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Veröffentlicht am 11.05.2026

Ein berührender All-Age-Roman

Echo Mountain
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Inhalt:
In der Zeit der großen Wirtschaftsdepression sind Ellie und ihre Familie gezwungen ihr Haus in der Stadt zu verlassen. Sie ziehen in die Echo Moutains, wo sich Ellie und auch ihr Vater sofort wohl ...

Inhalt:
In der Zeit der großen Wirtschaftsdepression sind Ellie und ihre Familie gezwungen ihr Haus in der Stadt zu verlassen. Sie ziehen in die Echo Moutains, wo sich Ellie und auch ihr Vater sofort wohl fühlen, ihre Mutter und ihre Schwester Ester jedoch sehr mit der Umstellung kämpfen. Und dann hat Ellies Vater einen Unfall, für welchen das Mädchen verantwortlich gemacht wird. Mit allen Mitteln versucht sie ihn aus dem Koma zu befreien und lernt dabei viel über das Heilen, das Leben, die Menschen und was es heißt der Stimme in ihrem Herzen zu folgen.

Meine Meinung:
Von der ersten Seite an habe ich gespürt, dass "Echo Mountain" ein ganz besonderes Buch ist. Der Schreibstil hat etwas ruhiges, klares, schlichtes und gleichzetig einfach wunderschönes. Für mich hebt er die kleinen, wertvollen Details - sei es des Lebens oder der Natur in den Bergen - hervor und hat es mir leicht gemacht völlig in die Atmosphäre des Romans einzutauchen.

Ellie ist eine sehr mutige, zielstrebige, kluge und naturverbundene Protagonistin, die ich schnell in mein Herz geschlossen habe. Sie hat ein mitfühlendes Herz, leidet sogar, wenn sie Bienen den Honig nimmt, arbeitet hart und gibt immer ihr Bestes. Es war schön mitverfolgen zu können, wie sie immer mehr wächst, aufblüht, neue Dinge lernt und anfängt mehr und mehr ihrem Herzen zu folgen. In einigen Szenen habe ich sie regelrecht dafür bewundert, wie stark sie es schafft "richtig" zu handeln.
Auch alle anderen Personen in dem Buch sind lebendig ausgearbeitet, haben ihre Eigenheiten, Schwächen und Stärken. Der Autorin gelingt es mit wenigen Worten die verschiedenen Beziehungen - teils auch komplex - für den Leser greifbar zu machen.

Ohne, dass man es zu Beginn vielleicht richtig merkt, werden auch viele wichtige, ernste oder traurige Themen in den Buch angesprochen. So geht es um den Umgang mit Trauer, Tod und Veränderungen, sowie auch um Vorurteile. Doch obwohl das keine leichten Aspekte sind, schafft es Laura Wolk den Leser zwar öfters zum Nachdenken anzuregen, schenkt ihm aber gleichzeitig auch immer wieder neue Hoffnung. Einiges an den Inhalten hat mich dazu gebracht mein Verhalten im Alltag nochmal zu überdenken (und auch zu ändern).
Die ganze Geschichte macht viel Mut in sich hineinzuspüren, auf sein Bauchgefühl zu hören und das zu machen, was sich in den Moment wirklich richtig anfühlt. Sei mutig und höre auf diese kleine Flamme in dir!

FAZIT:
"Echo Mountains" ist ein ganz besonderes Buch, dass gleichzeitig zum Nachdenken und Reflektieren anregt, aber auch unglaublich viel Mut und Hoffnung schenkt. Dieses Buch ist definitiv nicht nur was für Kinder- und Jugendliche, nein, jeder kann davon etwas mitnehmen :)

5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Zwischen Suchen und Finden - ich bleibe zerrissen

Weißer Sommer
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Eva Pramschüfer wird mir immer mal wieder in den sozialen Medien angezeigt. Ich schätze ihre Gedanken zu ihren Lieblingsbüchern, sowie ihre Einblicke in den Schreibprozess und war deswegen sehr neugierig ...

Eva Pramschüfer wird mir immer mal wieder in den sozialen Medien angezeigt. Ich schätze ihre Gedanken zu ihren Lieblingsbüchern, sowie ihre Einblicke in den Schreibprozess und war deswegen sehr neugierig auf ihren ersten eigenen Roman.

Wir folgen Alma und Théo, die seit einigen Jahren zusammen sind. Kennengelernt in Frankreich nach dem Tod von Almas Großvater, jetzt sind sie wieder dort, aber aus einem anderen Grund. In der letzten Zeit sind (Vertrauens-)Brüche in ihrer Beziehung entstanden, ein Allein-sein, obwohl sie doch eigentlich immer zusammengepasst haben. Innerhalb von einer Woche wollen sie entscheiden, wie es für sie weitergehen soll.

In in die Geschichte zu finden, fiel mir nicht ganz leicht. Nach dem eindrücklichen Einstieg über die Gedanken des Hauses bezüglich seiner Bewohner, hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich ein Gefühl für die Charaktere und auch die Handlung bekommen habe. Bis zum Ende bleibt für mich ein Gefühl der Zerrissenheit, wenn ich an den Roman denke. Ich werde versuchen meine Gedanken in dieser Rezension ein wenig zu entwirren.

Die Sprache ist zweifelsohne wunderschön. Präzise fängt die Autorin die Stimmung in Frankreich, aber auch in München ein, beobachtet genau und lässt einen immer wieder denken: ja, genauso ist das. Ich bin selbst eine Frau in meinem Zwanzigern, deshalb haben sich auch viele Gefühle, gerade das Verloren sein sehr vertraut angefühlt. Es war heilsam zu beobachten, wie die beiden Charaktere diese Schritte in ihrem Leben navigieren, sich selbst versuchen zu entfalten und dabei feststellen müssen, dass die andere Person vielleicht nicht mehr zu ihnen passt. Dieses selbst noch nicht ganz wissen (oder unterbewusst vielleicht doch?), der Wunsch an einer eigentlich doch stimmigen Beziehung festzuhalten, hat mich berührt. Besonders haben mich aber die Gedanken zum Kinderwunsch und auch zu dem eigenen (verzerrten) Blick auf geliebte Personen zum Nachdenken gebracht. Das Buch hat einige solche Momente, die mich sicher auch noch eine ganze Weile begleiten werden.

Gleichzeitig ist die Geschichte sehr langsam erzählt. In der Gegenwart schleichen Alma und Théo umeinander herum, in der Vergangenheit erfahren wir bruchstückweise, wie sich ihre Beziehung entwickelt hat.
Insgesamt sind die Charaktere für mich auf Distanz geblieben, wurden nicht ganz greifbar. Die Beziehung der Beiden hat sich an vielen Stellen für mich kühl angefühlt, so als würde ich zwar beobachten, aber nicht wirklich verstehen, warum Alma und Théo sich lieben. Die Tiefe von der mir erzählt wurde, konnte ich eigentlich nur in den Szenen am Ende spüren.

So fühlte sich die Handlung an manchen Stellen nicht ehrlich an, sondern eben wie eine Film über das Leben in den Zwanzigern. Vielleicht stoße ich mich da an Kleinigkeiten, aber irgendwie war es frustrierend zu sehen mit welcher Selbstverständlichkeit die Protagonisten bestimmten Wünschen in ihrem Leben folgen können. Die Geschichte der Beiden hatte plötzlich etwas konstruiertes, hat sich eher wie die Vorstellung 20 zu sein angefühlt, als die Realität das tatsächlich zu sein. Ich weiß, dass wir alle am Ende unterschiedliche Erfahrungen machen, gerade Alma sehr privilegiert ist und dadurch andere Möglichkeiten hat und vielleicht geht es abgesehen davon am Ende eben auch mehr um die Stimmung, die Vorstellung. So weh es mir tut: Mir hat leider etwas gefehlt, ohne genau sagen zu können, was das war.

Fazit:
Insgesamt war "Weisser Sommer" für mich ein Buch, welches mit seiner wunderschönen Sprache, sowie präzisen Beobachtungen in Erinnerung bleibt. Leider hat mich der Roman trotzdem zerrissen zurückgelassen, da er sich für mich an manchen Stellen eher konstruiert & bekannt angefühlt hat. 3,75 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Ein Buch, wie eine Umarmung - eine sanfte & altersgemäße Liebesgeschichte!

Dunbridge Academy - Wherever
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Die Dunbridge Academy begleitet mich schon eine ganze Weile, sodass ich mich unglaublich über den Spin-Off gefreut habe. Zwischen den Seiten der Reihe zu verschwinden, bedeutet für mich Heimkommen, in ...

Die Dunbridge Academy begleitet mich schon eine ganze Weile, sodass ich mich unglaublich über den Spin-Off gefreut habe. Zwischen den Seiten der Reihe zu verschwinden, bedeutet für mich Heimkommen, in der Welt eines schottischen Internats zu verschwinden und davon zu Träumen selbst mit meinen engsten Freunden zur Schule zu gehen - aber mich auch nachts heimlich auf ihre Zimmer zu schleichen oder im Gewächshaus zu feiern, während wir eigentlich schlafen sollten :)

In "Wherever" begleiten wir Scarlett, die schon seit einer ganzen Weile unangefochtene Klassenbeste ist - wäre da nicht George, der seit einem Jahr droht ihr diesen Titel abzunehmen und damit auch ihr Stipendium in Gefahr zu bringen. Nahezu mühelos hält er mit ihren schulischen Leistungen mit und bringt sie mit einem herausfordernden Grinsen sowie einem perfekt passenden lateinischen Zitat fasst zur Verzweiflung. Was jedoch als erbitterte Rivalität angefangen hat, droht sich mit der Zeit in etwas ganz Anderes zu verwandeln. Denn was, wenn für Scarlett mehr auf dem Spiel steht, als George ahnt? Und was, wenn George ein noch viel größeres Geheimnis mit sich herumträgt?

Die Dunbridge Academy hat mich schon nach wenigen Kapiteln wieder zwischen ihren efeubewachsenen Mauern aufgenommen, ich konnte es kaum erwarten die neue Generation der Schüler und Schülerinnen kennenzulernen und bin nur so durch die Seiten geflogen. Das ganze Buch habe ich innerhalb weniger Stunden gelesen, so sehr bin ich in der Geschichte versunken. Diese hat sich für mich als Ganzes wie eine große Umarmung angefühlt, sicher, zum Wegträumen schön, aber gleichzeitig auch so wichtig in ihren vielen kleinen Botschaften.

Scarlett ist eine Protagonistin mit der ich mich sehr identifizieren kann. Sie hat extrem hohe Ansprüche an sich selbst, ihr ist es wichtig in der Schule immer nur die beste Leistung zu erbringen, Fehler zu machen erträgt sie kaum und Regeln kommen ihr wie Mauern vor, gegen die sie auf gar keinen Fall stoßen darf. Sie trägt eine riesige Last an Druck und Erwartungen an sich selbst auf ihren Schultern, eckt mit ihrer leicht strengen Art immer wieder an und bleibt so lange eine Außenseiterin. Es war für mich heilsam zu sehen, dass sie in diesem Buch genau so akzeptiert und gemocht wurde, wie sie ist, gerade dafür gemocht und geschätzt wurde. Ihre Geschichte ist schwer, geprägt von Ablehnung, Einsamkeit und dem Wunsch gesehen zu werden, die Angst davor wieder nur auf die schlimmste Art verhöhnt zu werden. Zu sehen, wie George sie in all ihren Facetten sieht und sie so liebt, wie sie eben ist, hat ganz tief in mir etwas geheilt. Scarlett und George sind sich ähnlich in ihrer Intelligenz, ihrem Streben nach Leistung und ihrer Freude am Lernen. "Academic Rivals" wäre wohl das passende Trope dazu und ich habe es geliebt, wie sie zusammen Latein übersetzt haben, sich gegenseitig verbessert haben. Bei George in jedem Wort zu spüren, wie sehr er Scarlett/Pops mag, bei ihr anfangs deutliche Irritation über sein Verhalten. George ist sanft, aufmerksam, intelligent, hat das größte Herz der Welt, einen neckenden Humor und gleichzeitig einen sehr wachsamen Blick dafür, wie es den Menschen um ihn herum geht. Er ist ein Protagonist, den man nur lieben kann - ja ich fand ihn wirklich ganz, ganz toll.

Während also die Liebesgeschichte für mich keinerlei Wünsche offen gelassen hat, ist das Buch doch so viel mehr. Die Autorin schreibt psychische Erkrankungen mit einem bewundernswerten Feingefühl, treffend, realistisch und zugleich hoffnungsvoll - das fällt mir bei jedem ihrer Bücher auf, aber bei diesem und dem letzten Band der Reihe besonders. Dass auf diese Art und Weise Aufmerksamkeit auf diese Themen gelenkt wird und sie respektvoll aufgearbeitet werden, finde ich nicht nur wichtig, sondern auch einfach ganz toll :) Das Gefühl der Hoffnung zieht sich auch durch die Darstellungen der Freundschaften in diesem Buch, die zeigen, dass auch wenn man sich anfangs vielleicht nicht versteht, ein zweiter Blick und ein offenes Herz sich immer lohnen. Das gesamte Buch ist in meinen Augen sehr altersgemäß, deckt ein großes Spektrum an Themen ab, die in diesem Alter beschäftigen (z.B. Freundschaft, Sexualität), und vermittelt dabei sanft Werte wie Konsens (George ist ein Meister darin), Akzeptanz und das Gefühl, dass man gut ist, so wie man ist :)

Insgesamt hat mir auch der fünfte Band der "Dunbridge Academy - Wherever" sehr gut gefallen und mich mit seiner sanften Darstellung einer ersten Liebe, engen Freundschaften, einem wunderschönen Internatsetting, der sensiblen Repräsentation von psychischen Krankheiten und vor allem dem Gefühl, dass man schon so gut ist, wie man eben ist, mehr als überzeugt!

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Leider nicht überzeugend

Goldcrest Manor - Velvet Meadows
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Da ich selbst schon seit meiner Kindheit am liebsten draußen in der Natur auf dem Rücken eines Pferdes bin und mir von ihm seinen warmen Atem ins Gesicht blasen lasse, habe ich mich unglaublich auf "Goldcrest ...

Da ich selbst schon seit meiner Kindheit am liebsten draußen in der Natur auf dem Rücken eines Pferdes bin und mir von ihm seinen warmen Atem ins Gesicht blasen lasse, habe ich mich unglaublich auf "Goldcrest Manor" gefreut. Ich glaube, ich habe keine Pferdegeschichte mehr so wirklich gelesen, seit ich 14 bin und irgendwie habe ich das gerade gebraucht. Doch war ich am Ende überzeugt?

Kenzie kehrt nach dem Ende ihres Studiums zurück nach Hause in ihr Elternhaus - das Gestüt Goldcrest Manor. Aufgrund ihrer Epilepsie musste sie vieles hinter sich lassen, was sie geliebt hat, darunter auch das Reiten oder das Schwimmen im eiskalten See in der Nähe. Bei ihrer Ankunft ist sie jedoch nicht nur mit dieser Sehnsucht konfrontiert, sondern auch mit wiederaufkommenden Gefühlen gegenüber ihrem besten Freund aus der Jugend, sowie Geldsorgen und einem möglichen Verlust des Gestüts.

Leider muss ich ehrlich sagen, dass ich mich zeitweise sehr schwer mit dem Buch getan habe. Die Kapitel sind kurz, der Schreibstil eher knapp - eigentlich fliegt man durch die Seiten und trotzdem hatte ich häufig nicht den Impuls das Buch lange am Stück zu lesen. Das tut mir weh, denn in der Theorie hat mir das Konzept sehr gut gefallen. Kenzie, die nach ihrer Diagnose ein Stück weit ihre Identität verloren hat und vieles, was sie immer geliebt hat - das finde ich ein super wichtiges und spannendes Thema, auch weil Repräsentation meiner Meinung nach einen so großen Unterschied im Leben von Menschen machen kann. Und während ich der Meinung bin, dass Kenzie natürlich nicht nur ihre Krankheit ist, hätte ich mir doch gewünscht, dass manche Themen in Bezug darauf ausführlicher oder mit mehr Genauigkeit betrachtet worden wären.

Julian war mir grundsätzlich sympathisch, aber irgendwie konnte ich trotzdem keine wirklich emotionale Bindung zu ihm oder zu Kenzie und ihm als Paar aufbauen. Alles blieb für mich ein bisschen an der Oberfläche, ich hatte das Gefühl die Beiden sind extrem schnell wieder zusammengekommen, ohne wirklich aufzuarbeiten, was passiert war. Zeitweise habe ich sie ganz gerne begleitet, aber so richtig warm ums Herz wurde mir nicht, auch ihre Gefühle konnte ich einfach nicht so wirklich spüren. Ähnlich ging es mir auch bei dem Gestüt, der ganzes Plotline rund um die Rettung von diesem, und auch um die Polo-Spiele hat sich teilweise irgendwie "leer" angefühlt. Als hätte ich es exakt so schon mal gelesen und würde jetzt nichts beim Lesen spüren. So haben mir beispielsweise die besonderen, warmen Momente mit den Pferden - die für mich in einem Roman, welcher auf einem Gestüt spielt, durchaus Teil sein sollten - komplett gefehlt.

Trotz all meiner Kritik lies sich das Buch leicht lesen und hat eine Abwechslung zu sonstigen New Adult Romanen dargestellt. Auch die Repräsentation einer Protagonistin mit Epilepsie fand ich in der Idee toll. Zudem mochte ich die Nebencharaktere Archie und Maeve, weshalb ich eventuell doch weiterlesen werde und dem zweiten Band nochmal eine Chance gebe!

FAZIT:
Für mich leider gar nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Die Beiden kommen extrem schnell zusammen, der Plot ist teilweise gedrängt, dann wieder langatmig. Ich hätte mir zudem mehr Aufarbeitung von Konflikten gewünscht.
Trotzdem ein Buch, was sich schnell lesen lässt und für Pferdefans vielleicht eine Option im New Adult Bereich darstellen kann.
3 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Ganz viel Wärme im Bauch - ein würdiger Abschluss!

In Case We Forget
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Tess Tjagvads Bücher werden von mir immer schon sehnsüchtig erwartet - der leicht poetisch Schreibstil und die lebensechten Charaktere, für mich geben mir nur wenige Bücher dieses ganz besondere Gefühl, ...

Tess Tjagvads Bücher werden von mir immer schon sehnsüchtig erwartet - der leicht poetisch Schreibstil und die lebensechten Charaktere, für mich geben mir nur wenige Bücher dieses ganz besondere Gefühl, bei dem mein Herz aufgeht und mein Bauch warm wird. Dementsprechend habe ich mich auf "In case we Forget" und den Abschluss der Reihe gefreut.

Nora und Jude kennen sich von früher aus dem Studium. Sie waren die große Liebe für einander, zumindest dachten sie das. Zusammen sind sie inzwischen nicht mehr, aber sitzen sich nun wieder gegenüber. In einem Scheidungsfall, an gegenüberliegenden Seiten des Tisches, kein Team mehr sondern Gegenspieler. Doch je häufiger sich ihre Wege gezwungenermaßen kreuzen, desto mehr werden die Begegnungen von einer lässigen Verpflichtung zum Highlight der Woche. Doch schließlich haben sie sich nicht grundlos getrennt.

Seit dem zweiten Band habe ich auf das Ende der Reihe hingefiebert und mich sehr auf Noras und Judes Geschichte gefreut. Dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen. Zunächst einmal habe ich es sehr genossen wieder zurück in Boston zu sein, die Charaktere aus den vorherigen Bänden wiederzusehen (wenn auch dieses Mal gefühlt wenig) und einen weiteren Fall zu begleiten. Der Schreibstil war gewohnt wunderschön und ich mag sehr, dass durch die Dicke der Bücher genügend Zeit entsteht die Protagonisten wirklich kennen zu lernen und zu verstehen. So fühlen sie sich mehr als echt und greifbar an, praktisch als könnten sie von der Seite in die Realität laufen.

Jude war für mich immer ein kleines Mysterium und gleichzeitig der Anfänger, der mir mit am sympathischsten war. Ich konnte nachvollziehen, dass er viel von seinem Leben, seinem Gedanken lieber für sich behalten möchte, dass er wenig Leute an sich ranlässt - immer bewusst, dass in ihm eine Dunkelheit schlummert, die die anderen vielleicht nicht nachvollziehen können. Auf der anderen Seite hat er das größte Herz der Welt, ist extrem aufmerksam und emphatisch. Mir hat ausgesprochen gut gefallen, wie seine Geschichte erzählt wurde und gerade seine psychische Erkrankung aufgearbeitet wurde. Seine inneren Kämpfe, Sorgen und Wünsche haben sich alle sehr realistisch und extrem gut recherchiert angefühlt. Auch Nora mochte ich wirklich gerne. Sie ist ebenfalls extrem emphatisch, warmherzig und sehr klug. Ihre Art für sich selbst einzustehen, hat mir sehr imponiert,

Zusammen waren die Beiden für mich ganz besonders, eine stille Wärme im Bauch, ein Sicherheitsgefühl, eine warme Decke und eine Hand im Rücken die immer unterstützt, zuhört und nicht verurteilt. Normalerweise bin ich kein großer Fan von "Second Chance" Liebesgeschichten, da für mich der ursprüngliche Grund der Trennung entweder so sehr das Vertrauen zerstört, dass es meiner Meinung nach keinen Sinn macht die Beziehung wieder aufleben zu lassen oder die Personen sich aus einem sehr sinnvollen Grund getrennt haben, weshalb sie meiner Meinung nach auch nicht erneut zusammen sein sollten. Auch hier war der Grund valide, aber mir hat wahnsinnig gut gefallen, wie er aufgearbeitet und tatsächlich auch reflektiert wurde. Das Kennenlernen von Nora und Jude war wohl mein liebster Teil des Buches, aber auch später mochte ich die stille Vertrautheit, die durch jahrelange Nähe entsteht, sehr und habe die beiden schnell in mein Herz geschlossen. Dieses Buch geht definitiv unter die Haut.
Auch wenn ich finde, dass die Protagonisten alle Zeit, die sie in der Geschichte bekommen mehr als verdient haben, so war hatte das Buch doch ein einigen Stellen kleine Längen. Man muss sich darauf einlassen um genießen zu können, dass man gerade dann tatsächlich Zeit mit den Charakteren verbringt und sie kennen lernen darf.

FAZIT:
Für mich ein sehr gelungener Abschluss der Reihe, der nicht nur mit einem spannenden Fall, sondern besonders mit der liebevollen und ehrlichen Beziehungen zwischen den beiden Protagonisten, sowie dem wunderschönen Schreibstil überzeugt.
4,25 von 5 Sternen

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