Cover-Bild Von Norden rollt ein Donner
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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 287
  • Ersterscheinung: 05.12.2025
  • ISBN: 9783406837364
Markus Thielemann

Von Norden rollt ein Donner

Roman. Shortlist Deutscher Buchpreis 2024
"Ein Roman, der kaum aktueller sein könnte." Ronald Düker, Die ZEIT

Der Wolf ist zurück in der Lüneburger Heide. Und während Jannes wie schon sein Vater und sein Großvater täglich seine Schafe über die Heideflächen treibt, kochen die Emotionen im Dorf hoch. Kann Heimatschutz Gewalt rechtfertigen? Wo es vordergründig um Wolfspolitik geht, stößt er bald auf Hass, völkische Ideologie und auf ein tiefes Schweigen. «Von Norden rollt ein Donner» ist eine Spurensuche in der westdeutschen Provinz, die Geschichte eines brüchigen «urdeutschen» Idylls.

Täglich treiben der 19-jährige Jannes und seine Familie die Schafe über die Flächen der Lüneburger Heide. Doch es herrscht eine gärende Unruhe in der Gegend der Wolf ist zurück. Es mehren sich Schafsrisse und mit ihnen Konflikte im Dorf, die schnell politisch werden. Während völkische Siedler versuchen, das Thema für ihre Zwecke in Beschlag zu nehmen, die Situation sich zuspitzt und in Selbstjustiz der Bevölkerung zu eskalieren droht, flüchtet sich Jannes zu seinen Schafen in die Heide. Doch dort wird durch eine gespenstische Begegnung plötzlich die düstere Ortsgeschichte aufgefächert, die ihren langen Schatten in die Gegenwart wirft. Markus Thielemann schreibt mit seinem Anti-Heimatroman das Psychogramm einer Sehnsuchtslandschaft und zeigt auf ebenso subtile wie fesselnde Weise, wie sich ein Idyll in sein Gegenteil verkehren kann.

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Ein Antiheimatroman fern von Idylle

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In der Lüneburger Heide lebt und arbeitet der 19-jährige Schäfer Jannes Kohlmeyer mit seinen Ängsten um die Demenz seines Vaters, um eventuelle Wolfsrisse. In seiner wortkargen Einsamkeit wird er außerdem ...

In der Lüneburger Heide lebt und arbeitet der 19-jährige Schäfer Jannes Kohlmeyer mit seinen Ängsten um die Demenz seines Vaters, um eventuelle Wolfsrisse. In seiner wortkargen Einsamkeit wird er außerdem bedrängt durch die geisterhafte Frauenfigur Rose. Neben Informationen zum heutigen Schäferberuf und über die besonderen landschaftlichen Eigenheiten bleiben einige Themenbereiche nur angerissen. Die Bedrohung durch einen Wolf wird zum angedeuteten Politikum mit „Abschussfreunden“ wie Jannes Opa, die ideologisch den Wolf nicht in die deutsche Kulturlandschaft gehörend sehen. Antisemitisches drückt sich mit dem Heimatdichter Hermann Löns, dem Judasfeuer von Karl Röder und dem Brief von Edith Balas aus dem KZ-Außenlager Tannenberg in diese scheinbare Naturidylle, die auch vom Öko-Tourismus lebt.
Die Dialoge sind insgesamt wenig kreativ, betonen die dörfliche Tristesse versenkt im jugendlichen Alkoholismus. Die sinnvolle generationsübergreifende Hofübernahme wird schwer belastet durch Demenz und Finanzen. Inwieweit Traditionen und Heimatgefühle in diesem Berufsbereich überleben werden, bleibt offen, eine gewisse Ohnmacht und kreisendes Schweigen andeutend.
Ein Buch zum Nachdenken!

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