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12,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 17.09.2025
  • ISBN: 9783518475614
Max Frisch

Stiller

Roman | Buchvorlage zum gleichnamigen Kinofilm von Stefan Haupt. Mit Albrecht Schuch und Paula Beer in den Hauptrollen

»Ich bin nicht Stiller!« Das behauptet Mister White, als er bei seiner Einreise in die Schweiz festgenommen wird. Die Grenzpolizei hält ihn für den verschwundenen Bildhauer Anatol Ludwig Stiller, der in eine dubiose politische Affäre verstrickt sein soll. Und obwohl frühere Freunde und sein Bruder den Verdacht bestätigen, beharrt er in immer neuen abenteuerlichen Erzählungen darauf, ein anderer zu sein. Im Untersuchungsgefängnis versucht White in Tagebüchern zu beweisen, dass er nicht Stiller ist. Dabei schreckt er auch nicht davor zurück, sich des mehrfachen Mordes zu bezichtigen. Schließlich bittet der Staatsanwalt Stillers Frau Julika um Hilfe, doch nicht einmal sie kann ihn eindeutig identifizieren. Als sich überraschend herausstellt, dass selbst der Staatsanwalt eine Verbindung zu dem Verschwunden hat, wird die Frage immer drängender: Was ist passiert und wer ist Stiller wirklich?

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Lesejury-Facts

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Existentieller Kampf ums Dasein

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Der Roman ‘Stiller‘ wurde von Max Frisch vor mehr als siebzig Jahren geschrieben, erfreut sich noch heute großer Beliebtheit unter der Leserschaft. Nun hat der Schweizer Regisseur Stefan Haupt eine Verfilmung ...

Der Roman ‘Stiller‘ wurde von Max Frisch vor mehr als siebzig Jahren geschrieben, erfreut sich noch heute großer Beliebtheit unter der Leserschaft. Nun hat der Schweizer Regisseur Stefan Haupt eine Verfilmung inszeniert, an die man sich lange Zeit nicht herangewagt hat. In der Hauptrolle sehen wir den Schauspieler Albrecht Schuch, der den Amerikaner James White verkörpert. In der Schweiz wird jener bei einer Passkontrolle festgenommen und ins Gefängnis überführt, weil seine Papiere und damit seine Identität als gefälscht identifiziert werden. Außerdem wirft man ihm vor, einen Schweizer Bahnbeamten geohrfeigt zu haben. Ein Mitreisender hatte ihn als Anatol Stiller erkannt, dessen Bild vor Jahren durch die Presse ging und dem ein Mord als auch Verbundenheit zum Kommunismus vorgeworfen werden. Hartnäckig weigert sich der Protagonist, dieser Anatol Stiller zu sein. Man konfrontiert ihn mit Personen aus seiner Vergangenheit, mit seiner Frau, seiner einstigen Geliebten, einem Freund. Er leugnet hartnäckig all diese Menschen jemals gesehen zu haben und erzählt Geschichten aus Amerika, seiner Heimat, aus Mexiko, Spanien.
Die innere Zerrissenheit der Person Stiller mit der beherrschenden existentiellen Fragestellung nach der eigenen Identität manifestiert sich in der Suche nach dem eigenen Ich. Wie sehe ich mich? Wie sehen die anderen mich? Wie gefangen bin ich in meinen Vorstellungen zu meiner Person und in meinen Vorstellungen zu anderen Personen? Ein schier unlösbarer Konflikt endet in depressiven Gedankengängen, ausgelöst durch übersteigerte Ansprüche an sich selbst und schließlich in einem Befreiungsakt durch radikalen Bruch mit der Vergangenheit.
Aktuelle Fragen zur täglichen Selbstoptimierung werden aufgeworfen, aber auch welche männlichen Eigenschaften stellen sich als gesellschaftstauglich dar. Wie werden außereheliche Beziehungen wahrgenommen und welche Wertungen nimmt man vor? Welche Unterschiede überhaupt werden in der Bewertung menschlichen Verhaltens angesetzt?
Der Film brilliert durch seine Kameraführung, dem Spiel zwischen Licht und Schatten, der überaus geschickten Darstellung einer gespaltenen Persönlichkeit Stillers, die eingefangenen Posen und charakterlichen Darstellungen der Schauspieler aber auch durch seine Landschaftsaufnahmen, die auf mich einen sehr positiven Gesamteindruck vom Film hinterlassen haben.
Nach meinen positiven Eindrücken aus der Preview kann ich diesen Film sehr gern weiterempfehlen.

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