltagsleben in der Stadt.


- Detailreich und lebendig: Porträt der Hauptstadt des frühchristlichen Europas

- Aufstieg und Fall einer Metropole: Wie Ravenna zum »Byzanz des Westens« wurde

- Von Herrschern und Bürgern: Leben in einer spätantiken Stadt

- Meisterlich erzählt: Judith Herrins Sachbuch wurde mehrfach ausgezeichnet

- Prächtige Zeugen der Vergangenheit: Fotos der Kirchen und Mosaiken Ravennas

 

Vom römischen Hafen zur Hauptstadt: der Aufstieg Ravennas

Als im Jahr 402 n. Chr. eindringende Stämme aus dem Norden Mailand belagerten, verlegte der weströmische Kaiser Honorius den Regierungssitz nach Ravenna. Bis ins Jahr 751 war die goldglänzende Stadt an der Adria zunächst die Hauptstadt des Weströmischen Reiches, dann die des riesigen Königreichs des Goten Theoderich und schließlich das Zentrum der byzantinischen Macht in Italien. Die überwältigend schönen frühchristlichen Kirchen mit ihren Mosaiken, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden, zeugen von dieser Zeit des Umbruchs.

Judith Herrin lässt diese Epoche dank ihres fundierten Wissens wieder lebendig werden. Die renommierte Althistorikerin, Archäologin und Expertin für Byzanz ist auch eine glänzende Stilistin, was ihr Buch zu einem besonderen Lesevergnügen macht.

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Lesejury-Facts

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Veröffentlicht am 16.10.2022

Ravenna - Stadt der goldenen Mosaike

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Mit der Teilung des riesigen Römischen Reiches um 395 in ein west- und ein oströmisches Reich beginnt der Niedergang des antiken Roms. Während das oströmische Reich mit der Hauptstadt Konstantinopel noch ...

Mit der Teilung des riesigen Römischen Reiches um 395 in ein west- und ein oströmisches Reich beginnt der Niedergang des antiken Roms. Während das oströmische Reich mit der Hauptstadt Konstantinopel noch bis 1453 den anstürmenden Völkern die Stirn bieten kann, muss das weströmische Reich seine Hauptstadt Rom aufgeben um 400 n.Chr. und findet in Ravenna eine neue.

Ravenna, geschützt in der Emilia Romagna gelegen, ist vom 5. bis 8. Jahrhundert Treffpunkt der griechischen, lateinischen, christlichen und barbarischen Kulturen und Dreh- und Angelpunkt zwischen Ost und West. Ungewöhnlich detailreich erzählt Judith Herrin auch von den Menschen dieser Zeit: von Kaiserinnen und Königen, Bischöfen und Gelehrten, Ärzten und Handwerkern.

In neun Kapiteln, die mit zahlreichen Farbfotos angereichert sind, lässt die Archäologin und Autorin diese Glanzzeit Revue passieren.

1. Galla Placidia
2. Der Aufstieg der Bischöfe
3. Theoderich der Gote
4. Justinian I und die Feldzüge in Nordafrika und Italien
5. König Alboin und die Eroberung durch die Langobarden
6. Die islamische Expansion
7. Die beiden Regierungszeiten von Justinian II
8. Ravennas allmählicher Abstieg
9. Karl der Große und Ravenna

Der Aufschwung und die Bautätigkeit, die Ravenna in der Zeit zwischen dem 6. und dem 8. Jahrhundert erlebt, ist gigantisch. Tausende Bauwerke mit feinsten Mosaiken entstehen. Jeder Herrscher, jeder Bischof möchte sich durch ein kunstvolles Bauwerk ein Denkmal setzen. Der Großteil der Gebäude ist Bestand, obwohl auch hier im Zweiten Weltkrieg einiges zerstört worden ist.

Imposant sind die vielen Informationen, die die Autorin aus diversen Archiven zusammengetragen hat! Das ist vielleicht auch der einzige kleine Kritikpunkt: Judith Herrin verzettelt sich manchmal in Details, die schon sehr speziell sind. Denn ob der oströmische Exarch auch noch in Rimini ein feudales Anwesen mit Innenhof und Garten anmietet, ist vielleicht für ihn bedeutend, für die Weltgeschichte jedoch nicht.

Leser, die in dieser Zeit nicht so bewandert sind, könnten die Zusammenfassung„Ravennas glanzvolles Erbe“ von S. 454 als Einstieg vorab lesen.

Fazit:

Ein Meisterwerk der Recherche, dem ich gerne 5 Sterne gebe.