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Veröffentlicht am 01.03.2026

„Doch ein Blick in sein Gesicht ließ mich für den Bruchteil einer Sekunde wieder Teenager sein.“

Fall into Dreams
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Das hatte Amber so nicht geplant, daß sie ihre minderjährige Tochter ausgerechnet im Nachtclub von Raymond Walker, ihrem Jugendschwarm, abholen muss. Doch hätte die Jugendliche sich nicht illegal eingeschlichen, ...

Das hatte Amber so nicht geplant, daß sie ihre minderjährige Tochter ausgerechnet im Nachtclub von Raymond Walker, ihrem Jugendschwarm, abholen muss. Doch hätte die Jugendliche sich nicht illegal eingeschlichen, hätten sie sich im trubeligen New York vermutlich nie wieder getroffen, denn Ray trägt einige Päckchen mit sich rum, und Amber will nur ihr ruhiges Leben mit ihrer Tochter genießen.
Zwischen Amber und Ray kann man beim Lesen die Funken sprühen sehen. Da ist so viel Anziehungskraft, der die beiden nicht entkommen können.
„Wieder hüpfte mein Herz, und wenn ich beschreiben sollte, wie sich Momente wahren Glücks anfühlten, dann wäre dieser einer davon.“
Aber natürlich wäre es zu einfach, wenn nicht ein paar Hürden auftauchen würden. Vor allem gegen Ende wird es richtig spannend und dramatisch.
Ambers Zerrissenheit zwischen Verantwortung bei der Erziehung und Vertrauen zu ihrer Tochter wird sehr anschaulich beschrieben. Ich mochte nicht in ihrer Haut stecken.
Die alte Freundschaft zwischen Amber und Rays jüngerer Schwester Florence hätte ich mir hingegen etwas ausführlicher gewünscht.
Und wer die King‘s Legacy-Reihe der Autorin kennt, der kann sich auf ein paar Bekannte freuen. Ich mag solche Querverweise sehr gern, zumal diese Reihe um die Speakeasy-Bar eine meiner Lieblings-Reihen von Amy Baxter ist.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Auf nach Greetsiel

Nordseewellen und Frühlingszauber
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Svea reist nach einem beruflichen Desaster zu ihrer Oma nach Greetsiel, um ihr dort in der Pension zu helfen. Unweigerlich tauchen auch Gespenster aus der Vergangenheit auf, und es zeigt sich, daß es immer ...

Svea reist nach einem beruflichen Desaster zu ihrer Oma nach Greetsiel, um ihr dort in der Pension zu helfen. Unweigerlich tauchen auch Gespenster aus der Vergangenheit auf, und es zeigt sich, daß es immer besser ist, alles aufzuarbeiten, denn irgendwann holt es einen unweigerlich ein. Da muss Svea das ein oder andere klären. Aber ihre grandios gezeichnete Großmutter ist ihr eine super Stütze.

Es sind die bezaubernd liebevollen Charaktere, gefühlvollen Gesten und der Hauch von Wehmut, von dem das Buch lebt. Die Autorin hat es verstanden, eine wundervolle Geschichte über Familie, Freundschaft und Vertrauen zu erschaffen und damit mein Herz zu berühren. Ich mag die Ausgewogenheit und Authentizität ihrer Figuren.

Ein vielversprechender Auftakt zur neuen Nordseeliebe-Reihe von Julia K. Rodeit. Alle Romane der Nordseeliebe-Reihe sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Der Fall des verschwundenen Bacons und weitere Kuriositäten

Alles auf Anfang
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Was für ein großartiger Cosy Crime! Da ich mit dem letzten (10.) Band eingestiegen bin, haben mir anfangs ein paar Informationen zu den Personen gefehlt, aber nicht so, daß ich der Geschichte nicht folgen ...

Was für ein großartiger Cosy Crime! Da ich mit dem letzten (10.) Band eingestiegen bin, haben mir anfangs ein paar Informationen zu den Personen gefehlt, aber nicht so, daß ich der Geschichte nicht folgen konnte.

Diesmal kannte ich alle schrägen Figuren schon und habe es regelrecht erwartet, daß irgendwas verrücktes passiert und wurde nicht enttäuscht. Ich fand den Teil sogar noch lustiger als den letzten.

Dieses Dreiergespann aus Fortune, Gertie und Ida Belle hat mich ganz stark an eine dreifache Miss Marple erinnert, nur viel viel witziger und um Längen gerissener. Herrlich! Und die spontanen Ausreden, die sie immer gegenüber Carter, der das Gesetz repräsentiert, finden! Soooo lustig, wie die Drei sich aus haarigen Situationen herausretten.

Ich habe mich so köstlich amüsiert wie schon lange nicht mehr bei einem Cosy Crime.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Sehr gut zu gebrauchen

50 Museen in Wien, die Sie gesehen haben müssen
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Ich interessierte mich für den Museumsführer, um einen Städtetrip nach Wien zu planen und weil ich Museen mag, aber auch, weil man immer Ziele für Regentage braucht.
Bisher hatte ich zur Urlaubsvorbereitung ...

Ich interessierte mich für den Museumsführer, um einen Städtetrip nach Wien zu planen und weil ich Museen mag, aber auch, weil man immer Ziele für Regentage braucht.
Bisher hatte ich zur Urlaubsvorbereitung im Internet gesucht, was aufwändiger ist, als alle Museen in einem Band zu finden.
Ich halte ein 200-Seiten Buch in A5- Format mit attraktivem Cover in den Händen.
Die Vorstellung der 50 Museen startet direkt ohne Vorgeplänkel, was ich sehr schätze. Sie beginnt mit A für Albertina und endet mit Z für ZOOM Kindermuseum.
Der Inhalt ist kompakt und übersichtlich auf den ersten beiden Seiten mit Seitenzahl aufgeführt. Zu jedem Museum gibt es einen kleinen Infokasten mit Adresse, Internetseite und Öffnungszeiten. Am Ende findet sich eine Übersichtskarte, um den ungefähren Standort der Museen auf einer schematischen Karte zu finden, sortiert nach Bezirken, sowie eine kurze Vita der Autorin.
Hilfreich finde ich, daß der Stand der Informationen angegeben wird (08/25).
Hier kommen ein paar Beispiele, sie mich gleich gefangengenommen haben und sofort auf meine Bucket List gewandert sind.

Bestattungsmuseum: passend zur Bezeichnung Wiens als Metropole des Morbiden. Es kann mit einem Besuch des Zentralfriedhof kombiniert werden. Hier wird z.B. erkärt, was es mit einem Rettungswecker auf sich hat. Und man bekommt Tips für originelle Mitbringsel aus dem Museumsshop, die mit einem Augenzwinkern ausgesucht wurden.

Esperantomuseum: Wer kennt diese Sprache noch? Mir ist sie ein Begriff, weil meine Tante sie mal erlernt hat, aber leider hat sich die künstlich konstruierte Sprache nie als Weltsprache durchgesetzt. Umso spannender finde ich, daß ihr ein ganzes, wenn auch kleines, Museum gewidmet ist.

Fälschermuseum: eins meiner Highlights und das weltweit einzige seiner Art, das ich mir unbedingt anschauen möchte!

Josephinum mit historischen medizinischen Exponaten. Hier kann auch die klassizistische Architektur des Gebäudes bestaunt werden.

Schneekugelmuseum: Sitz des traditionsreichen Familienbetriebs des Erfinders. Gibt es etwas bezaubernderes?

Es gibt in Wien nicht nur Museen für Mozart und Sisi, auch Kaffee-und Möbelliebhaber, Fans von Illusionen, Magie und Nostalgie kommen auf ihre Kosten. Der Museumsführer zeigt auch sehr kuriose und ausgefallene Museen, versteckte, überraschende, die sicher einzigartig sind. Häufig lässt sich auch der Besuch des Museums mit wunderschöner Architektur kombinieren. All das wird hier geboten.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Er trug seinen Namen (nicht)

Die Namen
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Wie würde mein Leben verlaufen, wenn ich Blume, Julia oder Josephine heißen würde? Würde es überhaupt einen Unterschied machen? Dieser Frage geht der Roman nach und spielt dabei drei verschiedene Lebensläufe ...

Wie würde mein Leben verlaufen, wenn ich Blume, Julia oder Josephine heißen würde? Würde es überhaupt einen Unterschied machen? Dieser Frage geht der Roman nach und spielt dabei drei verschiedene Lebensläufe durch, und zwar immer abschnittsweise für jeden Namen eine Zeitspanne von 1986 bis 2022. So lernen wir Bear, Julian und Gordon kennen.
Die Reihenfolge der Schicksale von Bear, Julian und Gordon ist dabei gut gewählt, auch wenn man sich ständig darauf konzentrieren muss, wessen Abschnitt man gerade liest und vor allem wann. Hier habe ich mir mit Notizen zu Eckdaten geholfen.
Mit der Lebensgeschichte des jeweiligen Jungen ist die seiner Mutter eng verwebt. Sie spielt in vielen Dingen eine zentrale Rolle. Hier wäre meiner Meinung nach eine Triggerwarnung dringend notwendig, denn anhand des Klappentextes kann man nicht auf häusliche Gewalt schließen.
Es gab mehrere Momente, in denen ich beinahe aufgegeben hätte weiterzulesen, weil mir das Schicksal zu grausam erschien. Aber genauso gab es dann wieder schöne Momente, die ich sonst nicht erlebt hätte.
Das Buch macht etwas mit dem Leser. Es wühlt auf, schockiert, macht sprachlos, nachdenklich, ungläubig, fassungslos. Es bietet unglaublich viel Diskussions-Potential. Ich kann mir das Buch deshalb gut in einem Buchclub vorstellen. Es hat mich noch sehr lange beschäftigt.
Man fragt sich unweigerlich, wie man selbst reagiert hätte, als Opfer, als Mitwisser. Welche Aktion hätte den Verlauf der Geschichte verändert und welche nicht? Hier finde ich das Spiel mit den Möglichkeiten äußerst gelungen.
Allen Abschnitten ist ein gut konstruierter Spannungsbogen gemein.
Der Schreibstil ist ausgeprägt atmosphärisch, aber auch brutal und nüchtern, fast sachlich, je nachdem wessen Phase gerade beschrieben wird und hat mich sofort gepackt. Er hat mich sehr intensiv eingesaugt. Viele Sätze musste ich mehrfach lesen, um die aussagekräftigen Bilder immer und immer wieder zu visualisieren.
„Sie geht mit klopfendem Herzen durchs Leben, durch die Welt, als könne die jeden Augenblick eine Granate nach ihr werfen. “
Der Text ist voller kluger Neologismen, Metaphern, Allegorien, Personifikationen und Herleitungen. Trotz des ernsten Hintergrunds und der todtraurigen Abschnitte ist es ein Erlebnis, dieses Debüt zu lesen.

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