Profilbild von VeeLiest

VeeLiest

aktives Lesejury-Mitglied
offline

VeeLiest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit VeeLiest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2026

Zwischen Mythos und Menschlichkeit

Medea
0

Rosie Hewletts „Medea“ hat mich auf besondere Weise berührt, weil sie eine bekannte Figur aus der Mythologie neu und vielschichtig darstellt. Statt Medea nur als böse Zauberin und Verräterin zu zeigen, ...

Rosie Hewletts „Medea“ hat mich auf besondere Weise berührt, weil sie eine bekannte Figur aus der Mythologie neu und vielschichtig darstellt. Statt Medea nur als böse Zauberin und Verräterin zu zeigen, erzählt Hewlett ihre Geschichte aus Medeas eigener Sicht – als eine Frau mit Gefühlen, Zielen und inneren Konflikten. So wird Medea nicht einfach zum Mythos, sondern zu einer echten, nachvollziehbaren Person.

Die Erzählung begleitet Medea von ihrer schweren Kindheit über ihren Aufbruch aus der Heimat bis hin zu ihrem Leben am Hof und der komplizierten Beziehung zu Jason und den Argonauten. Besonders beeindruckend ist, wie gut die Autorin Medeas Zwiespalt zwischen Stärke und Verletzlichkeit einfängt: Sie ist mutig und klug, aber auch auf der Suche nach Zugehörigkeit und Liebe. Das macht sie für mich sehr greifbar und lebendig.

Außerdem verbindet Hewlett geschickt die mythologischen Elemente mit zeitlosen Fragen wie Loyalität, Verrat, Freiheit und Schmerz. Dadurch wirkt Medeas Geschichte nicht nur wie ein altes Märchen, sondern als eine menschliche Erfahrung, die auch heute noch relevant ist. Die Balance zwischen magischen Aspekten und den sozialen Zwängen, denen Medea ausgesetzt ist, verleiht der Geschichte Tiefe und Vielschichtigkeit.

Ich empfehle „Medea“ von Rosie Hewlett allen, die sich für starke Frauenfiguren, tiefgründige Charakterstudien und eine frische, einfühlsame Sicht auf klassische Mythen interessieren. Das Buch spricht sowohl Liebhaberinnen der griechischen Mythologie als auch Leserinnen an, die Geschichten über Mut, Schmerz und Selbstbestimmung schätzen. Es ist eine berührende und kraftvolle Lektüre, die lange in mir nachgewirkt und zum Nachdenken angeregt hat.

Vielen Dank an Vorablesen und HarperCollins für mein Rezensionsexemplar!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.02.2026

Düsteres Romantasy-Debüt!

House of the Beast
0

Ich kannte Michelle Wong bereits durch ihre Arbeit an Avatar: The Legend of Korra und war daher besonders neugierig auf ihr Debüt als Romanautorin. House of the Beast entführt die Leser in eine düstere ...

Ich kannte Michelle Wong bereits durch ihre Arbeit an Avatar: The Legend of Korra und war daher besonders neugierig auf ihr Debüt als Romanautorin. House of the Beast entführt die Leser in eine düstere Fantasywelt, die mit Elementen aus Horror und Steampunk durchzogen ist. Im Mittelpunkt steht Alma, eine junge Frau, deren einziger Antrieb Rache ist.

Worum es geht:
Almas Leben ist von Anfang an schwer: Ihre Mutter zieht sie allein groß, doch als diese schwer erkrankt, muss Alma zu ihrem unbekannten Vater ziehen. Was sie nicht weiß: Er gehört zu einem der vier mächtigen Häuser, die den Göttern dienen und ihre Macht verkörpern. In einem verzweifelten Schritt verbindet sich Alma mit einem Biest-Gott, der wie ein Prinz aussieht, um gemeinsam Rache an der Familie zu nehmen, die sie ihr ganzes Leben lang im Stich gelassen hat.

Meine Eindrücke:
Das Setting ist außergewöhnlich und neu, eine Welt, die mit ihren fantastischen und dunklen Details fasziniert. Allerdings bleiben viele Hintergründe und Zusammenhänge bis zum Ende eher unklar, was den Einstieg für mich etwas schwierig machte.

Der Schreibstil von Michelle Wong ist flüssig und sehr bildhaft, was besonders bei den Kampfszenen und den düsteren Momenten zur Geltung kommt. In der Printversion gibt es zudem Illustrationen der Autorin, die das Leseerlebnis visuell bereichern und ich besonders schön fand.

Alma ist eine komplexe Figur, die durch ihre schwierige Vergangenheit geprägt ist. Ihre Beziehung zu Aster, dem Gott, ist intensiv, doch für mich war die Liebesgeschichte zu toxisch und von Manipulation geprägt. Besonders der große Altersunterschied zwischen den beiden hat bei mir früh Zweifel geweckt.

Die Handlung ist spannend und dabei oft morally grey. Die vier adeligen Häuser mit ihren eigenen, oft undurchsichtigen Motiven sorgen für viele überraschende Wendungen. Die eigens geschaffene Mythologie verleiht dem Buch eine besondere Tiefe.

Fazit:
House of the Beast ist ein mutiges Romantasy-Debüt, das sich deutlich von typischen Genregeschichten abhebt. Wer düstere Fantasy mit Horror- und Steampunk-Elementen schätzt und sich auf komplexe, moralisch ambivalente Figuren einlassen möchte, findet hier eine fesselnde und atmosphärische Geschichte, wenn auch mit kleinen Punktabzügen.

Vielen Dank an Vorablesen und den Reverie Verlag für mein Rezensionsexemplar!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.02.2026

Warmherziger Herbstflirt mit Stars Hollow- Vibes

The Pumpkin Spice Latte Disaster
0

Auf dieses Buch hatte ich mich besonders gefreut! Kyra Groh entführt uns mit „The Pumpkin Spice Latte Disaster“ in die herbstlich verzauberte Kleinstadt Lower Whilby – ein Ort voller gemütlicher Sonntage, ...

Auf dieses Buch hatte ich mich besonders gefreut! Kyra Groh entführt uns mit „The Pumpkin Spice Latte Disaster“ in die herbstlich verzauberte Kleinstadt Lower Whilby – ein Ort voller gemütlicher Sonntage, bunter Blätter und liebevoll geschmückter Häuser, der sofort Gilmore-Girls-Vibes versprüht. Für Fans der kultigen Serie, die die spannungsgeladene Dynamik zwischen Lorelai und Luke lieben, ist dieses Buch ein absoluter Volltreffer.

Jude kehrt widerwillig in ihre Heimat zurück, um an der Hochzeit ihrer entfremdeten Schwester teilzunehmen. Dort trifft sie auf James Cartwright, den attraktiven, aber verschlossenen Besitzer des örtlichen Cafés und Sohn von Mitgliedern einer berühmten Brit-Pop-Band. Für Judes Musik-Podcast könnte James' Insiderwissen der Durchbruch sein – doch er entpuppt sich als würdiger Gegenspieler in einem klassischen „Haters to Lovers“-Setting..

Kyra Groh schafft es wie immer meisterhaft, die Funken sprühende Chemie zwischen den beiden Protagonist*innen rüberzubringen, verbunden mit einer Mischung aus Witz, Musikleidenschaft und cozy Herbststimmung. Das ständige Geplänkel und der Schlagabtausch zwischen Jude und James sorgen für viel Unterhaltung – auch wenn es mir persönlich zeitweise etwas zu viel „witty banter“ war und die Dialoge dadurch stellenweise etwas anstrengend für mich wurden.
Darüber hinaus hätte ich mir gewünscht, dass das Buch bei sensiblen Themen, die angeschnitten werden, etwas mehr Tiefe zeigt. Einige wichtige emotionale Konflikte bleiben eher an der Oberfläche, was die ansonsten sehr lebendige Geschichte etwas abmildert.
Besonders gefallen hat mir die Hauptfigur Jude, gerade weil sie keinen ganz einfachen Charakter hat und eine Frau mit Ecken und Kanten ist. Ich fand ihre Persönlichkeit erfrischend unangepasst und relatable.

Fazit: „The Pumpkin Spice Latte Disaster“ ist für mich der perfekte Fall-Read: ein Buch, das mit herbstlicher Atmosphäre punktet und eine charmante Liebesgeschichte bietet, die Fans von Gilmore Girls und „Haters to Lovers“-Geschichten gleichermaßen begeistern wird. Ideal für alle, die sich nach einer warmen, lebendigen Erzählung sehnen, die Herz und Humor in Einklang bringt – auch wenn es an manchen Stellen noch Luft nach oben gibt.

Vielen Dank an NetGalley und den Forever Verlag für mein Rezensionsexemplar!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.02.2026

Dark Academia trifft Vampire Romance

Darkthorn Archives 1: Bite the Bride
0

„Bite the Bride“ von Penny Juniper ist eine fesselnde Vampir-Romantasy, die mich mit ihrem düsteren Dark-Academia-Setting der schottischen 1920er Jahre sofort in ihren Bann gezogen hat. Die Geschichte ...

„Bite the Bride“ von Penny Juniper ist eine fesselnde Vampir-Romantasy, die mich mit ihrem düsteren Dark-Academia-Setting der schottischen 1920er Jahre sofort in ihren Bann gezogen hat. Die Geschichte dreht sich um Katherine Campbell, eine Studentin, die Vampire verabscheut – doch das Schicksal hat andere Pläne: Beim Versuch, ein verbotenes Zauberbuch aus der geheimen Universitätsbibliothek zu stehlen, löst sie einen Fluch aus, der sie in eine gefährliche Lage bringt.
Gerettet wird sie ausgerechnet von Ethan Hawthorn, dem Chef-Bibliothekar der Darkthorn University, einem mächtigen, unheimlich attraktiven Vampir – und ihrem größten Feind. Um den Fluch zu kontrollieren, muss Ethan sie regelmäßig beißen, was seit 1899 streng verboten ist. Die überraschende Lösung: Sie müssen heiraten. Plötzlich sind sie nicht nur durch den Fluch, sondern auch durch eine Ehe verbunden, die eigentlich nur ein Fake sein soll. Doch Gefühle lassen sich nicht so einfach kontrollieren, vor allem nicht, wenn man plötzlich den eigenen Ehemann zum Verführer hat…

Das Erzähltempo fand ich schnell und mitreißend, was die Geschichte sehr kurzweilig und unterhaltsam gemacht hat. Besonders hervorheben möchte ich auch die Hörbuchsprecher, die einen tollen Job gemacht haben – ihre Stimmen waren sehr attraktiv und haben die Atmosphäre perfekt unterstrichen.
Die Autorin schafft es meisterhaft, die Spannung zwischen Kat und Ethan aufzubauen, während sie in einer Welt voller Geheimnisse, Magie und verbotener Regeln navigieren. Die Kombination aus düsterer Atmosphäre, historischen Elementen und einer Prise Humor macht das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis. Auch der Spice kommt hier nicht zu kurz ;) Besonders spannend fand ich, wie die Geschichte die Tropes Arranged Marriage und Fake Dating aufgreift und dabei die Grenzen zwischen Feindschaft, Pflicht und Liebe verschwimmen lässt.

Trotz der starken Atmosphäre hätte das 1920er-Jahre-Setting für meinen Geschmack noch etwas ausgereifter sein können. Einige Details hätten die Zeit und den Ort noch lebendiger und authentischer wirken lassen. Außerdem war die Handlung stellenweise etwas vorhersehbar, was ich aber nicht als störend empfand.

Fazit: „Bite the Bride“ ist mehr als nur eine Liebesgeschichte – es ist ein atmosphärisches Abenteuer voller Magie, Intrigen und einer ungewöhnlichen Ehe, die vielleicht doch mehr ist als nur ein Arrangement. Für alle, die dunkle Romantik mit einem Hauch von Geheimnis und historischer Tiefe lieben, ist dieses Buch eine klare Empfehlung.

Vielen Dank an NetGalley und Hörbuch Hamburg für die Bereitstellung meines Rezensionsexemplars!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.01.2026

„Werecat Café“ von Lea Melcher - Eine charmante Mischung aus Fantasy und Herzlichkeit

Werecat Café
0

Lea Melchers „Werecat Café“ entführt die Leser*innen in eine wundervoll skurrile Welt, in der Magie und Alltag auf eine ganz besondere Weise miteinander verschmelzen. Besonders angesprochen hat mich der ...

Lea Melchers „Werecat Café“ entführt die Leser*innen in eine wundervoll skurrile Welt, in der Magie und Alltag auf eine ganz besondere Weise miteinander verschmelzen. Besonders angesprochen hat mich der Werkatzenfluch – eine Idee, die sofort neugierig macht und mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet ist.
Die Autorin erzählt die Geschichte von Dorothy Murphy, einer magischen Tierärztin aus dem verträumten Hexendörfchen Snickerford, die aus dem Schatten ihrer Drillingsschwestern treten möchte. Ein Friseurbesuch in Canterbury bringt sie versehentlich in Kontakt mit einem gefährlichen Werkatzenfluch. Als sie eine herrenlose Katze ins Katzencafé von Elliott bringt – einem brummigen, aber charmanten Cafébesitzer – wird dieser selbst zur Werkatze. Gemeinsam versuchen Dorothy und Elliott, den Fluch zu brechen, ohne dass die magische Welt von der verbotenen Verwandlung erfährt. Dabei jonglieren sie mit Schulden, zehn Katzen und einer langsam entstehenden Romanze.
Was mich besonders begeistert hat, ist die warme Atmosphäre, die das Buch vermittelt. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet, jeder mit seiner eigenen kleinen Macke und Tiefe, was sie unglaublich sympathisch macht. Dadurch entsteht eine Verbindung, die über das reine Fantasy-Setting hinausgeht.
Der Schreibstil von Lea Melcher ist flüssig und einfühlsam, mit einer Prise Humor, die das Lesen zu einem Vergnügen macht. Die Handlung ist angenehm unaufgeregt, aber dennoch spannend genug, um die Neugier bis zum Ende zu halten. Besonders schön fand ich, wie offen und gesund die Hauptpersonen miteinander kommunizieren. Ich bin kein Fan des miscommunication tropes und habe mich über das „erwachsene“ Verhalten gefreut.

Insgesamt ist „Werecat Café“ für mich ein kleines Juwel unter den Fantasy-Romanen: Ein cozy Abenteuer, ein behaglicher Rückzugsort, der zum Verweilen und Wohlfühlen einlädt. Perfekt für den Herbst! Wer auf der Suche nach einer magischen Geschichte mit Herz, Humor und einer Prise Katzenzauber ist, wird hier definitiv fündig.

Vielen Dank an NetGalley für das Bereitstellen des Hörbuchs!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere