Eine interessante, aber nur halb gelunge Mischung
The Deep - Spuk auf der TitanicAls kleiner Titanic-Fan konnte ich mir diesen Roman nicht entgehen lassen, obwohl es zu ihm doch sehr geteilte Meinungen gibt. Und es stimmt, ganz genau nimmt es Alma Katsu mit der Wahrheit nicht. Aber ...
Als kleiner Titanic-Fan konnte ich mir diesen Roman nicht entgehen lassen, obwohl es zu ihm doch sehr geteilte Meinungen gibt. Und es stimmt, ganz genau nimmt es Alma Katsu mit der Wahrheit nicht. Aber das sollte man ja auch erwarten bei dem Titel 𝐓𝐡𝐞 𝐃𝐞𝐞𝐩 - 𝐒𝐩𝐮𝐤 𝐚𝐮𝐟 𝐝𝐞𝐫 𝐓𝐢𝐭𝐚𝐧𝐢𝐜.
Von Geistern auf der Titanic weiß ich nichts, aber vielleicht hat die Autorin bei der Recherche ja so etwas entdeckt?
Der Roman wechselt zwischen den Jahren 1912 und 1916. Hauptprotagonistin ist die junge Annie Hebbley, die den Untergang der Titanic überlebte. Damals Sterwardess, dient sie heute als Krankenschwester auf der zum Lazarettschiff umgebauten Britannic. Dazwischen war sie Patientin in einer Heilanstalt. Aber warum?
Fakt ist, Annie war nicht die einzige auf der Titanic, die Reif für den Irrenarzt war.
Ehrlich, ich habe mich manchmal gefragt, was die Autorin geraucht hat, um auf so eine Idee zu kommen.
Natürlich ist es ein zu großen Teilen fiktiver Roman. Trotzdem fand ich es befremdlich, realen Personen einen nicht gerade schmeichelhaften Stempel zu verpassen. Da ist Madeleine Astor krankhaft abergläubisch, zwei berühmte Boxer werden zu gemeinen Betrügern und Violet Jessop zu deren Komplizin. Leider gibt es kein Nachwort oder Quellennachweise, denn ich hätte echt gern gewusst, wo Katsu Beweise oder Inspiration dafür herhatte. Bei anderen Promis an Bord wurde aber auf bekannte Skandale zurückgegriffen, die sich gut in die Geschichte eingefügt haben.
Die Titanic, und das fand ich toll, ist vor allem schillernde Kulisse. Ich liebe die oberflächliche Eleganz und Ästhetik dieser Zeit und die Beschreibung der Titanic, sowie der Alltag der Oberschicht haben mein Herz höher schlagen lassen.
Geistergeschichten mag ich auch, also wäre das eigentlich eine tolle Kombination gewesen. Ich fand es aber irgendwie fehl am Platz.
Der Spuk hat mit der Titanic selbst nichts zu tun. Vielmehr ist es ein von Rachsucht getriebener Geist, der jemanden auf das Schiff folgt, dort sein Unwesen treibt und von anderen Besitz ergreift. Vermischt mit einem Schuss Okkultismus, der damals recht beliebt war und voila! Da haben wir die Geistergeschichte verbunden. Und eine irischen Legende gibt es noch dazu.
Ich finde die Vereinigung dieser beiden Themen nicht sonderlich gelungen und doch habe ich den Roman gern gelesen. Deswegen gibt es von mir knappe 4 Sterne.