Cover-Bild Ich, Ellyn
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Eisele Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 224
  • Ersterscheinung: 01.06.2023
  • ISBN: 9783961611584
Nell Leyshon

Ich, Ellyn

Roman | Die wunderschön erzählte Geschichte einer unbeugsamen Frau - von der Autorin des Bestsellers „Die Farbe von Milch“ - »Mitreißend!« Deutschlandfunk
Wibke Kuhn (Übersetzer)

»Mitreißend!« Deutschlandfunk

England, 1573: Ellyn wächst in armen Verhältnissen auf. Außer der harten Feldarbeit kennt sie nichts. Bis sie eines Tages ihre Gabe entdeckt und merkt, dass es außerhalb ihrer Welt noch eine andere gibt, eine Welt, die sie um jeden Preis kennenlernen will – und die sie am Ende vor die Frage stellt, wer sie sein will und wer sie wirklich ist.

»Ein starkes Buch über eine starke Frau mit einem starken Klang, der lange nachhallt.« Münchner Merkur

»Nell Leyshon schafft es, wie in all ihren Romanen, einen ganz eigenen Erzählton zu finden.« Brigitte

Von der Autorin des Indie-Bestsellers „Die Farbe von Milch“

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2023

Ein Fühlen verändert ein Leben

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Ellyn lebt auf einer ärmlichen Farm irgendwo im England des Jahres 1573. Sie muss hart arbeiten, wird von ihrem älteren Bruder Tomas schikaniert und geschlagen. Die Mutter hat sich in ihr Schicksal ergeben, ...

Ellyn lebt auf einer ärmlichen Farm irgendwo im England des Jahres 1573. Sie muss hart arbeiten, wird von ihrem älteren Bruder Tomas schikaniert und geschlagen. Die Mutter hat sich in ihr Schicksal ergeben, ist hart geworden und verlangt das auch von ihrer etwa 10-jährigen Tochter. Ellyn jedoch zeigt große Liebe für ihre gerade geborene kleine Schwester Agnes. Der bettlägerige Vater ist kaum mehr als ein Babysitter für Agnes und hadert mit seinem Schicksal. Ellyns Lebensweg scheint unverrückbar vorgezeichnet, bis sie eines Tages - zum ersten Mal in ihrem Leben - in den nächsten Ort zum Markt geschickt wird, um mit ihrem Bruder ein Schaf zu verkaufen. Dort hört sie Gesang aus der Kirche und ist völlig gefangen von diesen neuen Tönen. Schlafwandlerisch kann sie das Gehörte wiedergeben, mit einer Stimme, die sofort Aufmerksamkeit erregt. Aber: Sie ist ein Mädchen und Singschulen sind nur für Jungen ...

Der Roman von Nell Leyshon überrascht, ja erscheckt geradezu durch den Sprachstil, beginnt man ihn zu lesen: Ohne Punkt und Komma, nur Kleinschreibung, verkürzte Sätze, Vulgärsprache etc. Alles wird aus der kindlichen Sicht von Ellyn beschrieben und diese kennt nur, was sie täglich sieht:

"er [Gott] hat auch diese ganze scheiße geschaffen in diesen sieben tagen stell dir vor du kannst machen was du willst und dann entscheidest du dich scheiße zu machen" (S. 28) Ellyn kann nicht machen was sie will. Sie kennt nichts außer dem heruntergekommenen Hof und ihrer Arbeit, aber sie hat dieses "fühlen" in sich - und sie hat eine kleine Schwester. Das gibt ihr genug Antrieb, um ihr Schicksal gegen alle Widerstände selbst in die Hand zu nehmen. Unmerklich, schleichend ändert sich mit Ellyns Leben auch ihre Sprache. Das finde ich großartig gemacht und der Übersetzerin Wibke Kuhn gebührt größte Anerkennung. Der Roman hat mich - trotz oder gerade wegen des Schreibstils - von Beginn an gefesselt. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Ellyn weitergeht. Überrascht war ich von den vielen historischen Details, die die Autorin eingebaut hat. Wenn Ihr den Roman gelesen habt, recherchiert ein bisschen, da gibt es Großartiges im Internet zu entdecken. Ein ungewöhnlicher Roman in jeder Beziehung, den ich sehr empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Frausein ist nicht leicht

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„Die Farbe von Milch“ war aufgrund seiner bewegenden Geschichte und Andersartigkeit eines meiner Highlights 2024. Danach wollte ich unbedingt mehr von der Autorin lesen. Nun habe ich das mit 𝐈𝐜𝐡, 𝐄𝐥𝐥𝐲𝐧 ...

„Die Farbe von Milch“ war aufgrund seiner bewegenden Geschichte und Andersartigkeit eines meiner Highlights 2024. Danach wollte ich unbedingt mehr von der Autorin lesen. Nun habe ich das mit 𝐈𝐜𝐡, 𝐄𝐥𝐥𝐲𝐧 in die Tat umgesetzt. Aber konnte der Roman auch mithalten?

1573: Die junge Ellyn wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Harte Arbeit und eine wenig liebevolle Familie sind ihr Alltag. Nur gegenüber ihrer neugeborenen Schwester Agnes empfindet Ellyn eine innige Liebe.
Als man eines Tages auf ihr gesangliches Talent aufmerksam wird, winkt ihr ein besseres Leben. Aber nur Jungs werden in den Chor aufgenommen. Ellyn beschließt ihr Glück in die eigen Hand zu nehmen und gibt sich fortan als Junge aus. Für eine bessere Zukunft, für sich und ihre Schwester. Doch wie lange wird das Versteckspiel gut gehen?

Schon „Die Farbe von Milch“ fiel durch seine sehr einfache Ausdrucksweise ohne jegliche Satzzeichen auf. Auch hier ist das wieder so, nur noch ein bisschen gewöhnungsbedürftiger.

Ellyn ist ungebildet und drückt sich auch so aus. Ich kann es am ehesten damit beschreiben, wie geistig behinderte Menschen oft sprechen. Ich habe mir vorher nie Gedanken gemacht, dass die arme Bevölkerung eine primitivere Art zu sprechen pflegte. Jedenfalls nicht in diesem Maße.
Es ist am Anfang wirklich nicht einfach zu lesen, aber später geht es besser, da Ellyn mit zunehmender Bildung auch verständlicher spricht.

Der Roman beschreibt auch sehr bildlich unhygienische Zustände, das hatte ich ja neulich schon bei „Der Tanz der Frauen“. Man mag sich das gar nicht vorstellen, in welchem Dreck die Menschen gelebt haben. Passend vulgär ist auch oft die Ausdrucksweise.

Ein zentrales Thema ist die Benachteiligung von Frauen, wie es auch Ellyn bewusst wird. Ihr Kampf, für sich und ihre Schwester mehr zu erreichen fand ich sehr berührend. Leider endet die Geschichte ohne das wir erfahren, ob dies Ellyn letztlich geschafft hat. Das fand ich sehr schade.

Für mich nicht ganz so rund wie „Die Farbe von Milch“, aber dennoch lesenswert, wenn man bereit ist sich darauf einzulassen.

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