Cover-Bild Das Laute im Leisen
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 27.09.2024
  • ISBN: 9783757700560
Michaela Beck

Das Laute im Leisen

Roman | Ein authentischer, berührender Roman über Freundschaft und die Grenzen, an die sie stößt

Weimar 1979. Als Renée zum Architekturstudium zugelassen wird, kann sie ihr Glück kaum fassen. Die Plätze sind heiß begehrt, die Zulassungsbedingungen hoch. Von Beginn an ist unter ihren Mitstudierenden ein Mädchen, das sie besonders fasziniert. Uta, die Tochter des erfolgreichen Rostocker Stadtarchitekten, ist das größte Zeichentalent des Jahrgangs und mit unbändiger Energie und überbordender Fantasie gesegnet. Renée, die aus einfachen Verhältnissen kommt, lässt sich nur zu gern von ihr zeigen, wie scheinbar unüberwindliche Grenzen zu sprengen sind. Doch etwas stimmt nicht in dieser Freundschaft. Über Uta scheint ein Schatten zu liegen, der immer größer wird ...

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2025

Wo sind die Grenzen einer Freundschaft? Aufwühlender, berührender Roman

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Renée hat ihr Abitur in der Tasche und wird 1979 in Weimar zum Architekturstudium zugelassen. Voller Vorfreude macht sie sich auf den Weg in die fremde Stadt auch wenn es im Wohnheim beengt ist und das ...

Renée hat ihr Abitur in der Tasche und wird 1979 in Weimar zum Architekturstudium zugelassen. Voller Vorfreude macht sie sich auf den Weg in die fremde Stadt auch wenn es im Wohnheim beengt ist und das Geld oft knapp, fühlt sie sich mit der Zeit immer wohler. Vor Beginn des ersten Semesters ist Renée oft in einer Studentenkneipe mit Livemusik unterwegs. Einmal bemerkt sie eine hübsche junge Frau, um die sich viele Studenten scharen und die sehr beliebt scheint. Es stellt sich heraus, dass sie die Tochter eines bekannten Rostocker Stadtarchitekten ist und Uta heißt. Renée und sie freunden sich an, da beide im Erstsemester Architektur studieren und die meisten Kurse gemeinsam belegen. Mit der Zeit benimmt sich Uta immer seltsamer und ein immer größer werdender Schatten legt sich über Uta und die Freundschaft der beiden.

Das Cover finde ich wunderschön und nach dem Lesen auch passend gestaltet. Der Einstieg ins Buch fällt leicht, man begleitet Renée in ihren ersten Tagen an der Universität und erfährt auch etwa über ihr Leben und ihre Vergangenheit. Michaela Beck gelingt es unglaublich gut, eine lebendige Atmosphäre zu schaffen, sodass man sich immer in jeden Charakter hinein fühlen kann und man einen guten Eindruck der Umgebung bekommt.
Renée ist einem sympathisch auch wenn sie oft etwas naiv und blauäugig durchs Leben läuft. Uta blieb für mich die meiste Zeit undurchsichtig, was sehr gut Renées Zwiespalt verdeutlicht, den sie in der Freundschaft zu Uta spürt. Als Leser wird einem beim Lesen immer klarer, was mit Uta los ist, was auch der heutigen Zeit geschuldet ist. Vor über vierzig Jahren waren psychische Probleme und damit verbundene Störungen und Krankheiten noch ein Tabuthema.
Das Buch macht deutlich, was sich in der Psychologie und der Akzeptanz in der Gesellschaft bis heute getan hat: auch wenn man offener mit psychischen Problemen umgeht, gibt es noch einige Baustellen um auch einerseits die Hemmschwelle verringern, sich Hilfe zu suchen, andererseits auch die Gesellschaft für solche Themen zu sensibilisieren.
Auch viele andere wichtige und aktuelle Themen werden im Buch aufgegriffen: das Leben in Weimar zur damaligen Zeit, Selbstakzeptanz, die Grenzen einer Freundschaft aber auch Abtreibung und Misogynie.
Ein kleiner Kritikpunkt sind für mich die Längen, die das Buch hat, was den Lesefluss an einigen Stellen etwas gestört hat.

Nichtsdestotrotz hat Michaela Beck einen tollen Roman geschrieben, der immer noch aktuelle und wichtige Themen aufgreift und eine ungleiche Freundschaft beleuchtet. Von mir gibt es eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 23.08.2025

dramatischer und einfühlsamer Roman über das Erwachsenwerden, über Freundschaft und Selbstentfaltung, der die 1980er-Jahre als StudentIn in der DDR lebendig werden lässt.

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Renée hat einen der begehrten Architektur-Studienplätze erhalten und freut sich, dass sie weit von zu Hause weg in Weimar studieren kann. Dort ist sie zunächst ernüchtert, als sie sich mit drei biederen ...

Renée hat einen der begehrten Architektur-Studienplätze erhalten und freut sich, dass sie weit von zu Hause weg in Weimar studieren kann. Dort ist sie zunächst ernüchtert, als sie sich mit drei biederen Sächsinnen ein Zimmer teilen muss, lernt jedoch ihre Kommilitonin Uta kennen, die mutig und unkonventionell ist, gerne im Mittelpunkt steht und nichts auf die Meinung anderer gibt.
Renée ist fasziniert von Uta und lässt sich komplett von ihr vereinnahmen. Der Wunsch nach einer Freundschaft zu ihr lässt sie komplett blind dafür werden, dass Uta selektiv ist und es ihr auch Renée gegenüber an Ehrlichkeit und Loyalität mangelt. Obwohl Renée mehrfach von Uta verletzt wird, macht sie sich Sorgen um ihre Freundin, die etwas vor ihr zu verbergen scheint, das ursächlich für ihr unberechenbares Verhalten sein könnte.

Der Roman wird aus der Perspektive von Renée geschildert und handelt einerseits von der Freundschaft der beiden ungleichen jungen Frauen und gibt andererseits lebendige Einblicke in das Studentenleben in der DDR zu Beginn der 1980er-Jahre.

Renée erscheint im Umgang mit Uta naiv und lässt sich zu viel gefallen. Sie ordnet sich Uta unter und verhält sich vorsichtig aus Angst sie zu verärgern. Streits enden in Schweigen, Aussprachen finden nicht statt. Eine Wut über das Betragen Utas weicht zunehmend Sorge, denn Uta verhält sich nicht nur übermütig, sondern gefährlich.

Neben der spannungsgeladenen Freundschaft ist der Alltag als Student und Studentin lebendig dargestellt. Man begleitet Renée über mehrere Semester, die nicht nur das praxisorientierte Studium, sondern auch Exkursionen sowie die Verpflichtungen als DDR-BürgerIn wie eine Schulung zur Zivilverteidigung umfassen. Der Zeitgeist der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre ist spürbar, auch wenn die Merkmale der autoritären Herrschaft der SED-Diktatur und die damit verbundenen Einschränkungen nicht in ihrer vollen Tragweite in Erscheinung treten.

Deutlicher wird, was Uta fehlt und wie belastend ihr Schicksal für sie und ihre Umgebung ist. Dabei erscheint fraglich, wie viel eine Freundschaft aushalten kann und ob ihr Ende nicht unausweichlich ist.
"Das Laute im Leisen" ist ein dramatischer und einfühlsamer Roman über das Erwachsenwerden, über Freundschaft und Selbstentfaltung, der die 1980er-Jahre als StudentIn in der DDR lebendig werden lässt.

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