Zwischen unterschwelliger Spannung und erzählerischen Umwegen
Die Dinner PartyViola van de Sandts The Dinner Party beginnt sehr vielversprechend und zieht einen schnell in die Geschichte hinein. Der Schreibstil ist intensiv und direkt, sodass man sofort ein Gefühl für die Hauptfigur ...
Viola van de Sandts The Dinner Party beginnt sehr vielversprechend und zieht einen schnell in die Geschichte hinein. Der Schreibstil ist intensiv und direkt, sodass man sofort ein Gefühl für die Hauptfigur und ihre Situation bekommt.
Im Mittelpunkt steht Franca, eine Protagonistin, deren Innenleben brüchig ist und deren Wahrnehmung zunehmend Fragen aufwirft. Die Autorin konzentriert sich hierbei stark auf die Gedanken und Gefühle der Protagonistin, was zwar interessant gemacht ist, aber auch dazu führt, dass sich vieles wiederholt und die Handlung nur langsam vorankommt. Teilweise wirkt es so, als würde sich die Geschichte im Kreis drehen, ohne wirklich neue Entwicklungen zu bringen.
Die Geschichte bewegt sich zudem weniger über äußere Ereignisse als über Stimmungen, Erinnerungen und feine Verschiebungen im emotionalen Gleichgewicht. Besonders die unterschwellige Spannung rund um das Abendessen sorgt dafür, dass man wissen will, was passiert ist. Allerdings lässt diese Faszination und Spannung im Laufe des Buches nach, die Erzählweise wirkt an manchen Stellen etwas konstruiert und vorhersehbar.
Am Ende bleibt ein literarisch anspruchsvoller, atmosphärischer Roman, der vor allem durch seine psychologische Intensität überzeugt, dabei aber nicht durchgehend fesseln kann. Eine lesenswerte, wenn auch nicht restlos überzeugende Erfahrung.