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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2026

Realistischer Politik-Thriller

Die Stockholm-Protokolle
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Im Mittelpunkt stehen die politische Machenschaften in einem europäischen Staat, in diesem Fall Schweden, und des EU-Parlaments, ansässig in Brüssel. Die Protagonisten, sie Journalistin und er schließlich ...

Im Mittelpunkt stehen die politische Machenschaften in einem europäischen Staat, in diesem Fall Schweden, und des EU-Parlaments, ansässig in Brüssel. Die Protagonisten, sie Journalistin und er schließlich Pressesprecher des charismatischen und äußerst beliebten Ministerpräsidenten, begeben sich in die Tiefen der Politik. Sie steckt durch ihre investigativen Recherchen schon tief in der Thematik, während er eher naiv in seinen neuen Job hinein stolpert. Unabhängig voneinander kommen sie Unregelmäßigkeiten auf die Spur und wollen Licht ins Dunkel bringen.

Die Hintergründe des Autorenduos haben eine profunde Kenntnis der Materie zugelassen und sie das gut recherchierte Thema realistisch darstellen lassen. Der Themenmix aus Politik, Journalismus und, insbesondere zum Ende hin, Spannung hat mir gut gefallen. Die Erzählung aus zwei verschiedenen Perspektiven ist interessant gewählt und sorgt für immer neue Aspekte in den unterschiedlichen Richtungen der Machenschaften. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, gerne empfehle ich die Lektüre denjenigen, die gute Politik-Thriller zu schätzen wissen.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Eine Familie auf Abwegen

1736 - Chronik einer Kopfgeldjagd
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Erzählt wird die Geschichte der Eheleute Roß, die sich als Meisterdiebe ihr Auskommen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Süddeutschland sichern. Sie haben ihr Unwesen im Schwäbischen und Fränkischen ...

Erzählt wird die Geschichte der Eheleute Roß, die sich als Meisterdiebe ihr Auskommen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Süddeutschland sichern. Sie haben ihr Unwesen im Schwäbischen und Fränkischen getrieben, denn die Erzählung basiert auf einer wahren Begebenheit. Nachdem sie gefasst und zusammen mit ihren Kindern eingekerkert werden, kann der zum Tode verurteilte Andreas Roß fliehen. Die anderen Familienmitglieder bleiben inhaftiert, später entlassen und verbannt. Geheimrat Pistorius jagt ihn, um das Todesurteil vollstrecken zu können. Zudem verfolgt er die Frau und ihre Kinder, um ihn zu finden.

Der Autor schafft es, eine trockene Justizgeschichte mit Spannung zu versehen. Er hat die Stimmung der damaligen Zeit hervorragend eingefangen und die Beschreibungen lassen die Gegend, die Lebensumstände und auch die unterschiedlichen Stände vor dem inneren Auge entstehen. Wer sich für historische Kriminalfälle und true crime interessiert, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Zurück zu den Wurzeln

Mein Name ist Emilia del Valle
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Geboren in San Francisco als Tochter eine Nonne und eines chilenischen Adeligen, wächst sie mit einem liebevollen Stiefvater in einem Armenviertel auf. Er bringt ihr Lesen und Schreiben bei. Nach einem ...

Geboren in San Francisco als Tochter eine Nonne und eines chilenischen Adeligen, wächst sie mit einem liebevollen Stiefvater in einem Armenviertel auf. Er bringt ihr Lesen und Schreiben bei. Nach einem Erfolg mit Groschenromane unter männlichem Pseudonym, wird ihr Wunsch, als Journalistin zu arbeiten, immer größer. Sie erreicht ihr Ziel, als Reporterin bei einer einer großen Zeitung zu arbeiten, allerdings auch wieder nur unter einem männlichen Namen. Ihr Ziel ist es, ihren eigenen Namen unter den Artikeln zu sehen. Der bevorstehende Bürgerkrieg in Chile bringt sie und ihren Kollegen Eric in das Land ihres Vaters. Vor Ort gerät sie in unterschiedliche Konflikte, privater wie politscher Art.

Emilia ist eine starke Protagonistin, die mit Eigensinn und Willen erreicht, was sie sich vornimmt. Die Figur ist toll entwickelt, ebenso die Nebenfiguren in ihrem Umfeld. Die Autorin überzeugt wieder mit ihrem Schreibstil, der Beschreibungen mit Tiefgang und authentischen Umgebungen schafft. Dadurch wird der Roman vielschichtig und realistisch. Der feministische Aspekt wird auf verschiedenen Ebenen aufgegriffen und konnte mich überzeugen. Das Abdrucken einige ihrer Artikel fand ist eine gute Idee, denn so gab es noch mehr Verschiedenheit in dem abwechslungsreichen Roman. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Starkes Debüt

Der letzte Leuchtturm
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Auf der nördlichsten, noch bewohnten Insel Großbritanniens lebt der Leuchtturmwärter nach dem Tod seiner Frau alleine mit seinem Sohn Ouse. Hin und wieder, immer wenn das Geld knapp wird, vermietet er ...

Auf der nördlichsten, noch bewohnten Insel Großbritanniens lebt der Leuchtturmwärter nach dem Tod seiner Frau alleine mit seinem Sohn Ouse. Hin und wieder, immer wenn das Geld knapp wird, vermietet er eines der kleinen Häuschen. So kommt der Schriftsteller Firth während einer Lebenskrise auf das Eiland. Bald steht Ouse zwischen seiner Routine und etwas Neuem, Unbekanntem, denn Firth zeigt ihm, dass das Leben auch anders sein kann. Wird er sich darauf einlassen, dieses Andere zu erkunden?

Der Autor sorgt mit seiner fast poetischen Sprache für eine ganz besondere Atmosphäre, in die man schnell eintaucht. Er erzählt sehr langsam, weshalb ich ein wenig Zeit gebraucht habe, mich in die Geschichte einzufinden. Lässt man sich darauf ein, ist es ein besonderes Erlebnis, die Zeit mit den Protagonisten zu verbringen. Der Erzählstil schafft Beschreibungen von der Natur und dem Leben, so dass ich mich auf die Insel versetzt gefühlt und die Stürme miterlebt habe. Ich konnte nur sehr langsam lesen, was der Sprache geschuldet war. Sie hat mir einerseits gut gefallen und andererseits hohe Ansprüche an die Konzentration gestellt. Wer sich auf all das einlassen kann, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Ein Fall, der nachdenklich stimmt

Tatort Trelleborg - Gunni Hilding ermittelt
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Ein Kind wird vermisst und wenig später tot im Wald aufgefunden. In Verdacht geraten die Jungs von nebenan. Zu den Ermittlern der Mordkommission wird die junge Polizistin Gunni rekrutiert. Sie scheint ...

Ein Kind wird vermisst und wenig später tot im Wald aufgefunden. In Verdacht geraten die Jungs von nebenan. Zu den Ermittlern der Mordkommission wird die junge Polizistin Gunni rekrutiert. Sie scheint überfordert, denn ihre eigene Geschichte ist auch von einer schwierigen Kindheit geprägt. Schnell sind die mutmaßlichen Täter bekannt. Gunni ist schockiert von der Endgültigkeit der Entscheidung, denn sie ist nicht überzeugt, dass der Fall schon gelöst ist. Als fünf Jahre später wieder ein Kind in der Umgebung unter ähnlichen Bedingungen zu Tode kommt, ist die Mordkommission wieder im Einsatz, zuerst ohne Gunni, die nach der Enttäuschung zurück gekehrt ist in ihren vorherigen Job.

Es passiert sehr viel in diesem ersten Band einer wahrscheinlichen Reihe, was der Cliffhanger vermuten lässt. Mir gefällt der Schreibstil sehr gut. Der Autor baut einen Fall auf, der Verdächtigungen in viele Richtungen ermöglicht. Gunnis Vergangenheit nimmt zuletzt doch recht viel Platz ein, mir etwas zu viel, auch wenn dies in Zukunft vielleicht noch wichtig werden könnte. Mir gefallen die Beschreibungen der unterschiedlichen Charaktere und besonders der Umgebung. Es wird eine tolle Atmosphäre geschaffen. Gerne empfehle ich diesen Krimi, denn der Fall ist wirklich interessant.

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