Cover-Bild Neu-Erscheinung
8,95
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 01.06.2010
  • ISBN: 9783596182930
Michael Gantenberg

Neu-Erscheinung

Roman
»Eine irre Geschichte – für die man gern einen Abend vor der Glotze opfert.« Buchjournal
Paul Elmar Litten lebt in einer sehr überschaubaren Kreisstadt: 50.000 Einwohner, die Hälfte katholisch, die andere das Gegenteil. Paul ist verheiratet, arbeitet als Lokalredakteur beim Westfälischen Heimatboten und will endlich mal zeigen, welches Talent wirklich in ihm schlummert. Er macht einen geheimen Deal mit dem Herausgeber und veröffentlicht als ‚Bella Gabor’ einen spektakulären Fortsetzungsroman auf Seite 1 des Heimatboten: »Die Messias«, die Geschichte von Jesu Zwillingsschwester Hannah, die nach zweitausend Jahren Unsterblichkeit endlich das wahre Leben leben will: Sie möchte Liebe finden, Sex haben und vielleicht auch ein paar Kilo abnehmen, möglicherweise sogar gleichzeitig. Das Ganze schlägt ein wie eine Bombe im idyllisch sortierten Westfalen, und auch Pauls Frau ist begeistert – nur ahnt sie nicht, wer ›Bella Gabor‹ wirklich ist …

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Veröffentlicht am 20.01.2026

✎ Michael Gantenberg - Neu-Erscheinung

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„Neu-Erscheinung“ von Michael Gantenberg war einer dieser SuB-Titel, die still Staub ansetzen und ohne äußeren Impuls wohl nie geöffnet worden wären. Weder Thema noch Humorversprechen trafen meinen Geschmack, ...

„Neu-Erscheinung“ von Michael Gantenberg war einer dieser SuB-Titel, die still Staub ansetzen und ohne äußeren Impuls wohl nie geöffnet worden wären. Weder Thema noch Humorversprechen trafen meinen Geschmack, entsprechend niedrig lag meine Erwartungshaltung.

Der Einstieg überraschte mich positiv. Trotz aller Skepsis fühlte ich mich zunächst gut unterhalten, einzelne Passagen funktionierten, manche Pointe saß sogar. Für einen Moment dachte ich, das könnte besser werden als erwartet. Dieses Gefühl hielt jedoch nicht an.

Nach dem Anfang verlor der Text zunehmend an Zug. Längere Abschnitte wirkten zäh, ohne Entwicklung, ohne echten Sog. Mehr als einmal spielte ich mit dem Gedanken, das Buch einfach liegen zu lassen. Dass ich dennoch bis zum Ende gelesen habe, lag weniger an innerem Antrieb als an der Hoffnung, dass sich die begonnenen Erzählansätze noch lohnen würden.

Genau diese Hoffnung wurde enttäuscht. Der Autor eröffnet Handlungsstränge, verfolgt sie aber nicht konsequent weiter. Fragen bleiben offen, Andeutungen verlaufen im Nichts. Statt eines runden Abschlusses entsteht das Gefühl, dass Erwartungen geweckt, aber nicht ernst genommen wurden.

Besonders schwach bleiben die Figuren. Nach dem Zuklappen bleibt keine von ihnen haften. Keine Kontur, keine Eigenheit, nichts, woran man sich erinnern möchte. Sie wirken austauschbar und beliebig, was der Geschichte zusätzlich Gewicht und emotionale Bindung nimmt.

Der Humor ist deutlich vorhanden, aber sehr spezifisch. Wer diesen Ton trifft, wird einzelne Szenen mögen. Für mich blieb es bei vereinzeltem Schmunzeln ohne nachhaltige Wirkung.

Am Ende bleibt es ein Buch, das man lesen kann, aber nicht lesen muss. Eine einmalige Erfahrung ohne Nachhall, ohne den Wunsch nach Wiederholung oder Empfehlung. Dafür fehlt es an Konsequenz, Tiefe und erzählerischer Verbindlichkeit.

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