Raus aus dem Trott des Lebens
Statt aus dem Fenster zu schauenZwischen Fantasy und Spukhaus muss es auch mal was bodenständiges sein. Ich weiß nicht genau was mich dazu bewogen hat auf das Buch zu klicken. Vielleicht das hübsche pastellige Cover, von denen es gerade ...
Zwischen Fantasy und Spukhaus muss es auch mal was bodenständiges sein. Ich weiß nicht genau was mich dazu bewogen hat auf das Buch zu klicken. Vielleicht das hübsche pastellige Cover, von denen es gerade so viele gibt. Oder der Titel, denn ich guck gern aus dem Fenster, wenn mir alles zu viel wird. Sophie wird auch gerade alles zu viel, doch sie geht noch einen Schritt weiter.
Immer den Anforderungen anderer genügen. Immer das machen, was richtig ist. Aber was will Sophie eigentlich wirklich? Vorerst aus dem Hamsterrad ausbrechen. Mit einem Klick kauft sie für 3.000 € ein heruntergekommenes Haus in Ostdeutschland, packt ihre wenigen Sachen und macht sich direkt auf den Weg zum neuen Eigenheim. Dabei stürzen sowohl positive als auch negative Überraschungen auf sie ein. Sophie beschließt erst einmal einen Schritt nach dem anderen zu tun und sich die Frage zu stellen, was im Leben wirklich zählt.
Ach, ein wundervolles Buch.
Kein klassisches Happy End, keine großen Katastrophen, keine obligatorische Romanze. Eine ungekünstelte Geschichte mit dem Motto „Nicht so viel denken. Machen!“.
Sophie ist eine sehr gelassene und spontane Protagonistin, deren innere Monologe so voller Humor und so angenehm zu lesen sind. Wahrscheinlich müsste man es öfters mal genauso machen wie sie, aber ich habe gerade am Anfang mehr als einmal die Hände über den Kopf zusammengeschlagen bei all den unbedachten Entscheidungen und deren Konsequenzen.
Aber je länger man liest, desto mehr wünscht man sich, dass Sophie nicht aufgibt und weiter den Traum vom idyllischen und einfachen Leben in der Pampa frönt, für das man selbst nicht mutig genug ist. Man nimmt sich vor, in Zukunft wieder mehr auf die kleinen Wunder des Alltags zu achten, das Handy wegzulegen und in den Himmel zu schauen.
Das Ende ist für manch einen vielleicht etwas enttäuschend, aber ein guter Spagat zwischen Herz und Hirn. Ein realistisches Ende, das man nicht von vielen Romanen kennt.
Es ist ein Buch das einen von Sommer und Freiheit träumen lässt. Eines der besten Bücher in diesem noch jungen Jahr. Vielleicht sogar des ganzen Jahres?