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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2021

Einzigartig

Die Beichte einer Nacht
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Die Beichte einer Nacht ist eigentlich die Beichte zweier Nächte und ist ein faszinierender und gleichzeitig bedrückender Roman, der das Zeug zu einem Klassiker hat.

Kurzzusammenfassung: Leen/Heleen/Leentje ...

Die Beichte einer Nacht ist eigentlich die Beichte zweier Nächte und ist ein faszinierender und gleichzeitig bedrückender Roman, der das Zeug zu einem Klassiker hat.

Kurzzusammenfassung: Leen/Heleen/Leentje befindet sich in einer Psychiatrie und es ist schnell ungefähr klar, warum: Sie hat mit ihrer Schwester Lientje etwas Furchtbares gemacht. Was genau, wird erst am Ende des Buchs klar. Die Frage nach dem Warum ist die, die sowohl Leen selbst als auch uns als Leser eigentlich interessiert, und um diese Frage zu beantworten, erzählt die Frau zwei Nächte lang der Krankenschwester ihre Lebensgeschichte. Ihr Leben war keineswegs leicht, was allerdings auch an ihrer merkwürigen und eigensinnigen Persönlichkeit liegt. Narzisstische Züge und eine gewisse Unfähigkeit zur Empathie werden bei Leen schnell deutlich und sie sind es auch, die ihr Leben, das insgesamt hätte ein sehr glückliches sein können, letztendlich ruinieren.

Mit dem Schreibstil muss man sich definitiv erstmal anfreunden, aber hat man es getan, ist er äußerst interessant. Das gesamte Buch ist ein einziger Monolog aus Leens Sicht. Kein einziges Mal kommt eine andere Person zur Sprache, alle Reaktionen der Krankenschwester erfährt man nur aus den direkten Aussagen Leens. Es gibt keine Kapitel, bis auf die Unterteilung in die beiden Nächte und vorsichtig angedeutete Leseabschnitte. Leen ist keine besonders stringente Erzählerin. Ihr unruhiger Geist springt in der Vergangenheit und Gegenwart umher, aber letztendlich erfährt man fast alles, was man erfahren will.

Das Werk ist, wenn man sich auf den ungewöhnlichen Stil einlässt, lesenswert und spannend. Es ist allerdings keineswegs ein "Feel good"-Roman für seichte Lesestunden, sondern ein oftmals beklemmendes Werk, bei dem man sich mehr als einmal wünscht, man könnte aus Leens Kopf raus und eine andere beteiligte Person über die Geschichte ausfragen.

Veröffentlicht am 20.04.2021

Gefühlvoll

All This Time – Lieben heißt unendlich sein
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All This Time ist ergreifend, rührend, traurig, romantisch und auch kitschig – insgesamt auf jeden Fall ein lesenswerter Jugendroman, der den Leser durch den leichten Schreibstil nur so über die Seiten ...

All This Time ist ergreifend, rührend, traurig, romantisch und auch kitschig – insgesamt auf jeden Fall ein lesenswerter Jugendroman, der den Leser durch den leichten Schreibstil nur so über die Seiten fliegen lässt und durch gezielte Wendungen für viel Spannung bis zum Schluss sorgt.

Kyle ist der Hauptprotagonist dieser Geschichte und er muss so Einiges ertragen: Seine langjährige Freundin Kim macht mit ihm am Abend des Abschlussballs Schluss und stirbt dann durch einen Unfall. Kyle gibt sich dafür die Schuld und leidet extrem unter dem Verlust, ebenso wie sein bester Freund Sam, für den Kim ebenfalls ein ganz besonderer Mensch war. Doch dann kommt Marley in Kyles Leben und damit auch ein Neuanfang, doch dieser Neuanfang ist fast schon zu perfekt...

Einige Wendungen machen dieses Buch durchaus spannend, auch wenn manches vorhersehbar ist. Einiges ist eher unrealistisch, aber darüber kann man hinwegsehen, da alles ziemlich gut in die Geschichte eingebettet ist. Insgesamt eine sehr gute Geschichte mit viel Gefühl.

Veröffentlicht am 17.04.2021

Bewegend

Fritz und Emma
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Fritz und Emma erzählt die Geschichte zweier Paare aus zwei verschiedenen Zeiten, einmal kurz nach dem 2. Weltkrieg und einmal in der Gegenwart. Es ist die Geschichte einer Liebe, die viele Jahre und viel ...

Fritz und Emma erzählt die Geschichte zweier Paare aus zwei verschiedenen Zeiten, einmal kurz nach dem 2. Weltkrieg und einmal in der Gegenwart. Es ist die Geschichte einer Liebe, die viele Jahre und viel Schmerz überdauern konnte, die aber dennoch den Schubs einer jungen Liebe brauchte, um doch noch wieder gelebt zu werden.
Was die Geschichte ausmacht, ist, neben der derzeit sehr beliebten Erzählweise aus zwei unterschiedlichen Epochen und mehreren Sichten, die authentische Darstellung der einzelnen Charaktere, die mit Liebe zum Detail gezeichnet werden und damit von Anfang an für den Leser greifbar sind. Es sind allerdings auch recht viele Charaktere, ein ganzes Dorf eben. "Jeder kennt jeden" wird in diesem Buch eben auch vom Leser erwartet. Auf diese Weise fühlt man sofort mit den Protagonisten mit und durchlebt viele Emotionen. Das Buch ist definitiv sehr gefühlslastig und verlangt dem Leser emotional einiges ab. Dafür ist der Schreibstil sehr schlicht und lässt sich leicht verfolgen.
Wer eine bewegende Geschichte lesen mag, ist mit Fritz und Emma sehr gut bedient.

Veröffentlicht am 17.04.2021

Nette Geschichte

Du kannst kein Zufall sein
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Josh liebt Jade und denkt sich einen tollen Heiratsantrag aus, der wohl jeden liebenden Partner überzeugt hätte – nur leider liebt Jade ihn nicht mehr. Mit gebrochenem Herzen zieht Josh zurück zu seinen ...

Josh liebt Jade und denkt sich einen tollen Heiratsantrag aus, der wohl jeden liebenden Partner überzeugt hätte – nur leider liebt Jade ihn nicht mehr. Mit gebrochenem Herzen zieht Josh zurück zu seinen Eltern und trifft eine folgenschwere Entscheidung: Von nun an möchte er als Experiment alle seine Entscheidungen von einer Münze treffen lassen, die er nach seinem schicksalhaften Heiratsantrag gefunden hat. Das ist der Startschuss für so einige Fettnäpfchen, aber auch Glücksgriffe, die man als Leser amüsiert miterleben darf.
Das Buch überzeugt vor allem durch den leichten Schreibstil, der den Leser problemlos durch die Geschichte fließen lässt. Bei den Charakteren findet man eine große Vielfalt vor. Von unsympathischen Kauzen als Onkel über liebenswerte Freunde, die zusammen typisch englische Kneipen unsicher machen ist alles dabei. Schade finde ich dabei nur, dass die Charaktere nie wirklich an Tiefe gewinnen. Das Buch ist eine nette Lektüre für Zwischendurch, um ein ansonsten langweiliges Wochenende zu füllen, aber es ist sicher kein Buch, das dem Leser noch Jahre in Erinnerung bleiben wird. Dazu fehlt es ihm einfach an Substanz. Dennoch ist es eine unterhaltsame Geschichte, die eine kurzweilige Freude bereitet.

Veröffentlicht am 11.04.2021

In Ordnung

Die dritte Frau
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"Die Dritte Frau" ist von Vielem ein bisschen, aber von Nichts ein Ganzes. In diesem Roman, oder eher Metaroman, geht es um einen Schriftsteller in einer Schaffens- und Lebenskrise. Er ist geschieden, ...

"Die Dritte Frau" ist von Vielem ein bisschen, aber von Nichts ein Ganzes. In diesem Roman, oder eher Metaroman, geht es um einen Schriftsteller in einer Schaffens- und Lebenskrise. Er ist geschieden, weiß nicht, worüber er schreiben soll, und weiß im Grunde nicht, was er überhaupt noch vom Leben erwartet. Durch einige kuriose Umstände trifft er auf die schöne Camille – eine intelligente, talentierte Frau, die als Nachfahrin eines alten, französischen Adelsgeschlechts auch aus historischer Sicht für den Erzähler interessant ist.
Eigentlich geht es in der Geschichte darum, wie der Schriftsteller zu seiner Geschichte gekommen ist, daher Metaroman. Der Schreibstil wirkt auf mich eloquent, ohne übertrieben zu sein, der Aufbau der Geschichte hat durchaus seine spannenden Stellen, auch wenn insgesamt doch immer wieder Langeweile aufkommt, denn obwohl in der Geschichte viel passiert, passiert eigentlich nichts.
Die beiden Hauptcharaktere sind unnahbar. Obwohl, oder vielleicht auch weil man teils tiefe Einblicke in ihr Seelenleben erhält und sie auch ihre Weltanschauung dem Leser durchaus kundtun, bleiben sie fremd. Was zumindest als Eindruck von Camille übrig bleibt ist eine gewisse Faszination und gleichzeitig befremdliche Ablehnung. Der Schriftsteller erscheint mir bis zum Schluss vollkommen verschlossen und emotional unfähig, die Situation, in die er sich manövriert hat, zu händeln. Viele Fragen bleiben letztendlich unbeantwortet. Man erhält nur einen kleinen Ausschnitt aus der Begegnung zweier Menschen, die beide nicht wissen, wohin mit sich.
Insgesamt ist der Roman unterhaltend genug, um gelesen zu werden, aber nicht unterhaltend genug, um ihn wirklich zu empfehlen.