Cover-Bild Kanakenkind
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23,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Verlag Herder
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Ersterscheinung: 16.03.2026
  • ISBN: 9783451841293
Luigi Toscano, Silke Kettelhake

Kanakenkind

Mit der Kamera durch Licht, Dunkelheit und Hoffnung. Vom Einwandererkind zum Fotografen der Holocaustüberlebenden

Luigi Toscano: Der als „Kanakenkind“ beschimpfte Sohn sizilianischer Einwanderer kommt durch einen Kurs in der Volkshochschule zur Fotografie, weg von Gewalt und Vernachlässigung in der Kindheit, weg von der Straße und dem Drogensumpf.

Der Fotograf Luigi Toscano, von der UNESCO zum Artist for Peace ernannt, kämpft gegen das Vergessen, den wachsenden Hass, die grassierende Gefühllosigkeit. Toscanos eindringliche Porträts von mehr als 600 Opfern von Krieg und Grausamkeit sind weltweit zu sehen, in deutschen Bahnhöfen, in Babyn Jar, in Paris und New York. Sie sind Mahnung und Erinnerung: nie wieder.

Die Biografie des Fotografen der Holocaust-Überlebenden verbindet sich mit dem Leben von Anna Iwanowa, Herzstück seiner Ausstellungen. Die in Kiew lebende Anna wurde 1943 als Kleinkind von den Deutschen verschleppt, nach Auschwitz deportiert und kennt ihre Herkunft nicht. Toscano beginnt eine Reise durch Zeiten und Räume, um Anna Iwanowas Identität zu erforschen.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2026

„Ihr wollt das nicht sehen? Ich zeige es euch trotzdem.“

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Möchte man Luigi Toscanos Leben kurz und prägnant in seinen Worten zusammenfassen, dann so:

Aus dem Kanakenkind aus der Karnickelfamilie/Asi-Familie, Drogenzombie, Suchti wird der Artist for Peace für ...

Möchte man Luigi Toscanos Leben kurz und prägnant in seinen Worten zusammenfassen, dann so:

Aus dem Kanakenkind aus der Karnickelfamilie/Asi-Familie, Drogenzombie, Suchti wird der Artist for Peace für die UNESCO, Historiker, Dokumentarfilmer und Kämpfer gegen Rechts.

„Mein Deutsch, das ist auch nicht besonders, aber wer die Sprache des Herzens versteht, der oder die versteht mich, egal, aus welcher gesellschaftlichen Schicht.“

Der Autor hat sich aus schwierigen Familienverhältnissen und dem nachfolgenden Drogensumpf herausgekämpft in ein befriedigendes, aber rastloses Leben als Ehemann und Familienvater, Fotograf von Holocaust-Überlebenden auf der ganzen Welt und Kämpfer gegen Rechts.
Sein Buch hat mich mehrfach zu Tränen gerührt.

Zunächst ist da sein Leben bis ins junge Erwachsenenalter, gezeichnet durch Mißbrauch und Mißhandlung.

„Schlägt dich der Vater nicht, schlägt dich das Leben.“ „Gewalt war Alltag.“

In kurzen, prägnanten, nicht selten derben Sätzen rennt er in einem irren Tempo durch seine Lebensgeschichte.

Dann folgt ein Abschnitt über sein fotografisches Werk. Schon früh kommt ihm die Idee, Holocaust-Überlebende aufzuspüren und um Erlaubnis zu bitten, deren Portraits im öffentlichen Raum ausstellen zu dürfen, „gegen das Vergessen“. Die Resonanz ist unglaublich groß, so daß es zu mehreren weltweiten Ausstellungen und immer weiteren Portraits kommt.

Womit er nicht gerechnet hat und was mich beim Lesen auch sehr überrascht hat, war, daß so viele Überlebende ihm ihre bewegende Geschichte erzählen wollten. Das hat mich zum einen sehr stark berührt, aber auch nachts wachgehalten. Es ist eine Sache zu wissen, daß es diese Verbrechen gegeben hat, aber eine andere, über grausame Details zu lesen.

Ich war schon zwei Mal in Auschwitz, aber das hier ist nochmal eine andere Dimension, noch lebendiger, noch erschütternder, noch stärker nachwirkend. Ich kann es einfach nicht fassen, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind.

Eine Überlebende beeindruckt den Autor so sehr, daß er ihre bis dato unbekannte Geschichte akribisch recherchiert und in einem Dokumentationsfilm verarbeitet. Dieser wird im Beisein von ihr in Mannheim uraufgeführt.

„Mit der Kamera durch Dunkelheit, Licht und Hoffnung- Vom Einwandererkind zum Fotografen der Holocaustüberlebenden“ hat mich tief berührt. Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen. Einmal angefangen, kann man es nicht mehr weglegen.

Hut ab Luigi, ich bin stolz drauf, den selben Fotografie-Kurs wie Du belegt zu haben!

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