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Veröffentlicht am 04.04.2020

Kirschkuchen am Meer - ich bin begeistert

Kirschkuchen am Meer
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Kirschkuchen am Meer, von Anne Barns

Cover:
Ein schönes Cover mit tollen Farben und hohem Erkennungswert, das Neugier weckt.

Inhalt:
Völlig unerwartet erhält Marie die Nachricht, dass ihr Vater gestorben ...

Kirschkuchen am Meer, von Anne Barns

Cover:
Ein schönes Cover mit tollen Farben und hohem Erkennungswert, das Neugier weckt.

Inhalt:
Völlig unerwartet erhält Marie die Nachricht, dass ihr Vater gestorben ist.
Sie hatte in den letzten Jahren kaum noch Kontakt zu ihm.
Als sie zur Beisetzung an die Nordsee fährt, nimmt sie teilweise ihre Eigenen Probleme und Zweifel mit.
Dann gibt es einige Überraschungen in Bezug auf ihren Vater, und Marie gibt ihren Gefühlen nach und will mehr wissen.
Dies bringt sie auf die Insel Norderney sowie Juist und sie erfährt, dass sich Menschen ändern können und es werden mehrere Geheimnisse gelüftet.

Meine Meinung:
Ich bin absolut begeistert. Ich habe mit dem Buch wunderschöne Lesestunden verbracht. Hier stimmt einfach alles.
Leseherz was willst du mehr……

Schon auf den ersten Seiten hat mich die Autorin abgeholt und ich fühlte mich sofort wohl und in die Geschichte gebeamt.
Marie ist eine sehr warmherzige Person, die sich auch selber sehr kritisch hinterfragt. Ihre Familie steht fest zu ihr und hier spürt man eine tolle Wärme die fühlbar gut tut.
Diese Wärme und ganz viel weitere Emotionen ziehen sich durchs ganze Buch und werden mit viel Humor, aber auch viel guten Tipps und Lebensweisheiten zu einer tollen Story kreiert.
Die Geschichte ist durchgängig realistisch und nicht übertrieben. Es gibt nicht nur „Himmelhochjauchzend“ sondern es sind auch traurige und nachdenkliche Passagen zu lesen.

Was mir super gefällt, es tauchen alte Bekannte von früheren Büchern der Autorin auf, aber super eingebaut. Die Personen werden sehr gut und kurz vorgestellt, so dass für Neueinsteiger sich keine Fragen stellen, aber auch für Leser die sie schon kennen wird es nicht langatmig.

Im letzten Drittel kommen dann unglaubliche Wendungen und Wege, die mich einfach total überrascht haben.

Die Liebe der Autorin zu der Nordsee und ihren Inseln ist auf jeder Seite ganz deutlich zu spüren und uns als Leser den Gewinn von herrlichen Beschreibungen.
Genauso wie die tollen Rezepte am Ende des Buches.

Autorin:
Anne Barns ist ein Pseudonym der Autorin Andrea Russo. Sie hat vor einigen Jahren ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben, um sich ganz auf ihre Bücher konzentrieren zu können. Sie liebt Lesen, Kuchen und das Meer. Zum Schreiben zieht sie sich am liebsten auf eine Insel zurück, wenn möglich in die Nähe einer guten Bäckerei.

Anne Barns: für mich ein Garant für warmherzige und einfach brillante Bücher.

Mein Fazit:
Für mich ein wunderbares Wellness Buch, in und mit dem ich mich einfach wohl fühle. Die Autorin schafft eine so tolle Atmosphäre, ohne in Klischees oder ins Kitschige abzudriften, das muss ihr erst mal einer nachmachen.

Von mir eine klare Kauf- und Leseempfehlung und 5 Stern, wenn es ginge wären es mehr.

Veröffentlicht am 31.03.2020

Irrungen und Wirrungen

Coco, Sophie und die Sache mit Paris
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Coco, Sophie und die Sache mit Paris

Cover:
Sommerlich leicht, voller Abenteuerlust.

Inhalt:
Coco und Sophie sind beste Freundinnen.
Coco will nach Paris um sich mit ihrem neuen Freund Nik zu treffen, ...

Coco, Sophie und die Sache mit Paris

Cover:
Sommerlich leicht, voller Abenteuerlust.

Inhalt:
Coco und Sophie sind beste Freundinnen.
Coco will nach Paris um sich mit ihrem neuen Freund Nik zu treffen, doch das behält sie für sich, da sie denkt Sophie würde das nicht verstehend. Denn kompliziert wie das ganze ist, ist er der Bruder ihres „verrückten“ EX-Mannes.
Sophie wiederum bekommt von ihrem EX eine Reise nach Paris finanziert, da er wie eigentlich versprochen, die gemeinsame 14jährige Tochter, in den Ferien nicht bei sich aufnehmen kann/will.
Also beginnt eine Reise zu dritt in die Stadt der Liebe.
In einer laubfroschgrünen Rostlaube starten die Drei und es entwickelt sich alles anders als geplant.

Meine Meinung:
Der Start der Geschichte hat mir gut gefallen, es geht um eine tolle Freundschaft und eine Reise nach Paris.
Der Charme des Elsass wird auf jeder Seite spürbar.
Doch dann beginnt sich das ganze etwas in die Länge zu ziehen. Es gibt viele Wiederholungen und die vielen lustigen und chaotischen Missverständnisse und die ganzen Irrungen und Wirrungen wirken mit der Zeit aufgesetzt und sehr konstruiert.
Im letzen Viertel dann wird es sehr dick aufgetragen, und viele altbekannte Klischees werden eingebaut, was mir ein bisschen den Spaß und die Leichtigkeit beim Lesen nimmt.
Und ganz klar gibt es dann am Schluss ein Happy End und alle sind glücklich und versorgt.

Der Schreibstil ist locker und flüssig und gut zu lesen, vor allem zu Beginn, bezaubert er mich durch seine tollen Beschreibungen von Freundschaft und Familie und der Charme des Elsass wird gut rübergebracht.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich. Teilweise kann ich sie mir gut so vorstellen, die meisten sind allerdings sehr überzeichnet.

Mein Fazit:
Eine nette Frauen-Sommer-Lektüre, die stark anfängt zum Ende zu meiner Meinung nach aber leider abflacht.
Von mir 3,5 Sterne, die ich bei vollen auf 4 Sterne wohlwollend aufrunde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2020

Ein Traum vom Glück - sehr emotional

Ein Traum vom Glück
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Ein Traum vom Glück, von Eva Völler

Cover + Titel:
Schon das Cover weckt Kindheitserinnerungen und zieht mich in seinen Bann.
Auch der Titel ist wunderbar gewählt und passt perfekt.

Inhalt:
Essen 1951.
Katharina ...

Ein Traum vom Glück, von Eva Völler

Cover + Titel:
Schon das Cover weckt Kindheitserinnerungen und zieht mich in seinen Bann.
Auch der Titel ist wunderbar gewählt und passt perfekt.

Inhalt:
Essen 1951.
Katharina ist mit ihren beiden Töchtern aus Berlin geflohen und hat Unterschlupf bei ihrer Schwiegermutter in Essen gefunden. Ihr Mann Karl gilt als vermisst. Für sie ist er tot, doch ihre Schwiegermutter Mine ist fest davon überzeugt, dass er wieder zurückkommt.
Dies und einiges andere erschwert das Zusammenleben ungemein.
Doch Katharina ist entschlossen dem ärmlichen Umfeld zu entfliehen und sich und ihren Töchtern eine neue Zukunft aufzubauen.
Als dann auch noch der junge, traumatisierte Kriegsheimkehrer Johannes auf der Bildfläche erscheint, beginnt eine emotionale Berg und Talfahrt.

Meine Meinung:
Ein toller Roman, eine Mischung aus Historischem Roman und Liebesroman.
Die Mischung ist objektiv gesehen sehr ausgeglichen, für mich hätte es gern mehr in Richtung der Historie gehen dürfen.

Auf jedenfall kommen beim Lesen ganz viele Kindheitserinnerungen wieder hoch, und vor allem am Schluss fahren meine Emotionen in Höchstgeschwindigkeit über eine Achterbahn mit Looping.
Und es gibt eine Wende mit der ich nie und nimmer gerechnet hätte.

Der Einstig ins Buch gelingt mühelos. Die einzelnen Personen und ihre Charaktere werden gut beschrieben und schön nacheinander eingeführt.
Allen voran gefällt mir Mine, quasi die Oma, am besten. Sie hält sich im Hintergrund, hält auf der einen Seite aber das Zepter fest in der Hand, und auf sie ist 100% Verlass wenn es darauf ankommt.

Katharina ist eine vielschichtige und starke Person, sie hat schweres durchgemacht, glaubt aber felsenfest an eine gute Zukunft und tut alles dafür.
Sie hat Ecken und Kanten, scheut sich nicht auch mal anzuecken und will das Leben doch auch genießen, auch wenn sie sich ihre Gefühle nicht immer ehrlich eingestehen kann.

Johannes verkörpert das Schicksal der Spätheimkehrer.
Hier hätte ich gerne mehr darüber gelesen.

Der Schreibstil der Autorin ist, wie ich es nicht anders kenne, sehr flüssig und er holt mich als Leser voll ab und bringt mich mitten hinein in die Geschichte.
Ich war öfters sprachlos, habe mit gelitten und mit gehofft.
Super passend sind auch die Passagen mit dem Dialekt, die das ganze Buch einfach noch authentischer und lebendig machen.

Tja und der letzte Satz ist ja dann ein toller Hinweis auf das Folgebuch:
EIN GEFÜHL VON HOFFNUNG

Mein Fazit:
Ein wunderbarer, sehr bewegender Auftakt einer großen Ruhrpott-Saga, bei dem für mich persönlich der Schwerpunkt mehr auf der Liebes- und Lebensgeschichte von Katharina lag, wobei ich gerne mehr über die Problematik der Kriegsheimkehrer und die historischen Aspekte gelesen hätte.
Deshalb von mir hervorragende 4 Stern.


  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 29.03.2020

Vardo

Vardo – Nach dem Sturm
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Vardo, Nach dem Sturm,
von Kira Millwood Hargrve

Cover:
Das „Düstere“ passt hier voll.

Inhalt:
Handlungsort: Vardø , eine norwegische Insel weit im Norden.
Zeit: es beginnt an Weihnachten 1617.
Bei ...

Vardo, Nach dem Sturm,
von Kira Millwood Hargrve

Cover:
Das „Düstere“ passt hier voll.

Inhalt:
Handlungsort: Vardø , eine norwegische Insel weit im Norden.
Zeit: es beginnt an Weihnachten 1617.
Bei einem Sturm kommen alle Männer der Insel ums Leben. Für die Frauen beginnt ein Kampf ums Überleben der auch die gesellschaftlichen Strukturen verändert.
Dann taucht ein Mann auf der Insel auf. Absalom Cornet, schon in Schottland hat er Hexen verbrannt und jetzt soll er auf Vardø für Ordnung sorgen.

Meine Meinung:
Ein historischer Roman, der meiner Meinung nach, durch seine besondere Schreibweise von gängigen Romanen abweicht. Sehr gewählt (poetisch!?) und sehr sachte (fast ruhig) beginnen die Ereignisse Fahrt aufzunehmen.
Auch wenn die Geschichte mit einer unglaublichen Katastrophe, dem Sturm und dem Tod der vielen Männer, beginnt.
Wir erfahren vom Leben auf der abgelegenen Insel, den Frauen und ihrer Lebensweise. Hier wird schon deutlich, dass eine deutlich Spaltung durchs Dorf geht. Die Sami, werden schon in gewisser Weise ausgegrenzt.

Als der Hexenjäger Absalom Cornet auf die Insel kommt, beginnt das Drama seinen Lauf zu nehmen. Wir können die eigene Dynamik dieser schrecklichen Zeit miterleben und bis zum grausamen Ende voller Entsetzen begleiten.

Weitere Dramatik wird dadurch aufgebaut, dass sich Maren, eine Bewohnerin der Insel und Ursa, die Frau des Hexenjägers, mehr als Freundschaft entgegenbringen.

Dies alles wird in einer sehr spannenden und emotionalen, unglaublich tragischen und auch grausamen aber nicht reißerischen Geschichte erzählt.

Autorin:
Kiran Millwood Hargrave wurde 1990 in Surrey geboren. In ihrem ersten Jahr an der Universität begann sie Lyrik zu verfassen und veröffentlichte drei Gedichtbände und ein Theaterstück. »Vardø. Nach dem Sturm« ist ihr erster Roman für Erwachsene. Mit ihrem Mann Tom und der Katze Luna lebt die Autorin in Oxford direkt am Fluss.

Mein Fazit:
Ein, durch seine Schreibweise, ungewöhnlicher, aber sehr gut recherchierter und eindringlicher historischer Roman, der die Dynamik der Hexenverfolgung sehr deutlich aufzeigt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2020

Das Geheimnis des roten Hauses,

Das Geheimnis des Roten Hauses
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Das Geheimnis des roten Hauses,
Ein Frankfurter Altstadt-Krimi von Franziska Franz

Cover:
Passt sehr gut zum Krimi.

Inhalt:
Handlungsort: Die Frankfurter Altstadt, nach ihrem historischen Wiederaufbau.
Ein ...

Das Geheimnis des roten Hauses,
Ein Frankfurter Altstadt-Krimi von Franziska Franz

Cover:
Passt sehr gut zum Krimi.

Inhalt:
Handlungsort: Die Frankfurter Altstadt, nach ihrem historischen Wiederaufbau.
Ein Toter der vermutlich viel zu erzählen hätte und deshalb zum Schweigen gebracht wurde.
Wird Kommissar Weigand die Wahrheit ans Licht bringen?
Auch wenn er „rot“ sieht, da seine eigen Tochter sich selber in höchste Gefahr bringt?

Meine Meinung:
Dies ist nach „Mainkurtod“, der zweite Krimi mit Kommissar Weigand den ich lese. Vorweg, leider konnte er mich nicht so sehr begeistern wie das erste Buch.

Die Story ist prima und in meinen Augen auch sehr realistisch.
Doch finde ich diesmal, die Handlung hat sehr viel größere und kleinere Ungereimtheiten oder Punkte die für mich so einfach nicht funktionieren oder nicht glaubhaft sind.

Gut gefällt mir wiederum, dass wir schnell in die Handlung einsteigen und keine überflüssigen Rahmenhandlungen ablenken.
Das Ende wird dann allerdings sehr zackig abgewickelt.

Was mir auch ein bisschen fehlt ist der feine Humor zwischen den beiden ermittelnden Polizisten, die mir in „Mainkurtod“ so positiv aufgefallen ist.

Autorin:
Franziska Franz, geboren in Detmold, lebt in Frankfurt am Main. Nach dem Gymnasium absolvierte sie eine Schauspielausbildung. 2017 veröffentlichte sie erste Abenteuergeschichten für Kinder. Mittlerweile liegt ihr Schwerpunkt auf dem Genre Krimi und Thriller. Sie ist Mitglied im Syndikat und bei den Mörderischen Schwestern.

Mein Fazit:
Ein solider Krimi, mit der historischen Frankfurter Altstadt als Tatort.
Aber er konnte mich diesmal nicht ganz packen.
Deshalb von mir 3,5 Sterne die ich bei voller Sternenzahl auf 3 abrunde.