Mystisch, philosophisch, weise - ein außergewöhnliches Buch
Um 1950. Wir befinden uns auf einem Schiff. Bei stürmischer See. Ein Mann fällt besonders auf, denn er scheint unerschütterlich. Eine Gruppe von Menschen bildet sich um ihn und der Mann erzählt seine Geschichte. ...
Um 1950. Wir befinden uns auf einem Schiff. Bei stürmischer See. Ein Mann fällt besonders auf, denn er scheint unerschütterlich. Eine Gruppe von Menschen bildet sich um ihn und der Mann erzählt seine Geschichte. Er heißt Jonathan, doch das ist nicht sein einziger Name. Als Junge hat er bei einem Nomadenstamm gelebt, was seine Entwicklung für immer geprägt hat. Wir reisen mit ihm zurück ins frühe 20. Jahrhundert. Ein kleines Dorf, ein Nomadenstamm, bedrohliche Wölfe. Und der Junge, der das Schicksal aller verändern wird ….
„Der Ruf der Nomaden - Die Initiation“ ist der erste Band einer außergewöhnlichen Reihe. Für mich war es auch der erste Roman des Autors und sein Inhalt hat mich nachhaltig beeindruckt. Aufgrund seines speziellen und etwas umständlichen, aber dennoch eindringlichen Schreibstils, ist das Buch sicher nicht jedermanns Sache. Ich brauchte eine Weile, um hineinzufinden, aber die Geschichte ist so atmosphärisch und interessant, dass ich unweigerlich in ihren Bann gezogen wurde. Sie liest sich wie ein mystisches Märchen und ist gesponnen aus Realismus und faszinierender Fiktion.
Was mich besonders berührt hat, ist die tiefgreifende Weisheit zwischen den Zeilen, aber auch ganz klar formuliert und verständlich in ganzen Passagen. Ich verspürte das Bedürfnis, sie zu markieren oder herauszuschreiben, um mich auch später noch damit befassen zu können. Die Geschichte hat mich zum Nachdenken gebracht, auch nachdem ich sie beendet hatte. Sie fordert Geist und Emotionen und auch Geduld, denn sie entfaltet sich langsam, für manchen vielleicht sogar langatmig, sanft und manchmal brutal. In jedem Fall ist sie etwas ganz besonderes.