Roman | Ein einfühlsamer Roman über die erste Liebe und die Ängste, die sie mit sich bringt | Shortlist The British Book Awards 2024
Karoline Hippe (Übersetzer)
Wenn das, was du fühlst, nicht das ist, was du fühlen sollstIrland, Anfang der 90er. Lucy fühlt sich fehl am Platz. Familie und Freunde warten nur darauf, dass sie das tut, was alle tun: ihren Freund heiraten und Mutter werden. Während eines langen heißen Sommers fühlt Lucy sich plötzlich zu ihrer Freundin Susannah hingezogen, und sie beginnt zu verstehen, warum sie anders ist. Aus der zarten Verliebtheit wird schnell eine verzweifelte Liebe, die alles infrage stellt, woran Lucy bisher glaubte. Klug und einfühlsam erzählt SUNBURN von der ersten Liebe, den Ängsten, die sie mit sich bringt, und der Realität des Erwachsenwerdens in einer Kleinstadt, in der die Tradition die Menschen fest im Griff hat.
Eindringlich und einfühlsam erzählt dieser Roman von der ersten Liebe und dem Gefühl, nicht richtig sein.
Auf der Shortlist des BRITISH BOOK AWARD 2024 sowie des NERO BOOK AWARD 2023
Ich habe viele Coming Off Age Romane gelesen und selten einen, der vergleichbar ist mit "Sunburn" von Chloe Michelle Howarth. Im ländlichen Irland der Neunzigerjahre erzählt die Autorin vom Erwachsenwerden ...
Ich habe viele Coming Off Age Romane gelesen und selten einen, der vergleichbar ist mit "Sunburn" von Chloe Michelle Howarth. Im ländlichen Irland der Neunzigerjahre erzählt die Autorin vom Erwachsenwerden einer Gruppe Mädchen. In ihrem Zentrum Protagonistin Lucy und ihr queeres Erwachen, sowie die unsterblich große und verbotene Liebe zu ihrer besten Freundin Susannah.
Dafür nutzt Howarth eine vor Metaphern strotzende, poetische, manchmal schon fast kitschige Sprache. Aber das erträgt man als Leser (mir persönlich ist es niemals zu viel geworden), weil sich darin so authentisch die überbordenden Gefühle zweier Teenagerinnen widerspiegeln, die alles zum ersten Mal erleben. Es ist Teenie-Poesie, im besten Sinne dieses Wortes. Und es ist unglaublich schöne, mitreißende Literatur, die auch tragisch ist, weil Lucys Welt katholisch geprägt, wenig aufgeklärt ist und von einem engen Korsett aus angestaubten Moralvorstellungen zusammengehalten wird.
Darüber hinaus erkennt man in den Erlebnissen von Lucy, Susannah und ihrer Mädchenclique so viele universelle Muster, die das Leben von Mädchen in der Pubertät zur damaligen Zeit, aber auch heute prägen. Ich mochte die Darstellung von Dynamiken und Machtverhältnissen innerhalb der Geschichte. Nicht nur im Bezug auf die Teenager untereinander, sondern auch, wenn es um ihre jeweiligen Familienkonstrukte geht.
Lucy selbst ist kein likeable character. Sie ist manipulativ, manchmal naiv und häufig egoistisch. Ihre Liebe zu Susannah ist schön und tut weh.
"Sunburn" als Roman ist schön und tut weh. Für mich handelt es sich um die beste Art von Sommerread. Man ahnt als Leser unweigerlich, welche Art von Schicksal den beiden Mädchen bevorstehen wird. Es ist unausweichlich und trotzdem hofft man. Ein Buch, das sich einbrennt.
Es ist ein wenig wie bei einem Sonnenbrand. Man weiß genau, dass es schmerzlich endet, wenn man sich zu lange und ungeschützt der Sonne aussetzt - und trotzdem kann man sich nicht entziehen.
Das Buch, welches ich als Jugendliche gebraucht hätte, um zu verstehen, was in mir vorgeht! Zahlreiche Emotionen - Freude, Trauer, Wut, Hoffnung, Verzweiflung - wurden beim Lesen in mir ausgelöst und haben ...
Das Buch, welches ich als Jugendliche gebraucht hätte, um zu verstehen, was in mir vorgeht! Zahlreiche Emotionen - Freude, Trauer, Wut, Hoffnung, Verzweiflung - wurden beim Lesen in mir ausgelöst und haben viel mit mir gemacht!
Ich war sehr gespannt auf den Debütroman von Chloe Michelle Howarth und wurde definitiv nicht enttäuscht. Meine Gedanken wurden sogar bei Weitem übertroffen!
Zum Buch:
Das Cover passt perfekt zur Geschichte, die Farbe Orange erinnert an Susannah, an ihr Leuchten und die Sonne, die sie für Lucy repräsentiert! Das Bild der zwei jungen Frauen passt ebenfalls sehr gut, Sunburnwird hier nochmals bildlich dargestellt und wer das Buch gelesen hat, versteht auch warum der Titel so gut zur Geschichte passt!
Schön fand ich die Aufteilung der Kapitel, die sich um eine bestimmte Zeitspanne drehen. Die Geschichte liest sich zwar schnell, aber ich wollte mir bewusst viel Zeit für dieses Werk nehmen, da ich von Beginn an geflasht von diesem unglaublichen sprachlichen Niveau war und immer noch bin. Die Beschreibung der Natur, der inneren Gefühle und die ausführlichen Liebesbekundungen haben mein Herz deutlich höher schlagen lassen und ich hatte das Bedürfnis jeden Satz auf meiner Zunge zergehen zu lassen. Die Metaphern haben alle inhaltlich als auch sprachlich wie die Faust aufs Auge gepasst.
Zum Inhalt:
Die Geschichte handelt von Lucy, die in den 90er Jahren in einem kleinen irischen Dorf aufwächst und eines Tages merkt, dass ihre Gefühle zu ihrer Freundin Susannah nicht nur freundschaftlich sind und daraufhin auf eine Reise der inneren Entdeckung geht. In Crossmore, wo beide Mädchen leben, ticken die Uhren noch anders und Queerness findet dort keinen Platz. Lucys Mutter wünscht sich nichts sehnlicher als eine Beziehung ihrer Tochter mit Martin, dem Nachbarjungen, der zudem in naher Zukunft das Haus und den Hof seiner Eltern erben wird. Als Susannah eines Tages Lucys zarte Verliebtheit erwidert beginnt eine heimliche Beziehung der beiden, die von verzweifelter Liebe geprägt wird.
Die Geschichte gliedert sich inhaltlich in vier Teile, die zwar nicht klar voneinander abgegrenzt werden, aber die alle ganz andere Emotionen in mir hervorgerufen haben.
Lucys Selbstfindung kann ich als queere Frau sehr gut nachvollziehen. Der Wunsch nach Anpassung, Liebe der Eltern und Glück sind Dinge, die erstrebenswert sind. Kein Mensch, vor allem kein Teenager, will freiwillig anders oder komisch sein und für Unmut sorgen. Zudem wird uns das heteronormative Rollenbild von Geburt an durch die Gesellschaft auferlegt, weswegen viele queere Personen erstmal nicht verstehen, was mit ihnen geschieht. Die Gefühle können zunächst nicht eingeordnet werden. Lucy schwärmt im ersten Teil unentwegt von Susannah und versteht aber nicht, dass sie verliebt in diese ist und wartet stattdessen darauf Gefühle für Martin zu entwickeln.
Lucy bezeichnet ihre Clique aus mehreren Freundinnen als “nette Mädchen”, obwohl diese andere Menschen ständig schlecht reden. Genauso sieht es mit ihrer Familie aus. Sie ist physisch da, aber die zwischenmenschliche Verbindung gestaltet sich eher schwierig. Ihr Vater interessiert sich nur für ihre Brüder, ihre Mutter liebt sie nur, wenn Lucy genauso ist, wie sie es sich wünscht, unter dem Deckmantel, dass sie nur das Beste für Lucy möchte.
Lucy möchte im Grunde genommen nur von ihrer Familie geliebt werden und zahlt dafür einen hohen Preis, indem sie die Menschen verletzt, die sie, neben ihrer Familie, am meisten liebt. Neben Susannah ist da auch noch Martin, der sie ebenfalls liebt und dem sie aus purem Egoismus die Chance auf ein erfülltes und glückliches Leben mehr oder weniger verwehrt.
Am liebsten hätte ich Lucy an einigen Textstellen gerne einfach wachgerüttelt und ihr gesagt:
“Ich verstehe dich, es ist schwer, aber du musst mutig sein und du wirst glücklich!”
Natürlich verstehe ich aufgrund ihrer Erziehung und ihrer Lebensverhältnisse, woher Lucys stagnierendes Verhalten kommt, aber trotzdem hat es mich traurig und wütend zugleich gemacht, dass sie leider nicht besser mit ihrer Situation umgehen konnte.
Das letzte Drittel hat mein Herz mehrmals gebrochen. Ein hartes Stück Literatur, aber so brutal ehrlich, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen. Lucys Gedankengänge waren wirr, aber deshalb auch authentisch. Welcher Mensch denkt schon immer gradlinig? Manche Gedankenströme haben mich emotional sehr getroffen, auch weil ich mich persönlich sehr damit identifizieren konnte.
Fazit:
Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der etwas über einen klassischen Liebesroman hinaus lesen möchte und dabei eine wirklich schöne Sprache bevorzugt! Ich wünsche mir zudem, dass jede lesbische Frau diesen Roman liest, denn er beschreibt den inneren Coming-Out Prozess so gut und das Werk hat definitiv das Potenzial ein queerer Klassiker zu werden!
Ich könnte mir das Buch auch sehr gut als Schullektüre vorstellen, da es wichtige zentrale Themen, wie Glücklichsein, gesellschaftliche Konventionen und internalisierte Homophobie behandelt. In Zeiten, die von Rechtsruck in Europa und den USA geprägt sind, empfinde ich es als super wichtig noch mehr über besagte Themen zu sprechen! Ich verbleibe nach dem Lesen auf jeden Fall in einem Gefühlschaos und bin schon sehr gespannt auf das neue Werk der Autorin, welches in einigen Monaten in englischer Sprache erscheinen wird!
Sunburn ist die Geschichte einer Liebe, die sich den Hindernissen einer homophoben Gesellschaft einer irischen Gemeinde in den 90er Jahren stellen muss. Lucy ist fasziniert von ihrer Freundin Susannah, ...
Sunburn ist die Geschichte einer Liebe, die sich den Hindernissen einer homophoben Gesellschaft einer irischen Gemeinde in den 90er Jahren stellen muss. Lucy ist fasziniert von ihrer Freundin Susannah, eine Faszination, die, wie sie bald merkt, eigentlich Verliebtheit ist. Doch sie kann sich niemandem anvertrauen und auch sie selbst muss sich zu allererst verstehen lernen. So beginnt eine Beziehung im Geheimen, eine verborgene Liebe, erstickt von den Erwartungen ihrer Familie und ihren Freunden, ihren besten Freund Martin zu heiraten.
Die Geschichte hat mich wirklich fasziniert und war sehr authentisch und nachvollziehbar. Lucys Handeln ist nicht immer moralisch einwandfrei, jedoch kann man sie kein bisschen verurteilen, lediglich die Welt, die sie unterdrückt. Dabei bringt man nicht nur ihr, sondern auch Martin Mitleid entgegen, weshalb Susannahs rebellischer Charakter umso besser gewählt ist. Sie zeigt, dass es auch in einer homophoben, ungerechten Umgebung Widerstand gab und was für eine Befreiung es ist, sich selbst zu verwirklichen. Susannahs Emanzipation ist sehr wichtig und brillant aus den Augen Lucys dargestellt.
Die Liebesbeziehung zwischen den beiden ist sehr gut gelungen und voller Gefühle. Dabei ist das Flirren der ersten Verliebtheit durch die Seiten zu spüren und das Gelächter der Mädchen beinahe zu hören.
Der Roman ist sehr einfach zu lesen, man fliegt förmlich durch die Seiten. Auch der Schreibstil von Chloe Michelle Howarth ist sehr angenehm, jedoch fand ich die Übersetzung an vielen Stellen nicht passend.
Der Roman erinnerte mich etwas an Normal People, allerdings in queerer Version.
Sunburn ist mit Sicherheit ein sehr wichtiger Roman und ich bin gespannt, in Zukunft hoffentlich mehr von der Autorin lesen zu können.
Irland, 90er Jahre, eine konservative Kleinstadt. Die Autorin Chloe Michelle Howarth erzählt uns die Geschichte von Lucy und ihrem Weg zu sich selbst. Ein Coming of Age Roman über die erste, queere Liebe. Dabei wählt sie starke Worte, mal poetisch, mal roh. Die Erzählung ist intensiv, manchmal fast unangenehm. Doch gerade deshalb konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen!
Bereits bei der Leseprobe habe ich vermutet, dass diese Geschichte ein Highlight für mich wird. Und das hat sich definitiv bestätigt. Lucy‘s Geschichte hat mich emotional sehr berührt. Ihr Gefühlsleben wurde so anschaulich beschrieben, dass ich mich sehr gut in sie hineinversetzen konnte. Manches kam mir aus meiner eigenen Geschichte bekannt vor. Ich konnte gar nicht glauben, dass ich einen Debütroman vor mir habe. Ein toller Roman zu einem wichtigen und aktuellen Thema, den ich wärmstens empfehlen kann!
Die Geschichte spielt in den 90er Jahren in Irland. Dort wächst Lucy in einer konservativen, christlichen Kleinstadt auf. Ihr Weg scheint vorbestimmt zu sein, denn alle warten nur darauf, dass sie irgendwann ...
Die Geschichte spielt in den 90er Jahren in Irland. Dort wächst Lucy in einer konservativen, christlichen Kleinstadt auf. Ihr Weg scheint vorbestimmt zu sein, denn alle warten nur darauf, dass sie irgendwann mit ihrem besten Freund Martin zusammenkommt, ihn heiratet und sie Kinder bekommen werden. Aber während eines langen heißen Sommers beginnt sie plötzlich für Susannah Gefühle zu entwickeln, was ihre Welt und Wanken bringt, allerdings hat sich Susannah ebenfalls in sie verliebt. Wird Susannah ihren Weg finden?
Mich hat diese Geschichte ganz tief berührt. Ich beschäftige mich gerne mit den Themen Toleranz und Identität, denn da konnte ich bisher immer etwas lernen. Ich musste teilweise sehr mitfühlen bzw. mitleiden, wie ich lesen musste, wie Lucy sich verstellt, nur um Erwartungen anderer zu erfüllen. Ich persönlich könnte mich gar nicht vorstellen, deshalb ist es wahrscheinlich so unvorstellbar für mich gewesen, weil ich einen großen Drang nach Freiheit habe und mir die auch nie nehmen hab lassen, bis ich vor 3 Jahren eine Depression bekommen habe und seitdem in meiner Freiheit schwer eingeschränkt bin, aber ich konnte Lucy trotzdem sehr gut verstehen, denn man braucht oft erst seine Zeit, um sich aus den Fängen der Erwartungen anderer zu befreien und man darf auch nicht vergessen, dass die Geschichte in den 90er Jahren spielt.
Mir hat auch der Schreibstil sehr gut gefallen und Martin war wirklich ein guter bester Freund. Für mich ist es eine wichtige Geschichte, die man unbedingt gelesen haben sollte. Deshalb gibt es von mir auch sehr gerne 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.