Sehr tragische Lebensgeschichte
Mein Fazit:
" Kanakenkind"ist eine berührende Autobiografie, die ans Herz geht. Von einem ausgegrenzten Kind, weil das Kind einer „Kanakenfamilie“ war, vom trinkenden Vater täglich verprügelt, die Mutter ...
Mein Fazit:
" Kanakenkind"ist eine berührende Autobiografie, die ans Herz geht. Von einem ausgegrenzten Kind, weil das Kind einer „Kanakenfamilie“ war, vom trinkenden Vater täglich verprügelt, die Mutter oft starr vor Angst, rutscht er ab und landet zwischen Drogen, Methadon und Gewalt. Wie kann ein Mensch, der viel Gewalt erlebt hat, beim Klauen erwischt wurde und in einem Milieu der übelsten Art aufwuchs, sich so positiv entwickeln? Ein Leben zwischen Ausgrenzung und offenem Rassismus, das aktueller nicht sein könnte …
Sein Leben ist so radikal, und doch schafft er den Absprung in ein Leben voller Liebe und er findet die Kraft für einen Neuanfang. Seine neue Familie gibt ihm den Halt, den er braucht, und er entdeckt seine Berufung: Er fotografiert Holocaust-Überlebende und erinnert an die dunkelste Seite Deutschlands. Dem Holocaust und den 6 Millionen unschuldigen Menschen, die so grausam ihr Leben verloren. Dem Autor seine Devise: " Nie wieder !" Er kämpft mit seinen Fotos gegen das Vergessen und setzt somit den Holocaust-Überlebenden ein Denkmal. Am Ende ist man als Leser tief ergriffen und emotional gefordert.
Der Schreibstil des Autors ist brillant, flüssig zu lesen, kurze Sätze, die prägnant sind, kurz und aussagekräftig, und eine Geschichte, die den Leser zum Nachdenken bringt. Sein traumatischer Weg ist beeindruckend und authentisch dargestellt, man spürt in jeder Zeile seine innere Zerrissenheit, sein Leben ohne Liebe und seine unermessliche Wut auf die Eltern und die Gesellschaft. Wird er am Ende seinen Frieden finden? Es bleibt spannend bis zur letzten Seite. Ich konnte das Buch nicht zur Seite legen und am Ende flossen die Tränen. Ein wundervolles Buch!