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Veröffentlicht am 15.10.2019

Humorvoll inszenierte Anekdoten einer Jugend

Zonenrandkind
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Das Buch spielt in den 80er Jahren und passend dazu ist das Cover ausgerichtet, was für die heutige Zeit außergewöhnlich ist und deswegen unter vielen anderen Büchern auffällt. Ich find's ganz witzig und ...

Das Buch spielt in den 80er Jahren und passend dazu ist das Cover ausgerichtet, was für die heutige Zeit außergewöhnlich ist und deswegen unter vielen anderen Büchern auffällt. Ich find's ganz witzig und gut gewählt.


Frank Breuning ist im Februar 1971 geboren und lebt an der Grenze zur DDR in einem kleinen Dorf, eben im Zonenrandgebiet. Oder wie Frank, der sich lieber Franky nennt, sagt: "Die Zehenzwischenräume der politischen Nachkriegswelt." Hier herrscht der ganz normale Dorfwahnsinn: Öde Rituale, an die man sich halten muss, wenn man nicht gegen den Strom schwimmen will. Wer anders ist fällt unangenehm auf, wer mit dem Strom schwimmt wird akzeptiert. Franky erzählt vom samstäglichen Straße kehren und von seinem Vater und seinem Großvater, die beide keinerlei Empathie besitzen, so wie viele weitere Geschichten aus seiner Jugend, die geprägt ist von der Mauer und später von der Wiedervereinigung Deutschlands.


Aufgeteilt ist das Buch in mehrere nicht allzu lange Kapitel mit ausdrucksstarken und passenden Überschriften, wie zum Beispiel "Der Tag an dem wir das Dixi-Klo erfanden, Im Nackttierhaus, usw. " Jedes Kapitel ist fast wie eine in sich abgeschlossener Programmpunkt in einer Stand-Up Comedy Show. Viele der Kapitel werden mit viel Humor erzählt, bei manch anderen wurde aber dann wiederum ein Thema so ausgeschlachtet und drum herum geredet, dass es zu viel war. Manchmal kam es mir auch so vor, als wurde der Versuch unternommen, krampfhaft komisch zu sein. Das war aber nur selten der Fall, der Rest las sich dann wiederum sehr gut.


In diesem Buch ging es nicht darum Spannung aufzubauen, sondern Anekdoten aus der pubertierenden Jugend in der Provinz näher zu bringen in einer Zeit, als die Elektronik noch nicht die Jugendlichen beherrschte, sondern man sich Tag täglich darüber Gedanken machen musste, wie man den Tag mit seinen Freunden, der Familie oder auch alleine verbrachte. Der Schreibstil lässt es dabei zu, schnell zu lesen, da es wirklich keine schwere Lektüre und sehr einfach gehalten ist.


Den abschließenden Epilog fand ich dann noch mal sehr bewegend, denn hier wird meiner Meinung erst wirklich klar, was das normale Dorfkind von den Zonenrandkindern bzw. Jugendlichen unterscheidet.


Fazit


Eine ganz gute Geschichte, die mich aber nicht 100 Prozent überzeugen konnte. Jeder 2. auf dem Dorf, der in den 80ern oder 90ern groß geworden ist, oder vermutlich auch davor, könnte solche Geschichten erzählen. Für die Jugend von heute sicher ein kultureller Schock, für jemanden wie mich, geboren in den 80ern, einfach nur eine Reise in die Vergangenheit mit ein paar Abweichungen. Es war nicht nur im Zonenrandgebiet so, sondern so war das Leben auf dem Dorf eben. Trotzdem ist es ein kurzweiliges Buch, das mich gut unterhalten hat.

Veröffentlicht am 10.10.2019

Bis auf ein paar Längen wirklich genial

Die Krone der Dunkelheit
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Ich liebe die Cover zu dieser Buchreihe, die bislang aus zwei Bänden besteht. Sie passen einfach richtig gut zur Geschichte.

Das Buch beginnt mit Weylin, einem Blutsklaven. Er ist gezwungen jedem Wort ...

Ich liebe die Cover zu dieser Buchreihe, die bislang aus zwei Bänden besteht. Sie passen einfach richtig gut zur Geschichte.

Das Buch beginnt mit Weylin, einem Blutsklaven. Er ist gezwungen jedem Wort seiner Königen Valeska zu gehorchen. Valeska ist Königen der Seelie. Sie hat einen Befehl für ihren Sklaven, er soll den neu geborenen Sohn der Unseelie töten. Denn die Beraterin der Königen kann in die Zukunft sehen und sie sagt, Prinz Kheeran werde großes Unglück über das Land bringen, wenn er eines Tages zum König gekrönt wird.

18 Jahre später:
Prinzessin Freya, die später einmal über das sterbliche Land Thobria herrschen soll, ist davon überzeugt, dass ihr Zwillingsbruder Talon noch am Leben ist. Talon wurde vor einigen Jahren entführt, als beide noch sehr jung waren. Nachdem die Suche nach Talon erfolglos war hat ihr Vater ihn für tot erklärt und sie zur Tronfolgerin ernannt. Aber Freya ist davon überzeugt, dass ihr Bruder am Leben ist, sie spürt es. Und obwohl Magie in Thobria verboten ist, und sogar mit dem Leben bestraft wird, setzt Freya mit Hilfe einer Mentorin einen Suchzauber ein, der ihr verrät, dass ihr Bruder sich in Nihalos befindet, der Hauptstadt der Unseelie. Ihre Mentorin rät ihr dazu, den unsterblichen Wächter Larkin Welborn mit auf die Suche nach ihrem Bruder zu nehmen, aber dieser sitzt im Verlies. Freya befreit Larkin und begibt sich mit ihm auf eine gefährliche Reise, bei der die Prinzessin Strapazen aushalten muss, die sie alles andere als gewohnt ist. Und ihre Reise nach Nihalos ist nicht nur gefährlich, sondern es ist auch ungewiss, wie sie dort hineinkommen soll, denn Menschen sind dort verboten. Und dieser Ort ist gefährlich. Hier leben die Fae, die einst aus Thorbia verbannt wurden, und die Elva, monströse Tiere, deren einziger Instinkt es ist zu töten.

Dann gibt es noch Ceylan aus dem Niemansland. Sie träumt davon bei den unsterblichen Wächtern an der Mauer aufgenommen zu werden. Die Wächter müssen den Frieden zwischen den drei Ländern bewahren und all diejenigen, die unbefugt die Grenzen überschreiten, töten. Das Problem ist nur, dass Frauen an der Mauer zwar nicht verboten, aber unerwünscht sind. Aber Ceylan gibt nicht auf um Oberbefehlshaber Field Marshall Tombell zu beweisen, dass sie genauso fähig ist an der Mauer zu dienen, wie ein Mann. Für Ceylan wäre die Mauer ein neues zu Hause, denn als sie ein Kind war wurde ihr Dorf von den Elva angegriffen. Bei dem Angriff starben ihre Familie und ihre Freunde, seitdem ist sie alleine und davon besessen, Rache an den Elva zu nehmen.

Das Buch ist in drei Teile aufgebaut. Nach dem Prolog beginnt Teil 1, in dem es ausschließlich um Freya und Ceylan geht. Die Kapitel werden abwechselnd aus deren Sicht erzählt. In Teil 2 und 3 kommen dann weitere Charaktere dazu. Freya und Ceylan sind dabei wirklich sehr gut getroffen, denn obwohl ihre Herkunft unterschiedlicher nicht sein könnte, sind sie sich doch sehr ähnlich. Bissig und zielstrebig verfolgen sie ein Ziel, für das sie alles riskieren.

Am Anfang wird man mit sehr vielen Informationen, Menschen und Welten konfrontiert, da geriet der Lesefluss bei mir auf den ersten Seiten doch sehr ins Stocken, bis ich erst mal richtig rein gefunden hatte, weil man sich sehr viel merken muss. Aber sobald man alle Charaktere und Zusammenhänge versteht schafft diese Geschichte es, den Leser vollkommen in seinen Bann zu ziehen.

Den Schreibstil finde ich dabei wirklich genial. Mit viel Fantasy und sehr viel Liebe zum Details entführt die Autorin den Leser in diese fremde Welt. Vor allem in der 1. Hälfte konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen und war völlig gebannt von der Geschichte, aber etwa ab dem 2. Teil wurde es oft etwas langatmig. Gefühle wurden immer sehr treffend ausgedrückt, aber auch sehr oft wiederholt. So zog es sich teilweise etwas.

Fazit

Ich war etwas skeptisch, was das Buch anging. Denn es war wieder eines dieser Bücher, das wahnsinnig viel gehypt wurde. Aber umso länger ich las, umso mehr konnte ich den Hype auch verstehen und wurde ebenfalls in den Bann des Buches gezogen. Bis auf ein paar Längen fand ich diese fantasievolle Reise in diese fremde Welt der Menschen und der Magie wirklich spannend und fesseln, jeder, der Fantasy Bücher mag, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Ich freue mich schon auf den 2. Band, denn dank vieler offener Fragen am Ende des Buches geht es bestimmt aufregend weiter.

Veröffentlicht am 04.10.2019

Trotz der vielen Seiten nie langweilig

Das Institut
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Wenn man sich das Cover betrachtet, sieht man zwei Gemeinsamkeiten mit dem Inhalt des Buches. Zum einen den Jungen, der vermutlich Hauptprotagonist Luke darstellen soll, zum anderen den Tannenwald, von ...

Wenn man sich das Cover betrachtet, sieht man zwei Gemeinsamkeiten mit dem Inhalt des Buches. Zum einen den Jungen, der vermutlich Hauptprotagonist Luke darstellen soll, zum anderen den Tannenwald, von dem das Institut umgeben ist. Ich finde es schlicht und stimmig und das gefällt mir sehr gut.

2.000 Doller, ein Hotelcoupon, den Barbetrag des Rückflugtickets und die Erstattung des Tickets für den eigentlichen Flug nach New York, soviel bekommt Tim Jamieson dafür, dass er den Platz im Flugzeug für einen FBI-Agenten räumt. Hätte er gewusst, dass dies der Beginn einer Aneinanderreihung von völlig unglaublichen Ereignissen ist, hätte er es vielleicht gelassen. Tim beschließt nach New York zu trampen, landet letztendlich aber durch einen Zufall in dem kleinen Nest DuPray. Hier bekommt er einen Job als Nachtklopfer und beschließt, erst einmal dort zu bleiben.

Etwa zur selben Zeit, als Tim in DuPray eintrifft, treffen die Eltern des 12 Jährigen Luke Ellis zu einem Beratungsgespräch in der Broderick-Schule für außergewöhnliche Kinder ein. Luke ist ein Wunderkind und ist selbst auf dieser Schule schon unterfordert. Er möchte nun auf zwei verschiedenen Colleges Ingenieurwissenschaften und Englisch studieren. Aber soweit kommt es nicht. Lukes Eltern werden eines Nachts ermordet und Luke wird betäubt und entführt. Als er aufwacht findet er sich in einem Raum wieder, der genauso aussieht wie sein Zimmer, nur ohne Fenster. Er trifft auf Kalisha, ebenfalls ein Kind, die ihm erklärt, was mit ihm passiert ist. Schnell findet er Anschluss zu anderen "Insassen", die alle Kinder mit besonderen Fähigkeiten sind und die ihm erklären, dass an ihnen Experimente durchgeführt werden. Sobald die Experimente abgeschlossen sind, werden sie in den Hinterbau gebracht, diesen hat bislang niemand mehr verlassen. Aber Luke ist wahrscheinlich der schlauste Insasse, den das Institut jemals hatte, was für Luke selbst, aber vor allem für das Institut, eine große Bedrohung darstellen könnte.

Also die ersten Seiten entsprachen erst mal gar nicht dem, was auf dem Klappentext stand. Man wurde zunächst einmal mit Tim bekanntgemacht, erst danach begann der zweite Handlungsstrang mit Luke und dem Institut. Aber das war auch gar nicht schlimm, denn auch so war das Buch von Anfang bis Ende sehr unterhaltsam und fesselnd. Die Handlung mit den Kindern fand ich am Anfang etwas verwirrend, da schnell Abkürzungen wie TK, TP oder BDNF fielen mit denen man zunächst gar nichts anfangen kann, dies wird dann aber doch recht schnell aufgelöst und erklärt.

Wie von Stephen King gewohnt fließt auch in diesen Roman immer wieder ein bisschen Sozialkritik mit ein, die so ganz nebenbei geschickt eingebaut wird. Vor allem US-Präsident Trump kommt dabei nicht gut weg.

In einem guten Buch schafft es Stephen King immer wieder verschiedene Arten von Emotionen im Leser wach zu rufen, dies war auch hier wieder der Fall. Noch dazu kam die stetig steigernde Spannung, da der Leser unbedingt erfahren möchte, was es mit dem Institut auf sich hat und wie Tim Jamieson damit in Zusammenhang gebracht wird. Aber der Autor lässt einen durch tiefgründige Einblicke in das Leben der Charaktere sehr lange zappeln. Der Schreibstil ist dabei wie gewohnt leicht lesbar und einfach nur perfekt.

Was ich ein klein wenig unrealistisch fand, war das Verhalten mancher Kinder, als sie in völlig fremder Umgebung aufwachen ohne zu wissen, wo sie sind, was mit ihren Eltern passiert ist und was mit ihnen passiert. Luke ist doch sehr gefasst, als er nach der Entführung aufwacht und auch andere haben sich schnell mit ihrem Schicksal abgefunden. Das ist aber auch schon alles, was ich hier kritisieren möchte.

Fazit

Ein wirklich sehr umfangreiches Buch, an dem ich lange gelesen habe. Aber eine sehr gelungene und ausführliche Geschichte, die trotz ihres Lesepensums kaum Längen beinhaltet, sondern von Anfang bis Ende einfach nur fesselnd ist. Ich empfehle dieses Buch sehr gerne jedem weiter.

Veröffentlicht am 02.10.2019

Gute Geschichte, aber mit ein paar Schwächen

Der Leichenkiller
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Traditionell fahren Paul, seine Mutter und viele andere Freunde mit ihren Müttern und Geschwistern einmal im Jahr zum Zelten. In diesem Jahr geht es für 3 Tage auf einen Zeltplatz nach Holland. Paul hat ...

Traditionell fahren Paul, seine Mutter und viele andere Freunde mit ihren Müttern und Geschwistern einmal im Jahr zum Zelten. In diesem Jahr geht es für 3 Tage auf einen Zeltplatz nach Holland. Paul hat schon bei der Ankunft dort ein mulmiges Gefühl. Der Zeltplatz ist sehr abgelegen und umgeben von hohen Bäumen, außerdem hat Paul den Eindruck, dass außer ihnen niemand dort ist. Die kleine Truppe umgibt direkt eine düstere Atmosphäre und schon bald überschlagen sich die Ereignisse.

Es ist eine wirklich simple Geschichte, die sehr schnelllebig erzählt wird. Es geht direkt los ohne das viel drum herum geschrieben wird. Aber in manchen Passagen hätte ich mir ein bisschen mehr "drum herum" gewünscht, denn manchmal ging es wirklich viel zu schnell, das fand ich oft verwirrend.

Die Geschichte besteht hauptsächlich aus zwei Handlungssträngen. Zum einen Hauptprotagonist Paul, der das Erlebte auf dem Zeltplatz in der 1. Person erzählt, zum anderen geht es um den ermittelnden Beamten, der sich während einer Mordermittlung in große Gefahr begibt. Der Aufbau ist somit ebenfalls gut und simpel gewählt. Dabei gibt es sehr viele Unterhaltungen zwischen den Jugendlichen, die mir oft aber auch zu unübersichtlich, und wie ich finde, nicht immer notwendig waren. Außerdem gibt es wirklich sehr viele Protagonisten, die konnte ich mir unmöglich alle merken. Um die Gefühlswelt von Paul oder von den ermittelnden Beamten besser zu verstehen werden diese in Kursiv-Schrift dargestellt, was ich immer sehr mag.

Ich hätte mir gewünscht, eine etwas bessere Beziehung zu einem der Opfer aufbauen zu können. Es geht unter anderem um die Entführung eines Mädchens, aber bei den vielen Protagonisten und der Schnelllebigkeit des Buches hatte man gar keinen richtigen Einblick, wer die Entführte denn nun ist. Letztendlich war es mir fast egal, was mit dem Mädchen passiert (hört sich jetzt sehr böse an, aber mir hat einfach die Beziehung zu ihr gefehlt).

Es gab aber auch schöne und nachdenkliche Passagen im Buch, wie zum Beispiel:

"Jedes Wort, das man liest, ist ein Schritt in die Zukunft. Jedes gesprochene Wort ist ein Wort der Vergangenheit."

Das ist auf jeden Fall mein Lieblingszitat im Buch und es zeigt, wieviel Potential in dem Autor steckt.

Fazit

Also zunächst einmal muss man festhalten, dass der Autor erst 13 Jahre alt war, als er das Buch geschrieben hat und das merkt man eben auch. Es fehlt ein bisschen die Übersicht, der Schreibstil ist "jugendlich" und für meinen Geschmack viel zu schnell. Aber man muss auch sagen, da gibt es einige ältere seiner Kollegen, die weniger Fantasie zeigen und einen weniger guten Schreibstil vorzuweisen haben. Ich fand die Ansätze der Geschichte wirklich gut, die Umsetzung ist aber noch ausbaufähig. Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass wir von Paul Menzel noch sehr viel hören werden und seine Bücher mit zunehmenden Alter und der damit zunehmenden Erfahrung sehr viel übersichtlicher werden. Wer gerne Thriller oder Krimis liest, macht mit diesem Buch nichts falsch. Ich freue mich darauf in Zukunft hoffentlich noch mehr von Paul Menzel lesen zu dürfen.

Veröffentlicht am 17.09.2019

Atmosphärische Geschichte mit wenigen Schwächen

Sal
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Ich bin durch das schöne Cover auf das Buch aufmerksam geworden. Für mich strahlt es die Freiheit aus, die die beiden Mädchen erleben dürfen. Die Wildnis mit dem Bachlauf, genauso stelle ich mir den Ort ...

Ich bin durch das schöne Cover auf das Buch aufmerksam geworden. Für mich strahlt es die Freiheit aus, die die beiden Mädchen erleben dürfen. Die Wildnis mit dem Bachlauf, genauso stelle ich mir den Ort vor, an dem sie sich verstecken.

Sal wurde vom Freund ihrer Mutter lange Zeit missbraucht. Als er androht, dies auch ihrer drei Jahre jüngeren Schwester Peppa anzutun, sieht Sal sich gezwungen, dem Ganzen ein Ende zu setzen. Lange Zeit plant sie die Flucht indem sie sich YouTube-Videos ansieht und über das Überleben in der Wildnis liest. Eines Tages ist es dann so weit, gut vorbereitet und perfekt ausgerüstet hauen die beiden Mädchen von zu Hause ab und verschwinden so tief in der Wildnis, dass sie niemand mehr finden kann. Hier muss Sal nun beweisen, dass sie auch wirklich in der Lage ist, ihre kleine Schwester vor allen Gefahren zu beschützen.

Das Buch wird komplett in der 1. Person aus Sicht von Sal erzählt. Die Kapitel sind sehr lange, oft aber durch Leseabschnitte unterteilt. Sal ist eine sehr starke Persönlichkeit, sie ist zu allem bereit, um ihrer kleinen Schwester ein besseres Leben zu ermöglichen und sie zu beschützen. Obwohl beide nur drei Jahre trennen, kommt Sal sehr viel älter rüber. Peppa dagegen ist sehr jung, verspielt und plappert sehr viel. Ohne Sal wäre sie völlig aufgeschmissen. Sie ist es gewohnt, dass ihre große Schwester alles regelt und sie beschützt, so war es zu Hause bei ihrer alkoholabhängigen Mutter mit den ständig wechselnden Freunden auch immer.

Schön fand ich, dass man direkt mitten im Geschehen war und nicht erst viel drum herum erzählt wurde. Das Buch beginnt in der Wildnis und in Rückblenden erfährt man immer wieder, was zu Hause bei Sal und Peppa geschah. Aber vor allem am Anfang ging es sehr viel um Survival und was Sal alles machte um das Überleben der Mädchen zu sichern. Das war interessant und auch so geschrieben, dass es nicht langweilig wurde, aber irgendwann war ich froh, dass endlich mal was passierte. Im Großen und Ganzen ging es immer wieder darum, wie man in der Wildnis überleben kann. Vom Jagen, Angeln, Hütten- und Feldbettbau usw. wurde alles genauestens erklärt. Schade, da hätte ich mir ein bisschen mehr Spannung erhofft. Aber ich denke, Spannung wollte der Autor hier auch gar nicht übermitteln, sondern die Liebe zwischen Geschwistern und was man bereit ist für jemanden zu tun, den man bedingungslos beschützen möchte. Und dies dem Leser zu vermitteln hat Mick Kitson auf jeden Fall geschafft.

Und auch wenn aus meiner Sicht die Spannung etwas zu kurz kam, emotional gesehen war das Buch wirklich sehr mitreißend. Der Schreibstil ist dabei sehr schön und auch sehr leicht, so dass man sehr schnell lesen konnte. Ab und an gibt es auch mal etwas Situationskomik, vor allem wenn Peppa ins Plappern kommt, das wirkte zwischen den vielen Überlebenstricks sehr erfrischend.

Fazit

Hinter dem Buch mit den vielen Survival-Tricks steckt eine wirklich sehr schöne und emotionale Geschichte. Das Erlebte von Sal und Peppa kann einen sehr mitreißen, aber ich hätte mir da einfach noch ein bisschen mehr Abwechslung gewünscht. Aber alles in Allem ist es ein gutes Buch mit einer tollen Geschichte, bei der man sehr viel lernt. Man muss manchmal über die etwas zu vielen und die zu gut gemeinten Tipps hinwegsehen, dann hat man sehr viel Spaß an der emotionalen Geschichte um Hauptprotagonistin Sal. Das Ende hat mich allerdings ein bisschen enttäuscht. Für mich war die Geschichte noch nicht richtig zu Ende und da hätte ich mir einfach noch ein Kapitel mehr gewünscht. Aber trotzdem empfehle ich das Buch sehr gerne weiter.