Faszinierend
Solche Geschichten habe ich lange nicht mehr gelesen. Es hat etwas Schräges und zugleich Faszinierendes an sich, wie die Autorin die Handlung aufbaut. Erzählt wird aus zwei Perspektiven von Miri und Leah. ...
Solche Geschichten habe ich lange nicht mehr gelesen. Es hat etwas Schräges und zugleich Faszinierendes an sich, wie die Autorin die Handlung aufbaut. Erzählt wird aus zwei Perspektiven von Miri und Leah. Dadurch hat der Leser eine Möglichkeit, Leahs Veränderungen aus beiden Seiten zu betrachten: Aus der Außenseite, als ob man dabei in Miris und Leahs Wohnung anwesend ist, und aus Leahs Sicht, wobei wir erfahren, was in der U-Boot passiert ist.
Armfield verwebt verschiedene Themen zusammen, aus denen ein vollkommenes Gewand entsteht, das das Ganze abrundet. Ich fand es fesselnd, wie der Körper und das Wasser in diesem Roman miteinander verschmelzen. Dadurch werden jeweilige Räume und Grenzen verschwommen. Nach dem Werk fühlt es sich so an, als ob man bei der Entstehung einer neuen Dimension präsent war. Der Roman ist in einer bildhaften Sprache verfasst. So viele Metaphern können unterschiedlich interpretiert werden, man hat die Möglichkeit selber zu entscheiden, ob es im Buch über Orientierungslosigkeit, Trauerbewältigung, Eheprobleme aus einer psychologischen Sicht oder etwas ganz anderes - Fantastisches.
„Gestalten der Tiefe“ ist ein mächtiges literarisches Werk über Reise, in der man zu sich selbst findet, dargestellt in allen unmöglichen facettenreichen Formen.