Du stirbst nicht
"Du stirbst nicht", damit beginnt und endet das Buch und dazwischen liegen viele Seiten eines Zurückkämpfen in das Leben und die Wiederherstellung der Würde. Die Protagonistin Helene Wesenthal, erfolgreiche ...
"Du stirbst nicht", damit beginnt und endet das Buch und dazwischen liegen viele Seiten eines Zurückkämpfen in das Leben und die Wiederherstellung der Würde. Die Protagonistin Helene Wesenthal, erfolgreiche Autorin, erleidet einen Hirnschlag und landet auf der Intensivstation. Der Leser erlebt vom ersten Wimpernschlag an, wie es sich anfühlt kein selbstständiges Leben und keine Erinnerung mehr zu haben, wird mit hineingenommen in das oftmals kalte und seelenlose Klinikleben und das Gefühl hilflos ausgesetzt zu sein, sich nicht artikulieren zu können und nicht zu wissen, wer man wirklich ist und welches Leben man denn davor hatte.
In teils verstörender Art nimmt uns Kathrin Schmidt mit hinein in eine autobiografisch anmutende Geschichte einer Frau, die davon lebte Worte zu Gedichten und Geschichten zu formen und die nun nicht in der Lage ist einen vernünftigen Satz zu bilden. Helene ist mit Mattes verheiratet, doch die Ehe scheint nicht glücklich zu sein, es kommen immer mehr Erinnerungen an eine Affäre mit einer anderen Person ans Licht, die Beziehung zu ihren Kindern wird auch eher nüchtern geschildert und was interessant und nachdenklich stimmend begann entwickelte sich vermehrt zu einer sich hinziehenden und mehr und mehr verstörenden Geschichte mit einer zunehmend unsympathischeren Protagonistin.
Ein Roman, der mir zeigt, wie wichtig und gut es ist ein wahrhaftiges Leben zu führen, gute und weise Entscheidungen zu treffen, denn wir wissen nicht was geschehen kann und wie sich dann ein Leben gestaltet. Leider war diese Geschichte weder hoffnungsvoll noch in irgendeiner Art tröstend, ich fand sie einfach verstörend.