Cover-Bild Beste Zeiten
24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Eichborn
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 26.09.2025
  • ISBN: 9783847902218
Jenny Mustard

Beste Zeiten

Roman. »Eine wunderschöne, zu Herzen gehende Coming-of-Age-Geschichte, die nachhallt« LUCY CALDWELL
Lisa Kögeböhn (Übersetzer)

Endlich Stockholm! Sickan, 21, hat es rausgeschafft aus dem muffigen Kaff in der schwedischen Provinz, in dem sie sich nie zu Hause gefühlt hat, weg von den mobbenden Klassenkameradinnen und den wenig zugewandten Eltern. Jetzt, in der Großstadt, kann es losgehen mit den Freundschaften, dem Ausgehen, dem Vorlesung-Schwänzen und Sich-Verlieben, denn Sickan ist wild entschlossen, sich in der neuen Stadt neu zu erfinden und endlich dazuzugehören. Aber wie geht das eigentlich genau, das, was man gemeinhin so »Leben« nennt?

Ein hinreißender Roman über Identität, Freundschaft, Loyalität und notwendige Abgrenzungen — und über das Glück, als die Person erkannt zu werden, die man ist.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2025

schöner Coming of Age Roman

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In Beste Zeiten erzählt Jenny Mustard die Geschichte der 21-jährigen Sickan, die ihre stickige Kleinstadt hinter sich lässt, um in Stockholm zu studieren. Voller Erwartungen will sie endlich das „richtige ...

In Beste Zeiten erzählt Jenny Mustard die Geschichte der 21-jährigen Sickan, die ihre stickige Kleinstadt hinter sich lässt, um in Stockholm zu studieren. Voller Erwartungen will sie endlich das „richtige Leben“ beginnen, sich neu erfinden und all das nachholen, was sie bisher verpasst zu haben glaubt. Die Großstadt steht für Freiheit, Möglichkeiten und den Aufbruch in eine Zukunft, in der scheinbar alles möglich ist.

Doch schnell wird klar, dass sich das alte Leben nicht so einfach abschütteln lässt. Sickan zweifelt an ihren Entscheidungen, an sich selbst und an dem Bild, das sie von einem gelungenen Leben hat. Zwischen neuen Freundschaften, Einsamkeit und der Suche nach Zugehörigkeit merkt sie, dass Träume und Realität oft weiter auseinanderliegen, als man es sich mit Anfang zwanzig eingestehen möchte.

Jenny Mustard gelingt ein äußerst authentischer Coming-of-Age-Roman, der ohne große Dramatik auskommt, dafür aber umso näher am echten Leben bleibt. Viele Gedanken und Gefühle der Protagonistin wirken vertraut: das Schwanken zwischen Mut und Unsicherheit, der Wunsch nach Freiheit, aber auch die Angst, falsche Entscheidungen zu treffen. Beim Lesen fühlt man sich unweigerlich an die eigenen Zwanziger erinnert – an die Zeit, in der man glaubt, noch alles werden und alles schaffen zu können.

Beste Zeiten ist ein leiser, ehrlicher Roman über Selbstfindung, Freundschaft und das Gefühl, irgendwo dazugehören zu wollen. Ein Buch für alle, die sich im Übergang zwischen Jugend und Erwachsensein wiederfinden – oder diese Phase mit einem wehmütigen Lächeln noch einmal erleben möchten.

Veröffentlicht am 07.11.2025

Eine ruhige, aber überaus tiefgründige Geschichte über Heilung und Identität

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Ich mochte Jenny Mustard bereits in ihrem Debüt außerordentlich gerne. Denn obwohl ich mit ruhigen Geschichten oft mal meine Probleme habe, nimmt mich ihr Schreibstil einfach immer völlig in sich auf. ...

Ich mochte Jenny Mustard bereits in ihrem Debüt außerordentlich gerne. Denn obwohl ich mit ruhigen Geschichten oft mal meine Probleme habe, nimmt mich ihr Schreibstil einfach immer völlig in sich auf. So war es auch mit ihrem zweiten Roman, der dem ersten in nichts nachsteht und doch anders ist.

Während Mustards Debüt eine Paarbeziehung im Zentrum stehen hatte, dreht sich die Handlung hier noch einmal viel stärker um die Entwicklung der Hauptfigur sowie eine ganz tolle und angenehm unperfekte Freundinnenschaft. Sickan versucht ihren früheren Traumata sowie ihrem eher ärmlichen Wohnumfeld durch einen Umzug nach Stockholm zu entkommen. Das ist mit Anfang 20 ein sehr nachvollziehbarer Move, aber dass er die Probleme nicht wird lösen können, ist uns sicher allen klar.

Dabei wirkt es doch einige Zeit so, als würde die Freundinnenschaft zur selbstsicheren Hanna genau das tun. Sickan, die eigentlich um jeden Preis den coolen Leuten auffallen will, wächst an der Seite ihrer etwas eigenbrötlerischen Freundin zunächst deutlich. Doch irgendwann holen sie die früheren Prägungen ein. Ich finde es ganz toll, wie die Autorin hier wiederholt politisch wird, deutlicher als in ihrem Debüt. Es geht um Klassismus und was er sowie Mobbing mit Menschen nachhaltig anrichten können. Es geht ebenso um 6ualisierte Gewalt und auch hier schafft es Mustard, das Trauma zu verdeutlichen, ohne die Betroffene einzig darüber zu definieren. Sie macht die Auswirkungen stets klar, ohne effekthascherisch ins Detail zu gehen.

Sickan beginnt in ihrem „neuen Leben“ auch eine weitere Beziehung, die ebenso von viel Ehrlichkeit und Authentizität geprägt ist, aber zu meiner großen Freude nicht als Heilsbringer dargestellt wird. Und obwohl romantische Liebe eine Rolle spielt, macht Mustard deutlich, dass andere Beziehungen mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar bedeutsamer sind. Die Autorin zeigt wie schon in ihrem Debüt ihr Händchen für sanfte und reflektierte Männerfiguren. Loyalität, Ehrlichkeit und ein verletzliches Miteinander - all das spielt eine zentrale Rolle und das ganz unabhängig von der Beziehungsart.

Wer ruhig und fundiert erzählte Geschichten mag, die nah an der Hauptfigur sind, hat hier einen Treffer. Ich mochte „Beste Zeiten“ tatsächlich noch einmal mehr als den Vorgänger, weil er deutlich politischer und noch einen Ticken weniger romantisch ist. Sickans Suche nach Heilung und einer eigenen Identität ist schmerzhaft ehrlich und ich gehe rundum zufrieden aus dem Buch.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Spannende Geschichte

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Gleich vorneweg: das Buch "Beste Zeiten" von Jenny Mustard hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte auch den Debütroman von Mustard gelesen, "Okaye Tage", war aber mit der Geschichte nicht so richtig warm ...

Gleich vorneweg: das Buch "Beste Zeiten" von Jenny Mustard hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte auch den Debütroman von Mustard gelesen, "Okaye Tage", war aber mit der Geschichte nicht so richtig warm geworden. Trotzdem gab ich diesem Buch, "Beste Zeiten", eine Chance und es hat mich sehr positiv überrascht.
Wir begleiten Sickan, 21, die sich zum Studium nach Stockholm begibt, weg von dem Kaff in dem sie aufgewachsen ist.
Obwohl ich das Studium schon lange hinter mir habe, konnte ich die Geschichte von Sickan sehr gut nachvollziehen. Diese vielen Gedanken wie man bei den anderen ankommt, ob man dazu gehört oder nicht und auch immer wieder sehr geschickt eingeflochtene Vergangenheit, die ua aus übelstem Mobbing bestanden hatte.
Mit Sickan ist Jenny Mustard eine sehr authentische Person gelungen. Einzig etwas irritiert hat mich der Umstand, dass die oft zweifelnde und zurückhaltende Sickan im Umgang mit einigen Männern plötzlich sehr forsch war. Das passte irgendwie nicht so ganz.
Für das Buch gibt es ganz klar eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 10.10.2025

Selbstsuche in den 20ern

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Endlich ist Sickan mit der Schule fertig und kann ins lang ersehnte Stockholm ziehen, nachdem sie 21 Jahre in der schwedischen Provinz ausgeharrt hat. Schnell wird klar, dass Sickan zuhause unglücklich ...

Endlich ist Sickan mit der Schule fertig und kann ins lang ersehnte Stockholm ziehen, nachdem sie 21 Jahre in der schwedischen Provinz ausgeharrt hat. Schnell wird klar, dass Sickan zuhause unglücklich war, sich für ihre Eltern geschämt hat und nicht die Beziehung zu ihnen hatte, die sie sich gewünscht hätte und als "normal" angesehen hat. Umso besser, dass sie in Stockholm nun selbstbestimmt leben kann. Doch dort macht sie die Erfahrungen, dass Freundinnenschaften Kompromisse erfordern, dass finanzielle sowohl zwischenmenschliche Herausforderungen und der Anspruch an herausragende Noten sehr viel Mühe erfordern.

Jenny Mustard hat mit "Beste Zeiten" einen tollen Roman geschrieben, der sämtliche Struggles in den frühen 20ern, vor allem im akademischen Umfeld, aufgreift - gerade, wenn die Herkunft kein wohlhabendes Elternhaus der oberen Mittelschicht ist. Ich mochte die langsame Art der Figurenvorstellung, die Beschreibungen der anderen Figuren in Sickans Umfeld, die Beziehungsentwicklungen und die Rückblenden, die langsam entblättern, wo Sickan herkommt und womit sie hadert.
Mich konnte "Beste Zeiten" absolut fesseln, ich habe mich selbst nocheinmal in meine 20er und die Studienzeit zurückversetzt gefühlt und konnte einige Gedanken und Handlungen nachempfinden - und in jedem Fall nachvollziehen.
Ich mochte "Okaye Tage" schon sehr und kann "Beste Zeiten" ebenfalls nur empfehlen, vor allem denjenigen Leser
innen, die Jenny Mustards Schreibstil mögen!

Veröffentlicht am 09.10.2025

Bittersüß

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"Beste Zeiten" hat mir letztendlich sehr gut gefallen, auch wenn es sich bei dem Buch um kein literarisches Meisterwerk, das für die Ewigkeit in Erinnerung bleibt, handelt.
Das Buch erzählt die Geschichte ...

"Beste Zeiten" hat mir letztendlich sehr gut gefallen, auch wenn es sich bei dem Buch um kein literarisches Meisterwerk, das für die Ewigkeit in Erinnerung bleibt, handelt.
Das Buch erzählt die Geschichte der jungen Sickan, die für ihr Studium nach Stockholm zieht und damit ihr altes Leben als gemobbte Außenseiterin hinter sich lassen möchte.
Sickan ist ein interessanter Charakter. Sie ist eine intelligente, aber unsichere Frau, die sehr interessiert ist, aber durch ihre traumatischen Erlebnisse in der Jugend zu einer sozialen Inkompetenz neigt.
Als Leser darf man Sickan bei ihren Erfolgen und Rückschlägen beobachten. Ebenso wie Sickan sind auch die anderen Charaktere auf ihre jeweils eigenen Weisen etwas seltsam, aber interessant.
Ich habe das Buch insgesamt gerne und schnell gelesen, da der Schreibstil und Aufbau sehr angenehm sind.