Cover-Bild Thomas Mann macht Ferien
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18,99
inkl. MwSt
  • Verlag: E-Books im Verlag Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Film, Kunst & Kultur
  • Ersterscheinung: 10.04.2025
  • ISBN: 9783462312829
Kerstin Holzer

Thomas Mann macht Ferien

Ein Sommer am See | "Ein federleichtes, wunderschönes Sommerbuch" Elke Heidenreich
Sommerfrische in Bayern, 1918. Die Familie Thomas Mann hat ein Haus am Tegernsee gemietet. Es sollen unbeschwerte Monate werden – doch die Welt verändert sich dramatisch, und auch der Schriftsteller wird bald ein anderer sein.
Die Kinder schwimmen und angeln Rotaugen, der Vater rudert, geht spazieren und besteigt erstmals einen Berg, die Mutter kümmert sich um das neue Baby, und Bauschan, der Hund, döst im Schatten, während ihn Thomas Mann gerade zum Helden seiner Erzählung »Herr und Hund« macht.
Ein Idyll, doch den Schriftsteller plagen Sorgen. Die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg steht bevor, Revolution liegt in der Luft, und mit seinem antidemokratischen Manifest »Betrachtungen eines Unpolitischen« sitzt Thomas Mann historisch auf dem falschen Dampfer. Mit seinem Bruder Heinrich hat er sich deswegen überworfen, für die Arbeit am nächsten großen Werk »Der Zauberberg« fehlt ihm die Kraft, und dann fällt ihm auch noch ein Zahn heraus.
Kerstin Holzer schreibt mit Wärme und Humor über einen ganz besonderen Sommer im Leben des Literatur-Nobelpreisträgers, über dessen Ängste und Sehnsüchte. Eine federleichte Geschichte über den Mut zur Veränderung und die Kraft der Liebe. 

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2025

schöne Unterhaltung

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Ein gelungener Ausflug in die Welt von Thomas Mann. Noch dazu ein Hochgenuss, wenn man den Tegernsee und die Region schätzt, in der das Werk spielt. Als Leser verbringt man 1918 acht Wochen "Sommerfrische" ...

Ein gelungener Ausflug in die Welt von Thomas Mann. Noch dazu ein Hochgenuss, wenn man den Tegernsee und die Region schätzt, in der das Werk spielt. Als Leser verbringt man 1918 acht Wochen "Sommerfrische" mit der Familie Mann. Die Autorin hat diverses Material zusammengesetzt und man erhält Stück für Stück ein Gesamtbild, wie es damals wohl war. Die Zukunft samt Vertreibung zeichnet sich ab, ebenso ungeplanter Nachwuchs und ein Charakter, der dem großen Schriftsteller sicherlich nahekommt.
Besonders gut haben mir auch die Hinweise auf die Enstehung des Zauberbergs gefallen. Insgesamt ein schönes kurzweiliges Buch für alle, die mehr über Thomas Mann erfahren möchten.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Thomas Mann macht es sich und anderen nie leicht

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Wenn Familie Mann in den Urlaub aufbricht, wirkt es wie ein Umzug auf einen fernen Kontinent. Die Hauptlast der Organisation und des Zusammenhaltens von Kind und Kegel und Hund obliegt Katja, geborene ...

Wenn Familie Mann in den Urlaub aufbricht, wirkt es wie ein Umzug auf einen fernen Kontinent. Die Hauptlast der Organisation und des Zusammenhaltens von Kind und Kegel und Hund obliegt Katja, geborene Pringsheim, seine Ehefrau und Vertrauten. Während ein Schriftsteller sich zurückziehen kann, um über „Herr und Hund“ zu schreiben, muss die Ehefrau zusehen, dass möglichst alle satt und zufrieden werden in diesem letzten Kriegssommer, im Jahr 1918. Dass bei der Rückkehr nach Wien kaum noch etwas so bleibt, wie es war, ahnt man zwar, aber in der Idylle von See und Bergen denkt man doch gerne etwas anderes.
Dass es sogar zwischen den Eheleuten vertraute und einsame Momente gibt, die sich in der Stadt so kaum finden lassen, erstaunt eigentlich nicht. Jeder Mensch hat einmal das Bedürfnis nach Liebe und Nähe, abendlichen Bootsfahrten und nächtlichem Tête-à-tête. So kommt es dass sich im Laufe des Sommers der Vater und sein jüngstes Kind, die kleine Elisabeth, sehr nahekommen und dass das sechste Kind eher ungeplant auch noch Einzug halten wird in die wilde Geschwisterschar. Am 21. April 1919 wird es als Michael Thomas Mann geboren, aber da ist das Buch von Kerstin Holzer längst beendet.
In die Sommerfrische kommt natürlich auch der eine oder andere Besuch, wirklich witzig ist das Erscheinen der Pringsheims, ihres Zeichens die Schwiegereltern des großen Schriftstellers, die mit etwas Abstand zur Villa Defregger Quartier nehmen. Obwohl so gar nicht politisch auf einer Linie, verträgt man sich und die Oma ist eine bevorzugte und begnadete Vorleserin für die größeren Kinder. Der Opa (nicht so vordergründig) auch derjenige, der die finanziellen Spielräume des Ehepaars Mann und ihrer Kinder erheblich vergrößert. Auch Thomas Manns Freund, der Germanist Ernst Bertram, erscheint zu gegebener Zeit, als endlich für ihn ein Zimmer gefunden ist und macht mit Thomas Mann wohl recht philosophische Spaziergänge.
Kerstin Holzer hat unheimlich viele Details über diesen Sommer, über Manns geistiges Umfeld und alles, was mit seinem Werk zusammenhängt, erkundet. Mir war es fast zu viel des Guten, manchmal hätte ich mich lieber mehr auf die Familie oder das Schaffen von Mann konzentriert. Der Stil und Ton dieses Buches macht Thomas Mann alle Ehre, passt sich ihm wie ein leichter Sommermantel fließend an.
Fazit: Wer immer mal wieder etwas Neues und noch nicht so sehr Bekanntes über den großen Dichter lesen möchte und wissen, wie er sich fühlt, wenn er auf einen etwas höheren Berggipfel steigt, um in die Zukunft seines Zauberbergs zu schauen, der ist hier richtig. Und wird sich bestimmt auch gut unterhalten fühlen. So wie ich.

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