Cover-Bild Freak City
7,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Carlsen
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 240
  • Ersterscheinung: 24.05.2013
  • ISBN: 9783551310934
  • Empfohlenes Alter: bis 16 Jahre
Kathrin Schrocke

Freak City

Lea ist hübsch, temperamentvoll – und von Geburt an gehörlos. Als Mika sie zum ersten Mal sieht, zieht das quirlige Mädchen mit der Lockenmähne ihn sofort in seinen Bann. So sehr, dass er spontan beschließt einen Gebärdensprachkurs zu machen. Familie und Freunde reagieren skeptisch und bald kommen ihm selbst erste Zweifel. Nie hätte er gedacht, dass die Welt der Gehörlosen so anders ist. Und plötzlich ist da wieder Sandra, Mikas Ex, über die er nie ganz hinweggekommen ist...

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Jecke in einem Regal.
  • Jecke hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2026

✎ Kathrin Schrocke - Freak City

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Bücher über gehörlose Menschen standen für mich lange kaum im Fokus. Vielleicht auch, weil ich mir nur schwer vorstellen konnte, wie sich ein solches Thema erzählerisch tragen lässt, ohne klischeehaft ...

Bücher über gehörlose Menschen standen für mich lange kaum im Fokus. Vielleicht auch, weil ich mir nur schwer vorstellen konnte, wie sich ein solches Thema erzählerisch tragen lässt, ohne klischeehaft oder oberflächlich zu wirken. Genau hier setzt „Freak City“ von Kathrin Schrocke an und überrascht. Die Autorin rückt das Leben eines gehörlosen Mädchens in den Mittelpunkt, ohne ins Dramatische abzurutschen oder künstlich Emotionen zu erzwingen. Stattdessen entsteht ein ruhiger, respektvoller Blick auf eine Lebensrealität, die im Alltag oft übersehen wird.

Im Kern erzählt der Roman von ersten Gefühlen, Unsicherheiten und dem schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens. Es geht um Verliebtheit, Herzschmerz, das Erkennen eigener Grenzen und das Loslösen von Menschen, die einem nicht guttun. Diese Themen sind vertraut, doch durch die besondere Perspektive erhalten sie eine zusätzliche Tiefe. Mika als Ich-Erzähler macht seine Gedanken unmittelbar zugänglich, sodass man sehr nah an seinen inneren Konflikten bleibt. Gleichzeitig gelingt es der Geschichte, auch andere Sichtweisen einzubinden und verschiedene Haltungen gegenüber Gehörlosigkeit sichtbar zu machen.

Der Umgang von Leas Familie mit ihrer Situation hat mich besonders irritiert. Ihre Reaktionen wirken kühl und teilweise abweisend, was ein starkes Gefühl von Unverständnis hinterlässt. Überforderung mag eine Rolle spielen, erklärt für mich aber nicht, warum so wenig Bereitschaft da ist, sich wirklich auf Lea einzulassen. Gerade weil Zeit vorhanden gewesen wäre, wirkt dieses Verhalten umso befremdlicher. Dieses Spannungsfeld wird im Roman nicht beschönigt, sondern nüchtern dargestellt, was lange nachwirkt.

Ein interessanter Aspekt ist der Einblick in die Gebärdensprache. Er bleibt eher oberflächlich, was einerseits verständlich ist, andererseits Fragen aufwirft. Dass innerhalb weniger Wochen spürbare Fortschritte möglich sind, erscheint jedoch wenig überzeugend.

Unterm Strich bleibt „Freak City“ für mich ein zugänglicher Einstieg in eine Welt, die vielen fremd ist. Kein allumfassendes Abbild, sondern ein Annähern, das zum Nachdenken anregt. Bereits in „Weiße Tränen“ - mein erstes Buch der Autorin - hat Kathrin Schrocke gezeigt, wie sie gesellschaftliche Missstände sichtbar macht, ohne belehrend zu wirken. Diese Stärke zeigt sich auch hier: Sie schreibt nah an der Lebensrealität Jugendlicher, mit einer Sprache, die direkt trifft, verständlich bleibt und dennoch unbequem sein kann. Ihre Geschichten konfrontieren und machen sichtbar, was oft ausgeblendet wird.

©2026 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 13.11.2017

Es geht nicht darum es zu hören...

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Meine Meinung: Freak City ist für mich ein fröhlicher und leichter Summerread, der nicht nur unterhält sondern auch gut recherchiert ein ernsteres Thema anspricht. Gerade an heißen Sommertagen liebe ich ...

Meine Meinung: Freak City ist für mich ein fröhlicher und leichter Summerread, der nicht nur unterhält sondern auch gut recherchiert ein ernsteres Thema anspricht. Gerade an heißen Sommertagen liebe ich sie ja, die kurzen und leichten Bücher. Mit seinen nicht mal 300 Seiten ist Freak City definitiv eines davon. Doch der Nachteil an den meisten dieser Bücher ist, dass sie zu einfach gestrickt sind, zu vorhersehbar und irgendwie nicht wirklich anspruchsvoll. Freak City ist da anders. Gekonnt flechtet die Autorin Kathrin Schrocke nämlich ein ernst zu nehmendes Thema mit in die Liebesgeschichte. Denn der Protagonist Mika verliebt sich in Lea, die gehörlos ist. Und genau dort liegt das Problem. Denn es bleibt nicht nur bei den anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten. Die Welt der Gehörlosen unterscheidet sich so stark von der Welt, in der Mika lebt, dass sie fast schon eine andere Kultur bildet. Und in dem ganzen Chaos muss Mika sich obendrein noch über seine Gefühle für seine Exfreundin klar werden. Allein Mikas Art hat mich anfangs gestört. Ich war zu Beginn teilweise echt genervt von ihm und seiner gespielt männlichen Art. Im Verlauf des Buches vollzieht er jedoch eine gute Entwicklung und ist am Ende nur noch halb so anstrengend.
Bewertung: So bleibt Freak City nicht nur ein leichtes Contemporary Buch sondern gibt gut recherchiert einen Einblick in die Welt der Gehörlosen, klärt auf und bekommt durch die Thematik viel Tiefe. Dennoch bleibt es mit seinen etwas über 200 Seite ein kurzes und leichtes Leseerlebnis für zwischendurch. So bekommt Freak City von mir 4 von 5 Füchschen