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Veröffentlicht am 03.07.2024

Etwas anderer Cosy Crime

Der Mutter-Tochter-Mörder-Club
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ch habe hier mal wieder ein Buch aus dem Reese Witherspoon-Bookclub gelesen. Der Krimi stand auf meiner Wunschliste, seit Reese ihn im vergangenen Jahr als Buch für den September vorgestellt hatte. In ...

ch habe hier mal wieder ein Buch aus dem Reese Witherspoon-Bookclub gelesen. Der Krimi stand auf meiner Wunschliste, seit Reese ihn im vergangenen Jahr als Buch für den September vorgestellt hatte. In der deutschen Übersetzung ist der Krimi jetzt bei HarperCollins erschienen.
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Darum geht’s: Die erfolgreiche Geschäftsfrau Lana Rubicon hat Krebs. Sie muss sich einer Chemotherapie unterziehen und zieht zu ihrer Tochter Beth und ihrer Enkelin Jack in ein verschlafenes Küstenstädtchen. Als Jack beim Kajakfahren auf eine Leiche stößt, setzen die drei Generationen der Rubicon-Frauen alles daran, den Mörder zu finden…
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Der Krimi wird als Cosy Crime beworben. Das Label trifft aber meiner Meinung nach nicht so ganz zu. Vielleicht hat man es einfach gewählt, um die teilweise etwas ruhig dahin plätschernde Handlung zu verteidigen. Das ist aber eigentlich gar nicht nötig, weil der Krimi auch ohne durchgängiges Spannungslevel angenehm und unterhaltsam zu lesen ist.
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Mit “Der Mutter Tochter Mörderclub” gibt Autorin Nina Simon ihr Debüt. Womit sie mich gleich für sich eingenommen hat, ist ihr bildgewaltiger Schreibstil. Mit grandiosen Beschreibungen gelingt ihr ein bombastischer Einstieg. Ich hatte das Gefühl, staunend vor einem großformatigen Naturgemälde zu stehen und immer neue Einzelheiten zu entdecken. Das Setting hat mir also schonmal gefallen. Ebenso die drei Protagonistinnen. Das Verhältnis untereinander ist durch familiäre Spannungen geprägt. Als es drauf ankommt, müssen die Frauen aber zusammenhalten. Daraus entwickelt sich das Quäntchen Dynamik, das den Handlungsverlauf prägt.
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Der Krimi hat spannende Momente und lädt zum Miträtseln ein. Größtenteils kann man sich aber einfach berieseln und durch die Geschichte treiben lassen. Allzu viel sollte man nicht erwarten. Da ich persönlich jetzt nicht zwingend immer Spannung pur brauche, war mir das, was hier passiert, aber über weite Strecken genug. Für mich war der Krimi angenehm und unterhaltsam zu lesen. Mehr brauche ich manchmal nicht. Insgesamt ist das Buch für mich guter Durchschnitt, aber nichts Besonderes.

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Veröffentlicht am 28.06.2024

Potenzial nicht ausgeschöpft

One last shot - Macht es am Ende doch noch Klick?
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Es handelt sich um den Debütroman der Autorin. Das Buch beginnt stark. Im Verlauf hat mir aber das gewisse Etwas gefehlt.
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Darum geht’s: Emerson ist ein High Fashion Model und in der Glitzerwelt zuhause. ...

Es handelt sich um den Debütroman der Autorin. Das Buch beginnt stark. Im Verlauf hat mir aber das gewisse Etwas gefehlt.
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Darum geht’s: Emerson ist ein High Fashion Model und in der Glitzerwelt zuhause. Als sie sich mal wieder von einem ihrer ebenso prominenten Partner trennt, muss sie plötzlich an Theo, ihren guten Freund aus Teenagertagen, denken. Mit ihm hat sie vor zehn Jahren einen Liebespakt geschlossen. Theo ist mittlerweile Modefotograf. Kurzerhand lässt sich Emerson für eine seiner Kampagnen buchen. Haben die Gefühle von damals noch eine Chance?
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Der Einstieg in die Geschichte war leicht und fluffig. Der Second Chance-, Friends-to-lovers- und Promi-Trope hat sich gut angelassen. Ich bin abgetaucht in das wundervolle Setting der italienischen Cinque Terre und war hautnah bei Bikini-Shootings dabei. Mit Emerson & Theo war ich schnell vertraut und neugierig darauf, wie sich Ihre Lovestory entwickelt. Denn das es eine wird, ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Bis hierher also alles tippi toppi.
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Jetzt kommt leider das große Aber. Die Story hat dann nämlich ziemliche Längen entwickelt. Es wurden zu viele Worte um nichts gemacht. Das klingt jetzt hart, aber ich hatte das Gefühl, dass sich die Handlung nicht richtig vom Fleck bewegt. Etwas mehr hätte da schon kommen dürfen. Statt nach vorne geht es aber immer wieder zurück. Wir schauen in die Vergangenheit, lernen Emerson & Theo als Teenies kennen, verfolgen ihre Freundschaft und ihre Trennung. Diese Rückblick-Kapitel haben mir hier schlichtweg nicht gefallen. Sie sind mir persönlich zu detailliert und haben mich immer wieder aus der eigentlich schönen Geschichte im Hier und Jetzt herausgerissen. Irgendwie wurde dadurch auch meine gefühlsmäßige Bindung zu den Protagonisten gekappt. Plötzlich fand ich Sidekicks wie Harry & Georgia viel interessanter. So sollte es ja eigentlich nicht sein.
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Ein sommerliches Setting. Ein generell ganz guter Schreibstil. Aber die Handlung habe ich nach einiger Zeit einfach als langatmig empfunden. Jetzt kommt doch endlich mal zu Potte, habe ich des Öfteren gedacht. Wahrscheinlich war es auch einfach Pech, dass ich das Buch fast unmittelbar nach einem persönlichen RomCom-Highlight gelesen habe. Da hatte es die Geschichte zugegebenermaßen sehr schwer. Vermutlich war ich nach dem Witz, Charme und der Liebe zu den Protagonisten des vorangegangenen Buches noch nicht bereit für den fliegenden Wechsel.

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Veröffentlicht am 27.06.2024

Die schlafende Mörderin

Anna O.
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Matthew Blakes Thriller wurde medienträchtig angekündigt. Die besondere Thematik hat meine Neugierde geweckt. Hier dreht sich alles um das Thema Schlaf in Verbindung mit den Aspekten Psychologie, Schuld ...

Matthew Blakes Thriller wurde medienträchtig angekündigt. Die besondere Thematik hat meine Neugierde geweckt. Hier dreht sich alles um das Thema Schlaf in Verbindung mit den Aspekten Psychologie, Schuld und Rache.
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Darum geht’s: Anna O. schläft seit vier Jahren. Damals wurde sie mit einem blutigen Messer neben den Leichen ihrer beiden besten Freunde gefunden. Hat sie die Tat wirklich begangen? Ist Anna O. eine kaltblütige Mörderin? Oder ist sie geschlafwandelt? Und ist sie in dem Fall überhaupt schuldig? In der renommierten Schlafklinik “The Abbey” nimmt sich der Psychologe und Schlafexperte Dr. Benedict Prince des Falls an.
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Eine interessante Grundidee und viele spannende Fragen sind das Fundament dieses Thrillers. Schnell habe ich gemerkt, dass das Spannungslevel aber eher low angelegt ist. Viel spielt sich auf psychologischer Ebene ab. Man merkt, dass der Autor einen höheren Anspruch erfüllen will. Trotz kurzer Kapitel und ständiger Perspektivenwechsel ist der Handlungsverlauf ruhig. Das passt irgendwie zum Thema Schlaf, soll aber nicht heißen, dass nichts passiert. Cliffhanger werden intelligent und feinsinnig gesetzt. Ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte aufgelöst wird. Das Ende hat mir auch richtig gut gefallen. Der Weg dahin hatte allerdings Längen.
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Der Thriller lässt mich mit widersprüchlichen Gefühlen zurück. Allem was ich positiv hervorheben kann, steht leider auch etwas negatives gegenüber. So lässt sich der Schreibstil einerseits flüssig lesen, ist aber andererseits auch ausschweifend und ermüdend. Es gibt geniale Twists, aber auch verwirrende Momente. Obwohl die Charaktere sehr detailliert beschrieben werden, bleiben sie irgendwie unnahbar und seltsam nebulös. Eine richtige Verbindung konnte ich zu keiner der Personen aufbauen.
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Der Thriller hätte mehr Tempo vertragen und straffer erzählt werden können. Das wäre für die Spannung förderlich gewesen. So leidet die eigentlich gute Story unter Langatmigkeit. Trotzdem ist sie eben interessant. Im letzten Drittel zieht die Handlung nochmal an und überrascht mit mehr als einer Wendung. Dadurch hat sich mein Eindruck letztendlich wieder ins Positive gewendet. Die Schwachstellen dazwischen kann das aber nicht vergessen machen.
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Seid vorgewarnt, dass dieser Thriller nicht so leicht zu händeln ist. Fürs Lesen sollte man Zeit und Muße haben. “Anna O.” ist kein reißerischer Pagetuner. Wer sich auf das Buch einlassen kann und bis zum Schluss durchhält, wird am Ende belohnt. So habe ich das jedenfalls empfunden. Insgesamt regt die Thematik definitiv zum Nachdenken und zu philosophischen Diskussionen an. Alles in allem finde ich das Buch trotz Kritikpunkten durchaus lesenswert.

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Veröffentlicht am 23.06.2024

Enttäuschend

Flammenschwestern
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“Flammenschwestern” ist das erste Buch, das ich von Lina Bengtsdotter gelesen habe. Zuvor ist mir bereits ihre Reihe um die Ermittlerin Charlie Lager aufgefallen. Ihr neuer Stand Alone kam mir jetzt gerade ...

“Flammenschwestern” ist das erste Buch, das ich von Lina Bengtsdotter gelesen habe. Zuvor ist mir bereits ihre Reihe um die Ermittlerin Charlie Lager aufgefallen. Ihr neuer Stand Alone kam mir jetzt gerade recht, um die Autorin endlich kennenzulernen. Leider könnte es das für mich aber schon gewesen sein.
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Darum geht’s: Katja und Vega waren als Kinder beste Freundinnen. Später trennen sich ihre Wege. Aber ein düsteres Geheimnis verbindet sie auf ewig. Als Katja sich aus heiterem Himmel wieder meldet und danach verschwindet, begibt sich Vega auf die Suche.
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Bengtsdotters Schreibstil hat mir durchaus gefallen. Auch die Ausgangssituation der Geschichte ist eigentlich ganz gut. Nur leider entwickelt sich daraus einfach kein spannender Thriller. Das Label auf dem Buch ist in diesem Fall mal wieder die reinste Mogelpackung. Ich habe die Story eher als eine dramatische Erzählung empfunden, die so vor sich hin plätschert. Spannung ist bei mir nur punktuell aufgekommen. Überwiegend habe ich mich beim Lesen gelangweilt. Die Geschichte kommt für meinen Geschmack nicht in die Pötte. Sie dreht sich im Kreis oder tritt auf der Stelle. Die Rückblicke in die Vergangenheit habe ich als zäh empfunden. Die Nachforschungen in der Gegenwart sind auch eher lahm. Streckenweise hatte ich das Gefühl, dass einfach nichts passiert. Immer mal wieder kommen zwar wichtige Infos, die mich kurz aufhorchen lassen. Jetzt geht's endlich los, dachte ich dann. Danach ist die Handlung aber wieder in Lethargie verfallen. Atmosphäre und schwedisches Flair hätten die Story eventuell noch etwas aufwerten können. Beides habe ich hier aber nicht wirklich bekommen.
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Das war nix. Zumindest für mich nicht. Es gibt bestimmt Leser*innen, die das anders sehen. Aber von mir gibt es hier keine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 23.06.2024

RomCom-Highlight

Better Than the Movies
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Von manchen Geschichten kriege ich einfach nie genug. Bestes Beispiel: Romantische Komödien. Ob als Film oder Buch. Sie funktionieren bei mir fast immer, auch wenn sie vom Prinzip immer gleich sind. Da ...

Von manchen Geschichten kriege ich einfach nie genug. Bestes Beispiel: Romantische Komödien. Ob als Film oder Buch. Sie funktionieren bei mir fast immer, auch wenn sie vom Prinzip immer gleich sind. Da konnte doch auch mit dieser RomCom eigentlich nichts schief gehen.
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Darum geht's : Liz Buxbaum liebt romantische Komödien. Und sie hofft auf ein filmreifes Happy End, als Michael, der Schwarm ihrer Kindheit, wieder in der Stadt auftaucht. Er soll ihr Date für den Abschlussball werden. Dafür braucht Liz aber ausgerechnet die Hilfe ihres verhassten Nachbarn Wes…
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Dieses Buch … Herrlich! Das witzige gestaltete Cover erinnert gleich mal an ein paar Film-Liebespaare, Filmszenen und Filmküsse. Und dann beginnt das Buch auch noch mit einem Zitat aus “Notting Hill”. Ihr wisst schon: “Ich bin auch nur ein Mädchen, das…”. Genau! Jedem Kapitel ist ein weiteres Filmzitat vorangestellt. Dadurch haben sich in meinem Kopf automatisch die dazu passenden Filmszenen abgespielt. Ständig erwähnt unsere Protagonistin Liz ihre Lieblingsfilme oder die Handlung spielt in irgendeiner Art und Weise darauf an. Passend dazu ist Liz selbst eine jüngere Version von Bridget Jones, die von einem Fettnäpfchen ins nächste tappt.
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Der Überraschungseffekt bei romantischen Komödien ist nie groß. Den geneigten Zuschauenden ist doch in der Regel von Anfang an schon klar, wer zusammengehört. Im Verlauf des Films kommt es einzig und allein auf spritzige Szenen und witzige Dialoge an. Ein bisschen Schmacht hier und Hach ja dort machen mich in den meisten Fällen schon rundum glücklich. Lynn Painter bedient dieses Schema F mit ihrem Roman perfekt. Ich lieb’s!
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Ganz wichtig: Die Besetzung. Sie ist hier genau so, wie sie sein muss. Die Protagonisten sind einfach zum Knutschen. Liz ist, wie bereits erwähnt, eine göttliche Bridget Jones-Kopie. Herrlich chaotisch und im Herzen eine echte Romantikerin. Dann Wes, der vom Bad Boy von nebenan immer mehr zum Love Interest par excellence mutiert. Aaahhh, von Seite zu Seite habe ich mich mehr in ihn verknallt. Mit ihm will ich auch mal “Miss Undercover” gucken - so wie in meiner absoluten Lieblingsszene des Buches. Liz' vermeintlicher Mr. Right Michael ist auch ganz nett aber eben auch vergleichsweise farblos. Hinzu kommt noch das beruhigende Wissen, dass er letztendlich eh keine Chance hat.
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Wir haben hier eine Highschool-Romanze - wobei mich das jugendliche Alter der Personen kein bisschen gestört hat. Hinzu kommen die tollen Tropes Enemies to Lovers und Fake Dating. Das alles gut durchgemixt sowie mit Humor, Romantik sowie im letzten Drittel auch noch einer Portion Ernst und Tiefgang versehen, ergibt … tadaaa … die perfekte RomCom. Für mich jedenfalls. Ich sag’s ja immer wieder: Man muss das Rad wahrlich nicht neu erfinden, damit manche Dinge funktionieren. Gute Varianten sind eben auch gut.
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Für mich ist “Better than the movies” ein Highlight im Genre RomCom. Was Lynn Painter hier liefert, ist die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Merke: Ich bin eben auch nur ein Mädchen, das gute romantische Komödien einfach unendlich liebt!

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