Cover-Bild Der Umweg

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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 480
  • Ersterscheinung: 21.07.2018
  • ISBN: 9783608981384
Luce d'Eramo

Der Umweg

Linde Birk (Übersetzer)

Sie ist achtzehn Jahre alt, begeisterte Faschistin und kann die Nachrichten von Konzentrationslagern im nationalsozialistischen Deutschland nicht glauben. Also macht sich Luce d’Eramo im Jahr 1944 nach Deutschland auf. Ihre Reise führt sie durch Arbeits- und Konzentrationslager, durch ein zerbombtes und auch innerlich zerrüttetes Land. Am Ende verliert sie ihre körperliche Unversehrtheit, aber auch die Illusionen über eine zerstörerische Ideologie.

Luce d’Eramos Vater war Staatssekretär in der Mussolini-Republik von Salò, und sie selber bewunderte schon als Jugendliche den deutschen Nationalsozialismus aus der Ferne. Um sich von der Unwahrheit der düsteren Geschichten aus dem Dritten Reich überzeugen zu kön nen, meldet sie sich freiwillig in die Hölle: Sie wird Fremdarbeiterin der IG Farben in Frankfurt-Höchst, wo sie mit ausgehungerten Kriegsgefangenen und Deportierten den Nazis doch noch zum Sieg verhelfen will. Doch schon bald ist sie schockiert von den schlechten Arbeitsbedingungen. Sie organisiert Streiks und beendet ihren Widerstand auch dann nicht, als sie nach Italien zurückgeschickt wird. Dort wird sie schließlich von der SS aufgegriffen und ins Konzentrationslager Dachau deprotiert. Dem Lager kann sie zwar bei einem Arbeitseinsatz in den Abwasserkanälen Münchens entfliehen, doch als »Illegale« irrt sie von nun an durchs zerstörte Deutschland. Im Frühjahr 1945 wird Luce d’Eramo bei dem Versuch, Verschüttete aus einem zerbomb ten Haus in Mainz zu retten, schwer verletzt. Nach dem Krieg zählt Luce d’Eramo zu den wichtigsten italienischen Intellektuellen im Umfeld von Dacia Maraini und Alberto Moravia.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.11.2018

Erschreckende und erhliche Erzählung

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Ich habe erst mal gut in die Erzählung von Luce D'Eramo reingefunden, denn man ist direkt mitten im Geschehen. Aber genau das hat mich dann später ein bisschen ausgebremst, in einem Moment ist man noch ...

Ich habe erst mal gut in die Erzählung von Luce D'Eramo reingefunden, denn man ist direkt mitten im Geschehen. Aber genau das hat mich dann später ein bisschen ausgebremst, in einem Moment ist man noch in Dachau auf der Flucht und im nächsten in einem Hotel in Mainz. Somit fiel es mir etwas schwer, das Buch flüssig durchzulesen. Man muss sich erst mal wieder zurechtfinden. Es ist auch nicht in chronologischer Reihenfolge verfasst, sondern vermutlich so, wie sich die Erzählerin an die Ereignisse erinnerte und sie aufgearbeitet und aufgeschrieben hat.

Luce D'Eramo war eine starke Frau die uns in diesem Buch zeigt, dass man über seinen Schatten springen muss, um zu überleben. So erzählt sie zum Beispiel, dass sie Reste der anderen Insassen gegessen hat. Sie aß von dreckigen Löffeln und aus verschmutzten Schüsseln um zu überleben.

Erschreckend und detailreich erzählt sie über die Verhältnisse in den Baracken der Lager. Menschen werden wie Tiere gehalten und behandelt, was auch sie schnell einsieht.

Sie erzählt auch über ihren schlimmen Unfall in Mainz, der ihr Leben veränderte und mit dessen Konsequenzen sie für immer leben muss. Sie führt auch in der Nachkriegszeit ein schwieriges Leben. Die Erzählung ist in allen Punkten sehr ausführlich beschrieben, auch wenn es manchmal etwas durcheinander ist. Die sehr genaue Beschreibung der Lager, der Lazarette und den anderen Orten, an denen sich Luce D'Eramo aufgehalten hat, gibt einen erschreckenden Einblick in die Zustände, die in Nazi-Deutschland herrschten.

Luce D'Eramo nimmt uns in ihrem Buch mit in eine Welt, die man sich kaum vorstellen kann. Immer darauf bedacht, den nächsten Tag zu überleben und immer damit rechnend, dass eine neue Bekanntschaft oder ein guter Freund sein Leben verliert.

Fazit
Ich finde das Buch sehr interessant und grade in der heutigen Zeit sehr wichtig, die Zeitzeugen sterben aus und solche Bücher rufen uns wieder in Erinnerung, wie schlimm das Leben im Krieg war. Luce D'Eramo war eine mutige und tapfere Frau, deren beeindruckendes Leben hier sehr detailreich erzählt wird. Was ich als sehr störend empfand, war das Durcheinander der zeitlichen Abfolge, mich hat es im Lesefluss doch oft gehindert.

Vielen Dank an netgalley und den Klett-Cotta Verlag zur Bereitstellung des Leseexemplars. Es wurden keinerlei Vorgaben gemacht und die Rezension spiegelt meine eigene Meinung wider.

Veröffentlicht am 03.09.2018

Bewegend, wach rüttelnd, emotional

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Ein schweres Thema, was mich aber trotz dessen immer wieder aufrüttelt. Leider ist es ja auch immer noch immer aktuell.

Die 18 jährige Luce ist bekennende Faschistin und kann nicht glauben was sie über ...

Ein schweres Thema, was mich aber trotz dessen immer wieder aufrüttelt. Leider ist es ja auch immer noch immer aktuell.

Die 18 jährige Luce ist bekennende Faschistin und kann nicht glauben was sie über Nazi-Deutschland liest und hört.
Sie fordert ihr Schicksal mehrfach heraus, indem sie nach Deutschland reist, sich freiwillig ins Lager meldet und dort den Greultaten ins Auge sieht.

Die Autorin schafft es den Leser überzeugend in die Situationen einzubinden und diese schreckliche Zeit um 1944 aufleben zu lassen.

Mehrfach den Tränen nahe, aber auch wütend kopfschüttelnd habe ich das Buch gelesen und lege es jedem ans Herz.

Ehrliche 5 von 5 Sternen.