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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2026

Langweilig und wenig fesselnd

Die Seifenmanufaktur – Die Rezeptur der Träume
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Wer aufgrund des Titels eine detaillierte Darstellung einer Seifenmanufaktur erwartet, wird überrascht sein, wie gering der tatsächliche Anteil dieses Themas ist. Die Seifenproduktion erscheint nur am ...

Wer aufgrund des Titels eine detaillierte Darstellung einer Seifenmanufaktur erwartet, wird überrascht sein, wie gering der tatsächliche Anteil dieses Themas ist. Die Seifenproduktion erscheint nur am Rand und macht maximal ca 3 % der Gesamtspielzeit aus. Sie wirkt wie ein atmosphärisches Detail, das nicht weiter ausgearbeitet wird.

Die restliche Handlung folgt für mich den klassischen Mustern eines Romanhefts der achtziger Jahre: überschaubare Figurenanzahl, klar strukturierte Kapitel und ein kaum vorhandener Spannungsbogen. Die Coming‑of‑Age‑Elemente sind zwar nachvollziehbar, aber dominieren die Geschichte. Die Protagonistin Hanna erlebt typische Herausforderungen, die jedoch ohne besondere dramaturgische Akzente dargestellt werden.

Das Hörbuch bleibt dadurch in einem Bereich, der weder besonders anspruchsvoll noch besonders unterhaltsam ist. Es erfüllt die Erwartungen an sehr leichte Unterhaltung, mehr aber auch nicht.

Für mich persönlich hat diese Geschichte kaum etwas mit einem historischen Roman zu tun. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Leserinnen und Leser beziehungsweise Hörerinnen und Hörer geben wird, die genau diese Art von Erzählung mögen, aber mich hat sie leider überhaupt nicht erreicht. Die Handlung blieb für meinen Geschmack zu blass, und ich habe überhaupt keinen Zugang dazu gefunden. Deshalb werde ich die beiden folgenden Bände nicht weiter anhören.

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Veröffentlicht am 03.08.2026

Ein grandioses Debüt, was Welten öffnet

Queen of Faces – Die Königin der tausend Gesichter
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„Queen of Faces“ ist ein fulminantes Debüt, das mit einer seltenen Mischung aus emotionaler Wucht und fantasievoller Weltgestaltung überrascht. Schon auf den ersten Seiten spürt man, dass hier ...

„Queen of Faces“ ist ein fulminantes Debüt, das mit einer seltenen Mischung aus emotionaler Wucht und fantasievoller Weltgestaltung überrascht. Schon auf den ersten Seiten spürt man, dass hier jemand schreibt, der Figuren nicht nur erfindet, sondern ihnen quasi Leben einhaucht.
Im Mittelpunkt steht Ana, deren Kindheit kaum härter hätte sein können. Schwer erkrankt, von ihrem eigenen Körper im Stich gelassen, wächst sie in einer Umgebung auf, die wenig Raum für Hoffnung lässt. Durch die Unterstützung ihrer Mutter konnte Ana zumindest den günstigsten verfügbaren vorübergehenden Ersatzkörper erhalten – einen sogenannten Edgar.
Es ist sehr spannend Ana auf ihrem Weg zu begleiten — zu sehen, wie sie sich entwickelt, wie sie wächst, und wie kraftvoll und ideenreich sie sich in dieser feindlichen Welt behauptet. Ihr größter Wunsch ist die Aufnahme an der Paragon Universität.
Die Paragon Universität ist ein Ort, der sofort eine besondere Stimmung erzeugt. Ein Platz, an dem Wissen, Macht und Magie ineinanderfließen. Dort entfaltet sich ein Magiesystem, das nicht nur Regeln kennt, sondern eine eigene Art zu denken.
Ein ungewöhnliches und für mich anfangs auch irritierendes Detail sind einige ungewöhnlichen Namen: Alltag – eine Söldnergruppe, Kodex – eine Art der Magie, Korin Namenlos – eine Figur, die allein durch ihren Namen eine Aura von Rätselhaftigkeit erhält, um nur ein Paar wenige zu nennen. Ob diese Begriffe der Übersetzung geschuldet sind oder bewusst so gewählt wurden, bleibt offen.

Queen of Faces ist ein Debüt, das mit viel Herz, Leidenschaft, Ideenreichtum und erzählerischer Kraft überzeugt. Ana ist eine Figur, die man nicht vergisst, die Welt ist eigenständig und mutig, und das Magiesystem gehört zu jenen, die man gerne weiter erkundet. Kleine sprachliche Besonderheiten machen den Roman unverwechselbar, und die Mischung aus persönlicher Entwicklung, Magie und gesellschaftlichem Konflikt sorgt dafür, dass man das Buch mit einem Gefühl von Staunen schließt.
Besonders geeignet ist der Roman für Leserinnen und Leser, die komplexe Magiesysteme, ungewöhnliche Namen, atmosphärische Universitäten und eine starke Coming‑of‑Age‑Entwicklung schätzen.
Ich persönlich kann es kaum erwarten, bis der zweite Band erscheint.

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Veröffentlicht am 21.07.2026

Ein Debüt, das schnell fesselt

Deathbringer – Der Kuss der Schlange
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Deathbringer – Der Kuss der Schlange hat mich von Beginn an mit seinem komplexen und außergewöhnlich kreativen Magiesystem beeindruckt. Es wirkt vor allem nicht wie eine Variante von etwas Bekanntem, sondern ...

Deathbringer – Der Kuss der Schlange hat mich von Beginn an mit seinem komplexen und außergewöhnlich kreativen Magiesystem beeindruckt. Es wirkt vor allem nicht wie eine Variante von etwas Bekanntem, sondern wie etwas Eigenständiges, das diese Welt trägt und den Figuren eine besondere Tiefe verleiht. Die vielschichtigen Charaktere sind ein weiterer großer Pluspunkt. Jede Figur bringt ihre eigenen Wunden, Geheimnisse und Beweggründe mit, und genau diese Mischung macht es so leicht, sich emotional einzulassen. Man spürt, dass hinter jeder Entscheidung mehr steckt als nur reine Erzählstrang – es gibt echte innere Konflikte, die nachhallen. Sehr angenehm fand ich auch, dass die Geschichte mit erfreulich wenig Spicemomenten auskommt. Statt sich auf überbordende Romantik zu stützen, vertraut der Roman auf Atmosphäre, Spannung und die Dynamik zwischen den Figuren.
Dadurch bleibt für mich der Erzählfluss durchgehend in Bewegung, ohne dass sich irgendetwas „klebrig“ anfühlt oder unnötig in eine bestimmte Richtung gedrängt wird. Die Handlung steht klar im Mittelpunkt – und die Beziehungsebenen entwickeln sich so, wie es sich richtig anfühlt: organisch und mitwachsend, statt als alleiniger Antrieb der Geschichte.
Das tut dem Erzählfluss gut und lässt die Handlung für sich wirken.Viele Fragen werden im Verlauf beantwortet, doch es bleiben bewusst lose Enden, die neugierig machen und Raum für Spekulationen lassen. Und dann dieser Epilog – intensiv, überraschend und mit einer Wucht, die den Blick sofort auf den nächsten Band lenkt.
Ein kleiner Wunsch bleibt: Eine Karte hätte mir geholfen, die Welt noch besser zu verorten. Das ist allerdings Meckern auf hohem Niveau. Ebenso hätte ein Glossar mir den Einstieg erleichtert, denn gerade am Anfang hatte ich schon einige Mühe, mich in die Namen und Begrifflichkeiten hineinzufinden.Trotz dieser Kleinigkeiten ist Deathbringer – Der Kuss der Schlange ein spannender Auftakt – und für einen Debütroman wirklich sensationell. Ich mochte es sehr, Viola, Sylas und Lyria auf ihrem Weg zu begleiten – ihre Perspektiven, ihre Entscheidungen und all die kleinen Momente, die sie für mich greifbar machen.
Die Autorin zeigt eine starke Handschrift, viel Fantasie und ein Gespür für Atmosphäre. Ich freue mich sehr auf den zweiten Teil und darauf, wie sich all die offenen Fäden weiter verweben.

Wer Geschichten sucht, die nicht von Romantik oder expliziten Szenen dominiert werden, sondern von Handlung, Atmosphäre und inneren Konflikten, ist hier goldrichtig.

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Veröffentlicht am 12.07.2026

Optisch stark, erzählerisch enttäuschend

Dragon Cursed – Zeig keine Gnade
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Aufmerksam geworden bin ich zunächst durch das eindrucksvolle Cover, das sofort eine atmosphärische, geheimnisvolle Geschichte verspricht. Doch diese Erwartung konnte der Inhalt für mich nicht erfüllen.

Schon ...

Aufmerksam geworden bin ich zunächst durch das eindrucksvolle Cover, das sofort eine atmosphärische, geheimnisvolle Geschichte verspricht. Doch diese Erwartung konnte der Inhalt für mich nicht erfüllen.

Schon früh stellte sich ein grundlegendes Problem ein: Die Welt, in der Isola lebt, bleibt seltsam schemenhaft. Wichtige Begriffe wie Sigillen, Ätherlicht oder Geißeln werden eingeführt, ohne dass sie wirklich erklärt oder in den Kontext der Handlung eingebettet werden. Statt Neugier zu wecken, haben mich diese unklaren Konzepte immer wieder aus der Geschichte herausgerissen. Ich hatte das Gefühl, ständig nach Orientierung zu suchen, statt mich in der Welt verlieren zu können.

Auch erzählerisch konnte mich der Roman nicht erreichen. Die Handlung zieht sich über weite Strecken, ohne Spannung aufzubauen oder emotionale Tiefe zu entwickeln. Immer wieder ertappte ich mich dabei, das Buch zur Seite legen zu wollen, weil die Längen überwogen und ich keinen echten Bezug zu den Figuren oder ihrem Weg fand. Weder war ich berührt, noch fühlte ich mich mitgerissen – und auch der Fortgang der Geschichte konnte mich nicht neugierig halten.

Am Ende blieb der Eindruck eines Romans, der zwar mit einem schönen Cover lockt, aber erzählerisch und atmosphärisch nicht das einlöst, was er verspricht. Für mich war es mühsam, das Buch bis zum Schluss zu lesen, und ich werde die weiteren Bände nicht verfolgen. Die Geschichte hat mich weder gefesselt noch emotional erreicht, und die Welt blieb mir zu unklar, um darin wirklich heimisch zu werden.

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Veröffentlicht am 21.06.2026

Zwischen zwei Welten

Kissed by the Gods – Die ewigen Kriege
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Kissed by the Gods fühlt sich an wie ein Buch, das einen direkt am Herzen packt – nicht laut, nicht übertrieben, sondern mit einer stillen, stetigen Intensität. Caty Rogan erzählt von einer jungen Frau, ...

Kissed by the Gods fühlt sich an wie ein Buch, das einen direkt am Herzen packt – nicht laut, nicht übertrieben, sondern mit einer stillen, stetigen Intensität. Caty Rogan erzählt von einer jungen Frau, die zwischen göttlichen Erwartungen und ihrem eigenen Bedürfnis nach Freiheit steht. Was dabei entsteht, ist eine Geschichte, die überraschend menschlich wirkt, obwohl sie in einer Welt voller Mythen spielt.

Die Protagonistin Leina ist keine Heldin im klassischen Sinn. Sie zweifelt, stolpert, fühlt zu viel und manchmal auch zu wenig – und genau das macht sie so nahbar. Die Autorin beschreibt ihre innere Zerrissenheit mit einer Feinheit, die berührt, ohne sentimental zu werden. Man spürt, wie schwer es ist, sich selbst treu zu bleiben, wenn die Welt – oder in diesem Fall die Götter – etwas anderes verlangen.

Die zwischenmenschliche Ebene entwickelt sich langsam, fast tastend, was mir persönlich sehr gut gefällt. Sowohl die Liebesgeschichte als auch die Handlung und die expliziteren Momente bleiben bewusst zurückgenommen und wirken dadurch stimmig, ohne den Text zu dominieren.

Auch die mythologische Ebene trägt dazu bei, dass das Buch eine besondere Atmosphäre bekommt. Die Götter sind mächtig, aber nicht unnahbar; ihre Fehler und Verletzlichkeiten machen die Welt glaubwürdig. Die Mischung aus moderner Realität und göttlicher Schwere fühlt sich für mich stimmig an.

Kissed by the Gods ist ein Roman über Mut, Verletzlichkeit und die Frage, wie man seinen eigenen Weg findet, wenn die Welt etwas anderes von einem erwartet. Diese Geschichte empfehle ich allen, Leserinnen und Lesern, die moderne Fantasy mit mythologischen Einflüssen mögen. Die Götterwelt ist präsent aber nicht zu überladen.

Das Ende lässt genug offen, um die Neugier zu wecken – meine Vorfreude auf die Fortsetzung ist groß.

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