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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2021

Blutiges Twilight, aber ohne Vampire

Pantarch
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Pantarch ist ein gelungener Auftakt zu einer mehrteiligen Geschichte, daher schonmal vorab: Das Buch endet mit vielen unbeantworteten Fragen. Die Story ist durchaus kreativ und hat einige interessante ...

Pantarch ist ein gelungener Auftakt zu einer mehrteiligen Geschichte, daher schonmal vorab: Das Buch endet mit vielen unbeantworteten Fragen. Die Story ist durchaus kreativ und hat einige interessante und durchaus unerwartete Wendungen, durch die sie sehr schnell lesbar ist.
Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen und ist unkompliziert. Hin und wieder wünschte ich mir eine etwas variierendere Ausdrucksweise, da sich einige Floskeln häufen, was eben beim zügigen Durchlesen des Buchs auffällt (wenn man langsamer liest, stört das wahrscheinlich gar nicht).
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und erinnern mich im Zusammenhang mit der Story etwas an Twilight – wer davon ein Fan ist, große Empfehlung für dieses Buch! Was ich schade finde, ist, dass Aurora als Hauptcharakter nicht wirklich überzeugt. Zu Beginn wirkt sie wie ein kluger, ernstzunehmender Charakter (immerhin eine Ärztin), aber im Verlauf des Buchs fällt sie hauptsächlich in die Rolle des ängstlichen Kindes, das von allen herumgeschubst wird.
Davon abgesehen ist das Buch vor allem als Debüt ein guter Pageturner und ich sehe durchaus Potential für tolle weitere Werke, auf die ich mich freue.

Veröffentlicht am 19.10.2021

Ungewöhnliche Geschichte

Die Enkelin
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Die Enkelin ist ein zweifellos toller Roman, der eine ungewöhnliche Geschichte erzählt. Kaspar findet seine geliebte Frau Birgit tot in ihrer Wohnung. Als er später ihren Nachlass sichtet, stellt er fest, ...

Die Enkelin ist ein zweifellos toller Roman, der eine ungewöhnliche Geschichte erzählt. Kaspar findet seine geliebte Frau Birgit tot in ihrer Wohnung. Als er später ihren Nachlass sichtet, stellt er fest, dass Birgit Geheimnisse vor ihm hatte. Die Geheimnisse sind durchaus sehr gravierend und eröffnen Kaspar die Option, neue Menschen, darunter eine Enkelin, in sein Leben zu lassen. Dabei wird er allerdings mit einer Weltsicht konfrontiert, die mit seiner eigenen enorm kollidiert.
Mir gefällt der ruhige Schreibstil des Buchs, der gut zu Kaspar passt. Die Charaktere sind durchaus unterschiedlicher Natur und längst nicht alle sympathisch – genauer gesagt, hat jeder der Charaktere seine Fehler und wird dadurch authentischer. Kaspar reflektiert viel und meistert den Zwiespalt, in dem er sich mit seiner Enkelin oft befindet, ziemlich souverän.
Was mir nicht gut gefällt, ist, dass der Sprachstil Kaspars nicht von dem Birgits oder seiner Enkelin abweicht. Das macht das Lesen des mittlerein Parts teilweise anstrengend und verhindert etwas einen tieferen Inneneinblick in die Enkelin. Vor allem Kaspar und Birgit ähneln sich in ihrem Erzählstil zu sehr. Was mich ebenso verwundert, ist, dass Kaspar eine aus meiner Sicht nicht angemessene Reaktion auf die Offenbarungen Birgits Geheimnisse reagiert. Dass er besonnen ist und Birgit dennoch liebt – geschenkt, aber jeder Mensch wäre um einiges bestürzter und verletzter als er es war.

Veröffentlicht am 13.10.2021

Verschiedene Sichtweisen

Wenn ich wiederkomme
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Aus meiner Sicht wird dieses schlichte und unscheinbare Cover dieser berührenden Geschichte nicht ganz gerecht – auch wenn das Bild der Frau die Melancholie ausstrahlt, die das Buch auch dem Leser einzupflanzen ...

Aus meiner Sicht wird dieses schlichte und unscheinbare Cover dieser berührenden Geschichte nicht ganz gerecht – auch wenn das Bild der Frau die Melancholie ausstrahlt, die das Buch auch dem Leser einzupflanzen weiß.

Wenn ich wiederkomme handelt von einer Familie, die vom Fortgang der Mutter auseinandergerüttet wird. Daniela verlässt ihre Familie, um in Italien für wenig Geld schwere Arbeit zu verrichten. Das tut sie nur, damit es ihre Kinder besser haben, doch Manuel und Angelica hat sie nicht gefragt, was für sie besser ist. Die heranwachsenden Kinder schlagen sich von nun an ohne die Mutter durchs Leben. Was es anrichtet, bekommt man als Leser von Manuel, später von Daniela und zum Schluss von Angelica erzählt.

Die Perspektivwechsel sind sehr gut gelungen und schaffen es, die Motive der einzelnen Protagonisten klar aufzuzeigen. Es wird nicht jede Frage beantwortet, die man sich als Leser stellt, aber das ist auch nicht nötig: Der Roman schafft dennoch eindrucksvoll, verschiedene Emotionen beim Leser hervorzurufen und ihn auf diese Weise den Charakteren näher zu bringen. Die Charaktere sind authentisch gezeichnet und man kauft dem Autor jeden einzelnen von ihnen ab.

Der Schreibstil lässt sich unkompliziert lesen, die Handlung verfliegt ebenso schnell, wie die Jahre, die Daniela fort bleibt. Insgesamt ist das ein sehr gelungenes Werk, das ich uneingeschränkt weiterempfehle.

Veröffentlicht am 12.10.2021

Interessant

Revolution der Träume
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"Revolution der Träume" ist die Forstsetzung von "Schatten der Welt" und erzählt die Geschichte der drei Freunde Isi, Carl und Artur in den Wirren der Revolution. Ich habe "Schatten der Welt" leider nicht ...

"Revolution der Träume" ist die Forstsetzung von "Schatten der Welt" und erzählt die Geschichte der drei Freunde Isi, Carl und Artur in den Wirren der Revolution. Ich habe "Schatten der Welt" leider nicht gelesen und kann "Revolution der Träume" daher nur als Einzelwerk bewerten.

Der Autor versteht, die Geschichte sehr anschaulich und greifbar zu erzählen. Sein Schreibstil neigt zur Dramatik, was allerdings auch zur Geschichte passt. Die Hauptcharaktere sind recht unterschiedlich und gehören dennoch zusammen. Was mich etwas stört ist, dass die Hauptprotagonisten etwas zu sehr in die Heldenrolle gedrängt werden. Sie sind alle drei absolut besonders (vor allem Isi in der Zeit), sind quasi Anführer, sobald sie irgendwo auftauchen, und mir ist das etwas zu viel. "Normalere" Charaktere hätte ich als realistischer empfunden.

Veröffentlicht am 06.10.2021

Zu viel und zu wenig gleichzeitig

Der Panzer des Hummers
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Der Panzer des Hummers ist nicht das, was der Klappentext erwarten lässt. Es geht hauptsächlich um drei Geschwister, die als Erwachsene nur noch lose verbunden sind und von denen eigentlich keiner ein ...

Der Panzer des Hummers ist nicht das, was der Klappentext erwarten lässt. Es geht hauptsächlich um drei Geschwister, die als Erwachsene nur noch lose verbunden sind und von denen eigentlich keiner ein zufriedenes Leben führt. Im Grunde lastet das seelische Erbe ihrer früh verstorbenen Eltern schwer auf ihren Schultern. Das wäre an sich eine gute Handlungsgrundlage für den Rest, aber leider passiert in dem Buch quasi nichts. Als Leser ist man ein unbeteligter Zuschauer, der immer wieder bei vollkommenen Fremden durch ein Fenster spähen darf. Wirklich tiefe Einblicke erhält man nirgendwo und es fehlt eine Menge Inhalt, um ein großes Ganzes zu bilden.
Das Buch enthält definitiv zu viele Charaktere. Die Geschichte geht sehr stark in die Breite, dafür kaum richtig in die Tiefe. Sehr wichtige Punkte werden zwar immer wieder irgendwie gestreift, aber es bleibt beim Streifen, was ein unzufriedenes Gefühl hinterlässt, weil man etwas fast schon greifen konnte, dann aber doch nicht zu fassen bekam.
Der Erzählstil an sich gefällt mir sehr gut, da er sich leicht lesen lässt und durchaus unterhaltsam ist. Leider ist allerdings in den Szenen, in denen die Eltern Aktoren sind, immer etwas Arbeit nötig, um zu wissen, wer gerade spricht, was anstrengend ist.
Insgesamt bin ich unterhalten, aber enttäuscht. Nichtmals, weil ich etwas anderes erwartet hätte, sondern weil ich einfach irgendwas erwartet habe. Das Buch hat keinen greifbaren Inhalt, sondern nur Eindrücke, und lässt den Leser am Ende mit seinen Gedanken und Gefühlen allein.