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Veröffentlicht am 22.08.2019

Das Wäldchen

Das Wäldchen
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Das Wäldchen, von Karin Büchel


Cover:
Passend zur Geschichte

Inhalt:
Knochenfunde, die mindestens 20 Jahre alt sind, geben der Beueler Polizei große Rätsel auf.
Die Spuren führen zurück zu vermissten ...

Das Wäldchen, von Karin Büchel


Cover:
Passend zur Geschichte

Inhalt:
Knochenfunde, die mindestens 20 Jahre alt sind, geben der Beueler Polizei große Rätsel auf.
Die Spuren führen zurück zu vermissten Kindern.
Kommissar Willi Wipperfürth will nicht aufgeben.
Und dann schließt sich ein Kreis und sein Privatleben hat plötzlich mit dem Fall zu tun.

Meine Meinung:
Ein Krimi sehr mir total gut gefallen hat.
Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen (Sogwirkung), so spannend und ineinander verflochten ist alles geschrieben.
Es gibt immer wieder Rückblicke die mir einzelne Puzzelteile an den richtigen Ort verschieben und ich beginne immer mehr zu ahnen und eine Übersicht zu gewinnen.

Die Tat ist alleine schon unglaublich und unfassbar.
Aber was ich hier besonders gut finde, wir erleben wie es den Angehörigen danach geht. Wie ihr Leben zwar weitergeht, aber auf immer beeinträchtigt ist und wie die Angehörigen ein Leben lang leiden.
Die Charaktere sind sehr gut geschildert, allen voran Kommissar Willi Wipperfürth der einen sehr menschlichen Eindruck macht, kein übernatürlicher Ermittlungsheld. Er schaut auch mal nach rechts oder links und über seinen Tellerrand hinaus. Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist für ihn auch irgendwie immer präsent.
Auch Jenny wird für mich sehr authentisch geschildert. Sie gibt sich selbst jahrelang eine Schuld, und damit zu leben ist bestimmt am schwersten.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, authentisch (das Leben geht seltsame Wege) und an den passenden Stellen sehr emotional. Der Spannungsbogen wird gekonnt aufgebaut und kontinuierlich gehalten.
Autorin:
Karin Büchel ist in Gelsenkirchen geboren, in Hennef aufgewachsen und hat in Augsburg und Bonn studiert. Sie lebt sie mit ihrer Familie in Bonn/Beuel, und schreibt neben schwarzhumorigen Kurzgeschichten seit einigen Jahren Kriminalromane, die in Bonn und Umgebung spielen.

Mein Fazit:
Ein wirklich spannender Krimi, bei dem auch das Leiden der Angehörigen nach einer Tat sehr gut beleuchtet wird.
Von mir eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 19.08.2019

An Tagen im Juli

An Tagen im Juli
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An Tagen im Juli, von Paula Bersorf

Cover:
Wenn man das Buch gelesen hat, passt es zur Geschichte.

Inhalt:
Ein Dorf, eine skurrile Schriftstellerin (Sibylle), ein zwielichter Feriengast.
Dann verschwinden ...

An Tagen im Juli, von Paula Bersorf

Cover:
Wenn man das Buch gelesen hat, passt es zur Geschichte.

Inhalt:
Ein Dorf, eine skurrile Schriftstellerin (Sibylle), ein zwielichter Feriengast.
Dann verschwinden zwei kleine Mädchen aus dem Dorf.
Nun wird Sibylle mit längst verdrängten Abgründen ihres eigenen Lebens konfrontiert und sie wird plötzlich zur zentralen Figur des Verbrechens.

Meine Meinung:
Diese Geschichte ist für mich ganz schwer zu beschreiben und zu bewerten.
Es ist für mich kein herkömmlicher Krimi, ich finde eher es ist ein Drama (psychologische Traumabewältigung?).

Die Erzählung im Tagebuchschema hat es mir nicht immer leicht gemacht.
Und die Geschichte hat für mich lange gedauert bis sie in Fahrt gekommen ist.

Vom Schreibstil bin ich hin und her gerissen. Auf der einen Seite sind es kurze abgehackte Sätze, kurz angebunden, sie klingen hart, ja fast schon böse, und dann kommen wieder total poetische Sätze und Absätze in denen man sich wirklich verlieren kann.
Aber hier führt es dann oft zu (für mich) unglaublichen Ausschweifungen und Abweichungen, eingeschobene Erinnerungen, fühlen sich für mich irgendwie überflüssig an, wie ein bisschen fehl am Platz, wie Füllmaterial.
Auch sind die Übergänge von einem Satz/Tatsache zur nächsten (oft in der gleichen Zeile) sehr abrupt, sodass ich manchmal Probleme habe zu bemerken, dass ich schon wieder ganz woanders bin.

Eine Spannung baut sich für mich erst sehr spät auf.

Die Krimihandlung mit den beiden vermissten Mädchen ist für mich nur eine Nebengeschichte, der Aufhänger, der Auslöser.

Sibylle, die Hauptperson hat unglaubliches erlebt, das erfahren wir nach und auch. So können wir vieles evtl. verstehen und sie tut mir auch unglaublich leid. Trotz allem ist sie mir nicht sympathisch.

Dann lesen wir von unglaublich tollen und bedingungslosen Freundschaften (wie sie sich jeder wünscht) und von einer Liebe, die wirklich geduldig ist, die sich alle Zeit der Welt gibt und wartet.

Autorin:
Paula Bersdorf, 1963 in München geboren, studierte Wissenschaftliche Politik und Neuere deutsche Literaturgeschichte in Freiburg. Seit 2005 schreibt und veröffentlicht sie unter Pseudonym Kurzgeschichten und Lyrik im Internet.
Heute lebt und arbeitet sie in einem Dorf nahe Uelzen.

Mein Fazit:
Diese Geschichte ist für mich ein unglaubliches Drama.
Aber die Widersprüchlichkeit der Schreibweise, das Abgehackte des Tagebuchstils und das sich Verlieren in vielem „Nebensächlichem“, ist nicht so meines. Dagegen stehen die unglaublich poetischen Passagen.
3,5 Sterne die ich wohlwollend auf 4 aufrunde.

Veröffentlicht am 16.08.2019

Die unverhoffte Genesung der Schildkröte

Die unverhoffte Genesung der Schildkröte
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Die unverhoffte Genesung der Schildkröte,

der Debütroman von Marc Bensch

Ich habe dieses Buch bei einer Buchverlosung gewonnen.
Der Klappentext hat mich neugierig gemacht.
1. Weil wir als Leser hier ...

Die unverhoffte Genesung der Schildkröte,

der Debütroman von Marc Bensch

Ich habe dieses Buch bei einer Buchverlosung gewonnen.
Der Klappentext hat mich neugierig gemacht.
1. Weil wir als Leser hier mitwirken sollen.
2. Eine erfundene Geschichte und ein Verwirrspiel um eine erfundene Korruption, die dann aber bei den entsprechenden Personen für helle Aufregung sorgt.

Aber ich wurde von beidem enttäuscht, ich muss jetzt sagen ich bin überhaupt nicht in das Buch hineingekommen.

Der Schreibstil war mir von Anfang an, so gewollt gehoben, so negativ und zynisch.
Irgendwie überheblich, ich fühlte mich so oft angegriffen und gemaßregelt.

Was für mich am ehesten blieb, sind die Worte:
Unsichtbare Kraft die auf uns einwirkt, Schicksal, Zufall, - Schlüsselworte.
Habe ich einen eigenen Willen? Einen freien Willen? Oder werde ich von etwas gelenkt?
Wenn ich mich für oder gegen etwas entscheide, mache ich es, weil ich es so will oder weil es jemand für mich schon entschieden hat (hier im Buch dann der Erzähler).
Wenn es hieraus hinauslaufen sollte, fände ich es interessant wenn diese Frage aufgenommen und weitergesponnen würde.
Aber so wie es hier im Buch umgesetzt wird: dass der Erzähler dann mit den “gelenkten“ Personen spricht und sich auch noch mit ihnen trifft, und dann auch noch ich als Leser eingebunden werde und eine „Macht“ haben soll (obwohl ich ja gar nichts mache) den Handlungsverlauf zu beeinflussen und zu ändern, finde ich es nicht überzeugend.
Nein ich finde es sogar das reinste „Kokolores“.
Es ist mir einfach zu verkorkst (sorry).

Die Geschichte ist Hypothetisch, für mich an den Haaren herbeigezogen und in keiner weise glaubwürdig, spannend oder interessant.

Für mich sind alle Personen so negativ und unsympathisch. Die „Handlung“ total verquer, verwirrend, verrückt und widersprüchlich.

Hätte ich das Buch selber gekauft, hätte ich es bestimmt nach der Hälfte abgebrochen, aber so habe ich mich durchs Buch gequält.

Und es tut mir leid (bei einem Debüt)eine schlechte Rezession zu schreiben. Aber ich möchte einfach mir gegenüber ehrlich sein.
Aber es ist mir auch ganz wichtig. Das ist nur mein Empfinden!

Mein Fazit:
Ich habe mir beim Lesen öfters gedacht, so ein Quatsch und ich habe mich echt durchs Buch gequält und war genervt. Deshalb kann ich hier, für meine Empfinden, nur den einen Stern geben.

Veröffentlicht am 14.08.2019

Mordshass

Mordshass
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Mordshass, von Simone Dorra und Ingrid Zellner

Cover:
Passt!

Inhalt:
In Waiblingen wird eine indische Studentin vergewaltigt und ermordet. Nur wenig später wird auch der mutmaßliche Täter tot aufgefunden ...

Mordshass, von Simone Dorra und Ingrid Zellner

Cover:
Passt!

Inhalt:
In Waiblingen wird eine indische Studentin vergewaltigt und ermordet. Nur wenig später wird auch der mutmaßliche Täter tot aufgefunden – und zwar von einem Kommissar indischer Abstammung, der den mutmaßlichen Täter vor Jahren ins Gefängnis gebracht hat und jetzt selber eine Dienstaufsichtsbeschwerde am Hals hat.

Meine Meinung:
Ein Krim der es in sich hat. Die zwei Toten stellen das Ermittlerduo Malte und Melanie vor viele Rätsel.
Augenscheinlich ist der indische Kommissar der Hauptverdächtige, gibt es doch etliche Gründe die dafür sprechen. Malte stürzt sich auch voll auf ihn, doch Melanie vertraut ihrem Bauchgefühl und hält ihn für unschuldig.
Das wiederum schafft Probleme (die bis zur Entgleisung führen) in der zwischenmenschlichen Beziehung von Malt und Melanie.

Das besondere hier an diesem Buch sind meiner Meinung nach die vielen Wendungen die die Geschichte nimmt. Immer wieder stellen sich neue Fragen. So wird es immer spannender, als Leser rätsle ich und denke mir eine Lösung aus, um dann doch wieder alles über den Haufen werfen zu müssen.
Es gibt auch einen filmreifen Show-Down!

Auf die Lösung wäre ich nie gekommen.

Sehr gut fand ich auch, dass das Umfeld, bzw. die familiären Probleme der Opfer mit beleuchtet werden, und die Opfer somit für mich Aufmerksamkeit bekommen. Denn leider ist selbst heut noch, Vergewaltigung nicht selten ein Tabu-Thema in den betroffenen Familien.

Noch ein großes Plus: der super eingebaute Dialekt und der feine Humor.

Autorinnen:
Simone Dorra ist in Wuppertal geboren, gelernte Buchhändlerin, hat auch schon Radio gemacht, hat geheiratet und hat drei Kinder. Sie lebt heute in Welzheim.

Ingrid Zellner, geboren 1962 in Dachau. Studium der Theaterwissenschaft, der deutschen Literatur und der Geschichte in München. Tätigkeiten u.a. als Übersetzerin (Schwedisch) sowie als Regisseurin und Autorin.

Mein Fazit:
Ein Krimi der mich echt in allem überzeugt und mitgerissen hat.
Lesevergnügen wie ich es mir wünsche.
Eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.08.2019

Alles okay

Alles okay
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Alles okay, von Nina LaCour

Cover:
Passt sehr gut, ein wages „sich verstecken“ und doch eine Sehnsucht nach etwas was da noch kommt.

Inhalt:
Marin hat schon als Kleinkind ihre Mutter verloren, einen ...

Alles okay, von Nina LaCour

Cover:
Passt sehr gut, ein wages „sich verstecken“ und doch eine Sehnsucht nach etwas was da noch kommt.

Inhalt:
Marin hat schon als Kleinkind ihre Mutter verloren, einen Vater kennt sie nicht. Sie wächst bei ihrem Großvater auf.
Als dieser stirbt kommen Dinge ans Licht die Marin überfordern.
Mit nichts als ihrem Handy und ihrer Geldbörse flüchtet sie tausend Kilometer weit.
Nach ca. 4 Monaten kommt ihre beste Freundin Mabel und besucht sie.
Der ganze Schmerz und alles kommt wieder an die Oberfläche und Marin erkennt dass sie eine Wahl hat, sich zu entscheiden.

Mein Meinung:
Eine ganz unglaubliche Geschichte über ein Familiengeheimnis.

Es geht um Lügen, Liebe, Freundschaft, Verrat, das Erwachsen werden….. und so viel mehr.

Am Anfang habe ich mich etwas schwer getan in die Geschichte rein zu kommen. Vieles wurde nur angedeutet und erst zögernd habe ich begriffen, welches Drama sich da abgespielt hat und was da noch alles mit reinspielt.

Marin ist einfach mit der Situation überfordert (wer wäre das aber nicht – denke ich mir nun, da ich das Buch fertig gelesen habe) und deshalb ist Flucht ihre erste Reaktion.

Der Schreibstil und die Charaktere haben mir sehr gut gefallen.
Als ich dann in der Geschichte drin war bin ich emotional sehr tief abgetaucht und war beim Lesen in einer anderen Welt.

Zitat: Ratlosigkeit ist ein dunkler Ort. Ein Ort, den man schlecht ertragen kann.

Autorin:
Nina LaCour lebt mit ihrer Familie in der Bay Area nahe San Francisco, wo sie auch aufgewachsen ist. Sie arbeitete als Buchhändlerin und Englischlehrerin, und unterrichtet heute u. a. an der Hamline University. In ihrer Freizeit kocht und gärtnert sie gern, außerdem liebt sie Ausflüge durch den Norden Kaliforniens.

Mein Fazit:
Eine sehr emotionale Geschichte über ein Familiengeheimnis.
Wie fühlt es sich an wenn man erkennen muss, dass alles was bisher war auf Lügen aufgebaut ist?

4,5 Sterne