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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2019

Märchenhaftes Jahr für Jamie-eine Liebesgeschichte in sanften Tönen, dafür mit Charakter-Katze mit einer Mission

Eine Samtpfote zum Verlieben
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Jamie hat von ihrer Mutter Geld geerbt, so daß sie sich ein Jahr freinehmen kann, um herauszufinden, womit sie in Zukunft Geld verdienen möchte. Denn die Arbeit als Lehrerin hat sie nicht genügend ausgefüllt. ...

Jamie hat von ihrer Mutter Geld geerbt, so daß sie sich ein Jahr freinehmen kann, um herauszufinden, womit sie in Zukunft Geld verdienen möchte. Denn die Arbeit als Lehrerin hat sie nicht genügend ausgefüllt. Deshalb hat sie ein Haus im Märchenbuchviertel von L.A. gemietet und will nur noch Dinge tun, die ihr Spaß machen. Dabei probiert sie allerhand neues aus.
Ihr Kater MacGuyver war bisher eine Hauskatze, doch er findet im neuen Zuhause ein Schlupfloch nach draußen und damit bald seine Bestimmung. Er spürt, welche Menschen zusammengehören. Also versucht er sie zusammenzubringen. Nur verstehen die Menschen zu seinem Leidwesen seine Zeichen nicht immer. Er spürt zum Beispiel, daß Jamie sehr einsam ist. Ein paar Häuser weiter wohnt ein Mann mit einem Hund, der ebenso einsam riecht wie sein Frauchen. Was liegt da näher, als die beiden zusammenzubringen?
Die Geschichte von MacGuyver ist wirklich herzallerliebst. Der Kater ist so wunderbar beschrieben, daß jeder Katzenbesitzer Eigenschaften seiner Katze in ihm wiederfinden wird. Er ist zuweilen so lustig, daß ich mehrfach kräftig lachen musste. Er ist der unbestrittene Star der Geschichte! Sein Gegenpart ist ein Hund, dessen Beschreibung überzogen lustig ist. Jeder Katzenliebhaber wird sich köstlich darüber amüsieren! Hundeliebhaber müssen hier ein Auge zudrücken.
Die Liebesgeschichte um Jamie ist eher eine Geschichte der leisen Töne. Sie wird sehr zart und sanft erzählt. Letztendlich passt sie sehr gut zu Jamies Charakter. Wohingegen MacGuyver eher der Draufgänger ist, dem es nicht schnell genug gehen kann. Dieser Gegensatz ist Teil der Handlung. Dadurch daß die Liebesgeschichte eher langsam fortschreitet wirkt sie sehr realistisch. Mir als Leserin ging es zuweilen aber nicht schnell genug, ich bin da eher wie MacGuyver. Vor allem am Anfang gab es Szenen, die zwar zur Entwicklung von Jamie gepasst haben, mir aber zu langatmig waren.
Dennoch ist dieses schöne Buch eine Leseempfehlung wert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2019

Tiefgründige Liebesgeschichte ohne Klischees

Das Erbe von Pollard Creek
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Ellie kommt nach dem Tod ihrer Tante, bei der sie ihre Jugend verbracht hat, wieder nach Canada, um ihren Nachlass zu regeln. Dort begegnet sie ihrer großen Liebe Sean wieder, doch beider Leben sind in ...

Ellie kommt nach dem Tod ihrer Tante, bei der sie ihre Jugend verbracht hat, wieder nach Canada, um ihren Nachlass zu regeln. Dort begegnet sie ihrer großen Liebe Sean wieder, doch beider Leben sind in den letzten 10 Jahren weitergegangen...
Ich habe die Lektüre dieses Buches sehr genossen. Mir haben die Charaktere durch ihre Tiefgründigkeit und Menschlichkeit außerordentlich gut gefallen. Zweifel, Leidenschaft, Betrug und Treue, Angst vor Einsamkeit und die Aufarbeitung der Vergangenheit wurden sehr authentisch transportiert. Die zarte Annäherung von Ellie und Sean habe ich als wohltuend real empfunden. Nichts war einfach nur schwarz und weiß, sondern in Graustufen gezeichnet. Menschliche Fehler und deren Vergebung sind ein zentrales Thema des Buches.
Das Erbe von Pollard Creek ist eine wunderschöne und tiefgründige Liebesgeschichte, die ganz ohne Klischees auskommt. Es ist eine runde Geschichte mit einer ausgewogenen Mischung aus Traurigkeit, Sehnsucht, unerfüllter und erfüllter Liebe mit einem ganz kleinen Hauch von Eingeborenen-Mystik. Wunderbar! Absolute Leseempfehlung von mir!

Veröffentlicht am 29.10.2019

Aufklärung eines „cold case“ vor dem Hintergrund deutscher Geschichte

Unter der Mauer
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Als die Band „Pigs and Pearls“ ihren alten Probenraum in einem ehemaligen Weltkriegsbunker räumt, findet Bandmitglied und Psychologin Nike einzelne Tagebuchseiten hinter der Wandverkleidung. Sie nimmt ...

Als die Band „Pigs and Pearls“ ihren alten Probenraum in einem ehemaligen Weltkriegsbunker räumt, findet Bandmitglied und Psychologin Nike einzelne Tagebuchseiten hinter der Wandverkleidung. Sie nimmt sie an sich und fängt an, sie zu sortieren und zu lesen. Da sie eine Geschichte hinter den Seiten vermutet, versucht sie so viel wie möglich über die Verfasserin herauszufinden. Das passiert zunächst im gegenwärtigen Zeitstrang. Daneben existiert noch ein Zeitstrang in der Vergangenheit Mitte der 80-er Jahre.
Insgesamt wird in dem Buch viel Raum für Familiengeschichten eingeräumt, die mir oft zu langatmig waren. Zunächst habe ich Elemente vermisst, die das Buch zum Krimi machen. Für mein Dafürhalten beginnt der erst im letzten Drittel, weshalb ich dafür einen Punkt in der Wertung abziehe. Auch der Spannungsbogen beginnt entsprechend spät und steigt zunächst recht flach an.
Die Kriminalgeschichte an sich ist eher untypisch, aber sehr originell. In ihr geht der Erzählstrang aus der Vergangenheit vollständig und logisch auf. Zum Ende hin nimmt die Erzählung an Fahrt auf, der Schluss war für mich nicht vorhersehbar.
In dem Buch wird ein wichtiges Stück deutscher Geschichte verarbeitet. Das macht nachdenklich, traurig und fassungslos. Egal ob man die 80er Jahre bewußt miterlebt hat oder nach dem Mauerfall geboren wurde, das Buch leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Geschichte. Gerade jetzt im Jahr des 30. Geburtstags des Mauerfalls ist das Thema wieder sehr aktuell.
Das Cover ist passend gewählt, ein bißchen düster. Das Betongebäude darauf spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte, egal ob man es als Hochbunker oder Mauerturm interpretiert.
Der Schreibstil ist sehr angenehm flüssig. Es fanden sich so gut wie keine Schreibfehler.
Ich gebe eine klare Leseempfehlung, weil die Geschichte ungewöhnlich, gut erzählt und sehr aktuell ist.

Veröffentlicht am 21.10.2019

Wunderbar gefühlvoll mit Sogwirkung

Verdammt reich
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Das Buch wird aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt. Gleich in den ersten Kapiteln erhält man eine Zusammenfassung der Lebensläufe.
Die 23-jährige Brook hat es im Leben bisher nicht leicht gehabt. ...


Das Buch wird aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt. Gleich in den ersten Kapiteln erhält man eine Zusammenfassung der Lebensläufe.
Die 23-jährige Brook hat es im Leben bisher nicht leicht gehabt. Sie hat sich zeitlebens fremdbestimmt gefühlt. Endlich beginnt sie in Boston einen Job als Innenarchitektin. Das Anfangsgehalt reicht für sie und die Arztrechnungen ihrer erziehungsberechtigten Großmutter nicht aus, weshalb sie zu Nebenjobs verpflichtet ist.
Auf einem dieser Kellnerjobs trifft sie den schwerreichen 31-jährigen Caleb, der ihr fortan den Hof macht. Während Caleb von einer sexuellen Phantasie in die nächste gerät, ahnt Brook nichts von seinen Gefühlen.
Anfangs dachte ich: oh Mann, wie platt. Calebs einziger Lebensinhalt scheint Sex zu sein. Er kam mir sehr unreif vor. Der zu Beginn eher nüchterne Schreibstil vertiefte das Gefühl noch, so daß ich Schwierigkeiten hatte, eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen. Beispielsatz: „Wir drehten uns die Köpfe zu und sahen uns an. Worte wurden nicht gewechselt. Es wurde nur geschaut.“
Aber das änderte sich sehr bald. Der Schreibstil wurde emotionaler. „ Ich verfiel ihr einfach … weil mein Herz sie sofort erkannte.“ Die Dialoge wurden tiefsinniger. Je mehr ich über die Protagonisten erfuhr, desto besser gefiel mir das Buch. Und plötzlich war ich im Buch abgetaucht und habe es in einem Rutsch durchgelesen. Mir hat die Herangehensweise sehr gut gefallen, die Charaktereigenschaften nach und nach herauszuarbeiten. Irgendwann fand ich Caleb wunderbar: wie er seine Geschwister in wichtige Entscheidungen einbindet, wie er Freundschaften pflegt, sein Rechtsverständnis, die Wertschätzung, die er Brook und auch anderen entgegenbringt, seine ausgeprägte Sozialkompetenz, sein analytisches Denken und seine Ehrlichkeit. Und genau das hat mir auch an Brook so gut gefallen. Sie war von Anfang an ehrlich und hat ihren Standpunkt verteidigt. Sie hat nie ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit gemacht. Wie habe ich es genossen, daß Geheimnisse nicht totgeschwiegen, sondern ausgesprochen und Probleme aus der Welt geschafft wurden!
„Verdammt reich“ ist ein wunderbar gefühlvolles Buch mit einer runden Geschichte und sehr sympathischen Charakteren. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase saugt es den Leser ein. Es wartet mit einigen unvorhersehbaren Wendungen auf, hat spannende, aufreibende und erotische Momente. Auch wenn das Happy End klar ist, gibt es einige Überraschungen.

Veröffentlicht am 21.10.2019

Knisternde Liebesgeschichte im Bartender-Milieu von Ney York

King's Legacy - Alles für dich
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Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Hope und Jaxon geschrieben. Die beiden lernen sich kennen, nachdem Hope und Jaxons Schwester Chloe in einen Unfall verwickelt werden. Aufgrund Chloes Verletzung ...

Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Hope und Jaxon geschrieben. Die beiden lernen sich kennen, nachdem Hope und Jaxons Schwester Chloe in einen Unfall verwickelt werden. Aufgrund Chloes Verletzung kann sie ihren Barkeeperdienst in der Bar ihres Bruders nicht wahrnehmen. Kurzerhand nimmt Hope den Job an und wird damit ins Team des „King‘s Legacy“ aufgenommen.
Zwischen Hope und Jaxon knistert es bald gewaltig.
Obwohl das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben ist, habe ich eine ganze Weile gebraucht, um mit den Charakteren warm zu werden. Sie waren mir zwar alle (inklusive der Nebendarsteller) von Anfang an sympathisch, aber es dauerte lange, bis Emotionen aufkamen. Ich fand, Gefühle und Sehnsüchte wurden anfangs zu wenig transportiert. Der Schreibstil war mir zu eindimensional. Mir fehlte der Tiefgang. Teilweise konnte ich der Entwicklung der Personen nicht ganz folgen. Hope zum Beispiel machte den Wechsel von tief verletzt und scheu zu maximal erotisch erregt zu abrupt durch. Und um den Fortgang des ersten gemeinsamen Abends von Hope und Jaxon auf seiner Dachterrasse fühle ich mich schlichtweg betrogen. Das Kapitel endet einfach mittendrin. Auch hinterher wird weder in einem Rückblick noch in irgendwelchen Anspielungen erklärt, wie der Abend endete.
Ganz allmählich fand ich in das Buch rein und begann es zu genießen. Je mehr über die Charaktere bekannt wurde, desto besser gefiel es mir. Weder Hope noch Jaxon sind Personen großer Worte, sie schweigen zu lange über ihre Geheimnisse. Aber anhand der Gesten zeigte sich eine immer stärker wachsende Vertrautheit zwischen ihnen. Schön fand ich die Tage beschrieben, an denen sie durch NY gebummelt sind wie reale Paare. Schön war auch der freundschaftliche Zusammenhalt des Freundeskreises und das gemeinsame Wochenende in den Hamptons.
Durch das Auftauchen einer Person aus Hopes Vergangenheit kamen dann noch kriminelle Elemente und Dynamik dazu. Das Ende mündet in einem spannenden Show-down. Zum Glück gibt es keinen Cliffhanger zum nächsten Teil.
Die Nebendarsteller sind tolle Menschen, die jeweils ein eigenes Buch verdient haben. Sawyer zum Beispiel wird als absoluter Workoholic-Anwalt dargestellt, aber dennoch lädt er seine engsten Freunde seit Jahr und Tag in sein Strandhaus ein, nimmt seinen Hund mit in die Arbeit und ist Jaxon ein guter und besonnener Freund. Chloe, Jaxons quirlige jüngere Schwester, ist einfach herzerfrischend mit ihrer offenen und ehrlichen Art und ihrer vorlauten Klappe. Sie fand ich auch wohldosiert, so daß es mich nicht irgendwann genervt hat.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten fand ich gut in das Buch hinein und habe es genossen. Ich gebe einen Punkt Abzug für die ersten Kapitel und eine klare Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Gefühl/Erotik