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Veröffentlicht am 25.02.2021

Kuckucksnest

Kuckucksnest
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Kuckucksnest, von Hera Lind

Cover:
Witzig und heimelig, und so schön passend.

Inhalt:
Die beiden Zwillingsschwestern Sonja und Senta bekommen die niederschmetternde Diagnose unfruchtbar zu sein. Beide ...

Kuckucksnest, von Hera Lind

Cover:
Witzig und heimelig, und so schön passend.

Inhalt:
Die beiden Zwillingsschwestern Sonja und Senta bekommen die niederschmetternde Diagnose unfruchtbar zu sein. Beide wünschen sich nichts mehr, als eine große Familie mit vielen Kindern.
Also nehmen sie die langwierigen Behördengänge auf sich und wagen sich an eine Adoption. Aus einem Kind werden mit der Zeit zehn, und es ist unglaublich welche erschütternden Hintergründe diese traumatisierten Kinderseelen haben. Daraus resultieren auch viele Konflikte, die nicht ausbleiben.
Doch mit ihren Männern zusammen meistern sie alle Herausforderungen mit unglaublicher Kraft und viel Liebe.

Mein Meinung:
Wie alle anderen dieser „Tatsachen-Romane“ von Hera Lind, hat mich auch dieses hier wieder tief bewegt.

Die Schreibweise ist so herrlich humorvoll, mit Wortwitz du Situationskomik, so dass man trotz der vielen tief emotionalen Stellen, an denen man weinen muss, auch so oft herzhaft lachen kann.
Teilweise ist es auch echt so dramatisch, ich habe so mitgelitten, ja mir liefen teilweise Tränen über die Wangen.

Unglaublich welche Energie, und wie viel Kraft und Liebe die beiden Familien in die Kinder stecken. Denn jedes Kind macht wirklich Probleme die echt schwer zu bewältigen sind.
Ich ziehe meinen Hut vor diesen Eltern.

Autorin:
Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit zahlreichen Romanen sensationellen Erfolg hatte. Seit einigen Jahren schreibt sie ausschließlich Tatsachenromane, ein Genre, das zu ihrem Markenzeichen geworden ist. Immer wieder erobert sie die SPIEGEL-Bestsellerliste.

Mein Fazit:
So bewegend, so traurig, so lustig.
Hier wird ganz deutlich wie wichtig Familie und wie wichtig uneingeschränkte Liebe ist. Ganz klare 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.02.2021

Sommer der Träume –Guter Anfang doch dann wird es zäh

Sommer der Träumer
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Sommer der Träume, von Polly Samson

Cover:
Hier kommt gleich Sommerfeeling auf.

Inhalt:
1960. Hydra, eine griechische Insel.
Erica Hart ist gerade 18, ihre Mutter ist gestorben und hat ihr einen nicht ...

Sommer der Träume, von Polly Samson

Cover:
Hier kommt gleich Sommerfeeling auf.

Inhalt:
1960. Hydra, eine griechische Insel.
Erica Hart ist gerade 18, ihre Mutter ist gestorben und hat ihr einen nicht unbeträchtlichen Geldbetrag vermacht. Ihr Vater ist ein Tyrann und gewalttätig. Da zieht es Erica wie magisch auf diese griechische Insel, auf der eine Freundin ihrer Mutter im Kreis einer Schriftsteller-und Künstlergruppe lebt.
Ein unvergesslicher Sommer beginnt.

Meine Meinung:
Der Einstig ist weichlich faszinierend.
1960, eine Zeit voller gesellschaftlicher Zwänge, aber auch ein Aufbruch in eine andere Zeit.
Und dann vor allem auf Hydra, ein ganz anderes Leben. Es herrscht eine Atmosphäre der Gegensätze. Eine unglaubliche Freiheit, keine Tabus aber eine unglaubliche Animosität. Leben mit wenig Komfort und von der Hand in den Mund.
Ja der Beginn war faszinierend, ein Leben wie es die wenigsten kennen oder Leben konnten. Deshalb war es auch spannend zu lesen.
Doch ganz unbemerkt flachten die Faszination und die Spannung ab. Es kam nichts mehr Neues… Es plätscherte immer im selben Fluss weiter. Kleine und große Dramen in den Beziehungen untereinander, und das zog sich dann recht zäh dahin. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich gar nicht was will das Buch aussagen. Auf was wartet Erica?
Am Schluss schloss sich dann der Kreis zwar, aber irgendwie hatte ich das Interesse am Leben der vielen Personen verloren. Das war auch so eine Sache, es waren zu viele Personen die beschrieben wurden, die aber keinen direkten Bezug zu Erica hatten, die deshalb für mich auch gesichtslos und uninteressant blieben und es nur unnötig verwirrend machten.

Autorin:
Polly Samson kam 1962 als Tochter einer Schriftstellerin und eines Journalisten in London zur Welt. Als junge Frau arbeitete sie in der Verlagsbranche. Nachdem sie sich von ihrem ersten Mann getrennt hatte, traf Samson den Gitarristen und Sänger David Gilmour von Pink Floyd. Sie leben und arbeiten zusammen in West Sussex. Sommer der Träumer ist Samsons dritter Roman.

Mein Fazit:
Ein Sommer auf einer griechischen Insel 1960. Eine Gruppe von Bohemiens, die nach ihre eigenen Regeln leben.
Der Beginn war für mich faszinieren, doch auch diese Faszination verblasste für mich im gleichbleibenden Chaos der Monate.

Von mir 3 Sterne.


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.02.2021

Das Geheimnis der Themse

Das Geheimnis der Themse
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Das Geheimnis der Themse, von Susanne Goga

Cover:
Sehr schön und passend. Der Ausblick zeigt eindeutig London (Handlungsort) und die Kleidung und Accessoires zeigen uns dass wir uns in eine historische ...

Das Geheimnis der Themse, von Susanne Goga

Cover:
Sehr schön und passend. Der Ausblick zeigt eindeutig London (Handlungsort) und die Kleidung und Accessoires zeigen uns dass wir uns in eine historische Zeit begeben.

Inhalt:
London 1894.
Charlotte und ihr Mann Tom sind seit zwei Jahren glücklich verheiratet. Doch immer noch hat sich kein Nachwuchs eingestellt. Beide lieben sich und brauchen nicht unbedingt ein Kind um sich dies zu beweisen. Doch die gesellschaftlichen Normen erwarten anderes und so nagt der innere Zweifel an beiden und führt dazu dass sie sich entfremden.
Genau in diese Zeit fällt ein neuer Auftrag für Tom. Er soll für ein Buch recherchierten. Geheime Mythen, Personen und magische Platze in und um London. Dabei hilft ihm Charlotte und gerät dabei sogar in tödliche Gefahr.

Meine Meinung:
Dies ist mein erster Roman der Autorin.
Und wie ich beim Lesen auch gemerkt habe ein Folgeroman (1.Buch: Der verbotene Fluss), denn immer wieder kamen Hinweise auf „damals“ ohne genaue Erklärung, das fand ich schon irgendwie ärgerlich und störend, denn somit habe ich das Gefühl mir fehlt etwas an Information um die Personen Tom und Charlotte besser zu verstehen.

Es geht viel um Okkultismus, esoterische Handlungen und Rituale. Die Recherchen von Tom und Charlotte sind für mich auch teilweise recht verwirrend, so war mir nicht immer klar, geht es gerade um die Recherche zum Buch oder zu der Leiche, einer jungen Frau, die ziemlich bald unter mysteriösen Umständen am Themseufer gefunden wurde. Es geht weit zurück bis ins alte Ägypten und hier spielt vor allem die Göttin Isis und der Glaubenskult um sie eine große Rolle.
Wir erleben, dass mystischer Kult und daraus resultierender Wahn auch damals schon existiert hat und ausgelebt wurde.

Eine Handlung die ich so noch nie gelesen habe. Krimi, historische Geschichte in der historischen Geschichte, und auch ein bisschen Liebes- und Familiengeschichte mit gesellschaftlicher Rebellion.

Autorin:
Susanne Goga wurde 1967 in Mönchengladbach geboren und lebt dort bis heute. Die renommierte Literaturübersetzerin und Autorin reist gern – mit Vorliebe auch in die Vergangenheit. Das spiegelt sich in ihren überaus erfolgreichen historischen Romanen wider.

Mein Fazit:
Ein historischer Roman um 1894 der in London spielt und in dem die Protagonisten noch weiter in die Historie zurückgehen, bis ins alte Ägypten.
Von mir 4 Stern.

Veröffentlicht am 19.02.2021

Maxi von Phlip – feenostatisch-magisch

Maxi von Phlip. Vorsicht, Wunschfee!
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Maxi von Phlip, Vorsicht, Wunschfee!

Cover:
Es ist wunderschön und zieht den Blick sofort auf sich.

Inhalt und meine Meinung:
Hier wurde mit der quirligen Fee Maxi eine tolle Fantasie-Figur geschaffen, ...

Maxi von Phlip, Vorsicht, Wunschfee!

Cover:
Es ist wunderschön und zieht den Blick sofort auf sich.

Inhalt und meine Meinung:
Hier wurde mit der quirligen Fee Maxi eine tolle Fantasie-Figur geschaffen, die alle Mädchen (im angepeilten Lesealter 7-9 Jahre) super gerne sofort zur Freundin haben wollten.
Maxi war quasi (zur Strafe) in einer Flasche eingeschlossen, bis sie von Paula befreit wurde. Sie ist nun also eine „beurlaubte“ Wunschfee, die im Moment leider nicht alle ihre Fähigkeiten benutzen kann. Sie muss nun gute Wünsche für Paula erfüllen um wieder eine vollwertige Fee zu werden. Nur muss Maxi eben von selber auf die guten Taten kommen. Und her liegt nun das Problem, denn es gibt dabei gewaltige Missverständnisse. Dadurch wird es sehr turbulent und zuerst mal geht alles drunter und drüber.
Doch zum Glück klappt es dann doch noch und Paula kann mit ihrer besten Freundin einen wunderschönen Tag verbringen.
Das Ende ist halboffen würde ich mal sagen, es ist auf jedenfall noch ganz viel Raum für weitere Abenteuer mit Maxi.

Die kurzen Kapitel und die angenehm große Schrift sind super geeignet für das erste Lesealter.

Der Schreibstil ist wunderschön. Es gibt tolle Sätze und neue Wortkreationen und viel zu lachen.

Die Illustrationen sind einfach genial. Die Mimik in den Gesichtern - köstlich.

Autorin:
Anna Ruhe wurde in Berlin geboren. Nach einem Abstecher an die englische Küste, studierte sie Kommunikationsdesign und Illustration und arbeitete daraufhin viele Jahre als Grafikdesignerin. Spannende Geschichten hatte sie schon immer im Kopf, mit dem Schreiben begann sie nach der Geburt ihrer zwei Kinder. Mit ihrer Familie lebt sie in Berlin.

Illustrator:
Max Meinzold, geboren 1987, ist freischaffender Grafikdesigner und Illustrator. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Science-Fiction, Fantasy und der Kinder- und Jugendliteratur. Für seine moderne, innovative Buchgestaltung wurde er bereits für zahlreiche Preise nominiert. Er lebt und arbeitet in München.

Mein Fazit:
Ein feenostatisch magisches Buch für Mädchen im ersten Lesealter, das uns voll überzeugt und begeistert hat.
5 Sterne.

Veröffentlicht am 18.02.2021

Tod eines SA-Mannes – interessanter historischer Krimi

Tod eines SA-Mannes
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Tod eines SA-Mannes, von Dieter Heymann

Cover:
Das düstere Cover passt zum Krimi und zum Handlungsort.

Inhalt:
Rheine, 30. Januar 1934.
Nach dem Jahrestag, zur Ernennung Adolfs Hitlers zum Reichskanzler, ...

Tod eines SA-Mannes, von Dieter Heymann

Cover:
Das düstere Cover passt zum Krimi und zum Handlungsort.

Inhalt:
Rheine, 30. Januar 1934.
Nach dem Jahrestag, zur Ernennung Adolfs Hitlers zum Reichskanzler, erschüttert ein Mord das kleine westfälische Städtchen Rheine.
Ein SA-Mann wird ermordet in der Ems gefunden.
Natürlich mischt sich die SA sofort in die Ermittlungen ein und hat auch in einem Juden schnell einen Täter zur Hand.
Doch die beiden Ermittler Voss und Althoff sehen genau hin und bilden sich ihr eigenes Urteil. Als am zweiten Tag eine junge Kellnerin ermordet wird, steht für die beiden fest, hier muss es einen Zusammenhang geben.
Aber welchen? Hat die tote Frau etwas gewusst, das den Täter belasten könnte?

Meine Meinung:
Ein spannender Krimi, der in der „Kleinstadt-Idyll“ und im dunklen Zeitalter der beginnenden NS-Zeit spielt.
Der Autor hat es gut verstanden die Anfänge dieser düsteren Zeit darzustellen.

Die Handlung selber ist dann gut aufgebaut und wird schlüssig fortgeführt. Die Beschreibungen der Stadt sind sehr bildhaft, so dass man sich das ganze gut vorstellen kann.
Die Personen sind gut charakterisiert. Ihr Handeln und Auftreten kann man sich gut in dieser Zeit vorstellen.
Die beiden Kriminalbeamten (Voss und Althoff) sind mir dann aber doch ein bisschen zu positiv gezeichnet. Nicht nur dass beide gegen Hitler sind, sondern sie loben bei jedem 2. Satz (gefühlt) irgendjemand. Soviel Freundlichkeit war mir dann doch ein bisschen suspekt (dafür ist auch der halbe Punkt Abzug).
Ihre Ermittlungen waren clever und gezielt. Das „historische“ Ambiente ist sehr gut rüber gekommen. Zum Beispiel fand ich es klasse (witzig) dass die Ermittler sich immer locker zu einem Bier niedergelassen haben.

Der Epilog rundet das Ganze noch mit einigen Hinweisen des Autors sehr gut ab.

Autor:
Dieter Heymann wurde 1968 in Spelle (Kreis Emsland) geboren und wuchs in Rheine auf, wo er auch heute mit seiner Partnerin und einer Katze lebt.

Mein Fazit:
Ein toller historischer Krimi, bei dem ich auch bis zum Schluss mit gerätselt habe.
Von mir 4,5 Sterne.